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Zwischen den Kriegen — Fabrikarbeit und neue Zeiten für Frauen?

  • Helga Milz
Chapter
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Part of the Sozialwissenschaftliche Studien book series (SWS, volume 30)

Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Frauenthemen in Deutschland wird früh zu einer Aufgabe von Akademikerinnen erklärt.37 Im Rahmen von Forschungsvorhaben, die Enqueten zur “Sozialen Frage”, “Arbeiterfrage”, “Frauenfrage” erstellen, sollen Frauen nach der Vorstellung ihrer Lehrer und Professoren, Väter und Doktorväter, ihre wissenschaftlichen Aufgaben, z.B. als Doktorandinnen der Nationalökonomie, insbesondere dort wahrnehmen, wo Männern der Zugang verwehrt oder erschwert ist. Soziale Fragen und Tatbestände seien, so die kluge Einsicht, vor allem dann, wenn sie den weiblichen Bevölkerungsteil beträfen, nicht nur “im Spiegel des männlichen Geistes”38 aufzunehmen. Diese Einseitigkeit bedürfe unbedingt der Ergänzung, heißt es unumwunden und übereinstimmend in Wissenschaftlerkreisen. Insbesondere das Themenfeld der “Sozialen Frage”, soweit sie “Frauenfrage” ist, avanciert aus diesen Gründen bereits um 1900 zu einem Gebiet für “Spezialistinnen”.39 So gibt die erste Akademikerinnengeneration, die dieses Ansinnen und Angebot annimmt, der Emanzipation von Frauen wichtige Impulse. Sie legt ein wissenschaftliches Fundament für die Erforschung von Frauenthemen.40 Bis heute wird darauf, freilich auch auf die immanenten Blickweisen, Bezug genommen.41

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Literatur

  1. 37.
    Vgl. Herkner 1899:3. Diese Verknüpfung steht in der Tradition der frühen Frauenbewegung und ihrer Forderung, die Aufgaben der schulischen Bildung und beruflichen Unterweisung seien “Frauensache” und eine Chance für ihre Professionalisierung.Google Scholar
  2. 38.
    Herkner 1899:269.Google Scholar
  3. 39.
    Jurczyk/Tatschmurat 1985:50.Google Scholar
  4. 40.
    Vgl. Lerner 1991: 277f; Willms-Herget 1985: 28ff; Mertens 1991:23 und Schlüter 1983: 245 zu den Verdiensten von Hedwig Dohm für das frühe Erkennen des Geschlechts als einer zentralen Strukturkategorie.Google Scholar
  5. 41.
    Das gilt z.B. für die Beitrage von Alice Salomon, die die ungleiche Entlohnung von Männer- und Frauenarbeit zum Thema ihrer Doktorarbeit macht; vgl. Salomon 1906.Google Scholar
  6. 42.
    Vgl. Schlüter 1983:256; Herrmann 1915; Mertens 1991:90.Google Scholar
  7. 43.
    Für diese Zeit werden auch jene Beitrage herangezogen, die in den 20er Jahren konzipiert bzw. begonnen, aber aufgrund ihres in den 30er Jahren liegenden Erscheinungsdatums in der wissenschaftlichen Rezeption später weitgehend ignoriert werden. Diese Arbeiten sind durch die Folgen von Krieg und Katastrophe nach 1918 nachhaltig geprägt und auf Traditionsbrüche, Umschichtungen und Verwerfungen konzentriert, die in den 20er Jahren den “gesamten Lebenskreis” von Frauen umgestalten. Sie beschreiben, wie Frauen auf diese Entwicklung reagieren, die ihnen extreme Belastungen abfordert, aber auch neue Handlungsspielräume erschließt.Google Scholar
  8. 44.
    Da sich die Soziologie unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg weitgehend auf Arbeiten bezieht, die bis cirka 1930 erscheinen, bleibt das Werk von Fran-zen-Hellersberg unbeachtet. Damit wird ein Erkenntnisstand verschüttet, der z.T. erst wieder in den 70er Jahren erreicht wird. Das gilt insbesondere für die sensible methodische Anlage des Beitrags.Google Scholar
  9. 45.
