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Grands Travaux: Grande Nation? Mitterrands Kunst der Politik war seine Politik der Kunst

  • Ernst Seidl
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Zusammenfassung

Die Begriffe „Grands Travaux“ oder „Grands Projets de l‘Etat1 für meist umfangreiche, oft kulturelle, manchmal auch monumentale Bauten der öffentlichen Hand in Frankreich sind alt und keineswegs nur für Mitterrand spezifisch. So spricht schon Pierre Patte 1765 von den „grands projets d’embellissement“ Ludwigs XV.,2 und Napoleon I. kündigt an: „J’ai fait consister la gloire de mon règne à changer la face du territoire de mon empire. L’exécution de ces grands travaux est aussi nécessaire à l‘intérêt de mes peuples qu’à ma propre satisfaction “.3 1890 nennt Baron Haussmann sogar einen Teil seiner Memoiren „Grands Travaux“.4 Die juristische, jedoch vage Definition des Terminus als öffentlich finanziertes und durch den Staat in Auftrag gegebenes Architekturvorhaben erfolgt im Jahr 1955,5 und der Figaro schreibt 1983 von den „Grands Projets“ der beiden Vorgänger François Mitterrands.6 Darüber hinaus zeigt die schon vor dessen Präsidentschaft gängige Verknüpfung von Begriffen wie „L’Architecture, le Prince et la Démocratie“, so ein auf Valéry Giscard d’Estaing bezogener Buchtitel des Architekturhistorikers Michel Ragon7 aus dem Jahr 1977, daß das heute nur auf Mitterrand bezogene allzu vereinfachende Image eines autokratischen oder gar „monarchistischen“ Bauherren auch in der französischen Demokratie so ungewöhnlich nicht ist.

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Literatur

  1. 1.
    Siehe auch den kurzen Beitrag des Verfassers zu diesem Thema: „L’Etat, c’est l’art! François Mitterrands Politik der Kultur“, in: Neue Zürcher Zeitung, 22.5. 1995, S. 22.Google Scholar
  2. 2.
    In: Pierre Patte: Monuments érigés en France à la gloire de Louis XV, Paris 1765, S. 215.Google Scholar
  3. 3.
    Napoleon I., Kaiser der Franzosen: Correspondance de Napoléon I, Bd. 16, Paris 1864, Nr. 13358.Google Scholar
  4. 4.
    Georges Eugene Baron Haussmann: Grands Travaux de Paris 1853–1870 (Mémoires, 1.2), Paris: Durier 1890 (1979). Schon kurz vorher rückt die Definition der Grands Travaux ab von einer Verknüpfung zum jeweiligen Herrscher — im Fall Haussmanns von Napoleon III. — und nennt das „öffentliche Interesse“ als oberstes Kriterium: „Chantiers d’intérêt public ayant trait aux transports, à la production d’énergie, à l’aménagement des villes et des campagnes.,On supposait que la ville, qui avait entrepris de grands travaux dans les quartiers excentriques, aurait besoin de ces terrains’ (Becque: Corbeaux 1882, II, 9, S. 135),” aus: Centre National de la Recherche Scientifique — CNRS (Hrsg.): Trésor de la Langue Française. Dictionnaire de la langue du XIXe et du XXe siècle (1789–1960), Paris: Gallimard 1994, Bd. 16, S. 549.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Décret du 26 mai 1955, in: Journal officiel de la République Française, Nr. 74, 28. 3. 1985, S. 3615.Google Scholar
  6. 6.
    Le Figaro (o. A.): La Défense: Mitterrand confirme la création du Carrefour de la Communication, in: Le Figaro, 3. B. 1983.Google Scholar
  7. 7.
    Michel Ragon: L’Architecture, le Prince et la Démocratie, Paris: Albin Michel 1977.Google Scholar
  8. 8.
    Eine ganz ähnliche Berufung Peis wiederholte Bundeskanzler Helmut Kohl im Sommer 1996 mit dem beabsichtigten Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums in Berlin, wie übrigens in der Bundesrepublik Deutschland sehr häufig einsame Architektur-Entscheidungen getroffen werden, was jedoch nicht so recht in das föderativ-demokratische Selbstbild passen mag. Da Frankreich von deutscher Warte aus scheinbar so viel einfacher mit vorgefaßter Meinung (,pseudomonarchisch` und,zentralistisch`) beurteilt werden kann, bestimmen diese undifferenzierten Voreingenommenheiten auch durchgehend die Bewertung seiner Architektur.Google Scholar
  9. 9.
