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Umweltregime für die europäischen Meere

  • Michael Strübel

Zusammenfassung

Es ist naheliegend, davon auszugehen, daß die Unzulänglichkeiten und Versäumnisse sowohl der nationalen wie der transnationalen Umweltpolitik in den Seezonen mit der Entfernung von den Landmassen zunehmen. An den Beispielen Rhein, Weser, Elbe und Oder ist deutlich geworden, welche Giftfrachten die großen Flüsse auf ihrem Weg mit sich tragen und welche Mengen von Schadstoffen sie ins Meer einbringen. Es war lange umstritten, ob die Themse trotz stark verbesserter Wasserqualität den EG-Gewässerschutzrichtlinien entsprach.1 Umso eindeutiger ist die Situation etwa bei der Newa, durch die ein Großteil der Abwässer der nordwestrussischen Industrieregion dem Finnischen Meerbusen zugeführt wird; der Weichsel, die zum polnischen Industriekanal geworden ist; der Donau, die bei der Einmündung in das Schwarze Meer nahe am Umkippen ist; der Rhône, die als der am meisten verschmutzte Zufluß des Mittelmeers gilt; dem Po, der mit seinen giftigen Rückständen, Fäkalien und Schadstoffen aus den Städten, Fabriken und der Landwirtschaft Oberitaliens die Adria gefährdet.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. die Gegenüberstellung einzelner EG-Richtlinien mit der nationalen Gesetzgebung in: Nigel Haigh: EEC Environmental Policy and Britain, Harlow, Glasgow (Longman) 1987, S. 25–126.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. dazu das Dossier in: Die Zeit 20/1989.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. hierzu einen Bericht, nach dem eine bestimmte Giftalgenart vor der Insel Rügen über 300 Tonnen Fische getötet hat, sowie die Berichterstattung zum 61. Workshop der DahlemKonferenz 1990, der sich mit der Rolle der küstennahen Flachmeere für das Weltklima beschäftigte, Frankfurter Rundschau v. 26. und 21.4.1990, Die Zeit 15/1990. Eine eingeschränkt positivere Sichtweise der Meeresökologie findet sich bei: Elisabeth Mann Borgese• Die Zukunft der Weltmeere, Wien, München 1985.Google Scholar
  4. 4.
    M. W. Holdgate u.a. (Hrsg.): Umwelt — weltweit. Berlin 1983, S. 80–102.Google Scholar
  5. 5.
    Uli Mayer: Rettet das Meer, München 1987, S. 91.Google Scholar
  6. 6.
    Die Wasserflächen über den vom Kontinent ausgehenden Festlandsockein machen nur einen geringen Teil der Ozeane aus. Sie sind aber von hoher Produktivität, was das Pflanzenwachstum und die Fischbestände angeht. Ihre geringe Tiefe führt zur beständigen Umwälzung der Wassermengen durch Strömungen und Gezeiten. Besonders verletzlich sind die Schelfmeere insofern, als sie am Ende der Schadstoffkette liegen.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Volker Rittberger: Aufgaben und Leistungen Internationaler Organisationen, in: Lutz Franke (Hrsg.): Wir haben nur eine Erde, Darmstadt 1989, S. 108.Google Scholar
  8. 8.
    Oran R. Young: International Regimes: Problems of Concept Formation, in: World Politics 3/1980, S. 331–354; Kenneth A. Oye: Explaining Cooperation under Anarchy: Hypotheses and Strategies, in: World Politics 1/1985, S. 1–24; Ernst Haas: Why Collaborate? Issue-Linkage and International Regimes, in: World Politics 3/1980, S. 357–405.Google Scholar
  9. 9.
    Umstritten war bei den angelsächsischen Regime-Forschern vor allem die Theorie der „hegemonialen Stabilität“, vgl. hierzu: Michael Zürn: Gerechte internationale Regime, Frankfurt 1987, S. 68–87.Google Scholar
  10. 10.
    Stephan D. Krasner: Structural Causes and Regime Consequences: Regimes as Intervening Variables, in: International Organization 2/1982, S. 186.Google Scholar
  11. 11.
