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Strukturprobleme des allgemeinbildenden Schulwesens in der DDR

  • Oskar Anweiler
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Zusammenfassung

Die Entwicklung des allgemeinbildenden Schulwesens auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik läßt sich im Hinblick auf seine strukturelle Gliederung durch die drei grundlegenden Gesetze von 1946, 1959 und 1965 markieren. Die im Mai/Juni 1946 in den damaligen fünf Ländern und Provinzen der Sowjetischen Besatzungszone erlassenen nahezu gleichlautenden „Gesetze zur Demokratisierung der deutschen Schule1 proklamierten die „demokratische Einheitsschule vom Kindergarten bis zur Hochschule“. Die obligatorische achtjährige Grundschule sollte im 7. und 8. Schuljahr — in Thüringen schon im 5. und 6. Schuljahr — neben dem für alle Kinder verbindlichen Unterricht auch Kurse in einer zweiten Fremdsprache, in Mathematik und in naturwissenschaftlichen Fächern zusätzlich anbieten. Die an die Grundschule anschließende „Oberstufe“ umfaßte Berufsschulen, Fachschulen, die vierjährige mit dem Abitur abschließende Oberschule und andere, auf ein Hochschulstudium vorbereitende Bildungseinrichtungen (Abendschulen, Kurse an Volkshochschulen). Die in der 7. Grundschulklasse begonnene Differenzierung sollte in der Oberschule systematisch fortgesetzt werden.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Wortlaut des Gesetzes in: Zwei Jahrzehnte Bildungspolitik in der Sowjetzone Deutschlands. Dokumente. Hrsg. und erläutert von Siegfried Baske und Martha Engelbert. Erster Teil 1945 – 1958. Berlin-Heidelberg 1966, S. 25–27.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Gottfried Uhlig: Der Beginn der antifaschistisch-demokratischen Schulreform 1945–1946 (Monu-menta Paedagogica, Band II), Berlin 1965, S. 195–211.Google Scholar
  3. 2a.
    Eberhard Heubach: Die „Grundsätze der Erziehung in der deutschen demokratischen Schule“ — ein grundlegendes Dokument beim Aufbau der antifaschistisch-demokratischen Einheitsschule. In: Jahrbuch für Erziehungs- und Schulgeschichte, 5. /6. Jg., 1965/66, S. 273–296.Google Scholar
  4. 3.
    Wortlaut des Gesetzes in: Baske/Engelbert, a.a.O., Zweiter Teil 1959–1965, S. 56–62.Google Scholar
  5. 4.
    Vgl. Siegfried Baske: Das Experiment der polytechnischen Bildung und Erziehung in der „DDR“. In: Studien und Materialien zur Soziologie der DDR, hrsg. von Peter Christian Ludz (=Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 8), 1964, S. 187–207.Google Scholar
  6. 5.
    Vgl. Oskar Anweiler: Die Sowjetpädagogik in der Welt von heute. Heidelberg 1968, S. 115–144.Google Scholar
  7. 6.
    Gemeinsamer Beschluß des Politbüros des Zentralkomitees der SED und des Ministerrates der DDR über die Grundsätze der weiteren Systematisierung des polytechnischen Unterrichts, der schrittweisen Einführung der beruflichen Grundausbildung und der Entwicklung von Spezialschulen und -klassen. Vom 3. Juli 1963. In: Baske/Engelbert, II, S. 278–286.Google Scholar
  8. 7.
    Lothar Oppermann: Polytechnik-Beschluß — ein Markstein unserer Schulentwicklung. In: Deutsche Lehrerzeitung, Nr. 41 vom 11. Oktober 1963. Auch in: Baske/Engelbert, II, S. 298–301.Google Scholar
  9. 8.
    Wortlaut in: Baske/Engelbert, II, S. 373–406.Google Scholar
  10. 9.
    Vgl. Ignacy Szaniawski: Organisatorische und didaktische Probleme der allgemeinbildenden Schule in der DDR im Zeitraum 1963–1966. In: Bildung und Erziehung, 19. Jg., 1966, S. 401 – 414.Google Scholar
  11. 10.
    Vgl. Oskar Anweiler: Entwicklungstendenzen europäischer Schulreformen. In: Bildung und Erziehung, 20. Jg., 1967, S. 242–251.Google Scholar
  12. 10a.
    Walter Schultze: Die Begabtenförderung in ihrer Abhängigkeit vom Schulaufbau. In: Paedagogica Europaea, Bd. III, 1967, S. 25–45.Google Scholar
  13. 10b.
    Saul B. Robinsohn/ Helga Thomas: Differenzierung im Sekundarschulwesen. Stuttgart 1968.Google Scholar
  14. 11.
    Zahlenangaben hier wie im folgenden, wenn nicht anders vermerkt, nach den Statistischen Jahrbüchern der DDR und darauf beruhenden eigenen Berechnungen.Google Scholar
  15. 12.
    Vgl. Gerhard Witzlack: Einschulungspraxis und Schulfähigkeit. In: Pädagogik, 23. Jg. 1968, S. 225–238.Google Scholar
  16. 13.