    So drohte der zweite Vorsitzende der Jury, der amerikanische Stararchitekt Richard Meier, mit der Niederlegung seines Amtes während des Tête-Défense-Wettbewerbs, falls Mitterrand eine zu große Entscheidungsfreiheit eingeräumt werden sollte. Außerdem empfahl die Jury dem Staatspräsidenten dringend, ihrer Wahl zu folgen, woran sich Mitterrand hielt. Schon diese beiden grundsätzlich verschiedenen Wege der Auswahl beider herausragender Grands Projets, der Grande Arche und des Grand Louvre, belegen, daß keineswegs von einem einheitlichen Vorgehen auf der Suche nach der jeweils besten Architektur gesprochen werden kann, wie es beispielsweise bei Ingve Jan Holland dargestellt wird: Grande Arche und Louvre-Pyramide, München: Scaneg 1996, S. 30 u. Anm. 28. Darüber hinaus wurden bei den Grands Projets unterschiedlichste Wege der Entscheidungsfindung beschritten, von der Bestimmung eines Architekten, über die Einladung einer begrenzten Zahl von möglichen Baumeistern („Konsultation“) oder nationale („eingeschränkte”) Wettbewerbe, bis hin zu anonymen internationalen Wettbewerben unter der Aufsicht der UTA („Union Internationale des Architectes“).Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. dazu EPAD (Etablissement public pour l’aménagement de la région de La Défense): Mission Grand Axe. Consultation internationale sur l’axe historique à l’ouest de la Grande Arche de La Défense, Paris 1991 oder: Ernst Seidl: Grand Axe, in: Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Via triumphalis (Symposionsband der Historischen Kommission zu Berlin), Berlin: Akademie Verlag 1996.Google Scholar
  11. 11.
    Derzeit entsteht im Norden von Paris, in St-Denis, noch ein „Grand Stade“ für die Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich.Google Scholar
  12. 12.
    Nach Jean-Pierre Chevènement ist die Rolle der Kultur in Frankreich und das diesbezügliche Selbstbewußtsein nicht einfach als Kulturchauvinismus zu werten. Der mehrmalige Minister unter Mitterrand sieht diese Haltung darin begründet, daß die Franzosen nicht behaupten würden, ihre Kultur sei die am höchsten entwickelte, sondern daß die Franzosen ganz einfach glauben würden, es sei die Kultur: Jean-Pierre Chevènement, Fritz J. Raddatz: Angst vor Deutschland?, in: Die Zeit, Nr. 32, 2.8. 1996, S. 40.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. dazu die sogenannten „Enthüllungsbücher“ von Edwy Plenel: La part d’ombre, Paris: Stock 1992 und besonders das von Pierre Péan: Une jeunesse française — François Mitterrand 1934–1947, Paris: Fayard 1994 und Jean Montaldo: Mitterrand et les 40 voleurs…, Paris: Albin Michel 1994.Google Scholar
  14. 14.
    Jack Lang: La guerre du goût n’aura pas lieu, in: Revue des deux mondes, Nr. 1, 1993, S. 7–10.Google Scholar
  15. 15.
    Die Publikationen, die einen Gesamtüberblick über die Bauten und das Phänomen der „Grands Projets“ liefern, sind nicht besonders ergiebig: François Chaslin: Les Paris de François Mitterrand. Histoire des grands projets architecturaux, Paris 1985, war ein grundlegendes, jedoch verfrühtes Werk, da kein Projekt zu seinem Erscheinungszeitpunkt abgeschlossen und manche noch nicht begonnen waren. Das Buch der Mission interministérielle de coordination des grandes opérations d’architecture et d’urbanisme und von Cathérine Buard: Architectures capitales. Paris 1979–1989, Mailand/Paris: Electa Moniteur 21989, leistet nicht im Ansatz die kritische Aufarbeitung der frühen Grands Projets Mitterrands und bleibt ebenso an der Oberfläche wie Paulhans Peters in seinem Berliner Ausstellungskatalog: Paris. Die Großen Projekte, Berlin: Ernst 1992, der sich stark daran orientiert.Google Scholar
  16. 16.