    Klaus Dieter Wolf/ Michael Zürn: Regeln für und wider den Markt, in: U. Albrecht (Hrsg.): Technikkontrolle und Internationale Politik, Opladen 1989, S. 37 ff. Vgl. zur neueren Forschungsdiskussion: Volker Rittberger (Hrsg.): East-West-Regimes, London (Pinter) 1990; Klaus Dieter Wolf: Internationale Regime zur Verteilung globaler Ressourcen. Baden-Baden 1991.Google Scholar
  12. 12.
    Stephan Haggard/ Beth A. Simmons: Theories of International Regimes, in: International Organization 3/1987, S. 492.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. hierzu die Hypothesen im Rahmen eines globalen Vergleichs bei Oran R. Young: The politics of international regime formation: managing natural ressources and the environment, in: International Organization 3/1989, S. 366–374.Google Scholar
  14. 14.
    E. Haas: Why Collaborate?… a.a.O., S. 368.Google Scholar
  15. 15.
    Franz Weinen: Kognitives Lernen: Begriffsbildung und Problemlösung, in: F. Weinert/ C. F. Graumann/ H. Heckhausen (Hrsg.): Funkkolleg Pädagogische Psychologie, Bd. 2, Frankfurt 1974, S. 662.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Peter H. Sand: Regional Approaches to Transboundary Air Pollution, in: J.L. Helm (Hrsg): Energy Production, Consumption and Consequences, Washington (Nat. Academy Press) 1989, S. 246–263. Gudrun Schwarzer: Weiträumige grenzüberschreitende Luftverschmutzung, in: Tübinger Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Friedensforschung, Nr. 15, Tübingen 1990.Google Scholar
  17. 17.
    Klaus von Beyme: Der Vergleich in der Politikwissenschaft, München 1988.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Der Spiegel 27/1973, S. 37 ff.Google Scholar
  19. 19.
    Joseph Füllenbach: Umweltschutz zwischen Ost und West, Bonn 1977, S. 224–234; Peter Ehlers: Zehn Jahre Helsinki-Übereinkommen, in: Natur und Recht 4/1984; Tadeusz Palmowski: An der Schwelle zur zweiten Dekade des Helsinki-Abkommens, in: K.P. Tudyka (Hrsg.): Umweltpolitik in Ost-und Westeuropa, Opladen 1988, S. 143–154.Google Scholar
  20. 20.
    Zit. n. Convention on the Protection of the Marine Environment of the Baltic Sea Area, in: Alexandre L. Kiss (Hrsg.): Selected Multilateral Treaties in the field of the Environment, UNEP Reference Series 3, Nairobi 1983, S. 409. Das „Regional Seas Programm“ von UNEP bildet den Rahmen für zahlreiche andere Vertragswerke zum Schutz bestimmter Meereszonen. Es sind dies neben dem Mittelmeer Aktionsprogramme für die Küstenzonen des Nahen Ostens, des Roten Meeres und des Golfs von Men, der Karibik, Ostafrikas, West-und Zentralafrikas, Südostpazifik, Südpazifik und Ostasien; vgl. UNEP: Annual Report of the Executive Director 1987, Nairobi 1988, S. 61.Google Scholar
  21. 21.
    Helsinki Commission: Activities of the Commission 1987, Baltic Sea Environment Proceedings Nr. 26, Helsinki 1988, S. 30–35; vgl. Europa-Archiv 18/1988; S. D 538 ff.Google Scholar
  22. 22.
    Helsinki-Commission: First periodic Assessment of the State of the Marine Environment of the Baltic Sea, 1980–1985; General Conclusion, Helsinki 1986, S. 31; vgl. Economic Commission for Europe: Environmental Statistics in Europe and North America, New York 1987, S. II-63 ff.Google Scholar
  23. 23.
    So Angaben des BUND, die der Presse vorgestellt wurden; vgl. die Umweltbriefe des BUND vom zweiten Halbjahr 1990.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Wolf Oschlies: Bald ist Polen doch verloren…, Köln 1987; Frank W. Carter: Stadt und Umwelt im Sozialismus, in: H. Schreiber (Hrsg.): Umweltprobleme… a.a.0., S. 68–74.Google Scholar
  25. 25.