    Das Konzept wird heute als eine bedeutende Innovation von Ulrike Prokop (1976) aufgefaßt. Ihr kommt tatsächlich das Verdienst zu, die Frauenforschung der 70er Jahre aus einer methodologischen Sackgasse geführt zu haben, indem sie diesen frühen Ansatz, der beide Seiten des Frauenlebens mitdenkt, wieder aufgreift.Google Scholar
  10. 46.
    Bei einigen kleinen Studien sind die empirischen Anteile vergleichsweise knapp und unsystematisch.Google Scholar
  11. 47.
    Trotz mancher Kniefalle, die für die Druckerlaubnis nötig sind, handelt es sich bei beiden Beiträgen um wichtige wissenschaftliche Werke, die den Erkenntnisstand zum Frauenbewußtsein voranbringen und standardisieren helfen.Google Scholar
  12. 48.
    Vgl. Deutsch 1948.Google Scholar
  13. 49.
    Diese Disziplinen “entdecken” das Dilemma, daß weibliche Arbeitskräfte benötigt werden, aber Familien nicht gefährdet werden dürfen. Schon früh bemüht sich zum Beispiel Lorenz von Stein, Wege zu finden, die soviel weibliche Arbeitskräfte wie nötig aufspüren, aber so wenig Frauen aus der Familienarbeit abziehen wie irgend möglich. Interessant ist, daß um 1900 der Begriff des Dilemmas noch als Zwickmühle der Nationalökonomie begriffen wird. Später wird er zu einer Kategorie, mit der die Situation der Frau zwischen Familie und Beruf beschrieben wird.Google Scholar
  14. 50.
    Vgl. Wegehaupt-Schneider 1985:80ffGoogle Scholar
  15. 51.
    Willms-Herget 1985:22f, 111f, 142fGoogle Scholar
  16. 52.
    Frevert 1986:146.Google Scholar
  17. 53.
    Frevert 1986:146.Google Scholar
  18. 54.
    Vgl. Frevert 1986:172; ihr Anteil an allen erwerbstätigen Frauen stieg auf knapp 15 %.Google Scholar
  19. 55.
    Vgl. Willms-Herget 1985:111.Google Scholar
  20. 56.
    Willms-Herget 1985:111ffGoogle Scholar
  21. 57.
    Vgl. Wegehaupt-Schneider 1985:117; Willms-Herget 1985:115.Google Scholar
  22. 58.
    Vgl. Willms-Herget 1985:114f, 178.Google Scholar
  23. 59.
    Otto 1910.Google Scholar
  24. 60.
    Vgl. Willms-Herget 1985:272/3, Tabelle A 4.1.; Frevelt 1986:242f; Wegehaupt-Schneider 1985:345ff, die den ambivalenten Charakter der NS-Politik in Sachen Fraueneinsatz für produktive versus reproduktive Funktionen herausarbeitet.Google Scholar
  25. 61.
    Vgl. Gerhard/Hannover-Drück/Schmitter 1979: 204.Google Scholar
  26. 62.
    Vgl. Freier 1981 und Evans 1979, die die erdrückende Dominanz der großen politischen Parteien für die damaligen Frauenbewegungen belegen. Vgl. auch Raschke 1985 zu den stabilen “Lagermentalitäten” nach der Jahrhundertwende und Craig 1985:178ff zu den verlangsamten und verzögerten Emanzipationsbewegungen in Deutschland.Google Scholar
  27. 63.
    Vgl. Köhn/Milz/Pieper/Ralfs 1984:162–200.Google Scholar
  28. 64.
    Schon seit 1900 ist dieser Punkt in Kreisen der wissenschaftlich gebildeten Frauen kein Thema mehr; vgl. Pfeil 1961:38ff.Google Scholar
  29. 65.
    Die Sozialberufe sind eine “charakteristische Schöpfung” der Frauenbewegung; vgl. Zahn-Harnack 1924:80f.Google Scholar
  30. 66.
    Vgl. Otto 1910.Google Scholar
  31. 67.
