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Zur Differenzierung des Jugendbegriffs

  • Wilfried Ferchhoff

Zusammenfassung

Das traditionelle Definitionsmuster von Jugend, das erst mit der Institutionalisierung der Jugendforschung zu Anfang des 20. Jahrhundert entstand, und das sich noch heute in zahlreichen sozialwissenschaftlichen Lehrbüchern findet, scheint nicht mehr gültig zu sein. “Jugend” wurde seit dem Nachdenken über einen “theoretisch ambitionierten”’Begriff der Jugend’ (Bernfeld) um die Jahrhundertwende vornehmlich unter biologischen und anthropologischen Gesichtspunkten und vor allem auch unter phasenspezifischen psychologischen Dimensionen betrachtet. Die phasenspezifischen Übergänge vom Kind zum Erwachsenen standen im Mittelpunkt der Erörterungen (Dudek 1993, S. 307). Nach diesem traditionellen Muster wurde Jugend als “kollektive Statuspassage” etwa folgendermaßen definiert: Sie fängt mit der (inzwischen zeitlich vorverlagerten) Pubertät (körperliche, psychische und sozialkulturelle Entwicklungs- und Reifungsprozesse) an und endet, wenn man nicht nur juristische, nicht nur biologische und nicht nur psychologische Maßstäbe anlegt, mit dem Eintritt in das Berufsleben und/oder mit der Heirat. Zumeist wurde und wird Jugend als eine bestimmte Altersphase mit differenzierten, teilweise “entritualisierten Teilübergängen” (Mitterauer 1986, S. 92 f.) und mit vor allem nach hinten ausgedehnten, unscharfen Rändern bezeichnet — in der Regel von 13 bis cirka 25 (zuweilen auch bis 35) Jahren.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1993

Authors and Affiliations

  • Wilfried Ferchhoff

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