    Britt Aniansson/ Bertil Hägerhäll: Die Umweltgefährdung von Ostsee und Nordsee ist noch lange nicht abgewendet, in: Aktuelle Informationen aus Schweden, Nr. 327, Stockholm 1984, S. 4 f.Google Scholar
  26. 26.
    So der sowjetische Repräsentant bei der Ostseekonferenz der dänischen Sozialdemokraten Anfang 1989 in Kopenhagen, zit. n. Frankfurter Rundschau v. 13.1.1989; neben den baltischen Republiken ist vor allem die Abwasserreinigung der Millionenstadt Leningrad mit ihren naheliegenden Industrie-und Landwirtschaftsbetrieben völlig unzureichend, vgl. Ulrich Weißen-burger: Der Umweltschutz in der Sowjetunion: Zwang zum Handeln, in: Helmut Schreiber (Hrsg.): Umweltprobleme in Mittel-und Osteuropa, Frankfurt/ New York 1979, S. 189.Google Scholar
  27. 27.
    In der Abschlußdeklaration von Ronneby sprachen sich die Unterzeichnerstaaten für die Verwendung der besten verfügbaren Technologien bei der Gewässerreinigung und die Förderung umweltfreundlicher Produkte aus. Erstmals wurde das Vorsorgeprinzip anerkannt. Auf die Verwendung von „potentiell schädlichen“ Stoffen soll auch dann verzichtet werden, wenn der endgültige wissenschaftliche Beweis für deren Gefährlichkeit fehlt. In der Arbeitsgruppe, zu der neben den Ostseestaaten auch auf eigenen Wunsch Norwegen und die CSFR gehörten, sollten außerdem die EG-Kommission, die Weltbank und europäische Bankenkonsortien vertreten sein. Vgl. den Bericht in der Frankfurter Rundschau v. 4.9.1990.Google Scholar
  28. 28.
    Über die Klärwerksituation im Küstenbereich wurde auf der Ostseekonferenz der DDR in Rostock berichtet, vgl. Süddeutsche Zeitung v. 21.5.1990.Google Scholar
  29. 29.
    Economic Commission for Europe: Environment Statistics… a.a.O., S. II-66.Google Scholar
  30. 30.
    Darauf wurde vom schwedischen Ministerpräsidenten Carlsson auf der Konferenz in Ronneby hingewiesen, zit. n. Frankfurter Rundschau v. 4.9.1990; ähnliche Daten wurden auf einer Tagung des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz in Warnemünde genannt, vgl. Frankfurter Rundschau v. 10.12.1990.Google Scholar
  31. 31.
    Zit. n. Panorama-Sendung Nr. 450 v. 20.6.1989, Unv. Mans., NDR, Hamburg 1989.Google Scholar
  32. 32.
    Dabei wird Bezug genommen auf die von der Helsinki-Kommission edierte Reihe „Baltic Sea Environment Proceedings“ Nr. 1–26.Google Scholar
  33. 33.
    Vgl. den Bericht in der Stuttgarter Zeitung v. 6.7.1988, demnach gab es nicht nur in Polen und der Sowjetunion, sondern auch in Schweden und Finnland signifikante Abweichungen von den offiziell präsentierten Daten.Google Scholar
  34. 34.
    Hans Peter Dürr: Kein Raum für die Feindbilder der Vergangenheit, in: Natur 6/1989, S. 53; vgl. auch: Die Zeit 20/1989.Google Scholar
  35. 35.
    Die Koordinierungsprobleme hängen mit der infrastrukturellen Ausstattung zusammen. Die Finanzierungsprobleme ergeben sich aus dem Status einer NGO, wie es Global Challenges Network ist: Internationale Organisationen wie die ECE fühlen sich aufgrund ihres gouverne-mentalen Charakters als nicht zuständig, für wissenschaftliche Förderungsinstitutionen, die ansonsten im naturwissenschaftlichen Bereich durchaus großzügig sind, erscheinen die Projekte zu politisch, und andere Gruppen, wie Greenpeace, können durch publikumswirksame Aktionen das Spendenvolumen von außen auf sich konzentrieren.Google Scholar
  36. 36.