    Vgl. Beraays 1910.Google Scholar
  32. 68.
    Vgl. Kempf 1911.Google Scholar
  33. 69.
    Vgl. Kern 1982:91ff. Über die äußeren Rahmenbedingungen der frühen Industriearbeit informieren die ersten Vereinsenqueten. Das tatsächliche Berufsschicksal und “reale Leben dieser Klasse” (Weber) ist aber unbekannt.Google Scholar
  34. 70.
    Vgl. Willms-Herget 1985:150f, 198f; Frevert 1986:172ff.; Lion 1926; Gerhard 1990:362ff. nach Suhr 1930: Die “kleine Angestellte” wird der Prototyp der “neuen Frau”, die als Verkäuferin, Sekretärin oder Stenotypistin arbeitet. 1933 sind bereits mehr als 35% aller erwerbstätigen Frauen verheiratet.Google Scholar
  35. 71.
    Vgl. Gerhard 1990:364 nach Suhr 1930. Ein Drittel aller Lehrlinge für Angestelltentätigkeiten ist danach Ende der 20er Jahre weiblich. Glass/Kische 1930 zeigen, daß der Anteil an Ausgebildeten bei den Arbeiterinnen schon mehr als 20% beträgt.Google Scholar
  36. 72.
    Solange Frauenerwerbsarbeit weitgehend identisch mit entwürdigender Dreckarbeit war, bestand die Gefahr dieser Kontinuisierung kaum, denn die hohen Belastungen legten es den Frauen zwingend nahe, sich nach einer begrenzten Phase der Berufsarbeit wieder voll auf die eigene Familie zu konzentrieren. Nun wird es mit der modernen Fabrik- und Büroarbeit für junge Frauen u.U. attraktiver, die Berufstätigkeit als “Durchgangsstufe” zur Heirat zu verlängern bzw. als Ehefrau bis zur Mutterschaft auszudehnen.Google Scholar
  37. 73.
    Franzen-Hellersberg 1932:1 f.Google Scholar
  38. 74.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:V.Google Scholar
  39. 75.
    Vgl. Lion 1926; Hermes 1926.Google Scholar
  40. 76.
    Vgl. Jüngst 1929; Glass/Kische 1930.Google Scholar
  41. 77.
    Vgl. Stein 1931.Google Scholar
  42. 78.
    Meister 1939: Vorwort.Google Scholar
  43. 79.
    Vgl. Moers 1941:11.Google Scholar
  44. 80.
    Vgl. Moers 1941:7ff.Google Scholar
  45. 81.
    Vgl. Jurczyk/Tatschmurat 1985:48fGoogle Scholar
  46. 82.
    Vgl. Willms-Herget 1985:29, die der Behauptung, Frauen verwendeten überwiegend weiche Daten, ließen subjektiven Urteilen viel Raum und benutzten zumeist qualitative Ansätze, energisch widerspricht.Google Scholar
  47. 83.
    Dieses Vorgehen findet sich z.B. durchgängig bei Zahn-Harnack 1924 und Meister 1939.Google Scholar
  48. 84.
    Vgl. Bemays 1910:XVIf Ihre Untersuchungen beziehen sich auf cirka 1000 Beschäftigte, von denen nahezu 60% Frauen sind.Google Scholar
  49. 85.
    Die männliche Konkurrenz wundert sich: So ernst haben sie, die Vertreter des “Vereins für Socialpolitik”, es mit den Prinzipien offenbar nicht gemeint. Zumindest praktizierten sie sie nicht in dieser Intensität. Bernays ist fleißig, das wird konstatiert.Google Scholar
  50. 86.
    Sie bedenkt die “Ganzheit des Einzelpersönlichen” und des “sozialen Gebildes” als Rahmen der weiblichen Vergesellschaftung; vgl. Franzen-Hellers-berg 1932:10ff.; vgl. auch Jüngst 1929:25, die sich in die Lebenswelt der jungen Mädchen “einfühlen” will. Sie verwendet für ihre Untersuchung eine ähnliche Methodik.Google Scholar
  51. 87.