    Durch seine anfängliche Skepsis gegenüber einer deutschen Wiedervereinigung, so verständlich sie erscheint, riskierte Mitterrand ernsthafte Verstimmungen mit Helmut Kohl. Der versäumte es allerdings seinerseits, in dieser dramatischen Situation den französischen Staatschef in gebührender Weise über den Verlauf der Entwicklungen zu unterrichten. Vgl. dazu die zahlreichen Memoiren der an dieser Geschichtsphase unmittelbar beteiligten Politiker Margret Thatcher, Hans-Dietrich Genscher, François (und Danielle) Mitterrand, die sich zwar in einigen Nuancen unterscheiden, deren grundsätzlicher Tenor dies jedoch durchgehend bestätigt.Google Scholar
  17. 17.
    Siehe zu diesem Thema neuerdings: Hermann Hipp/Ernst Seidl (Hrsg.): Architektur als politische Kultur. Philosophia Practica, Berlin: Reimer 1996, mit zahlreichen Beiträgen zum Themenkomplex,Architektur, Politik, Philosophie’.Google Scholar
  18. 18.
    Am ausführlichsten dazu und konkurrenzlos: Jean Jenger: Orsay. De la gare au musée, Mailand/Paris: Electa Moniteur 1986. Vgl. auch: Ernst Seidl: Eine Anmerkung zur Baugeschichte der Gare d’Orsay in Paris, in: Architectura, Nr. 22/2, 1992 (1993), S. 179–192.Google Scholar
  19. 19.
    Edgar Pisani: Institut du monde arabe. Occident-Orient, in: Urbanismes 0026 Architecture, Nr. 231/232, 1989, S. 42/43;Google Scholar
  20. zu Nouvel u. a.: Jean Nouvel, Patrice Bollon: Après la tour Eiffel la tour Nouvel?, in: Le Match de Paris, 11. 6. 1992, S. 3–5Google Scholar
  21. oder: Joseph Hanimann: Endloser Turm. Jean Nouvel plant für La Défense, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. 10. 1992.Google Scholar
  22. 20.
    Claire Nogrette: La Cité des Sciences et de l’Industrie du Parc de la Villette. Un processus de création architecturale (Mag. Arbeit, Univ. Paris I), Paris 1988;Google Scholar
  23. Günter Metken: Technik als Spielmaterial. „La Villette“ in Paris. Kulturpark für morgen, in: Süddeutsche Zeitung, 7.7. 1988, S. 35;Google Scholar
  24. Fredy Gsteiger: Im Technik-Tempel, in: Die Zeit, 9. 9. 1994.Google Scholar
  25. Zur Géode unter anderem auch: Ciné-spectacle à La Villette, in: Le Monde Aujourd’hui, Nr. 12 488, 24./25. 3. 1985, S. I V.Google Scholar
  26. 21.
    Das lebendige Quartier der Bastille läßt sich jedoch ganz augenscheinlich weniger durch den Bauriesen beeindrucken, als zunächst erwartet werden konnte. Zur Oper monographisch: Gérard Charlet: L’Opéra de la Bastille. Génèse et réalisation, Mailand/Paris 1989, oder: Michaël Dittmann: Opéra-Bastille. La mécano de la générale, in: Urbanismes 0026 Architecture, Nr. 231/232, 1989, S. 52–53.Google Scholar
  27. 22.
    Vgl. dazu François Chaslin, Virginie Picon-Lefebvre: La Grande Arche de La Défense, Mailand/Paris 1989 sowie die Publikation des Ergebnisses des internationalen Architekturwettbewerbs: SEM-TD (Société d’économie mixte Tête-Défense), Robert Lion et al. (Hrsg.): Tête Défense. Concours international d’architecture, Mailand/ Paris 1984, dann die Publikation des ausführenden Architekten: Paul Andreu, Hubert Tonka: Une Architecture de Johan Otto von Spreckelsen, Paul Andreu: La Grande Arche Tête Défense, Paris-La Défense. Carnet de Route, Paris 1989, die Ausgabe der dänischen Architekturzeitschrift Arkitektur DK, Nr. 1/2, 1990 sowie L’Evénement Média, Nr. 3: „La Revue de la Grande Arche“, 1989, und demnächst mit eingehender politischer und ikonographischer Diskussion, einer architekturhistorischen Einordnung sowie einer ausführlichen Bibliographie: Ernst Seidl: La Grande Arche in Paris. Form, Macht, Sinn, N.N. 1997.Google Scholar
  28. 23.