    Parallel zum Treffen der Regierungsvertreter in Ronneby fand in Wismar eine internationale Konferenz von Umweltgruppen statt. Veranstaltet wurde das Treffen von der Aktionskonferenz Nordsee (Bremen) und vom lettischen Club zur Verteidigung der Umwelt (Riga). Dabei ging es den anwesenden Bürgerbewegungen und Wissenschaftlern nicht nur um Strategien zur Reduzierung der Ostseebelastung. Es wurde generell gefragt, ob industrielle Modernisierung und neue Technologien der „ökologische Königsweg“ seien, oder ob sie mittel-und langfristig in „alte Sackgassen” führten, vgl. Süddeutsche Zeitung v. 6.9.1990.Google Scholar
  37. 37.
    Rat der Sachverständigen für Umweltfragen: Umweltprobleme der Nordsee, Stuttgart 1980.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. Zirkulation und Schadstoffumsatz in der Nordsee (ZISCH), BMFT — Projekt MFU 0545, Abschlußbericht, Institut für Meereskunde der Universität Hamburg, Hamburg 1988; Wilfried Michaelis/Rolf-Peter Stößel: Atmosphärischer Eintrag von Schadstoffen in die Nordsee, in: Spektrum der Wissenschaft 1/1988, S. 14 f. Während die Einträge von Stickstoff und Phosphor zu mehr als zwei Dritteln aus den Flüssen stammen, beträgt der geschätzte atmosphärische Eintrag bei Cadmium 71%, bei Quecksilber 40%, bei Blei 67%, vgl. Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt 1988/89, Berlin 1989, S. 379.Google Scholar
  39. 39.
    Uwe Jenisch: Nordsee — Seerecht und Umweltschutz, in: Außenpolitik 1/1989, S. 91. Zu den EG-Richtlinien vgl.: Gerhard M. Veh/ Jürgen Hulsch/ Erhard Edom: Vorschriften der Europäischen Gemeinschaften auf dem Gebiet des Wassers, Köln 1984; Hannelore Lausch: Europäische Umweltpolitik auf dem Gebiet des Gewässerschutzes, Steinbach 1986; kritische Anfragen hierzu von seiten der Europaparlamentarier sind dokumentiert in: Europa-Parlament, Reihe Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherschutz 6/1984, S. 19 f.Google Scholar
  40. 40.
    Dabei wurden vor allem zwei Argumente angeführt: Erstens sei der Beitrag von Schadstoffen über die direkte Einbringung in die Nordsee vergleichsweise gering angesichts der landgebundenen Quellen der Meeresverschmutzung. Zweitens würde die Bundesrepublik bei einem international nicht koordinierten Reduktionsverfahren industrielle Standortnachteile haben. Vgl. Niels-Peter Rühl: Müllkippe Nordsee? In: Abhandlungen Naturwissenschaftlicher Verein Bremen 3/1985, S. 253–268.Google Scholar
  41. 41.
    Aktionskonferenz Nordsee: Das Nordseememorandum, Internationale Tagung der Umweltverbände am 27. /28.10.1984 in Bremen. Bremen 1984.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Die Zeit 46/1984; Stuttgarter Zeitung v. 30.10.1984, Der Spiegel 45/1984, S. 32.Google Scholar
  43. 43.
    Deklaration der Internationalen Nordseeschutz-Konferenz, zit. n. Umwelt Nr. 107/1984, S. 39–50.Google Scholar
  44. 44.
    Int. Nordseeschutz-Konferenz: Der Qualitätszustand der Nordsee — Ein Bericht der wissenschaftlich-technischen Arbeitsgruppe, o.O., 1987; Bericht der Bundesregierung an den Deutschen Bundestag zur Vorbereitung der 2. Int. Nordseeschutz-Konferenz vom 21. September 1987, in: Deutscher Bundestag, 11. Wahlperiode, Drucksache 11/878, v. 2.10.1987, Beilage des BMU betr. graphische Ergänzung zum Bericht.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl. die Deklaration in: Umwelt 1/1988, S. 8–10.Google Scholar
  46. 46.