    Franzen-Hellersberg 1932:7.Google Scholar
  52. 88.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:13.Google Scholar
  53. 89.
    Das gilt auch für Jüngst 1929, deren Arbeit nahezu zeitgleich erscheint.Google Scholar
  54. 90.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:4f., 8fGoogle Scholar
  55. 91.
    Vgl. Meister 1939:5. Basis sind weibliche Biographien und sekundäranalytische Studien, aus denen die “seelische Struktur der Frau und die weibliche Einstellung zur Arbeit” abgeleitet wird. Bei Moers liegen als empirische Materialien “psychologische Begutachtungen” aus einer langjährigen Beratungspraxis zugrunde, aus denen sie Strukturen der “weiblichen Seele” ableitet. Die an Charlotte Bühler orientierte entwicklungspsychologische Arbeit hat sie 1941 unter dem Titel “Das weibliche Seelenleben. Seine Kindheit und Jugend” in Berlin veröffentlicht. Das Buch ist bis 1964 mehrfach unverändert erschienen; es enthält trotz seines politisch prekären Erscheinungsdatums kaum eine theoretisch-systematische Beziehung zum autoritären Regime. Die punktuellen “Verneigungen” sind vernachlässigbar.Google Scholar
  56. 92.
    Vgl. Meister 1939:IXf.Google Scholar
  57. 93.
    Der Einfluß des nationalsozialistischen Gedankenguts ist in den Veröffentlichungen von Meister und Moers weniger stark spürbar, als zu vermuten wäre. Recht offensichtlich zum Zweck des Anbiederas erwähnen beide hier und da den Führer bzw. die Errungenschaften der aktuellen Politik.Google Scholar
  58. 94.
    Vgl. Schad 1972.Google Scholar
  59. 95.
    Kern 1982:203.Google Scholar
  60. 96.
    Vgl. Kern 1982:127, 203ff.Google Scholar
  61. 97.
    Bonß bezieht sich hier auf Fromms sozialpsychologische Untersuchung über Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches, in der Fromm Ende der 20er Jahre die Stellung der Geschlechter zueinander untersucht und dabei Einstellungen von Frauen gegenüber der Emanzipation zumindest streift; vgl. Bonß in Fromm 1983.Google Scholar
  62. 98.
    Er starb 1920.Google Scholar
  63. 99.
    Vgl. Bonß 1983:16, 18, 21.Google Scholar
  64. 100.
    Als solche können eigentlich nur die Studien von Bernays, Kempf, Franzen-Hellersberg bezeichnet werden.Google Scholar
  65. 101.
    Vgl. z.B. Hermes 1926, die das Bild des männlichen Arbeiters, der sich zur Wehr setzt, als Norm mit der Hilflosigkeit der “ungeformten” Arbeiterin konfrontiert. Ähnlich Lion 1926:98ff.Google Scholar
  66. 102.
    Die Männer sind arbeitslos, arbeitsunfähig, abwesend oder verstorben; vgl. Otto 1910:114.Google Scholar
  67. 103.
    Vgl. Otto 1910:93, 108ff., 114ff.Google Scholar
  68. 104.
    Vgl. Kempf 1911:40fGoogle Scholar
  69. 105.
    Vgl Suhr 1930:9fGoogle Scholar
  70. 106.
    Vgl. Gnauck-Kühne 1905:37, Kempf 1911:40, Zahn-Harnack 1924:29; Willms-Herget 1985:173ff.Google Scholar
  71. 107.
    Vgl. Zahn-Harnack 1924:49.Google Scholar
  72. 108.
    Vgl. Wegehaupt-Schneider 1985.124fGoogle Scholar
  73. 109.
    Vgl. Beraays 1910:165ff., 240f.Google Scholar
  74. 110.
    Vgl. Lion 1926:102ff, die, Gnauck-Kühne (1904) paraphrasierend, acht der am häufigsten genannten Begründungen zusammenträgt, die Frauen selbst gegen ihre Organisierung einwenden. Auf diese Liste ablehnender Statements beziehen sich alle späteren Untersuchungen, wenn sie von der Unlust und Schwerfälligkeit der “indifferenten Proletarierin” handeln und berichten, daß diese nur mit großer Mühsal von den Gefahren ihrer Ignoranz zu überzeugen sei.Google Scholar
  75. 111.
