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Regionale Großmächte in der Entwicklung des internationalen Systems

  • Wilfried von Bredow

Zusammenfassung

Prognosen von Veteranen haben oft einen unfreiwillig paradoxen Zug. Ihre Sachkunde und ihre Lebenserfahrung machen sie hörenswert; zugleich strapazieren ihre Retrospektivität und ihre untergründige Rechthaberei auf ehrfurchtgebietende Weise ein wenig die Nerven. Ein Beispiel dafür sind die politischen Stellungnahmen ehemaliger Präsidenten, Regierungschefs oder anderer höchster Funktionsträger mächtiger Exekutiven. Unter ihnen zählt Henry Kissinger zu den aktivsten. Hier ist seine Prognose für die Entwicklung des internationalen Systems nach dem Ende des Ost-West-Konflikts: „Das neue internationale System wird durch einen scheinbaren Widerspruch geprägt sein: Auf der einen Seite wird die Zersplitterung zunehmen, auf der anderen Seite wird ein Prozeß wachsender Globalisierung zu verzeichnen sein... Sechs große Kräfte werden neben einer Vielfalt kleinerer Länder die Hauptrollen spielen: die USA, Europa, China, Japan, ein neues, aus der Sowjetunion entstehendes Staatengebilde und wahrscheinlich auch Indien.“1

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Anmerkungen

  1. 1.
    Henry A. Kissinger, Die sechs Säulen der Weltordnung, Berlin 1992, S. 17.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Wilfried von Bredow, Der KSZE-Prozeß. Von der Zähmung zur Überwindung des Ost-West-Konflikts, Darmstadt 1992;Google Scholar
  3. Wilfried von Bredow/Thomas Jäger, Neue deutsche Außenpolitik. Nationale Interessen in internationalen Beziehungen, Opladen 1993;Google Scholar
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  13. 11.
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    Solche Vernetzungen entstehen im übrigen häufig völlig oder weitgehend unabhängig von makro-regionalen Abgrenzungen, vgl. Harald Müller, Die Chance der Kooperation. Regime in den internationalen Beziehungen, Darmstadt 1993.Google Scholar
  15. 13.
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    Vgl. The Economist, 8.1.1994: Back to the future.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Wilfried von Bredow

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