Advertisement

Die 40er Jahre — Überlebensarbeit und Neuordnungsansprüche

  • Helga Milz
Chapter
  • 49 Downloads
Part of the Sozialwissenschaftliche Studien book series (SWS, volume 30)

Zusammenfassung

Im folgenden Kapitel geht es um Beiträge, die sozialwissenschaftliche Debatten, Untersuchungen und Deutungen zum Frauenbewußtsein der 40er Jahre wiedergeben. Nach einem Blick auf die wiederentstehende Soziologie nach 1945 im Kapitel 3.1., in dem auch das diesem Kapitel zugrundeliegende recht heterogene Material vorgestellt wird, findet sich im Kapitel 3.2. eine Erläuterung der “pragmatischen Egalität”, jenem Nenner der schillernden Emanzipationsvorstellungen, die nach dem Krieg und der politischen Niederlage “inmitten der Katastrophe” erhebliche Konzessionen an alte und überfällige Gleichberechtigungsforderungen von Frauen machen. Das Kapitel 3.3. beschäftigt sich mit den “bangen Fragen” nach dem Engagement, der Anpassungs- und Leistungsbereitschaft von Frauen angesichts der allgemeinen Demoralisierung und des sozialen und ökonomischen Zusammenbruchs. Im Kapitel 3.4. werden die recht einfachen methodischen Zugänge zum Frauenbewußtsein mit ihren überwiegend deskriptiven Erhebungstechniken vorgestellt. Im Kapitel 3.5. zeigt sich, daß mit diesen Verfahren eine Abbildung jener allseits erlebten und erlittenen familiären Alltagskonflikte und -dramen erfolgt, um die jede/r weiß, deren frauengeschichtliche Relevanz allerdings bis heute verkannt wird.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 170.
    Vgl. zur Soziologie der Emigranten Lepsius 1979:26ff; Kern 1982:215ff; Waßner 1988; Pross 1955; zur Entwicklung der westdeutschen Soziologie seit 1945 vgl. Schelsky 1959 u. 1980 und Lüschen 1979.Google Scholar
  2. 171.
    Das gilt auch für die Einrichtung des Darmstädter Instituts, an dem Adorno u.a. empirische Gemeindeforschungen beginnen.Google Scholar
  3. 172.
    Vgl. Lüschen 1979:29.Google Scholar
  4. 173.
    Vgl. Lepsius 1979:69.Google Scholar
  5. 174.
    Kern 1982:218ff. faßt diese Neuordnungsanstrengungen, die die Soziologie der Nachkriegszeit betreffen, zu drei Themenbereichen zusammen: In der Wirtschaft (1) geht es um eine Neuordnung, die die freie/soziale Marktwirtschaft und Partizipation/betriebliche Mitbestimmung berücksichtigt, auf sozialer Ebene (2) geht es um die Umschichtungen durch die Flüchtlingsströme, insbesondere um eine soziale Integration mit Blick auf die traditionellen Instanzen von Familie und Schule, Nachbarschaft und Gemeinde; im Politischen (3) geht es darum, den Aufbau einer demokratisierten Gesellschaft mit den Instanzen voranzutreiben, die die öffentliche Willensbildung formieren, also um die Institutionalisierung der freien Presse und der pluralistischen Verbände, insbesondere der Parteien.Google Scholar
  6. 175.
    Vgl. Schelsky 1951:282fGoogle Scholar
  7. 176.
    Dieser Blick ins Innere, ins familiäre Geschehen, folgt der Logik von Adorno, Horkheimer u.a. sowie insbes. ihren Studien über den autoritären Charakter der Deutschen.Google Scholar
  8. 177.
    Die Beobachtungen breitet er 1984 ausführlich in seiner Biographie aus; vgl. König 1984:167ff., 140f. In die Materialien zur Familiensoziologie gehen sie als Erfahrungen/Kurzformeln ein und grundieren sein Plädoyer für ein Vertrauen in die Selbstheilungskräfte familialer Strukturen; vgl. König 1946:96f. Hier wird auch eine ungewöhnlich positive Einschätzung zum couragierten Scheidungsverhalten von Frauen vorgestellt: Es zeige, daß die Idee der Familie ernst genommen werde.Google Scholar
  9. 178.
    Vgl. v. Kardorff 1965; Andreas-Friedrich 1986a+b; v. Krockow 1988.Google Scholar
  10. 179.
    Vgl. Ruhl 1985.Google Scholar
  11. 180.
