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Idealisierung und Individualisierung von Jugend am Beispiel Mode und Sport

  • Wilfried Ferchhoff

Zusammenfassung

In der alten Bundesrepublik Deutschland hat im Anschluß an die Hippie- und Studentenbewegung gegen Ende der 60er und zu Anfang der 70er Jahre für Jugendliche in nahezu allen Lebensmilieus eine massenmedial unterstützte deutliche sexuelle Enttabuisierung eingesetzt (vgl. hierzu insbesondere auch den 14. Punkt im 9. Kapitel in diesem Band; vgl. zum folgenden auch Brinkhoff/Ferchhoff 1990, S. 90 ff.; Brinkhoff 1992, S. 66 u. S. 105 ff.), die das bildungsbürgerliche Reformprojekt Jugend in den bis dahin diese Lebensphase wesentlich mitkonstituierenden Bereichen von körperlicher Askese und antisexueller Aufklärung grundlegend verändert hat. Waren noch vor 30 Jahren Erotik, Sexualität und voreheliche Paarbeziehungen traditionelle Tabuzonen, denen man sich allenfalls zum Ende der Jugendphase sehr vorsichtig, rigiden und geschlechtsspezifisch (ob der Doppelmoral) differenzierten Regeln folgend, nähern konnte, zählt heute, selbst wenn wir die Gefahren von Aids in Rechnung stellen, die lebensaltersspezifisch gesehen sehr frühe Eröffnung erotisch-variantenreicher, sexueller Möglichkeiten gewissermaßen zu den “Zugewinnen” der modernen individualisierten Jugendphase. Eine, im Zusammenhang vieler anderer Normaufweichungstendenzen stattgehabte deutlich spürbare Lockerung und Liberalisierung von ehemals allzu ’repressiven’ sexuellen Verhaltensstandards vollzog sich.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1993

Authors and Affiliations

  • Wilfried Ferchhoff

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