    Erste Durchführungsbestimmung zum Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem-Schulpflichtbestimmungen. Vom 14. Juli 1965. In: Sozialistisches Bildungsrecht. Bestimmungen und Dokumente für den Bereich des Ministeriums für Volksbildung. Berlin 1966, S. 160–172.Google Scholar
  17. 14.
    Neues Deutschland vom 9. Juni 1966 und 31. August 1967.Google Scholar
  18. 15.
    Eigene Berechnungen und Robinsohn/Thomas, a.a.O., S. 36Google Scholar
  19. 16.
    Deutsche Lehrerzeitung Nr. 18 vom 3. Mai 1967.Google Scholar
  20. 17.
    Vgl. Anweiler, Die Sowjetpädagogik in der Welt von heute, S. 134–137. — Wolfgang Mitter: Einheitlichkeit und Differenzierung als Problem der sowjetischen Schulreform. In: Bildungsreformen in Osteuropa, hrsg. von Oskar Anweiler, Stuttgart 1969, S. 108–140.Google Scholar
  21. 18.
    Der Beschluß des Ministerrats der DDR vom 24. März 1966 zur weiteren Entwicklung der berufsvorbereitenden polytechnischen Bildung in den Klassen 9 und 10 der zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule und der beruflichen Bildung an den Erweiterten Oberschulen wurde nicht veröffentlicht. Vgl. Margot Honecker: Nächste Schritte bei der Verwirklichung des Gesetzes über das einheitliche sozialistische Bildungssystem. DLZ-Dokumentation. In: Deutsche Lehrerzeitung Nr. 21 vom 25. Mai 1966. — Dies. : Die Hauptaufgaben auf dem Gebiet des sozialistischen Volksbildungswesens nach dem VII. Parteitag der SED. DLZ-Studienmaterial. In: Deutsche Lehrerzeitung Nr. 23 vom 7. Juni 1967.Google Scholar
  22. 19.
    Vgl. Heinz Frankiewicz: Technik und Bildung in der Schule der DDR. Berlin 1968, S. 85–125.Google Scholar
  23. 19a.
    Hartmut Vogt: Bildung und Erziehung in der DDR. Stuttgart 1969, S. 41 – 61, 121 – 143.Google Scholar
  24. 20.
    Margot Honecker: Ergebnisse der Einführung neuer Lehrpläne und -methoden an den zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen. In: Deutsche Lehrerzeitung, Sonderausgabe vom 11. Juni 1968.Google Scholar
  25. 21.
    Margot Honecker: Alles für die allseitig entwickelte sozialistische Persönlichkeit. In: Pädagogik, 23. Jg. 1968, S. 762–775.Google Scholar
  26. 22.
    Honecker, in: Deutsche Lehrerzeitung, Sonderausgabe vom 11. Juni 1968.Google Scholar
  27. 23.
  28. 24.
    Honecker, in: Pädagogik, 23. Jg., 1968, S. 768 f.Google Scholar
  29. 25.
    Vgl. Helmut Klein: Neues Lehrplanwerk und Differenzierung des Unterrichts. In: Pädagogik, 24. Jg., 1969, S. 733–751.Google Scholar
  30. 26.
    Polytechnik-Beschluß vom 3. Juli 1963. In: Baske/Engelbert, II., S. 280Google Scholar
  31. 27.
    Mitteilung über die Einrichtung von Klassen mit verstärktem Fremdsprachenunterricht ab 1. SeptemberGoogle Scholar
  32. 1967.
    Vom 20. Januar 1967. In: Bildung und Erziehung (Loseblattsammlung) C/Ib/6.Google Scholar
  33. 28.
    Mitteilung zur Gestaltung des fakultativen Englisch- und Französischunterrichts ab Schuljahr 1966/67. Vom 18. Juli 1966. In: Bildung und Erziehung (Loseblattsammlung) C/Ic/8.Google Scholar
  34. 29.
    Richtlinien für die Berufsbildung der Schüler der Erweiterten Oberschule der Aufnahmejahrgänge 1963 bis 1966. Vom 30. Juni 1966. In: Bildung und Erziehung (Loseblattsammlung) C/IIc/96.Google Scholar
  35. 30.
    Vgl. Rolf Porstendorfer: Leitungsprobleme bei der Weiterentwicklung der polytechnischen Bildung und Erziehung. In: Polytechnische Bildung und Erziehung, 11. Jg., 1969, S. 2–6. — Rahmenprogramme für die wissenschaftlich-praktische Arbeit in den Klassen 11 und 12 der Erweiterten Oberschule. Sonderdruck der Zeitschrift „Polytechnische Bildung und Erziehung“.Google Scholar
  36. 31.
    Instruktion für die Vorbereitung und Durchführung der ersten Schritte der Umgestaltung der Erweiterten Oberschule entsprechend dem Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem — Erste EOS-Instruktion — vom 10. Juni 1966. In: Verfügungen und Mitteilungen des Ministeriums für Volksbildung und des Staatlichen Amtes für Berufsausbildung 1968, Nr. 21 vom 10. Dezember 1968, S. 251–259. Vgl. ferner: Konsultation der Abteilung Unterricht zur Weiterentwicklung der Erweiterten Oberschule. Vom 10. Oktober 1966. In: Bildung und Erziehung (Loseblattsammlung) C/Ic/27.Google Scholar
  37. 32.