    Vgl. König 1946:26, 34, 43f, 59.Google Scholar
  12. 181.
    Vgl. König 1946; 1984.Google Scholar
  13. 182.
    Bedenken wegen der Doppelaufgabe und Überlastung werden insbesondere unter dem Aspekt der Gesundheitsgefährdung der Alleinversorgerin thematisiert. (Verwaisungsprobleme) Problematisiert wird auch der Betreuungsund Versorgungsstandard vaterlos aufwachsender Jugendlicher, bei denen Mütter alle Funktionen übernehmen müssen; vgl. Thurnwald 1948.Google Scholar
  14. 183.
    Vgl. von Krockow 1988, der 40 Jahre danach die Tagebuchaufzeichnungen seiner Schwester dokumentiert.Google Scholar
  15. 184.
    Vgl. von Kardorff 1965:286.Google Scholar
  16. 185.
    Vgl. Andreas-Friedrich (1945) 1986a, von Maltzan 1988.Google Scholar
  17. 186.
    Im Unterschied zur “strikten Komplementarität” trennen sich in den 40ern im Konzept der “pragmatischen Egalität” die Ebenen des Handelns von denen der Bewertung.Google Scholar
  18. 187.
    Vgl. Thurnwald 1948:8ff., 97, 198fGoogle Scholar
  19. 188.
    Vgl. Thurnwald 1948:27ff. und König 1946.Google Scholar
  20. 189.
    Vgl. Ruhl 1985:7–9.Google Scholar
  21. 190.
    Vgl. Andreas-Friedrich (1945 und 1947) 1986a+b; v. Krockow 1988; v. Kardorff 1965.Google Scholar
  22. 191.
    Vgl. Niethammer/P lato 1985, die als erste auch unter geschlechtsspezifischen Aspekten befragen und Daten erheben.Google Scholar
  23. 192.
    Freier 1986:35.Google Scholar
  24. 193.
    Vgl. Freier/Kuhn 1984, Schubert 1984, Freier 1986.Google Scholar
  25. 194.
    Vgl. Dischner 1982; Meyer/Schulze 1985; Rosenthal 1990.Google Scholar
  26. 195.
    Vgl. Rosenthal 1990.Google Scholar
  27. 196.
    Vgl. dazu z.B. die dokumentarische Arbeit gegen das Vergessen/Verdrängen der Verstrickung von Müttern und ihren 68er-Töchtern von Graven-horst/Tatschmurat 1990; Meyer/Schulze 1985; Rosenthal 1990.Google Scholar
  28. 197.
    Diese Forschungen, z.B. über den Status der afrikanischen Frauen, führt sie zusammen mit Richard Thurnwald durch, der 1932 als Professor für Ethnologie und Soziologie das Standardwerk “Die menschliche Gesellschaft” herausgibt; vgl. Thurnwald 1948:231, 200.Google Scholar
  29. 198.
    Thurnwald 1948:5, 181ff. bezieht sich ausführlich auf die Untersuchungen von Salomon/Baum 1930.Google Scholar
  30. 199.
    Sie berichtet intensiv über Gespräche mit Frauen: “Vielleicht wird von männlicher Seite hie und da beanstandet werden, daß die Frauen als Hausfrauen und Mütter in ihrem Tun und Verhalten weitläufiger geschildert worden sind als die Ehemänner und Väter. Der Grund dazu liegt nicht in einer Unterschätzung der männlichen Arbeitslast und Verantwortung, sondern in der Einsicht, daß gegenwärtig in den Familien die Frauen als die Versorgerinnen mehr in den Mittelpunkt gerückt sind — schon durch ihre Überzahl. Auch von den hier ermittelten Familien sind rund 70% Vollfamilien und 30% Restfamilien, das heißt Familien, in denen der Vater entweder für immer fehlt (gefallen, verstorben) oder denen er z.Z. der Ermittlungen noch fehlte (kriegsgefangen oder vermißt). Außerdem hatte die Mehrzahl der weiblichen Ermittler den näheren Kontakt mit den Hausfrauen und Müttern, die auch auf dem Wege über die Kinder leichter zu erreichen waren.” Thurawald 1948:10.Google Scholar
  31. 200.
    Thurawald 1948:8, 9.Google Scholar
  32. 201.
    Thurawald 1948:6.Google Scholar
  33. 202.
    Vgl. Thurawald 1948:6, 8, 11.Google Scholar
  34. 203.
