Advertisement

Die Bildungssysteme sozialistischer Staaten in Europa als Gegenstand vergleichender Forschung

  • Oskar Anweiler
Chapter
  • 51 Downloads

Zusammenfassung

Mit einer gewissen Berechtigung kann gesagt werden, daß die Entwicklung der Vergleichenden Erziehungswissenschaft (VE) als einer erziehungswissenschaftlichen Disziplin (oder Teildisziplin) und die Entwicklung der regionalbezogenen Osteuropa- und Sowjetstudien auf zwei getrennten Bahnen verlaufen ist. Obwohl einige Pioniere der VE, wie Isaac Kandel, Nicholas Hans, Sergius Hessen, aufgrund ihrer Herkunft und ihres Interesses sich besonders der osteuropäischen und russisch/ sowjetischen Erziehung angenommen hatten, übten sie keinen Einfluß auf die sich nach 1945 rasch und breit entfaltenden „area studies“ aus, die vornehmlich von Historikern und Sozialwissenschaftlern betrieben wurden. Umgekehrt blieben bedeutende Arbeiten aus diesen Fachrichtungen über bestimmte Aspekte der sowjetischen Erziehung ohne Bezug und ohne Wirkung auf die methodologische Diskussion und Entwicklung innerhalb der VE. In gewisser Hinsicht spiegelte sich darin die bekannte und oft beklagte Distanz zwischen den Regionalexperten und den Allgemein-Wissenschaftlern (z.B. zwischen den Spezialisten für „Ostrecht“ und den Rechtswissenschaftlern) wider.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. R.E. Kanet: Neue Tendenzen in der amerikanischen Kommunismusforschung. In: Osteuropa, 23 (1973), S. 241 – 261 (mit Bibliographie).Google Scholar
  2. 1a.
    Vgl. R.E. Kanet (Hrsg.): The Behavioral Revolution and Communist Studies. New York 1971.Google Scholar
  3. 1c.
    F.J. Fleron (Hrsg.): Communist Studies and the Social Sciences. Chicago 1969.Google Scholar
  4. 1d.
    R.C. Tucker: Culture, Political Culture, and Communist Society. In: Political Science Quarterly, vo. 88, Nr. 2 (June 1973), pp. 173–190.Google Scholar
  5. 2.
    Vgl. H.J. Noah, M.A. Eckstein: Toward a Science of Comparative Education. London 1969.Google Scholar
  6. 2a.
    Dazu die Rezensionen von D. Glowka in: Bildung und Erziehung 24 (1971), S. 567–571, und vom Verf. in: International Review of Education, 18 (1972), pp. 269–272.Google Scholar
  7. 3.
    Es wird hier ausdrücklich nicht von inter-nationalem oder inter-kulturellem Vergleich gesprochen, weil die Verwendung beider Begriffe nicht einheitlich ist und eine genaue Definition bei Autoren, die sie gebrauchen, häufig unterbleibt. Hingegen wird hier der Terminus „intra-kommunistisch“für einen Vergleich sozialistisch/kommunistischer Systeme und der Terminus „inter-systemar“für den Vergleich sozialistisch/kommunistischer mit anderen gesellschaftlich-politischen Systemen vorgeschlagen. Zur Problematik dieser und ähnlicher Bezeichnungen, die im angelsächsischen und im deutschen Sprachgebrauch außerdem noch variieren, vgl. u. a. S. Rokkan: Vergleichende Sozialwissenschaft. Frankfurt 1972 (Ullstein Buch Nr. 2918), bes. die Bemerkungen des Übersetzers.Google Scholar
  8. 4.
    Vgl. R.F. Price: Labour and Education in Russia and China. In: Comparative Education, 10 (1974), pp. 13–23.Google Scholar
  9. 5.
    Siehe die Literaturangaben bei O. Anweiler: Von der „Ostpädagogik“zur vergleichenden Bildungsforschung. In: Osteuropa, 21 (1971), S. 901 – 908;Google Scholar
  10. 5a.