    Auch die Eröffnungsansprache von Prinz Charles konnte die Regierung seines eigenen Landes nicht zu weitergehenden Zugeständnissen veranlassen. Er meinte u. a.:,Während wir auf die Diagnose warten, könnte der Patient Nordsee sterben“, zit. n. Die Zeit 50/ 1987.Google Scholar
  47. 47.
    Zit. n. Frankfurter Rundschau v. 6.2.1990.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. das Dossier in: Die Zeit 20/ 1989.Google Scholar
  49. 49.
    Frankfurter Rundschau v. 23.11.1989. Dies führte im übrigen bei den zuständigen Länderministern zu der Befürchtung, daß entweder illegale, „schwarze“ Entsorgungspraktiken zunähmen oder Produktionsbeschränkungen nicht auszuschließen seien. Ersteres äußerte der niedersächsische Umweltminister W. Remmers, It. Hamburger Abendblatt v. 9./10.12.1989, letzteres sein Kollege U. Matthiesen in Nordrhein-Westfalen, It. Frankfurter Rundschau v. 5.1.1990.Google Scholar
  50. 50.
    Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt 1988/89… a.a.O., S. 459.Google Scholar
  51. 51.
    Ein in die Diskussion eingeführter 10-Punkte-Katalog des Bundesumweltministeriums war das Ergebnis aus einer ad-hoc anberaumten fachwissenschaftlichen Tagung, vgl. Umweltbundesamt (Hrsg.): International Scientific Symposium an Death of Seals and Growth of Algae in North and Baltic Sea, Summary Proceedings, Berlin 1988; Umwelt 7/ 1988, S. 267–272. Vgl. auch die Bundestagsdebatte hierzu, in: Das Parlament Nr. 27, v. 1.7.1988, S. 5 ff.Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 7.3.1990; Süddeutsche Zeitung v. 9.3.1990; vgl. die summarische Zusammenfassung der Ergebnisse in: Umwelt 3/1990, S. 112–115.Google Scholar
  53. 53.
    Insgesamt, so das deutsche Umweltministerium, habe sich gezeigt, „daß die anspruchsvollen deutschen Standards noch nicht konsensfähig sind.“ Voraussetzung sei ein „Gesamtkonzept, das eine neue Qualität des vorsorgenden Sicherheitsdenkens begründet”, — aber davon sind die Nordseeanrainer noch weit entfernt, vgl. Umwelt 3/1990, S. 111 f.Google Scholar
  54. 54.
    Frankfurter Rundschau v. 9.3.1990.Google Scholar
  55. 55.
    Vgl.: Die Zeit 12/1990; The Guardian v. 9.3.1990, demnach verteidigte der britische Umweltminister die Abfallpolitik seiner Regierung, nachdem ihn die anderen Umweltminister hart kritisiert hatten: „I could only reassure them that we had no plans to dump waste at the moment, and no intention of doing so, but we have to keep the option open.“Google Scholar
  56. 56.
    Frankfurter Rundschau v. 10.3.1990.Google Scholar
  57. 57.
    Das Fazit von Bundesumweltminister K. Töpfer: Die Fortschritte und Veränderungen gingen „bei weitem nicht weit genug“. Der zeitliche Endpunkt „bei Klärschlämmen und bei der Einleitung, dem Einbringen und dem Dumping von Schadstoffen aus der Industrie” sei für die Bundesregierung zu spät. Andere Maßnahmen gingen in die richtige Richtung, doch sei es unerläßlich, weiterhin im nationalen Rahmen Regelungen auf höchstem Schutzniveau voranzutreiben, zit. n. Umwelt 3/1990, 5.111 f.Google Scholar
  58. 58.
