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Zur Lage des Wissensfeldes im Informationszeitalter

  • Helmut F. Spinner
Chapter
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Part of the Studien zur Wissensordnung book series (SZW, volume 1)

Zusammenfassung

Mit den geschilderten Entwicklungen und sich abzeichnenden Ergebnissen ist insgesamt gesehen eine neue Lage entstanden, auf die wir noch nicht einestellt sind und anstelle angemessener philosophisch-wissenschaftlicher Konzepte — geistig unvorbereitet, aber moralisch alarmiert — vor allem mit Ethikforschung reagieren. Diese ist jedoch mehr auf den Versuch einer kontrafaktischen ethischen Normierung der technischen Entwicklungen ausgerichtet als auf die Erklärung dessen, was hier wissensmäßig vor sich geht und ordnungspolitisch zu tun ist95.

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Literatur

  1. 95.
    Zur Kritik dieser verständlichen, aber wissenschaftlich verfehlten und wohl auch politisch vergeblichen moralischen Reaktion vgl. Spinner/Technikfolgenforschung und Spinner/ Wissenschaftsethik; mit Vorschlägen zur Änderung der Fragestellung Spinner/Wachstum.Google Scholar
  2. 96.
    Vgl. Steinbuch/Maßlos.Google Scholar
  3. 97.
    Zum Stand der Forschung vgl. Waldmann & We inert/Intelligenz, Kap. 4.Google Scholar
  4. 98.
    Zum diesbezüglichen Stand der Forschung vgl. Schenk/Medienwirkungsforschung und Saxer/Wissensklassen..Google Scholar
  5. 99.
    Vgl. Coleman/Gesellschaft sowie Schiller/Verteilung.Google Scholar
  6. 100.
    Zur Entstehung und Bedeutung von kollektiven bzw. korporativen „großen“ Akteuren in der modernen Gesellschaft vgl. Coleman/Grundlagen, insbes. Bd. II.Google Scholar
  7. 101.
    Zum wissenspsychologischen Stand der Forschung vgl. Hager & Weißmann/Bestätigungstendenzen.Google Scholar
  8. 102.
    Vgl. Bell/Gesellschaft, passim.Google Scholar
  9. 103.
    So Kreibich/Wissenschaftsgesellschaft.Google Scholar
  10. 104.
    Weinberg/Großforschung, S. 74, sieht darin das „zweite Malthussche Dilemma“, verstanden als „Ungleichgewicht zwischen der Wachstumsrate der semantischen Stimuli — der Informationen — und dem Maß, in dem die Fähigkeiten der Individuen, darauf zu reagieren, anwachsen.“Google Scholar
  11. 105.
    Vgl. dazu die bereits erwähnten Pionierarbeiten von Price zur Szientometrie.Google Scholar
  12. 106.
    Tenbruck/Sozialwissenschaften, S. 227.Google Scholar
  13. 107.
    Vgl. Steinbuch/Maßlos.Google Scholar
  14. 108.
    Vgl. Miller/Overload und Miller/Systems sowie Deutsch/Kybernetik, S. 230ff.Google Scholar
  15. 109.
    Vgl. Festinger/Dissonanz.Google Scholar
  16. 110.
    Meines Erachtens bei Fritsch/Überleben.Google Scholar
  17. 111.
    Dazu Bonfadelli/Wissenskluft, Schenk/Medienwirkungsforschung und Saxer/Gleichheit.Google Scholar
  18. 112.
    Vgl. Postman/Kindheit und Postmary/Amüsieren.Google Scholar
  19. 113.
    Vgl. Roszak/Denken.Google Scholar
  20. 114.
    Naisbitt/Megatrends, S. 41.Google Scholar
  21. 115.
    Klapp/Meaning Lag, S. 59. Eine ähnliche Bedeutungslücke konstatiert Ropohl/Information.Google Scholar
  22. 116.
    Hayek/Individualismus, S. 25 und 103f.; Hervorhebung im Original.Google Scholar
  23. 117.
    Hayek/Individualismus, S. 25.Google Scholar
  24. 118.
    Zum Beispiel im Sinne des Modells von „Abwanderung und Widerspruch“ (Hirschman/ Abwanderung) oder eines mehrstufigen Phasenkonzepts des Problemlösens, zum Beispiel für das Zusammenspiel von Wissenschaft und Journalismus (wie konzipiert bei Spinner/Ethos, Kap. III und IV).Google Scholar
  25. 119.
    So, wie bereits erwähnt, bei Bell/Gesellschaft.Google Scholar
  26. 120.
    So, in etwas anderem Zusammenhang, Douglas/Institutionen.Google Scholar
  27. 121.
    Zur diesbezüglichen Systematik der Erkenntnisstile und Rationalitätsmuster vgl. Spinner/Vereinzeln.Google Scholar
  28. 122.
    Wie ansatzweise entwickelt in Spinner/Vereinzeln.Google Scholar
  29. 123.
    ... dessen sichtbarer, dokumentierter Bestand mit dem bibliothekarischen Begriff der „Fachinformation“ (bzw. Fachkommunikation und -dokumentation) bezeichnet zu werden pflegt, an den sich natürlich auch entsprechend eingeschränkte ordnungspolitische Überlegungen anknüpfen lassen, wie zum Beispiel bei Lenk/Fachinformationsversorgung.Google Scholar
  30. 124.
    Die nach Aussage eines Eingeweihten nicht wissen, was sie „eigentlich wissen“, also in ihrem Informationsbestand haben. Zu dieser zeitgemäßen Denkfigur des umgedrehten Sokrates vgl. Cobler/Herold, S. 36. Entgegen Herolds Vision wird daran auch die EDV nicht viel ändern, weil der Minimumsektor nicht die — allerdings dramatisch verbesserte — Informationsspeicherung und Datenverarbeitung im wissenstechnischen Sinne ist, sondern im außertechnischen natürlichen und menschlichen Bereich liegt: von der Wirklichkeitserkenntnis und Informationseingabe über das theoriegeleitete (und intelligenzbegrenzte) Auswerten bis zur praktischen Anwendung. Dafür gilt immer noch die ursprüngliche sokratische Erfahrung, derzufolge wir uns mit wachsendem Wissen nur noch mehr bewußt werden, wie wenig wir wissen. So gesehen, steht Sokrates auch im Informationszeitalter noch fest auf den Füßen. Herolds Traum vom umgedrehten Sokrates ist ausgeträumt, bevor das Informationszeitalter richtig begonnen hat. Man verwechselt nicht ungestraft Verdatung mit Verwissenschaftlichung und Datenmenge mit Wissensgüte. Um daran etwas zu ändern, müßte die Wissensordnung für sicherheitsrelevantes Geheimwissen erst einmal Qualitätszonen des Wissens einrichten (dazu ausführlicher im Sechsten Kapitel, Abschnitte III und IV sowie Ausblick).Google Scholar
  31. 125.
    Im Sinne von Habermas/Strukturwandel.Google Scholar
  32. 126.
    Eine systematische Analyse der Beziehungen zwischen Wissen und Macht, anhand geschichtlicher Fallstudien, bringt Spinner/Macht.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Helmut F. Spinner

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