    W. Mitter (Hrsg.): Pädagogik und Schule im Systemvergleich. Freiburg i. Br. 1974 (Herderbücherei Nr. 9013).Google Scholar
  11. 6.
    Während in der Bundesrepublik Deutschland überwiegend von Vergleichender Erziehungswissenschaft (VE) gesprochen wird, verwendet man in der DDR, aber auch in den anderen sozialistischen Staaten, die Bezeichnung Vergleichende Pädagogik (VP).Google Scholar
  12. 7.
    Vgl. FW. Busch: Zur Konzeption einer marxistischen Vergleichenden Pädagogik. In: Bildung und Erziehung, 24 (1971), S. 540–550.Google Scholar
  13. 8.
    Vgl. den Sammelband „Das Schulwesen sozialistischer Länder in Europa“, hrsg. von DPZI, Berlin 1972;Google Scholar
  14. 8a.
    M. Pecherski, A. Taton: Więź szkoly z zyciem w krajach socjalistycznych (Die Verbindung von Schule und Leben in den sozialistischen Ländern), Warschau 1963.Google Scholar
  15. 9.
    Einheitlichkeit und Differenzierung. Ein internationaler Vergleich. Von einem Autorenkollektiv unter Leitung von W. Klienitz, Berlin 1971.Google Scholar
  16. 9a.
    Vgl. dazu die Rezensionen von G. Glowka in: International Review of Education, 18 (1972), pp. 246–248, und vom Verfasser in: Bildung und Erziehung, 24 (1971), S. 571–575.Google Scholar
  17. 10.
    Vgl. B. Suchodolski: O zagnadnieniach i zadaniach pedagogiki porównawczej (Über Probleme und Aufgaben der Vergleichenden Pädagogik). In: Zarys pedagogiki, Bd. I, 3. Aufl., Warschau 1964, S. 389–404;Google Scholar
  18. 10a.
    M. Wachowski: Przedmiot pedagogiki porównawczej (Der Gegenstand der Vergleichenden Pädagogik). In: Kwartalnik pedagogiczny, 10 (1965), Nr. 1, S. 49–71;Google Scholar
  19. 10b.
    J.T. Wüoch: Wprowadzenie do pedagogiki poröwnawczej (Einführung in die Vergleichende Pädagogik), Warschau 1970;Google Scholar
  20. 10c.
    J.T. Wüoch: Zur Stellung der Vergleichenden Pädagogik im System der pädagogischen Wissenschaften, in: Vergleichende Pädagogik 5 (1969), S. 140–148;Google Scholar
  21. 10d.
    B. Nawroczyński: Przedmiot i metoda pedagogiki porównawczej (Gegenstand und Methode der Vergleichenden Pädagogik), Studia pedagogiczne, Bd. XXVI, Wroclaw 1972, S. 5–17.Google Scholar
  22. 11.
    Hier sind vor allem die Arbeiten von I. Szaniawski zu nennen: Model i metoda, Warschau 1965, und in deutscher Sprache: Die Humanisierung der Arbeit und die gesellschaftliche Funktion der Schule, Weinheim 1972.Google Scholar
  23. 12.
    Vgl. M. Pecherski: Das neue Modell einer allgemeinen Sekundarschulbildung in Polen. In: Bildung und Erziehung, 27 (1974), S. 87 – 98. — Der Bericht des „Expertenkomitees zur Ausarbeitung des Berichts über den Stand des Bildungswesens in der Volksrepublik Polen“erschien 1973 unter dem Titel „Raport o stanie oś-wiaty w PRL“. Die Grundsätze und Thesen sind abgedruckt in: Nowa skoła, Nr. 4/1973.Google Scholar
  24. 12a.