    Die Methoden, die eingesetzt werden, zeigen, daß nach 1945 nicht annähernd an eine so differenzierte Erhebungs- und Auswertungstechnik angeknüpft wird, wie sie der “Verein für Socialpolitik” und z.B. Franzen-Hel-lersberg 1932 bereits entwickelt haben.Google Scholar
  35. 204.
    Vgl. Kuhn/Rüsen 1983; Kuhn/Appenzeller 1985; Kuhn 1986; Ruhl 1985.Google Scholar
  36. 205.
    Insbesondere die hermeneutische Rekonstruktion der erzählten Lebensgeschichten bei Rosen-thal 1990 beeindruckt durch das Freilegen von noch heute wirksamen Strategien und Deutungsrastern der aktiven Verdrängung.Google Scholar
  37. 206.
    Vgl. Schelsky 1951 und 1953.Google Scholar
  38. 207.
    Das zeigen auch andere Veröffentlichungen zur Diskussion um Frau und Familie nach 1945, z.B. Scherer 1951, Specht 1951.Google Scholar
  39. 208.
    Vgl. Thumwald 1948:2110:, Schelsky 1951:282ff. zu den Anfangen der Familiensoziologie.Google Scholar
  40. 209.
    Vgl. König 1984:169ffGoogle Scholar
  41. 210.
    König 1984: 169.Google Scholar
  42. 211.
    Vgl. Dischner 1982:12f.Google Scholar
  43. 212.
    Freier 1986:35.Google Scholar
  44. 213.
    Freier/Kuhn/Schubert 1983:242–246, 270.Google Scholar
  45. 214.
    Weitere Belege finden sich bei Freier 1986:51; v. Krockow 1988, Meyer/Schulze 1985.Google Scholar
  46. 215.
    König 1984:169.Google Scholar
  47. 216.
    König 1984:169. Ähnlich bedeutungsträchtig titelt Kuhn: 1986:12: “Das Schicksal Deutschlands liegt in der Hand seiner Frauen”.Google Scholar
  48. 217.
    König 1946 und (1955)/1964.Google Scholar
  49. 218.
    Zum Beispiel in Sachen Scheidungsaktivität: Sie gehe wesentlich von Frauen aus, diene ihrem Schutz und “schone” die Institution Ehe vor dem inneren Zerfall; vgl. König 1946:95ff.Google Scholar
  50. 219.
    Vgl. König 1946:97ff.Google Scholar
  51. 220.
    Vgl. König 1946:27, 30, 59.Google Scholar
  52. 221.
    König begreift die Familie als ein “Urgut” der Menschheit, das als Erbe aus dem höheren Tierreich übernommen wurde und außerordentlich widerstandsfähig in den “Wirren der Geschichte” sei. Seine frühen Schriften dokumentieren ein tiefes Vertrauen in den Bestand der familiären Institution ebenso wie in deren Selbstregulierungskraft; vgl. König 1946:27ff. und König (1955)/1964:121ff.Google Scholar
  53. 222.
    Vgl. König 1946:26f, 48, 51.Google Scholar
  54. 223.
    “Wir haben aber in diesen gesamtgesellschaftlichen Umformungsprozessen nicht nur mit einer Dialektik zwischen Tradition und Entwicklung zu rechnen, sondern darüber hinaus noch mit der Tatsache, daß sich die Traditionen in den verschiedenen Bewußtseinsschichten des sozialen Lebenssystems sehr verschieden auswirken.” König 1946:29. König hat mit dem Plädoyer, dem Wandel der Institution Familie sowie den Umorientierungen der in ihr tätigen Frauen gegenüber offen zu sein, in seiner Zeit wenig Anklang und Gehör gefunden. Seine Anregungen und Aufforderungen zur Öffnung des Diskurses sind erst sehr spät wieder aufgegriffen worden.Google Scholar
  55. 224.
    Vgl. die kritische Distanz von Schelsky 1951:284ff. und die vorsichtige Annäherung von Baumert/Hünninger 1954:50f.Google Scholar
  56. 225.
    Vgl. auch den Beitrag von Gurvitch 1951:12.Google Scholar
  57. 226.
    Vgl. Thumwald 1948:182ff.Google Scholar
  58. 227.
    Thurawald 1948:197.Google Scholar
  59. 228.
    “Natürlich gibt es auch zahlreiche Männer, die ohne Illusionen nach Hause kommen oder sich die Sachlage weit schlimmer vorgestellt haben, bekannt wurden Fälle, in denen Männer in der Gefangenschaft bleiben wollten, weil sie, verwirrt durch Nachrichten oder Gerüchte, nicht nur den Hunger fürchteten, sondern auch die Untreue ihrer Frauen.” Thurawald 1948:197f.Google Scholar
  60. 229.