    So Ulrich Stock in: Die Zeit 12/1990. Nach einer Studie des Bundesforschungsministeriums weisen bis 50 Prozent der Embryonen wichtiger Nutzfische Mißbildungen auf. Die Fortpflanzungsfähigkeit von küstennah lebenden Fischen sei durch die im Wasser befindlichen Chlorverbindungen gefährdet, vgl. Frankfurter Rundschau v. 6.2.1990.Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. Johanna Wieland (Hrsg.): Nordsee in Not, Greenpeace-Report 4, Reinbek 1988; für die zuletzt genannte Aktionsform sei insbesondere auf die Protestveranstaltungen verwiesen, die im Sommer 1988 an Schleswig-Holsteins Westküste und auf Sylt stattfanden, vgl. dazu Tageszeitung (TAZ) v. 25.7.1988.Google Scholar
  60. 60.
    Maguelonne Dejeant-Pons: Le programme des mers régionales: le plan d’action pour la Méditerannée, in: J.-Y. Cherot/ A. Roux (Hrsg.): Droit Méditerranéen de l’Environnement, Paris (Economica) 1988, S. 101.Google Scholar
  61. 61.
    EG — Kommission: The State of the Environment in the European Community 1986, Luxem- burg 1987, S. 271 f.; M.W. Holdgate u.a. (Hrsg.): Umwelt — weltweit, a.a.O…, S. 85.Google Scholar
  62. 62.
    Nach Angaben des UNEP-Büros in Athen verbrachten im Jahr 1986 117 Millionen Touristen ihren Urlaub am Mittelmeer.,Wie viele werden das wohl im Jahr 2000 sein?“ wird gefragt, „wohl zwischen 162 und 409 Millionen(…) Und im Jahr 2025? Zwischen 379 und 758 Millionen. Eins ist jedenfalls sicher: Der Druck auf die Umwelt wird zunehmen” Vgl. Tourism and Environment: The Great Mediterranean Challenge, in: Medwaves 3,4/ 1989, S. 4f.Google Scholar
  63. 63.
    Eine umfassende Prognose der künftigen Entwicklung im Mittelmeerraum, ausgehend von einer exakten Beschreibung des sozialen und ökonomischen Ist-Zustands mit einer bis ins Jahr 2025 reichenden Populationsstatistik der einzelnen Länder bietet: Michel Battisse: Probing the Future of the Mediterranean Basin. In: Environment 5/1990; demnach gleicht sich die Population in den nördlich mediterranen Ländern der südlichen und östlichen Mittelmeerländer quantitativ um das Jahr 1990 an, danach beginnt ein steiler Bevölkerungsanstieg im süd-östlichen Teil, während der europäische Teil in den kommenden Jahrzehnten stagniert und sogar leicht abfällt, ebd. S. 9.Google Scholar
  64. 64.
    M. Dejeant-Pons: Le programme… a.a.O., S. 102.Google Scholar
  65. 65.
    Jos Simons: Der Aktionsplan des Mittelmeers. In: Zeitschrift für Umweltpolitik 4/1986, S. 392.Google Scholar
  66. 66.
    Darauf verweist die vom MAP-Büro herausgegebene Informationsbroschüre: Mediterranean Action Plan, Athen 1985, S. 24.Google Scholar
  67. 67.
    UNEP (Hrsg.): Convention for the Protection of the Mediterranean Sea against Pollution and its related protocols, New York, Nairobi 1982.Google Scholar
  68. 68.
    Die Ausarbeitung dieses Protokolls wurde 1985 in Genua beschlossen. Neben UNEPExperten wurde die International Juridicial Organization, mit Sitz in Rom, damit betraut, Textentwürfe vorzulegen. Bis Ende 1989 hatten nur sechs der achtzehn Vertragsparteien zu dem „Draft Protocol“ Stellung bezogen, hieraus ergab sich der Text: Draft protocol for the protection of the Mediterranean Sea against pollution resulting from Exploration and Exploitation of The Continental Shelf and the Sea-Bed and its Sub-Soil, UNEP (OCA)/ MED.WG.15/CRP3, v. 11.5.1990.Google Scholar
  69. 69.
    Vgl. zur Genese dieses Protokolls und zum Vergleich der jeweiligen nationalen Gesetzgebungen: Sachiko Kuwabara: The Legal Regime of the Protection of the Mediterranean against Pollution from Land-Based Sources, Dublin (Tycooly) 1984.Google Scholar
  70. 70.
