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Neue Spiritualität aus Sozialwissenschaftlicher Sicht

  • Heiner Barz

Zusammenfassung

In den 80 Jahren haben auch christlich orientierte religiöse Bewegungen wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen. Parallel zur Wiederentdeckung vorchristlicher Kraftplätze und heiliger Haine (vgl. Graichen 1988) wird

“ein enormes Anwachsen der Wallfahrtsbewegung und eine nur während der Spitze der Gegenreformation beobachtete Intensität und räumliche Dichte von Kultstätten, meist solchen der Gottesmutter” (HÖllhuber/Kaul 1987, 15)

gemeldet. Christliche Wunderquellen und Marienerscheinungen — Lourdes in Frankreich, Medjugorje in Jugoslawien, Kevelaer am Niederrhein u.a. — erleben einen Zustrom gerade auch junger Menschen (vgl. Kaltenbrunner 1989), wie zuletzt vor dem 1. Weltkrieg. Neben der neuen Volksfrömmigkeit ist die an das 1974 erstmals ausgerufene “Konzil der Jugend” anknüpfende “Taizé-Bewegung” stark angewachsen. In ihr verbinden sich meditative und kontemplative Elemente mit politischem Engagement, neue Formen des Gemeinschaftserlebens stehen im Mittelpunkt. Dasselbe charakterisiert heute auch die Kirchentage, diese von evangelischen Laien im Zweijahresrhythmus organisierten viertägigen Großveranstaltungen, die zur Amtskirche in einer Art “symbiotischer Distanz” stehen. Ursprünglich nach dem 2. Weltkrieg als Ost-Welt-Forum konzipiert und in den 60er Jahren ins Abseits geraten (niedrigste Zahl an Dauerteilnehmern 1973: 7420), erlebten sie inzwischen eine gewaltige Teilnehmerexplosion: Jeweils weit über 100.000 Dauerteilnehmer wurden bei den Deutschen Evangelischen Kirchentagen (DEKT) in den 80er Jahren gezählt. Zwei soziologische Teil-nehmer-Befragungen (Feige/Lukatis/Lukatis 1984, 1987) erbrachten im wesentlichen folgende Erkenntnisse:

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

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  • Heiner Barz

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