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Politische Steuerung — gesellschaftlicher Pluralismus — pädagogische Autonomie im Bildungs- und Erziehungswesen sozialistischer Staaten

  • Oskar Anweiler
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Zusammenfassung

  • Wie weit reicht die staatliche Planungs- und Steuerungskapazität im Bildungs- und Erziehungswesen angesichts komplexer gesellschaftlicher Strukturen, differenzierter Bildungsansprüche und ökonomisch-technischer Herausforderungen?

  • Wie reagiert die Bildungsverwaltung auf diese unterschiedlichen Aufgaben im Rahmen einer zentralistischen oder einer stärker dezentralisierten politischen und Verwaltungsordnung, als Garant der politisch-ideologischen Geschlossenheit des Systems einerseits, als effizientes Instrument innovatorischer Pläne andererseits?

  • Auf weiche Weise artikuliert sich Schulkritik „von unten“, wie wird sie wahrgenommen und möglicherweise in schulpolitische Aktionen umgesetzt?

  • Gibt es — innerhalb oder auch außerhalb des staatlichen Bildungs- und Erziehungssystems — gesellschaftliche Freiräume für pädagogisches Handeln, ergeben sich daraus auch Möglichkeiten einer — gleichwie im einzelnen gearteten — „pädagogischen Autonomie“?

