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Die Parteien

  • Otto Heinrich von der Gablentz

Zusammenfassung

Ehe ich von den Ideen der einzelnen Parteien spreche, muß ich ein paar Worte über Parteisystem und Parteitypen sagen. Was eine Partei bedeutet, kann man nur verstehen, wenn man auch ihre Gegner kennt. Der Begriff »Partei« erfordert, daß es mehrere Parteien gibt. Der Einparteienstaat ist ein Widerspruch in sich selbst. Aber ein sehr aufschlußreicher. Er zeigt nämlich, daß dieser Staat noch immer mit inneren Gegnern rechnet. Die Staatspartei ist darauf berechnet, eine Opposition niederzuhalten, nur daß im totalen Staat diese Opposition sich nicht organisieren darf. In den demokratischen Staaten werden die Parteien also verschieden organisiert sein und sich verschieden verhalten, je nachdem, wie das Parteisystem aussieht. Die klassische Form ist das Zweiparteien-System. Nicht nur, weil es die alte englische Form ist und auch die Vereinigten Staaten sie von dem Muster- und Mutterparlament übernommen haben, sondern weil die Unterscheidung nach dem Schema rechts und links in allen demokratischen Ländern gemacht wird, auch wo das Mehrparteiensystem herrscht. Denn das Schema paßt sowohl für Interessen wie für Ideen. Immer wird es eine Gruppe von Besitzenden geben, die an der Erhaltung der gesellschaftlichen Machtsituation interessiert sind, und eine Gruppe der Aufstrebenden, die sie ändern wollen. Immer eine Partei der Ordnung und eine Partei der Freiheit.

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© Westdeutscher Verlag · Köln und Opladen 1960

Authors and Affiliations

  • Otto Heinrich von der Gablentz

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