    Vgl. dazu Meyer/Schulze 1985:305ff.; Möding 1985:256ff und auch Lehmann 1986, der langjährige Kriegsgefangene interviewte.Google Scholar
  61. 230.
    Sie meint die schlechten Wohnverhältnisse und unzureichende Versorgung mit Kleidung und Nahrungsmitteln; vgl. 1948:212.Google Scholar
  62. 231.
    Thurawald 1948:200.Google Scholar
  63. 232.
    Thurawald 1948:200. Diese Einschätzung stimmt mit der von König nahezu wortidentisch überein; vgl. König 1946:97.Google Scholar
  64. 233.
    Vgl. Thurawald 1948:199.Google Scholar
  65. 234.
    Vgl. Andreas-Friedrich 1986 und v. Kardorff 1965, die zusammen mit vielen anderen Frauen im praktischen und Alltagswiderstand tätig waren, ohne daß ihre “kleinen” Taten je große Bedeutung erlangt hätten. Sie berichten von politischen Dissonanzen zwischen Eheleuten, die vormals mit der NSDAP sympathisierten.Google Scholar
  66. 235.
    Vgl. v.Hollander 1951.Google Scholar
  67. 236.
    Thurnwald 1948:203f.Google Scholar
  68. 237.
    Thurnwald 1948:203.Google Scholar
  69. 238.
    Sie sind kritischer, weil sie der Organisation, insbesondere den unteren ausführenden Ebenen Willkür und Dilettantismus vorwerfen, verehren aber umso mehr “den Führer” als Vaterfigur. Positiv votieren sie vor allem, wenn sie in Notzeiten von Hilfsaktionen für benachteiligte Frauen und Mütter profitierten; vgl. Thurnwald 1948:170f.Google Scholar
  70. 239.
    Thurnwald 1948:247, 335, 377f.Google Scholar
  71. 240.
    Thurnwald 1948:171.Google Scholar
  72. 241.
    Vgl. Glaser 1986; er verweist auf wiederholt durchgefühlte unergiebige Meinungsumfragen: Die meisten Befragten, Männer wie Frauen, äußern sich abweisend, zurückhaltend, gleichgültig, allenfalls taktisch und opportunistisch zur Frage, ob es sich bei Kriegsbeginn 1939 um einen Angriffsoder Verteidigungsakt gehandelt habe. Ahnlich wird auf die Frage, ob 1945 die Befreiung oder Niederlage stattgefunden habe, reagiert.Google Scholar
  73. 242.
    Niethammer/Plato 1985:9.Google Scholar
  74. 243.
    Vgl. Herbert 1984:67f.Google Scholar
  75. 244.
    Vgl. Hoerning 1985:327.Google Scholar
  76. 245.
    Vgl. Herbert 1984:67fGoogle Scholar
  77. 246.
    Vgl. Ruhl 1985; Rosenthal 1990; Thurnwald 1948.Google Scholar
  78. 247.
    Vgl. Grebing 1989:276.Google Scholar
  79. 248.
    Vgl. Frevert 1986:242f. — Die Frauen der mittleren und jüngeren Generation profitieren in den 30er und beginnenden 40er Jahren von sozialpolitischen Modernisierungsmaßnahmen, die nicht nur in Deutschland eingeführt werden, wie z.B. Mutterschutz und Kindergeld, Familiengesetzgebung und Erwerbsmöglichkeiten. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die das NS-Re-gime aus den Schubladen der Weimarer Zeit nimmt, um lange Versäumtes nachzuholen. Die ungewohnte Anerkennung als erwerbstätige Frau und als politische “Volksgenossin”, die bei öffentlichen Veranstaltungen und Massenauftritten, freilich auf den unteren Hierarchieebenen, eingesetzt wird, stärkt das weibliche Selbstbewußtsein und ihre soziale Identität.Google Scholar
  80. 249.
    Thurnwald 1948:152ff, 132ff; Kuhn 1986.Google Scholar
  81. 250.
    Vgl. insbesondere den Beitrag von Woesler de Panafieu/Germain 1982, der zeigt, wie bedeutsam diese Parallelisierung zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war.Google Scholar
  82. 251.
