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Die Bedeutung politischer ‘Szenen’ und jugendlicher Subkulturen für die Sozialisation politischer Gewalt

  • Helmut Willems
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Zusammenfassung

Politisch motivierte Gewalt unterscheidet sich insofern von anderen Formen der Gewalt, als sie von politischen Einstellungen und Strategien her begründet und legitimiert wird und sich im Kontext gesellschaftlicher Konflikte entwickelt. Wir können daher nicht einfach von einem Transfer von genereller Gewaltbereitschaft in die Politik sprechen. Zumindest haben wir keine Hinweise darauf, daß die Gruppen und Personen, die in den vergangenen 25 Jahren eine vergleichsweise positivere Einstellung zu politischer Gewalt hatten, insgesamt und generell eine höhere Gewaltbereitschaft aufwiesen (ECKERT, KAASE & NEIDHARDT 1990). Möglicherweise jedoch besteht ein entsprechender Zusammenhang bei der gegenwärtigen Welle fremdenfeindlicher und rechtsradikaler Gewalt. Das derzeitige Ausmaß an fremdenfeindlicher Gewalt wird auch durch viele zunächst unpolitische subkulturelle Gruppen von aggressiven Jugendlichen bestimmt, die offensichtlich in den ‘Fremden’ oder ‘Ausländern’ lediglich neue Aggressionsobjekte für ihre grundlegende Gewaltbereitschaft und Gewaltakzeptanz fanden. In der Untersuchung von Tatverdächtigen im Zusammenhang mit fremdenfeindlicher Gewalt konnten wir einen hohen Prozentsatz von Überlappung mit unpolitischen Gewaltdelikten finden (siehe Kap. 6.2.8).

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© Leske + Budrich, Opladen 1993

Authors and Affiliations

  • Helmut Willems

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