    Vgl. auch W. Okoń: Glöwne zalozenia raportu o stanie oświaty (Die wichtigsten Grundsätze des Berichts über den Stand des Bildungswesens), in: Kwartalnik pedagogiczny, 18 (1973), Nr. 4, S. 9–22.Google Scholar
  25. 13.
    Vgl. H. Kurze, U. Mantzke: Zu neuen Anforderungen an die marxistisch-leninistische Vergleichende Pädagogik unter dem Aspekt der Entwicklung der sozialistischen Staatengemeinschaft. In: Vergleichende Pädagogik, 9 (1973), S. 38–405.Google Scholar
  26. 13a.
    W. Kienitz: Einige theoretische Fragen der Entwicklung der Vergleichenden Pädagogik als Wissenschaftsdisziplin. In: Vergleichende Pädagogik, 8 (1972), S. 368–390.Google Scholar
  27. 14.
    Vgl. M. A. Sokolowa: Über allgemeine Gesetzmäßigkeiten und nationale Besonderheiten in der Entwicklung der Volksbildung der sozialistischen Länder Europas. In: Vergleichende Pädagogik, 9 (1973), S. 277–285.Google Scholar
  28. 15.
    Vgl. M. Pęcherski: Pojęcie systema oświatowo — wychowawczego (Der Begriff des Bildungs- und Erziehungssystems). In: Studia z pedagogiki porównawczej, a. a. O., S. 30–43;Google Scholar
  29. 15a.
    T. Wiloch: Ustrój szkolny (Das Schulsystem). Warschau 1973.Google Scholar
  30. 16.
    Es handelt sich um die in Anm. 9 bereits genannte Arbeit „Einheitlichkeit und Differenzierung“sowie um den von S.B. Robinsohn hrsg. Band I des Projektes „Schulreform im gesellschaftlichen Prozeß“(Stuttgart 1970), der die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und die Sowjetunion behandelt.Google Scholar
  31. 17.
    Vgl. G. Stierand: Einige vorläufige theoretische Positionen zur Ausarbeitung einer einheitlichen pädagogischen Terminologie für zentrale schulpolitische Führungsdokumente. In: Deutsches Pädagogisches Zentralinstitut, Jahrbuch „Pädagogische Wissenschaft und Schule“, 3. Jg., 1970, Bd. 2, S. 76–93.Google Scholar
  32. 18.
    Vgl. O. Anweiler: Konzeptionen der Vergleichenden Pädagogik. In: Zeitschrift für Pädagogik, 13 (1967), S. 305–314.Google Scholar
  33. 19.
    Vgl. N. Grant: Society, Schools, and Progress in Eastern Europe. Oxford 1969.Google Scholar
  34. 19a Vgl. N. Grant: Grundzüge der Bildungspolitik in der Sowjetunion, Polen, der Tschechoslowakei und der DDR seit 1945 unter vergleichendem Aspekt. In: Bildungsreformen in Osteuropa, hrsg. von O. Anweiler, Stuttgart 1969, S. 9–29.Google Scholar
  35. 20.
    Vgl. G. Schmidt: Die polytechnische Bildung in der Sowjetunion und in der DDR. Didaktische Konzeptionen und Lösungsversuche. (Erziehungswissenschaftliche Veröffentlichungen des Osteuropa-Instituts an der Freien Universität Berlin, Bd. 8). Berlin, Heidelberg 1973.Google Scholar
  36. 21.
    Vgl. O. Anweiler: Sowjetkommunistische Überlagerung und nationale Differenzierung im Bildungswesen der Länder Ostmitteleuropas. In: Ders., Die Sowjetpädagogik in der Welt von heute, Heidelberg 1968, S. 159–176.Google Scholar
  37. 22.
    Vgl. D. Glowka: Vergleichende Erziehungswissenschaft und methodologische Reflexion. In: International Review of Education, 18 (1972), pp. 305–315.Google Scholar
  38. 23.
