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Die strategische Situation im Nahen und Mittleren Osten

Eine Region zwischen Kooperation und Konflikt
  • Martin Hoch

Zusammenfassung

Das mit dem Zerfall der Sowjetunion einhergehende Ende des Ost-West-Konfliktes und mehr noch der zweite Golfkrieg 1990/91 haben im Nahen und Mittleren Osten2 eine neue strategische Situation geschaffen.3 Der Wegfall der Supermacht UdSSR als Einflußmacht hat — wie in anderen Regionen auch — dazu geführt, daß die Gesamtregion nicht länger unter dem Vorzeichen der bipolaren Welt zu sehen ist. Vielmehr sind bestimmte regionale Entwicklungen in den Vordergrund getreten, welche die gegenwärtige und zukünftige strategische Situation in der Region und das Verhältnis zur westlichen Welt entscheidend bestimmen Wie die folgende kurze Skizzierung zeigen wird, weisen diese in ihrer Struktur durchaus sehr unterschiedlichen Entwicklungsstränge zum Teil zwar in Richtung Kooperation, zum Teil aber auch in Richtung Konflikt bzw. Konfliktverschärfung.

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Anmerkungen

  1. 2.
    Als „Naher Osten“ werden im folgenden die Länder Nordafrikas und des Vorderen Orients bezeichnet, die an das Mittelmeer grenzen (einschließlich Jordaniens); zum „Mittlerer Osten” zählen die Anlieger des Persischen Golfes (einschließlich des Jemen). Zentralasien, Afghanistan und das Kaukasusgebiet werden im Rahmen dieser Untersuchung nicht berücksichtigt.Google Scholar
  2. 3.
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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Martin Hoch

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