    Vgl. Bernays 1910:210ff., 415f;Kempf 1911; Otto 1910:113.Google Scholar
  76. 112.
    Vgl. Bernays 1910:210ff.Google Scholar
  77. 113.
    Vgl. Bernays 1916:104, zit. nach Jurczyk/Tatschmurat 1985:46. Die Gebä-runwilligkeit und -Zurückhaltung mit der Folge einer drastischen Reduzierung der Kinderzahl gilt seit der Jahrhundertwende als intelligente Lebensführung und Zivilisationsfortschritt. Zum Wissen um Empfängnisverhütung in den bessergestellten proletarischen Milieus vgl. Evans 1979:244ff., 330f.Google Scholar
  78. 114.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:32, 36, 38, 45.Google Scholar
  79. 115.
    Der Deutsche Textilarbeiterinnenverband ruft im Rahmen eines Preisausschreibens junge Textilarbeiterinnen dazu auf, ihren Arbeitsalltag zu schildern. Die Beteiligung fallt überraschend gut aus. Aus dem aussagekräftigen Material wird 1930 eine Auswahl von 150 Berichten in Buchform publiziert.Google Scholar
  80. 116.
    Deutscher Textilarbeiterinnenverband 1930:34fGoogle Scholar
  81. 117.
    Mütter und kleine Töchter sind oft aus dem Gefühl der gemeinsamen Unterlegenheit heraus solidarisch verbunden gegen Väter und Brüder. Vgl. Fran-zen-Hellersberg 1932:54. Wegen dieser u.a. Besonderheiten der Sozialisation in proletarischen Milieus, die sie entdeckt, plädiert sie für ein Umdenken und Übertragen der “modernen Kindheitsforschung” in diese Schichten; vgl. Franzen-Heilersberg 1932:43.Google Scholar
  82. 118.
    Vgl. Franzen-Heilersberg 1932:50f., 54.Google Scholar
  83. 119.
    Franzen-Heilersberg 1932:47f.Google Scholar
  84. 120.
    Franzen-Heilersberg 1932:47.Google Scholar
  85. 121.
    Kleine Mädchen würden schon im Vorschulalter zur Hausarbeit angehalten. Spiel und Spaß bleibe ihnen versagt und sie beklagten sich bitter, daß der Bruder gleichen Alters mehr Freiheiten habe; vgl. Franzen-HellersbeTg 1932:45–47. Sie bezieht hier Beobachtungen aus Hausbesuchen und Gespräche mit Kindern und Jugendlichen ein.Google Scholar
  86. 122.
    Vgl. Franzen-Heilersberg 1932:114ff. Eine hilflos-aggressive Resignation und Kapitulation angesichts unhaltbarer Zustände belaste insbesondere Kinder, für deren Existenz die Mutter erwerbstätig sein müsse. Die Mutter für sich leiden zu sehen, übe eine fatale Wirkung aus. Das betrifft insbesondere die Mädchen: Wenn sie zuhause nicht mithelfen, belasten sie die eh schon überbelastete Mutter.Google Scholar
  87. 123.
    Franzen-Hellersberg 1932:46fGoogle Scholar
  88. 124.
    Franzen-Hellersberg 1932:46f.Google Scholar
  89. 125.
    Eine typische Erwiderung auf die Ermutigung zu einer Berufsausbildung sei zum Beispiel: “Wat hab ick davon, Plackerei hier un Plackerei da, ick amüsier mir”. Franzen-Hellersberg 1932:99.Google Scholar
  90. 126.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:54–59.Google Scholar
  91. 127.
    Franzen-HeUersberg 1932:114.Google Scholar
  92. 128.