    Zur Bevorzugung der beiden Grands Projets auf der Achse, Grand Louvre und Grande Arche, durch Miterrand vgl.: François Mitterrand, Guy Dumur, Christiane Duparc (Guy Dumur und Christiane Duparc im Gespräch mit François Mitterrand): „Parce que je suis amoureux de Paris…“. Un entretien avec le président de la République, in: Le Nouvel Observateur, 14. 12. 1984, S. 42–46.Google Scholar
  29. Ausführlich zum Grand Louvre: Dominique Bezombes: Le Grand Louvre: Histoire d’un projet, Paris 1; vgl. auch François Chaslin: Grand Louvre, la guerre est finie, in: Revue de l’art, Nr. 84, 1989, S. 5–8 und Bruno Foucart et al.: Paris mystifié: La grande illusion du Grand Louvre, Paris: Hazan 1985. Über Pei besonders: Bruno Suner: Ieoh Ming Pei, Paris 1988 (dt.: Basel/Berlin/Boston 1989), oder Carter Wiseman: I. M. Pei. A Profile in American Architecture, New York: Abrams 1990.Google Scholar
  30. 24.
    Paul Chemetov: Ministère des Finances. Un ministère à l’est, in: Urbanisme 0026 Architecture, Nr. 231/232, 1989, S. 46–47.Google Scholar
  31. 25.
    Verwunderlich erschien die gänzliche Mißachtung dieses charakteristischen Baus als unmittelbares Vorbild für die im Frühjahr neu eröffnete SPD-Parteizentrale in Berlin („Willy-Brandt-Haus“) durch die bundesdeutsche Architekturkritik — wie dies bei anderen exemplarischen Pariser Bauprojekten ebenfalls zu beobachten war.Google Scholar
  32. 26.
    Emile Biasini, Frédéric Forney: La Bibliothèque de France fonctionnera!, in: Le Figaro, 12.9.1991, S. 18; besonders interessant: der Aufruf von Intellektuellen zugunsten einer neuen Bibliothèque Nationale: Roger Chartier, Françoise Héritier-Augé, Bruno Latour, Jacques Le Goff et al.: Pour une nouvelle Bibliothèque Nationale, in: LM, 11./12.7. 1993, S. 10.Google Scholar
  33. 27.
    Vgl dazu: Maribel Königer: Landnahme im Osten, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 166, 20./21.7. 1996, S. 40.Google Scholar
  34. 28.
    Joachim Fritz-Vannahme, einer der einflußreichsten deutschen Frankreich-Korrespondenten in der Ara Mitterrand, überzeichnet durch den extremen Wortgebrauch in seinen Artikeln mehrmals das Image eines autokratischen und monarchischen Präsidenten. Schon die Begriffe Fürstenherrlichkeit, Imperator und Pharao (in: Das Neue Paris, Dortmund 1991, S. 13), Patriarch und Regent (in: Die Zeit, Nr. 20, 1991, S. 11) oder König und Monarch (in: Die Zeit, Nr. 48, 1991, S. 12) zeigen den simplifizierenden Umgang mit diesem Bild, was sich dann auch unmittelbar auf die Rezeption der Architektur niederschlug.Google Scholar
  35. 29.
    Die „Charta von Athen“ aus dem Jahr 1933 legte neue und einflußreiche Leitsätze zum Städtebau fest, die in der radikalen Ablehnung historisierender Tendenzen, vor allem aber in der strikten Funktionstrennung der städtischen Lebensbereiche (Wohnen, Arbeiten, Verkehr etc.) gipfelte (Le Corbusier: La Charte d’Athènes, 1943). Sie wurde durch die internationale Architektenvereinigung CIAM (Congrès International d’Architecture Moderne; Gründung: 1928, Auflösung: 1959) unter Federführung von Le Corbusier entwickelt.Google Scholar
  36. 30.
    Zur Geschichte des Gebietes La Défense und ihren plans masses am ausführlichsten Georges Weill (Hrsg.): La Perspective de la Défense dans l’art et l’histoire (Ausst. Kat.: Archives départementales des Hauts-de-Seine, Nanterre), Nanterre 1983 oder auch Patrick Demeyer, EPAD (Hrsg.): La Défense. 30 Ans, 30 Evénements, Nanterre o. J. (1988), engl.: La Défense: History and Stories, 21991.Google Scholar
  37. 31.
    Im übrigen warnte schon einer der bedeutendsten Exegeten der modernen Architektur davor, eine funktionalistische Scheinrationalität zum allein seeligmachenden Paradigma von Architektur zu machen, ohne Emotion, wandelhafte Asthetiken, ironische Anspielung und irrationale Faszination zuzulassen, wie sie dem Menschen eignen und auch in monumentaler Bauform („ein menschliches Bedürfnis“) zum Ausdruck kommen. Sigfried Giedion: Architektur und Gemeinschaft, Hamburg: Rowohlt 1956, S. 27.Google Scholar
  38. 33.
