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Zur Entstehung der Klassischen Wissensordnung in der neuzeitlichen Wissenschafts- und Gesellschaftsverfassung

  • Helmut F. Spinner
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Part of the Studien zur Wissensordnung book series (SZW, volume 1)

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Literatur

  1. 127.
    Ohne hier im einzelnen zu wiederholen, was an anderer Stelle ausführlicher dazu gesagt worden ist; siehe Spinner/System Althoff.Google Scholar
  2. 128.
    Bundesverfassungsgericht/Volkszählungsurteil vom 15.12.1983, S. 45.Google Scholar
  3. 129.
    Vgl. im folgenden insbesondere Habermas/Strukturwandel.Google Scholar
  4. 130.
    Das gilt insbesondere für die bei Habermas/Strukturwandel, S. 97f. aufgeführten „institutionellen Kriterien“, die als aufschlußreiche, aber unzulängliche Stellvertreter für fundamentalere „konstitutionelle“Ordnungsprinzipien aufzufassen sind.Google Scholar
  5. 131.
    Habermas/Strukturwandel, S. 90 et passim.Google Scholar
  6. 132.
    Dazu Eder/Geschichte, S. 131ff.Google Scholar
  7. 133.
    Habermas/Strukturwandel, S. 104; zur Beschäftigung mit dem „Allgemeinen“S. 97.Google Scholar
  8. 134.
    Vgl. Habermas/Strukturwandel, S. 97.Google Scholar
  9. 135.
    So sinngemäß Mill/Freiheit.Google Scholar
  10. 136.
    Mill/Freiheit, S. 25f.Google Scholar
  11. 137.
    Zum Stand der Überlegungen vgl. Rogall/Informationseingriff.Google Scholar
  12. 138.
    Näheres, mit genauerer Argumentation und weiterführenden Literaturangaben, bei Spinner/System Althoff sowie Spinner/University.Google Scholar
  13. 139.
    Harnack/Großbetrieb.Google Scholar
  14. 140.
    Vgl. Beyerchen/Excellence.Google Scholar
  15. 141.
    Um die Vergleichsmöglichkeiten zu erleichtern, werden die vier konstitutiven Leitbestimmungen der Klassischen und die spiegelbildlichen Gegenbestimmungen der Neuen Wissensordnung im folgenden mit I bis IV durchnumeriert und durch „a“oder „b“gekennzeichnet. Die a-Positionen bezeichnen die Großen Separationen (Abkopplungen, Extraregelungen) der Alten Wissensordnung, die b-Positionen die Großen Fusionen (Verschmelzungen, Renormalisierungen) der Neuen Wissensordnung (siehe Abb. 3.1 und 3.2). Die 4a überlagernde, den Wandel der Wissensordnung „durchlaufende“Gegentrennung des Forschers von den Betriebsmitteln aufgrund der hier in den Wissensbereich mit dem ökonomischen Realitätsprinzip intervenierenden Staats- und Wirtschaftsordnung wird der Vierer-Grundmatrix für die Alte und Neue Wissensordnung nicht als Zusatzposition eingegliedert, sondern als transitorischer Posten (wie man in der Sprache der Bilanzbuchhaltung Beträge zur Übertragung auf den nächsten Abrechnungszeitraum nennt) angehängt, um die exponierte Stellung einer paradoxerweise entscheidenden Randbedingung sichtbar zu machen, die — im wörtlichen und übertragenen Sinne — mit durchschlagender Macht von der Peripherie ins Zentrum rückstrahlt und alles andere beeinflußt. Es handelt sich also nicht um die fünfte der ordnungspolitischen Leitbestimmungen, sondern um eine praktische Bedingung, welche die genannten Leitbestimmungen an die Normalität der Rechts- und Wirtschaftsordnung für die üblichen Verhältnisse in der modernen, bürgerlichen wie sozialistischen Gesellschaft in vielem wieder angleicht. Deswegen sind Wissenschaftler, ordnungspolitisch gesehen, keine Unternehmer, auch wenn sie sich im Erkenntnisprozeß der „schöpferischen Zerstörung“(dazu Schumpeter/Kapitalismus) unter gedachten Verhältnissen noch so unternehmerisch gebärden. Das macht die Extraregelungen im Ergebnis etwas weniger ‚extra‘, wie die deutsche Universitätsgeschichte mit vielen einschlägigen „Fällen“belegt, von den „Göttinger Sieben“im Absolutismus über das „System Althoff“im Wilhelminismus bis zu den