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Entwicklungsperspektiven des Bildungswesens in beiden Teilen Deutschlands

  • Oskar Anweiler
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Zusammenfassung

In dem folgenden Beitrag sollen einige Überlegungen vorgetragen werden, die sich von den bisher geläufigen Betrachtungen über Probleme der Schule, Erziehung und Bildung im anderen Teil Deutschlands durch den Gesichtspunkt und teilweise auch durch die Akzente unterscheiden. Wie stand es bisher mit unserem Verhältnis zu dieser Seite der deutschen Lebenswirklichkeit, sofern wir sie überhaupt genügend zur Kenntnis genommen haben? Zweifellos überwiegt in den wissenschaftlichen Untersuchungen und naturgemäß stärker noch in den politisch gefärbten Aussagen die Tendenz zu einer eindeutigen und prinzipiellen Abgrenzung gegenüber den Grundsätzen und Praktiken des in der DDR herrschenden Bildungs- und Erziehungssystems. Wir sehen die pädagogische Situation im geteilten Deutschland — analog zu der gesamtpolitischen Konfrontation — vorwiegend, wenn nicht gar ausschließlich unter dem Stichwort „totalitäre Erziehung” dort, „freiheitliche Pädagogik” hier. Diese Sichtweise entspricht im übrigen — mit umgekehrten Vorzeichen — der amtlich propagierten Beurteilung in der DDR: das Schulwesen und die Pädagogik in der Bundesrepublik gelten dort als Ausdruck des „aggressiven westdeutschen Imperialismus”, die Schule in der DDR hingegen sei — so wird behauptet — ein Hort des Friedens und der Demokratie und darüber hinaus Vorbild für ein künftiges Gesamtdeutschland.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Siehe: Dokumente zur demokratischen Schulreform in Deutschland 1945–1948. Schwelm i. Westf. o.J. S. 51.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe: Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem vom 25. Februar 1965. Zwei Jahrzehnte Bildungspolitik in der Sowjetzone Deutschlands. Dokumente. Hrsg. von S. Baske und M. Engelbert. 2. Teil. Berlin 1966. S. 373–406.Google Scholar
  3. 3.
    Ondrej Pavl f k: Hlavná príčina súčasných zmien v škole a vo výchove (Die Hauptursache der gegenwärtigen Veränderungen im Schul- und Erziehungswesen). In: Jednotná škola, 18. Jg. (1966), H. 5, S. 385–399.Google Scholar
  4. 4.
    A.a.O. S. 392.Google Scholar
  5. 5.
    Deutsche Lehrerzeitung, Nr. 19 vom 8. Mai 1964. — Vgl. Wolfgang Mitter, Lehrplan und Bildungsplanung in der „DDR”, in: Die Deutsche Schule, 57. Jg. (1965), H. 6, S. 301–320.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. meinen kritischen Literaturbericht zur polytechnischen Bildung und Erziehung in: Zeitschrift für Pädagogik, 10. Jg. (1964), H. 2, S. 182–202.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Ignacy Szaniawski, Organisatorische und didaktische Probleme der allgemeinbildenden Schule in der DDR im Zeitraum 1963–1966, in: Bildung und Erziehung, 19. Jg. (1966), H. 6, S. 401–414.Google Scholar
  8. 8.
    Deutsches Institut für Berufsbildung, Die wissenschaftlich-technische Entwicklung und Folgerungen für den Lehr- und Lernprozeß im System der Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik, o.J. S. 7.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. meinen Aufsatz, Jugendpolitik und Jugenderziehung in kommunistischen Gesellschaftsordnungen, in: Bildung und Erziehung, 19. Jg. (1966), H. 2, S. 86–94.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Werner Loch, Die ideologische Gefährdung der Pädagogik, in: Bildung und Erziehung, 17. Jg. (1964), H. 2, S. 77–89.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Oskar Anweiler

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