    Das Gegenargument von Wulf Eichstätt, Industriebrachen weiter verfallen zu lassen oder verödete und ungenutzte zentrale Stadtteile wie den Louvrehof nicht zu beleben, damit die mögliche Aufwertung des benachbarten Gebietes die Mietpreise beispielsweise in der Rue de Rivoli nicht ansteigen läßt (als ob dort eine sozial schwache Mieterschicht geschützt werden müßte oder keine juristischen Mittel zur Mietpreisbindung existierten), kann nicht recht überzeugen. Vgl. Wulf Eichstädt: Paris monumental. Über die Grands Projets der Ära Mitterand (sic!), in: Ästhetik und Kommunikation, Nr. 67/68: „Kulturgesellschaft“, 1987, S. 145–149.Google Scholar
  39. 34.
    Jacques Rigaud: La culture et le pouvoir, in: Revue des deux mondes, Nr. 4, April 1989, S. 61–70.Google Scholar
  40. 35.
    Zu den landesweiten Revolutionsfeierlichkeiten und kulturellen Unternehmungen in der französischen Provinz („déparisianiser le bicentenaire“) vgl. Klaus Herding: Begräbnis oder Apotheose? Die Zweihundertjahrfeier der Revolution im Zeichen des französischen Historikerstreits, in: Merkur, 8/1988, S. 697f.Google Scholar
  41. 36.
    Zu den meist übersehenen 35 Grands Projets der Provinz gehören unter anderem: eine Ecole nationale supérieure de la danse für Marseille, ein Conservatoire national supérieur de la musique, der Neu-/Umbau der Oper und ein Institut Lumière in Lyon, die Corderie Royale in Rochefort, eine Ecole nationale de la photographie in Arles, ein Musée national de la bande dessinée in Angoulême, die Archives du monde du travail in Roubaix, ein Musée de la sculpture en plein air in Montpellier, eine Maison du Livre et de l’Image in Villeurbanne, ein Centre national de l’art contemporain mit einem Musée de l’art contemporain in Grenoble, ein Centre national de la mer in Boulogne-sur-Mer sowie eine ganze Reihe von Veranstaltungshallen nach dem Vorbild des Zénith im Pariser Parc de la Villette u.a. in Montpellier, Vénissieux, Mérignac, Lorient.Google Scholar
  42. 37.
    So trennt zum Beispiel Gerwin Zohlen fragwürdigerweise die „absolutistischen Signale“ der Architektur von der demokratisch-republikanischen Verfaßtheit des französischen Saates: Gerwin Zohlen: Staatsgroße Projekte, in: Baumeister, Nr. 7, 1992, S. 7. Wulf Eichstädt kritisiert unrichtig erstens das Fehlen von (sozialen) Wohnungsbauprogrammen im Konzept der Grands Projets, was einerseits nach deren Definition schon grundsätzlich nicht möglich ist, andererseits aber im Schatten der Großprojekte in großen Zügen unter der sozialistischen Regierung durchgeführt wurde, und zweitens kann er keinerlei kulturelle Notwendigkeit für die Projekte erkennen, weder bei der hoffnungslos überquellenden Bibliothèque Nationale, noch bei der kaum noch zu bespielenden Opéra Garnier, noch bei der dringend erforderlichen Neukonzeption und Modernisierung des Louvre, noch bei der zwingenden urbanen Belebung des verödenden Quartiers La Défense: Eichstädt, a.a.O. (Anm. 36), S. 145. Reinhard Knodts ein wenig realitätsferne, aus dem Blickwinkel der ökologischen Perspektive der neunziger Jahre auf die Konzepte der frühen sechziger Jahre gerichtete Kritik verlangte gar die utopische Renaturierung des Viertels La Défense, ohne die verändernde Wirkung des Monuments Grande Arche zur Kenntnis zu nehmen. Die Philippika enthielt zudem kaum ein sachlich richtiges Faktum, was auch die Beschäftigung des Autors mit dem Thema hätte belegen können: Reinhard Knodt: Die Arche und die Vögel. Technischer Raum als städtische Landschaft, in: Lettre International, Nr. 18, 1992, S. 52–53. Das Nachrichtenmagazin der Spiegel enthielt sich in zwei Artikeln sogar jeglicher kritischen Argumente: Karl-Heinz Krüger: Die PyramidenGoogle Scholar

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© Leske + Budrich, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Ernst Seidl

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