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Vom Wandervogel zu den heutigen postalternativen Jugendkulturen. Kontinuität im Wandel von Jugendkulturkonzeptionen

  • Wilfried Ferchhoff
Chapter

Zusammenfassung

Angesichts der häufig einseitigen Erinnerungen an die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im Horizont der Wissenschaften dominierenden pathologischmedizinischen Sichtweisen von “Jugend” und an die psychologischen Wurzeln des Jugendbegriffs um die Jahrhundertwende (in der damaligen jugendpsychologischen Perspektive wurden jenseits (sub)kultureller Vorstellungen in einer’verstehenden Jugendkunde’ vornehmlich die biologisch-psychischen Entwicklungen und Abläufe als jugendbezogene, phasentypische Krisenphänomene thematisiert), wird jedoch allzu leicht übersehen, daß neben dem historisch erheblich vorbelasteten und aus der gefängnisseelsorgerischen Rettungshausbewegung des 19. Jahrhunderts stammenden Begriff des Jugendlichen etwa die literarische Ausbildung von Jugendkultur schon im 18. Jahrhundert mit dem Wirken politisch interessierter “Jünglinge” und Schriftsteller (“Sturm und Drang”) begann. Männliche proletarische (Großstadt) Jugendliche wurden im Gegensatz zu den verschiedenen Jünglingskonzeptionen in den bürgerlichobrigkeitsstaatlichen Vorstellungen in (sozial)pädagogischen Diagnosen vor dem Hintergrund industrieller Modernisierungsumbrüche mindestens als’krisengefährdete’ und’bedrohte’’Opfer’ gesehen, zumeist aber als’verwahrloste’,’kriminelle’,’verbrecherische’,’gottlose’ und in (sozial)pädagogischer Semantik als’lebenskorrektionsbedürftige’ Personen stigmatisiert (Roth 1983; Peukert 1986; Hafeneger 1992).

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© Leske + Budrich, Opladen 1993

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  • Wilfried Ferchhoff

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