    Das treibe die Mädchen auf die Straße. Sie seien wegen der Beobachtungen des elterlichen Beischlafs u.a. “Schädigungen in sittlicher Beziehung” frühreif, verdorben und gefährdet, in die Prostitution abzugleiten; vgl. Franzen-Hellersberg 1932:56.Google Scholar
  93. 129.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:38ff., 64f, 85ff, insbesondere 64ff., wo ihre Verwunderung über das starke Interesse der Frauen an einer frühen Eheschließung deutlich wird.Google Scholar
  94. 130.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:26f, 28f, 65f. und Jüngst 1929:95–99, die den Werteumsturz als Tatbestand hinnimmt und beklagt, während Franzen-Hellersberg nach Möglichkeiten sucht, den Arbeiterinnen bürgerliche Tugenden nahezubringen.Google Scholar
  95. 131.
    Vgl. Franzen-Hellersberg 1932:6f, 9ff., 63ff., 85ff.Google Scholar
  96. 132.
    Vgl. Zahn-Harnack 1924:88ffGoogle Scholar
  97. 133.
    Vgl. Lion 1926:102; Evans 1979:235ffGoogle Scholar
  98. 134.
    Das gelte es durch gezielte Bildungsmaßnahmen zu nutzen, insbesondere für die “Mütter minderbemittelter Volksklassen”; vgl. Jüngst 1929 zit. n. Jurczyk/Tatschmurat 1986:243.Google Scholar
  99. 135.
    Vgl. die Schilderungen ehemaliger erwerbstätiger Hausfrauen, die mit Facharbeitern verheiratet sind, bei Evans 1979:319.Google Scholar
  100. 136.
    Vgl. Jüngst 1929 zit. n. Jurczyk/Tatschmurat 1986:242.Google Scholar
  101. 137.
    Darauf verweisen zahlreiche Autorinnen mit wechselnden Begründungen, oft unter Hinweis auf Gnauck-Kühne 1904 und Lion 1926.Google Scholar
  102. 138.
    Lion 1926:101, 103.Google Scholar
  103. 139.
    Schlechte Entlohnungsbedingungen werden auch bei Glass/Kische 1930:104 kritisiert. Die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen spielt hier eine Rolle!Google Scholar
  104. 140.
    Vgl. für alle anderen, die über das Ausmaß der Vielfach-Leistungen einer erwerbstätigen proletarischen Mutter sichtlich betroffen sind, den Aufwand an Argumenten, der bei Glass/Kische 1930 aufgeboten wird.Google Scholar
  105. 141.
    Vgl. z.B. die Ausführungen zum Status des “Hausfrauenberufs” bei Stein 1931. Hansen-Blancke 1932 arbeitet die hauswirtschaftlichen und Mutterschaftsleistungen der Fabrikarbeiterinnen heraus und weist ihnen eine wichtige Funktion angesichts der Erschütterungen der Familienstruktur zu.Google Scholar
  106. 142.
    Vgl. Wegehaupt-Schneider 1985, die in ihrer großen sozialhistohsch angelegten Studie zeigt, daß Frauen keine Verdrängungskonkurrenz darstellen, sondern in neu geschaffene oder freiwerdende Arbeitsplätze nachrücken, die Männer wegen besserer Angebote verlassen. Das entspricht vor und nach dem Ersten Weltkrieg der Norm weiblicher Nachrangigkeit, die mit großer Selbstverständlichkeit mit der begrenzten Ersetzbarkeit aufgrund der häuslichen Verpflichtungen und Gebärfunktion begründet wird.Google Scholar
  107. 143.
    Vgl. Meister 1939:EX und 115f. Meister nimmt u.a. die Überlegungen von Gertrud Hermes 1926 auf, die die “marxistischen Arbeiter” und “überzeugten Proletarier” als Vorbild herausstellt; vgl. Hermes 1926 zit. nach Jurczy-k/Tatschmurat 1985:47. Meister und Moers beziehen beide recht wohlwollend und gründlich die Literatur von Frauen ein, die um 1940 bereits politisch verfemt sind, auswanderten oder Berufsverbot hatten.Google Scholar
  108. 144.
    Meister 1939:124. Ihre “distanzierten” empirischen Erkundungen beschreibt sie in Abgrenzung zu Franzen-Hellersberg in ihrem Vorwort.Google Scholar
  109. 145.