wissenschaftspolitisch höchst verschiedenen, aber ordnungspolitisch vergleichbaren Fällen Brückner und Bossle in der Gegenwart. Die Säulen der Klassischen Wissensordnung wachsen keineswegs in den Himmel des philosophische Idealismus, dem sie zwar ideell verbunden sind, aber materiell am anderen Ende der Ordnungsleiter geerdet werden. Die Klassische Wissensordnung ist nicht die absolute ordnungspolitische Ausnahme, sondern lediglich etwas mehr oder weniger Extraordinäres unter den allgemeinen Strukturbedingungen geschichtlicher Tradition und gesellschaftlicher Normalität. In der Welt des Wissens gibt es keinen Staat im Staate, wohl aber relativ große staatsfreie Bereiche für politische entlastete Gestaltungsmöglichkeiten und Verhaltensweisen.Google Scholar
  16. 142.
    Zu diesem „Wissenskommunismus“im nichtpolitischen Sinne vgl. Merton/Sociology, S. 273ff.Google Scholar
  17. 143.
    Zur Klarstellung vgl. den Anhang I in Spinner/Popper, S. 541ff. zur „Bedeutung der modernen Wissenschaftstheorie für die Wissenschaft und die Gesellschaft, das Individuum und den Staat“.Google Scholar
  18. 144.
    Zu dieser theoretischen „Führung durch Wissen“unter vorgedachten Verhältnissen, ohne Inanspruchnahme der tatsächlichen Führung unter realen Bedingungen, vgl. Spinner/ Ethos, Kap. III.Google Scholar
  19. 145.
    Für das eher Gehlens Diktum gilt, demzufolge die Notwendigkeit zum Handeln weiter geht als die Möglichkeit zum Erkennen, um sich voll rational „nach Wissenslage“verhalten zu können (Näheres in Spinner/Gehlen).Google Scholar
  20. 146.
    Weber/Politische Schriften, S. 322; Hervorhebung im Original.Google Scholar
  21. 147.
    Zu diesem Begriff vgl. Macpherson/Besitzindividualismus.Google Scholar
  22. 148.
    Zu Webers Kritik am „System Althoff“, beides ordnungspolitisch verstanden als Revision der Klassischen Wissensordnung und als Einspruch gegen die diesbezüglichen bürokratischen Maßnahmen, vgl. Spinner/System Althoff.Google Scholar
  23. 149.
    Eine systematische Analyse mit Fallstudien liefert Spinner/Macht.Google Scholar
  24. 150.
    Habermas/Strukturwandel, S. 268.Google Scholar
  25. 151.
    Im Parallelfall der Wirtschaftsordnung wird schon bei Eucken/Grundsätze ein zweistöckiger Aufbau aus „konstituierenden“(Kap. XVI) und „regulierenden Prinzipien“(Kap. XVII) vorgeschlagen. Auf einen inhaltlichen Ordnungsvergleich von Wirtschafts- und Wissensordnung, mit der Rechtsordnung im Hintergrund, soll hier verzichtet werden, der neben großen formalen und geringeren inhaltlichen Analogien vor allem aufschlußreiche Unterschiede auf allen drei Ebenen zutage fördern könnte, um die These von der Eigenständigkeit der „dritten Ordnung“zu belegen.Google Scholar
  26. 152.
    Unausgesprochen, aber unübersehbar ist das „wissenschaftliche Ethos“der funktionalistischen Wissenschaftssoziologie (dazu Merton/Sociology) im Verhältnis von regulativen Normen für konstitutitve Prinzipien auf die Klassische Wissensordnung zugeschnitten.Google Scholar
  27. 153.
    Wie es Wilhelm von Humboldt in der Organisationsdenkschrift von 1809 verlangt (zitiert nach Humboldt/Werke III, S. 256).Google Scholar
  28. 154.
    Für eine grundsätzliche Gleichbehandlung des „Marktes der Güter“und des „Marktes der Ideen“plädiert Coase/Market; für Leistungsprämierung statt Festbesoldung Tullock/Organization — beide ohne Rücksicht auf evd. Unstimmigkeiten im Verhältnis zur Rahmenordnung, sei es die Wissensordnung oder die Wirtschaftsordnung. Das gilt erst recht für Paul Feyerabends Empfehlung eines „Supermarkts der Ideen“in Feyerabend/Märchen.Google Scholar
  29. 155.
    Dazu Spinner/Ethos, Kap. II.Google Scholar
  30. 156.
    Im Sinne von Schumpeter/Kapitalismus.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Helmut F. Spinner

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