    Konsultation vom 10. Oktober 1966.Google Scholar
  38. 33.
    Erste EOS-Instruktion vom 10. Juni 1966.Google Scholar
  39. 34.
    Honecker, in: Pädagogik, 23. Jg., 1968, S. 770 f.Google Scholar
  40. 35.
    Instruktion für den Aufbau der zweijährigen Erweiterten Oberschule — Zweite EOS-Instruktion — vom 13. September 1968. In: Verfügungen und Mitteilungen des Ministeriums für Volksbildung und des Staatlichen Amtes für Berufsausbildung 1968, Nr. 21 vom 10. Dezember 1968, S. 259–266. — In einer Verlautbarung des zuständigen Fachgebietsleiters im Ministerium für Volksbildung, Heinz Arnold, vom April 1969 heißt es, daß im Schuljahr 1969 / 70 pro Klasse und Woche bis zu fünf Stunden und ab Schuljahr 1970/71 sechs Stunden für den fakultativen Unterricht zur Verfügung stehen. Heinz Arnold: Welche Rolle spielt der fakultative Unterricht an den erweiterten Oberschulen? In: Deutsche Lehrerzeitung, Nr. 18 (1. Maiausgabe), 1969.Google Scholar
  41. 36.
    Vgl. Boris Thieke: Wege zur Hochschulreife in der Deutschen Demokratischen Republik. In: Pädagogik, 21. Jg., 1966, S. 662–671.Google Scholar
  42. 36a.
    Heinz Arnold: Zur Weiterentwicklung der Erweiterten Oberschulen. In: Pädagogik, 24. Jg., 1969, S. 657–661.Google Scholar
  43. 37.
    Mitteilung über Ausbildungsmöglichkeiten in den Einrichtungen der Berufsausbildung 1968 / 69. Vom 24. Juni 1967. In: Bildung und Erziehung (Loseblattsammlung) C/ IIc/34.Google Scholar
  44. 38.
    Neues Deutschland vom 21. Dezember 1968.Google Scholar
  45. 39.
    Bestmann/Gittler: Ein bewährter Bildungsweg. In: Deutsche Lehrerzeitung, Nr. 11 (2. Märzausgabe), 1969.Google Scholar
  46. 40.
    Vgl. die in Anm. 10 genannten Beiträge, ferner Bogdan Suchodolski: The social and pedagogical effects of the explosion in secondary schools. In: The World Year Book of Education — The Education Explosion. London 1965, S. 200–214.Google Scholar
  47. 41.
    Vgl. Hans Scheuerl: Die Gliederung des deutschen Schulwesens. Stuttgart 1968.Google Scholar
  48. 42.
    Vgl. die Empfehlung der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates vom 7. / 8.Februar 1969 „Zur Neugestaltung der Abschlüsse im Sekundarschulwesen“.Google Scholar
  49. 43.
    Vgl. die material- und aspektreiche Zusammenfassung der Gesamtschuldiskussion von Wolfgang Klafki: Integrierte Gesamtschule — Ein notwendiger Schulversuch. In: Zeitschrift für Pädagogik, 14. Jg., 1968, S. 521–581.Google Scholar
  50. 44.
    Werner Kienitz: Zur Theorie und Praxis der „differenzierten Einheitsschule“ in einigen kapitalistischen Ländern. Ein Beitrag zur Vergleichenden Pädagogik. Habil.schrift der Päd. Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, 5. Dezember 1963. Masch.schrift.Google Scholar
  51. 45.
    Honecker, in: Deutsche Lehrerzeitung, Sonderausgabe vom 11. Juni 1968.Google Scholar
  52. 46.
    Vgl. Gerhart Neuner: Zum Problem der Niveauerhöhung in Bildung und Erziehung auf der Grundlage der präzisierten Lehrpläne. In: Pädagogik, 22. Jg., 1967, S. 773–792.Google Scholar
  53. 46a.
    Edgar Drefenstedt: Inhalt und Wesen der neuen Lehrpläne und Grundforderungen an die Unterrichtsgestaltung. In: Pädagogik, 23. Jg., 1968, S. 742 – 753. — Lehrplanwerk und Unterrichtsgestaltung. Ausgearbeitet von einem Autorenkollektiv unter Leitung von Edgar Drefenstedt und Gerhart Neuner. Berlin 1969.,Google Scholar
  54. 47.
    Oskar Anweiler: Entwicklungsperspektiven des Bildungswesens in beiden Teilen Deutschlands. In: Bildung und Erziehung, 20. Jg., 1967, S. 16–30, hier S. 27. 48Google Scholar
  55. 48.
    Als Beispiel für die aufgeregte Polemik gegen den Popanz einer „pädagogischen Konvergenztheorie“ vgl. Günter Wettstädt: Die Lehren Lenins und das Dilemma der Konvergenztheoretiker. In: Polytechnische Bildung und Erziehung, 12. Jg., 1970, S. 92–94Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Oskar Anweiler

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