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Reformulierung der Zielsetzungen für Interkulturelle Erziehung und Bildung

  • Wolfgang Nieke
Part of the Reihe Schule und Gesellschaft book series (SUGES, volume 4)

Zusammenfassung

Unter der Perspektive des Umgangs mit Kultur- und Wertkonflikten, die sich aus dem Zusammenleben von Mehrheit und Minderheiten mit unterschiedlichen Lebenswelten und Kulturen ergeben, sollen die Zielsetzungen für Interkulturelle Erziehung und Bildung reformuliert werden. Dafür wird noch einmal angeknüpft an den Versuch der Systematisierung der Ansätze Interkultureller Erziehung im Anschluß an Hohmann, nämlich an die grundlegende Unterteilung von Konzepten Interkultureller Erziehung und Bildung als Pädagogik der Begegnung und als Konfliktpädagogik (s. Schaubild S. 34).1

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Literatur

  1. 1.
    Auf die Darstellung der umfangreichen und verzweigten Diskussion zur Interkulturellen Erziehung soll hier verzichtet werden. Dafür sei verwiesen etwa auf Auernheimer 1990, Niekrawitz 1990 oder auch die Literaturübersicht von Reuter/Dodenhoeft 1988.Google Scholar
  2. 2.
    Der Begriff der Handlungskompetenz wird zugleich verwendet zur Bezeichnung der professionellen pädagogischen Qualifikation für Professionelle in pädagogischen Handlungsfeldern (vgl. dazu Keil/Bollermann/Nieke 1981 und die Übernahme dieses Konzepts in Studienreformempfehlungen von staatlichen Studienreformkommissionen bis hin zur gegenwärtig gültigen Rahmenordnung für den Diplomstudiengang der Erziehungswissenschaft). Selbstverständlich kann man sich überlegen, wie im Rahmen einer solchen professionellen pädagogischen Handlungskompetenz so etwas wie ein Bestandteil interkultureller Handlungskompetenz aufgebaut werden könnte, wie Arnold/Erhardt (1990) das unter Rückgriff auf die Problematik interkultureller Mißverständnisse im pädagogischen Alltag einerseits und in der „Entwicklungshilfe“ andererseits andeuten.Google Scholar
  3. 3.
    So verwundert es nicht, daß im Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zwar eine „Solidarität der Kulturen“ in einer multikulturell gewordenen Gesellschaft beschworen wird, daß aber die Bereicherung auf die europäischen Kulturen beschränkt wird. Als eines der in dem Programm formulierten Bildungsziele wird gefordert: „Bildung muß dazu befähigen, die Vielfalt der europäischen Kulturen als Bereicherung des eigenen Lebens zu erfahren.“ (Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, S. 12, abgedruckt in: Vorwärts, Nr. 1/1990)Google Scholar
  4. 4.
    An dieser Stelle kann der schwierige Status dieser “Dritte-Welt-Pädagogik” unerörtert bleiben. Außer der genannten Zielsetzung enthält sie noch Elemente einer auf die “dritte Welt” konzentrierten vergleichenden Erziehungswissenschaft und solche einer “Entwicklungshilfepädagogik”.Google Scholar
  5. 5.
    Meine eigenen Erfahrungen stammen aus meiner Teilnahme an Veranstaltungen zur Lehrerfortbildung von Lehrern aller Schulformen in Nordrhein-Westfalen sowie aus meiner beratenden Tätigkeit beim nordrhein-westfälischen Kultusministerium in der Frage, ob und wie Interkulturelle Erziehung mit den hier dargelegten Zielsetzungen als Pflichtbestandteil von Lehrplänen und Curricula in allen Schulstufen und Schulformen verpflichtend zu machen sei.Google Scholar
  6. 6.
    Aus dem deutschsprachigen Schrifttum sei stellvertretend für andere auf die wissenschaftlich seriösen Publikationen des Sozialpsychologen Alexander Thomas verwiesen: 1983, 1984, 1985Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Nieke

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