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. H. Messmer: Bildungsproduktion in der Systemkonkurrenz? Der deutsch-deutsche Bildungsvergleich zwischen Systemgegensatz und Systemannäherung. In: Die beiden deutschen Staaten im Ost-West-Verhältnis. Fünfzehnte Tagung zum Stand der DDR-Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, 1. bis 4. Juni 1982. Edition Deutschland Archiv, Köln 1982, S. 164–179.Google Scholar
  2. 2.
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  3. 2a.
    O. Anweiler: Die „entwickelte sozialistische Gesellschaft“als Lern- und Erziehungsgesellschaft. In: Osteuropa 78 (1978), S. 573–585.Google Scholar
  4. 3.
    Zur Unterscheidung der Staats- und Gesellschaftsmodelle im Sozialismus wird von Bildungssystemen „staatssozialistischer Prägung“gegenüber dem jugoslawischen „Selbstverwaltungssozialismus“gesprochen. Vgl. O. Anweiler: Gesellschaftliche Mitwirkung und Schulverfassung in Bildungssystemen staatssozialistischer Prägung. In: Bildung und Erziehung 26 (1973), S. 260–272.Google Scholar
  5. 4.
    Vgl. O. Anweiler: Zentralismus und Föderalismus im sowjetischen Bildungswesen. In: Sowjetsystem und Ostrecht, Festschrift für Boris Meissner, Berlin 1985, S. 179–196.Google Scholar
  6. 5.
    Vgl. zur theoretischen Basis und politischen Realität W. Höpken: Sozialismus und Pluralismus in Jugoslawien. München 1984. — Zur bildungspolitischen Entwicklung und Dokumentation: U. Bach, Bildungspolitik in Jugoslawien von 1945 bis 1974. (Erziehungswissenschaftliche Veröffentlichungen des Osteuropa-Instituts an der Freien Universität Berlin, Bd. 10). Berlin-Wiesbaden 1977.Google Scholar
  7. 6.
    Siehe den Beitrag von D. Glowka „Ansätze einer Schulverwaltungsforschung in der Sowjetunion“in diesem Band.Google Scholar
  8. 7.
    Siehe den Beitrag von M. Pecherski „Die Theorie der Selbstregulierung im Bildungswesen und praktische Erfahrungen in Polen“in diesem Band.Google Scholar
  9. 8.
    Vgl. Procesy samoregulacji w oświacie. Problemy homeostazy społecznej (Selbstregulierungsprozesse im Bildungswesen. Probleme der gesellschaftlichen Homöostase). Hrsg. von M. Pęcherski und J. Tudrej. Warszawa 1983.Google Scholar
  10. 9.
    Kritisch dazu z.B. J. Szczepański: Oświata — system czy dramat? (Das Bildungswesen — ein System oder ein Drama?). In: Procesy samoregulacji w oświacie (Selbstregulierungsprozesse im Bildungswesen). Materialien einer wissenschaftlichen Konferenz, organisiert vom Zentrum für Lehrerfortbildung in Sulejó-wek, 16. -17. Juni 1983. Warszawa 1984, S. 71–77.Google Scholar
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    Siehe den Beitrag von T. Kozma „Regionale Differenzierung und Bildungsplanung in Ungarn“in diesem Band.Google Scholar
  12. 11.
    Siehe den Beitrag von V. Muzić „Strukturen und Probleme der schulischen Selbstverwaltung in der föderativen Staatsordnung Jugoslawiens“in diesem Band.Google Scholar
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    Siehe den Beitrag von H.-J. Karp „Der pädagogische Aktionsraum der Kirche in Polen“in diesem Band.Google Scholar
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    Siehe den Beitrag von F.R. Filippow „Lebenspläne der Jugend und die Bildungsreform in der UdSSR“in diesem Band.Google Scholar
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    Siehe den Beitrag von W. Schiott „An der Bruchstelle zwischen Schule und Gesellschaft: Kulturelle Erziehung in Polen“in diesem Band.Google Scholar
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  25. 23.
    Siehe den Beitrag von F.W. Busch „Zwischen staatlichen Vorgaben und individuellen Interessen. Mitwirkungsmöglichkeiten von Eltern im Schulwesen der DDR“in diesem Band.Google Scholar
  26. 24.
    Siehe den Beitrag von W. Hörner „Zur Eigendynamik des allgemeinbildenden Schulsystems in der Sowjetunion und in der DDR — das Beispiel der polytechnischen Bildung“in diesem Band.Google Scholar
  27. 25.
    Vgl. Anweiler (Anm. 3).Google Scholar
  28. 26.
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  29. 26a.
    H.J. Karp: Nation und Bildung in Polen. Zu den bildungspolitischen Aktivitäten der Gewerkschaft „Solidarität“. In: Wirtschaftsprobleme und Bildungsfragen in der polnischen Reformdiskussion. (Wirtschaftsund sozialwissenschaftliche Ostmitteleuropa-Studien, Bd. 7). Marburg 1984, S. 59–79.Google Scholar
  30. 27.
    Dziennik Urzę dowy Ministerstwa Oświaty i Wychowania 1982, Nr. 3, poz. 24.Google Scholar
  31. 28.
    Vgl. Dokumente zum Hochschulwesen der Volksrepublik Polen — Hochschulgesetz vom 4.5.1982. (Westdeutsche Rektorenkonferenz, Dokumente zur Hochschulreform 52/1983). Zusammengestellt, übersetzt und kommentiert von I.R. Wompel. Bonn 1983.Google Scholar
  32. 29.
    Zum Gesetz vom 21.7.1983 siehe: Rzeczpospolita vom 22.7.1983 und Trybuna Ludu vom 23. /24.7.1983; zum Gesetz vom 25.7.1985 Rzeczpospolita und Trybuna Ludu vom 26.7.1985.Google Scholar
  33. 30.
    Vgl. Kultura organizacyjna w oświacie (Organisationskultur im Bildungswesen). Hrsg. von M. Pecherski und J. Tudrej. Wroclaw 1985.Google Scholar
  34. 31.
    Vgl. O. Anweiler: Geschichte der Schule und Pädagogik in Rußland vom Ende des Zarenreiches bis zum Beginn der Stalin-Ära. 2. Aufl. Berlin-Wiesbaden 1978, S. 116 f., 155–159.Google Scholar
  35. 32.
    Vgl. die Dokumentation zur Reformdiskussion von 1983/84 in: Osteuropa 34 (1984). S. A 553-A648.Google Scholar
  36. 33.
    Siehe den Beitrag von U. Baumann „Stellung und Funktionen des Direktors in der Sowjetischen Schulverwaltung“in diesem Band.Google Scholar
  37. 34.
    Nähere Angaben hierzu bei O. Anweiler: Das sowjetische Schulwesen am Beginn der achtziger Jahre. In: Osteuropa, 31(1981), S. 791–811, hier S. 804 f.Google Scholar
  38. 35.
    Punkt 39 der „Hauptrichtungen der Reform der allgemeinbildenden Schule und der Berufschule in der UdSSR“vom 12.4.1984, in: Osteuropa 34(1984), S. A570f.Google Scholar
  39. 36.
    Davon spricht M. Pęcherski in seinem Beitrag (Anm. 7).Google Scholar
  40. 37.
    Ob der von der Forschungsgemeinschaft „Geschichte der Schule und Pädagogik sozialistischer Länder“unter Gottfried Uhlig an der Karl-Marx-Universität Leipzig in Angriff genommene Versuch, eine „Internationale Geschichte der sozialistischen Schule“zu erstellen, in absehbarer Zeit zu entsprechenden Veröffentlichungen fuhren wird, bleibt vorerst abzuwarten. Die Absicht ist, „die schulpolitischen Erfahrungen des Sozialismus als Weltsystem durch historische Untersuchungen zu erschließen“; die als notwendig erachteten Untersuchungen seien „sowohl für die vertiefte Erkenntnis allgemeiner Gesetzmäßigkeiten und Wesenszüge sozialistischer Schulentwicklung wie für die Erforschung spezifischer Bedingungen und Besonderheiten in den einzelnen Ländern unerläßlich“— Siehe W Zähle: Hauptetappen der internationalen Entwicklung der sozialistischen Schule. In: Vergleichende Pädagogik 21 (1985), S. 199–202.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Oskar Anweiler

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