    Vgl. A.M. Arsenjew, F.F. Koroljow: Methodologische Probleme der marxistisch-leninistischen Pädagogik. In: Vergleichende Pädagogik, 8 (1972), S. 9–46;Google Scholar
  39. 23a.
    I. Herzig, W Kling, H. Mahr: Zur marxistisch-leninistischen Theorie und Methodologie vergleichender pädagogischer Untersuchungen aus weltanschaulich-philosophischer Sicht. Ebda, 9 (1973), S. 163–176,Google Scholar
  40. 23b.
    H. König: Probleme der Einheit des Logischen und Historischen in der Pädagogik. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 21 (1973), S. 1273 – 1286.Google Scholar
  41. 24.
    Vgl. D. Glowka: Konvergenztheorie und vergleichende Bildungsforschung. In: Bildung und Erziehung, 24 (1971), S. 531–540.Google Scholar
  42. 25.
    Vgl. vor allem die drei Bände des von dem Komitee der Polnischen Akademie der Wissenschaften „Polen 2000“hrsg. Konferenzberichts unter dem Titel „Kształcenie dla przyszłości“(Bildung für die Zukunft), Warschau 1972.Google Scholar
  43. 26.
    Als Beispiele seien genannt: R. Wiessner, H. Bauer, W. Mann: Das Bildungswesen der zweiten Stufe in einigen sozialistischen Ländern. In: Vergleichende Pädagogik, Heft 10 (1964), S. 7–69; Berufebildungssysteme in ausgewählten sozialistischen Ländern — Gegenwart und Ausblick (Forschung der sozialistischen Berufebildung, 7. Jg. 1973, Sonderheft);Google Scholar
  44. 26a.
    W. Kuhrt, H. Deubler: Berufewahlvorbereitung in sozialistischen Ländern. In: Vergleichende Pädagogik, 9 (1973), S. 242–265, 385–395.Google Scholar
  45. 26b.
    I. Nica, C. Birzea: Educational Innovation in European Socialist Countries — A Comparative Overview. In: International Review of Education, 19 (1973), pp. 447–459.Google Scholar
  46. 27.
    I. Szaniawski: Die Humanisierung der Arbeit und die gesellschaftliche Funktion der Schule. Weinheim 1972.Google Scholar
  47. 28.
    Vgl. vom Verfasser: Curriculumforschung im Lichte der Vergleichenden Erziehungswissenschaft. In: Bildung und Erziehung, 24 (1971), S. 524 – 531.Google Scholar
  48. 28a.
    U. Springer: Probleme in Comparative Curriculum Research, in: Pädagogische Forschung und pädagogischer Fortschritt, hrsg. von W. Hilligen und R. Raasch, Bielefeld 1970, S. 139–152.Google Scholar
  49. 29.
    Genannt seien aus der Fülle der unterschiedlichen Beiträge G. Neuner: Das Persönlichkeitsproblem und die Pädagogik, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 21 (1973), S. 1157–1177;Google Scholar
  50. 29a.
    H. Adam, E. Drefenstedt: Marxistisch-leninistische Persönlichkeitstheorie und Pädagogik, in: Pädagogik, 29 (1974), S. 337 – 353.Google Scholar
  51. 29b.
    Die H. Konferenz der Pädagogen sozialistischer Länder vom 12. bis 16. August 1974 in Berlin stand unter dem Thema „Die Herausbildung allseitig entwickelter sozialistischer Persönlichkeiten — Aufgabe des Volksbildungswesens in den Ländern des Sozialismus“.Google Scholar
  52. 30.
    Vgl. H. Wittig: Vergleichende Pädagogik. Darmstadt 1973.Google Scholar
  53. 30a.
    P. Kern: Einführung in die Vergleichende Pädagogik. Darmstadt 1973.Google Scholar
  54. 30b.
    Siehe dazu die Rezension von W. Mitter in: Zeitschrift für Pädagogik, 20 (1974), S. 321–325.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Oskar Anweiler

There are no affiliations available

Personalised recommendations