    Vgl. Medwaves 3/1985, S. 12. Die Zeitschrift „Medwaves“ wird in zweimonatigem Abstand vom MAP-Büro in Athen herausgegeben und erscheint seit 1985 in englischer und französischer Sprache.Google Scholar
  71. 71.
    UNEP/FAO/ WHO: Long-term Programme for Pollution Monitoring and Research in the Mediterranean Sea, UNEP/WG. 118/7 v. 2.5.1985; UNEP: Report on the State of Pollution ’ of the Mediterranean Sea, UNEP/ IG. 56 v. 28.5.1985.Google Scholar
  72. 72.
    UNEP Report on the 4th Ordinary Meeting of the Contracting Parties to the Convention for the Protection of the Mediterranean Sea against Pollution and its Related Protocols, UNEP/IG. 56/5 v. 30.9.1985, S. 5.Google Scholar
  73. 73.
    UNEP: The Mediterranean Action Plan — Retrospect and Prospect, UNEP/IG. 56/4 v. 26.5.1985, S. 9.Google Scholar
  74. 74.
    Zur Finanzierung vgl. UNEP: The First Ten Years of the MAP, UNEP/IG. 56/6 v. 5.5.1985, S. 10, 37. Entsprechend der Finanzierungsbeschlüsse der UNO-Organisationen sind die EG-Länder die Hauptfinanciers: Frankreich mit 38%, Italien mit 27%, Spanien mit 15%, Griechenland mit 4% (1988), zit. n. Medwaves 10/ 1987, S. 8; die Beitragsmoral war jedoch nicht sehr groß: 1987 gab es von 12 Staaten Außenstände im Wert von über 1 Million Dollar, was die Arbeit des MAP gefährdete, Medwaves 11/1987, S. 8; Ende 1988 betrugen die Außenstände über 3,6 Millionen Dollar, was für die angepeilten Projekte zu einer „Stop-go` - Situation führte, so der Direktor des MAP in seinem Rechenschaftsbericht bei dem 6. Treffen des MAP in Athen, zit. n. UNEP(OCA)/Med IG.I/Inf.3 v. 10.8.1989, S. 46.Google Scholar
  75. 75.
    Evangelos G. Raftopoulos: The Mediterranean Action Plan in a functional perspective: A quest for Law and Policy. In: MAP Technical Report Series, Nr. 25, Athen (UNEP) 1988, S. 9.Google Scholar
  76. 76.
    Bei der 6. Sitzung des MAP, im Oktober 1989 in Athen, wurden neue Reduzierungsmargen für Cadmium und Altöle beschlossen, und ein Schutzprogramm für die Wasserschildkröten in die Wege geleitet. Erstmals nahm Albanien als Beobachter teil, vgl. Medwaves 3,4/1989.Google Scholar
  77. 77.
    So A. Manos, der ehemalige Leiter von MAP, zit. n. Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 9.7.1986.Google Scholar
  78. 78.
    Medwaves 13/1988, S. 4, Medwaves 11/1987, S. B.Google Scholar
  79. 79.
    Zit. n. Frankfurter Rundschau v. 25.8.1990, demnach wälzt die Rhône pro Jahr 500000 Tonnen organischer Stoffe ins Mittelmeer, die aus den Abwässern der chemischen Industrie stammen. Täglich trägt sie eine Belastung von je zwei Tonnen Kupfer und Arsen sowie 600 Kilogramm PCB ins Mittelmeer ein.Google Scholar
  80. 80.
    Auf einer Konferenz über den Po-Fluß in Mantua wurden folgende Zahlen genannt: Auf seinen 652 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung werden dem Fluß 243 Tonnen Arsen, 65 Tonnen Merkurium, 89 Tonnen Nickel, 1554 Tonnen Kupfer, 2646 Tonnen Zink, 944 Tonnen Chrom, 1312 Tonnen Blei und zahllose Tonnen Pflanzenschutzmittel, Kohlenwasserstoffe und Fäkalien zugeführt, zit. n. dem Bericht von Hans-Joachim Fischer, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 9.7.1990.Google Scholar
  81. 81.