    Vgl. Meister 1939:126.Google Scholar
  110. 146.
    Vgl. Bühler 1931:201, an der sich alle Autorinnen dieser Zeit orientieren.Google Scholar
  111. 147.
    Vgl. Meister 1939:127.Google Scholar
  112. 148.
    Dieser Widerspruch tritt um 1940 wegen der ideologisch verordneten Mutterschaft und wirtschaftlichen Notwendigkeiten der weiblichen Erwerbstätigkeit deutlicher zutage als früher, vgl. Moers 1941:53ff, Meister 1939:128.Google Scholar
  113. 149.
    Vgl. Meister 1939:37ff.Google Scholar
  114. 150.
    Meister 1939:124.Google Scholar
  115. 151.
    Das gilt für Frauen, die nicht zwingend zum Lebensunterhalt beitragen müssen; vgl. Meister 1939:117ff., 205. Die Arbeit ist trotz diverser ideologischer “Kniefalle” weit davon entfernt, dem NS-Regime willfährig zu entsprechen; vgl. dazu auch Jurczyk/Tatschmurat 1985:48.Google Scholar
  116. 152.
    Vgl. Meister 1939:116f.Google Scholar
  117. 153.
    Vgl. Moers 1941:17, 44–46, 58; Meister 1939:87ff., 122f.Google Scholar
  118. 154.
    Vgl. Moers 1941:41ff. Frauenspezifisch sei die geringe sachliche Orientierung und wenig ausgeprägte inhaltliche Arbeitsmotivation.Google Scholar
  119. 155.
    Moers 1941:79ff.Google Scholar
  120. 156.
    Zum Beispiel aktiv, materiell, genußorientiert, werkschaffend, pflegerisch, expansiv.Google Scholar
  121. 157.
    Vgl. Moers 1941.Google Scholar
  122. 158.
    Vgl. Stein 1931.Google Scholar
  123. 159.
    Vgl. Sachße 1986; Scherer 1951.Google Scholar
  124. 160.
    Vgl. Evans 1979:247ff. zur “Gebärstreik-Debatte”.Google Scholar
  125. 161.
    Vgl. Evans 1979:199ff.Google Scholar
  126. 162.
    Vgl. die Kohortenanalyse von Willms-Herget 1985:98 und Evans 1979:331, der auf die “einseitige Subkultur” von Frauen in der Sozialdemokratie abhebt und betont, daß generell die aktive Rolle der Frau im familialen Funktionswandel, weniger in der Produktionssphäre zu suchen sei; vgl. auch Knapp 1986:604.Google Scholar
  127. 163.
    Vgl. hierzu Mason 1978:276ff.Google Scholar
  128. 164.
    Vgl. Wegehaupt-Schneider 1985:284ff. Sie verweist auf moderne Segmente der Frauenindustriearbeit, die in den 20er Jahren entstehen.Google Scholar
  129. 165.
    Vgl. Evans 1979:244ff; Verschiedene Maßnahmen der Geburtenregelung (Verhütungsmethoden, Beratung, Abtreibung) machen zunehmend eine Kontrolle der Kinderzahl möglich.Google Scholar
  130. 166.
    Dessen Zielsetzungen scheinen zudem auf qualitative, das heißt “rassischhochwertige” Nachwuchsförderung gerichtet zu sein. Die Anhebung der Geburtenrate ist nicht so zentral, wie häufig unterstellt wird. Die bevölkerungspolitische Absicht einer Reproduktion von genetischer Qualität wird seit der Jahrhundertwende offensiv vertreten, vgl. dazu Hellmer 1986.Google Scholar
  131. 167.
    Die Verdrängung von Frauen aus gehobenen Positionen und Ausbildungs-/Studienverhältnissen greifen zwar, haben aber vor allem demonstrativen Charakter.Google Scholar
  132. 168.
    Nave-Herz 1982:40ff; Koepke 1979:148f; Hellmer 1986.Google Scholar
  133. 169.
    Vgl. Werner 1986:265.Google Scholar

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© Leske + Budrich GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Helga Milz

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