    Es gibt wenige Untersuchungen, die uns heute detaillierte Einblicke in das verschaffen, was in den Endkriegsmonaten den Frauen widerfuhr. Der Film “Befreier und Befreite” von Heike Sander (1992), der über Vergewaltigungsexzesse berichtet, ist ein Novum. Lediglich Möding hat dieses Thema bislang aufgearbeitet. Vgl. auch Hoerning 1985.Google Scholar
  83. 252.
    Vgl. Freier 1986:43, 45 u. 48ff.;vgl. Schubert 1984:51, 64, 67. 108ff. Bei Schubert wird ein enger Politikbegriff zugrundegelegt und den Frauen, auch jenen, die sich kritisch zum System äußerten, opportunistisches Verhalten vorgeworfen. Freier plädiert dagegen für ein erweitertes Verständnis von Politik, das — ausgehend von der jeweiligen Arbeitstätigkeit in der Produktion oder Reproduktion — Auseinandersetzungen mit übergreifenden Rahmenbedingungen der eigenen Tätigkeit als politisch begreift, sobald sie im öffentlichen Raum stattfindet. — In der Tat: Wenn, wie vielfach überliefert, in den Arbeitspausen und Kantinen der Protest und Widerstand von Arbeitern sich formieren konnte und als politischer qualifiziert wird, wieso ist dann ein Aufbegehren und “Zetern” von Frauen an den Orten, an denen sie ihre Versorgungsarbeit bewältigen, nicht politisch zu nennen? — Ohne die minderheitlichen Widerstandsaktivität von Frauen hochstilisieren zu wollen, verweise ich auf die eindrucksvollen Berichte eines mutigen Vorgehens von Frauen im politischen Wirrwarr der End- und Nachkriegsjahre, z.B. bei Andreas-Friedrich 1986a+b, v. Krockow 1988, und v Maltzan 1988.Google Scholar
  84. 253.
    Das zeigen die Deutungsraster, die Rosenthal bei Frauen findet, die sich noch heute als Opfer inszenieren; vgl. Rosenthal 1990:229fGoogle Scholar
  85. 254.
    Auf diesen Anteil von Frauen am Kriegsgeschehen, der auch ihre spezifische Mitschuld umreißt, wird erst heute in der verspäteten Vergangenheitsbewältigung eingegangen; vgl. Rosenthal 1990 und Gravenhorst 1990.Google Scholar
  86. 255.
    Freier 1986:163 (Quellenmaterial).Google Scholar
  87. 256.
    Vgl. zur Grundstimmung, die am Ende des Ersten Weltkrieges eine Kapitulation “beschwor” und erwartete, Niethammer/Plato 1985 und Niethammer 1983 mit dem bezeichnenden Titel: “Hinterher merkt man, daß es richtig war, daß es schief gegangen ist”.Google Scholar
  88. 257.
    Vgl. Thurnwald 1948:169ff.Google Scholar
  89. 258.
    Vgl. Freier 1986:39–93.Google Scholar
  90. 259.
    Vgl. Freier 1986:43–45.Google Scholar
  91. 260.
    Freier 1986:45.Google Scholar
  92. 261.
    Freier 1986:53.Google Scholar
  93. 262.
    Vgl. Freier 1986:74, 76, 86.Google Scholar
  94. 263.
    Das ist der Titel eines Aufsatzes von Meyer/Schulze 1984:348ff.Google Scholar
  95. 264.
    Vgl. Meyer/Schulze 1988; Diese Deutung trifft sich mit der nach 1945 typischen Haltung, “an die Arbeit” und “durch die schlimme Zeit” zu müssen; vgl. Kolbe/Rode/Sommerkorn 1988, die titeln: “An die Arbeit, Berge, Steine! Orden allerdings gibt’s keine!”.Google Scholar
  96. 265.
    Vgl. Krüger 1989:l, 37f.; Sommerkorn 1988:121.Google Scholar
  97. 266.
    Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß Frauen, die der Kohorte der Jahrgänge 1911 – 1920 angehören, “Protagonistinnen der Rückkehr ins Erwerbsleben nach Abschluß der ‘Kinderphase’“ sind. Willms-Herget 1985:100; vgl. auch Krüger/Born/Kelle 1989:12f., 36ff. Hier wuchern “wildere” Phasierungen, die auf berufsspezifische Flexibilitätsstrukturen zurückgeführt werden. Schon die Ende der zwanziger Jahre geborenen Frauen probieren demnach verschiedenste Parallelisierungsmodelle seit 1945 und neigen zur Kontinuisierung ihres Erwerbslebens, wenn der Beruf familienfreundliche Zeiten bietet.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Helga Milz

There are no affiliations available

Personalised recommendations