    Vgl. neben der Berichterstattung in der italienischen Presse insbes. Die Zeit 25/1988; Süddeutsche Zeitung v. 30.10.1989. Als erste Schadensbegrenzungsmaßnahme beschloß das italienische Abgeordnetenhaus, umgerechnet 40 Millionen Mark für schwimmende Barrieren auszugeben. die die Algenteppiche von den Stränden fernhalten sollten, vgl. Stuttgarter Zeitung v. 21.7.1989 — ein sichtbares und geradezu klassisches Beispiel für Problemverschiebung. Eine weitere Sofortmaßnahme war der Ausbau von Schwimmbädern, Freizeitparks und Wasserspielen in der Nähe des Meeres.Google Scholar
  82. 82.
    Lega per lAmbiente: Ambiente Italia — Rapporto 1989, Turin (Petrini) 1989, S. 20–37.Google Scholar
  83. 83.
    Letzteres kennzeichnet die Situation Italiens zur Umweltgesetzgebung vgl. Gianfranco Amendola (Hrsg.): Lezioni di legislazione ambientale, Rimini (Maggioli) 1986. Kritisch dazu: Armando Cipriani/ Roberto Musacchio (Hrsg.): Ambiente: Una dimensione della politica, Rom (Salemi) 1986; sowie die Jahrbücher und Publikationen der Umweltorganisationen „Lega per (Ambiente“. Umweltminister G. Ruffolo versuchte nach der Algenkatastrophe die Privatwirtschaft zu ermutigen, Umwelttechnologien zu produzieren und wellte vergeblich die Bürger des Landes dafür gewinnen, über Ökosteuern eine Finanzierung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen mitzutragen, vgl. Emilio Gerelli (Hrsg.): Ascesa e declino del business ambientale, Bologna (Mulino) 1990. Neben Untersuchungen, die italienische Umweltgruppen in der Zeitschrift „Espresso” veröffentlichten, finden sich Daten zur Gewässerqualität italienischer Flüsse und Badegewässer in: Minstero dell’ Ambiente: Relazione sullo stato dell’ambiente, Rom 1989, S. 86–127; nach dem Erscheinen des Jahrbuches wurde dieses wegen angeblicher „Druckfehler“ nach einigen Wochen nicht mehr verschickt und verschwand in der Versenkung.Google Scholar
  84. 84.
    Peter M. Haas: Do regimes matter? Epistemic communities and Mediterranean pollution control, in: International Organization 3/1989, S. 384.Google Scholar
  85. 85.
    Vgl. den Konferenzbericht zu einem internationalen Colloquium an dem Europäischen Hochschulinstitut in Florenz von: Angela Liberatore: EC Environmental Policy and the Mediterranean Region, in: Environment 1/1990, S. 44f.; die Ausschreibung der EG-Kommission für MEDSPA-Projekte findet sich in: Gazetta ufficiale delle Comunità europee, Nr. C 41 /3–5, v. 21.2.1990.Google Scholar
  86. 86.
    Das Programm sieht den Bau von Kläranlagen in 100 Küstenstädten vor, die Einrichtung von beaufsichtigten Giftmülldeponien und die Ausstattung von Häfen mit Reinigungsanlagen für Ballastwasser von Schiffen; Libanon, Libyen und die Türkei stimmten gegen das Projekt, allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen, vgl. Frankfurter Rundschau v. 30.4.1990.Google Scholar
  87. 87.
    World Bank/European Investment Bank: The Environmental Program for the Mediterranean, Washington, Luxemburg 1990, S. 15.Google Scholar
  88. 88.
    Michael Kilian: Umweltschutz durch Internationale Organisationen. Berlin 1987, S. 24.Google Scholar
  89. 89.
    Beate Kohler-Koch: Zur Empirie und Theorie internationaler Regime, in: Dies. (Hrsg.): Regime in den internationalen Beziehungen, Baden-Baden 1989, S. 46.Google Scholar
  90. 90.
    B. Kohler-Koch: Zur Empirie... a.a.O., S. 27.Google Scholar
  91. 91.
    S. Kuwabara: The Legal Regime... a.a.O., S. 136 ff.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Michael Strübel
    • 1
  1. 1.StuttgartDeutschland

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