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Fragestellung und Aufbau der Arbeit

  • Ulrich Otto
Part of the Perspektiven der Sozialpolitik book series (PSOZPOL)

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird der Modellversuch zunächst beschrieben. Darüberhinaus aber soll versucht werden, am Beispiel der Seniorengenossenschaften Grundzüge einer modernen sozialen Altenarbeit zu entwickeln. Auf das Modellprogramm wird dabei in doppelter Hinsicht Bezug genommen: Zum einen birgt es bereits selbst eine Reihe positive Merkmale, die Bausteine einer solchen Altenarbeit darstellen können. Als konkretes Experiment mit konkreten Menschen bietet e saber zugleich die Chance, sich an seinen Begrenzungen, an möglicherweise problematischen Schwerpunktsetzungen kritisch abarbeiten zu können. Die empirischen Informationen, die der Arbeit zugrundeliegen, wurden im Verlaufe der wissenschaftlichen Begleitung der ersten Projektphase des Modellprogramms Seniorengenossenschaften gewonnen (vgl. Zu den Ergebnissen Otto 1992; 1992a; 1992b; 1993; 1993a; 1995).

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Literatur

  1. 11.
    Eine solche Gerontologisierung des Forschungsprofils von Disziplinen oder disziplinaren Forschungsfeldern läßt sich z.B. in der Medizin, Soziologie, Psychologie und Sozialpolitikforschung nachzeichnen.Google Scholar
  2. 12.
    Unter anderem wird über eine problemorientierte Verbindung und Vernetzung von Disziplinen im Sinne von Multidisziplinaritat und Interdisziplinarität diskutiert. Daran wird kritisiert, daß auch dieser Ansatz aus wissenschaftssystematischer Sicht zu kurz greift, insofern ihm die synthetische Kraft fehle (vgl. Mittelstraß u.a. 1992: 697). Die Arbeitsgruppe “Altern und gesellschaftliche Entwicklung” der Akademie der Wissenschaften zu Berlin plädiert aufgrund der Qualität der Problemlagen und der Komplexität des erforderlichen Zugriffs dafür, Gerontologie als transdiziplinäres Forschungsfeld zu verstehen (vgl. Baltes/Mittelstraß 1992a: VHff.). “Dies bedeutet keineswegs, daß die Disziplinen verschwinden, sondern daß sich die Forschung aus ihren disziplinaren Grenzen löst, Theoriebildungen, Methoden und Erkenntnisinteressen miteinander verbindet, also gerade (...) Begrenzungen verliert, die disziplinare Forschung bestimmen” (Mittelstraß u.a. 1992: 697). Disziplinare Kompetenzen und disziplinare Tiefe werden in einem solchen Konzept keineswegs entwertet oder gar ersetzt, sondern erscheinen im Gegenteil als Voraussetzung derselben (vgl. dazu Baltes/Baltes 1992). Eine adäquate forschungs- und problemorientierte Verbindung der Disziplinen muß in dieser Perspektive über deren Nebeneinanderstellung und Addition im Rahmen von Multidisziplinaritat ebenso hinausgehen wie über gegenwärtig praktizierte Interdisziplinarität, die sich als Kooperation auf Zeit darstellt, dabei aber die Disziplinen läßt wie sie sind. “Transdisziplinarität verändert die disziplinare Forschung, richtet sie nach nichtdisziplinär definierten Problemlagen aus, gibt der disziplinaren Forschung neue Akzente oder sogar ein neues Profil. In diesem Sinne könnte Transdisziplinarität auch als wirklich geglückte Interdisziplinarität verstanden werden, nämlich so, wie Interdisziplinarität eigentlich einmal konzipiert war” (Mittelstraß u.a. 1992: 697).Google Scholar
  3. 13.
    Auf die bereits seit über drei Jahrzehnten unterbreiteten Vorschläge, eine spezielle Wissen Schaftsdisziplin im Schnittfeld von Gerontologie und Pädagogik zu begründen, ist hier nicht näher einzugehen. Entsprechende Konzeptionen einer Gerontagogik (vgl. Bollnow 1962; 1966, Kap. III) oder Geragogik (vgl. Mieskes 1970; 1971) haben sich zwar disziplinar nicht durchgesetzt, sind aber bis heute immer wieder Bezugspunkt von aktuellen Arbeiten (vgl. Weinbach 1983; Pfrogner 1992). Sowohl in jenen Ausprägungen, die einen engen Bildungsbegriff zugrundelegen als auch in jenen, die auf anthropologischen Vorstellungen von Abbau und entsprechenden Sonderbehandlungen beharren, finden sich wenig Kompatibilitäten mit den in dieser Arbeit vertretenen Vorstellungen. Daneben gibt es allerdings Ansätze, die diesen mit einem offenen und dynamischen Bildungsbegriff sehr nahe kommen.Google Scholar
  4. 14.
    Was das bedeuten könnte, hat beispielsweise die Arbeitsgruppe “Altern und gesellschaftliche Entwicklung” der Akademie der Wissenschaften zu Berlin gezeigt. Sie formuliert fünf allgemeine Grundsätze, die im Sinne eines ersten konzeptionellen Hintergrundes für die Forschungshorizonte der Gerontologie vorgeschlagen werden. Die Stichworte lauten: Altem als lebenslanger Prozeß; Altern als mehrdimensionales und multidirektionales Phänomen auf der Basis (teilweise widersprüchlich ablaufender) biologischer, sozio-ökonomischer und psychologischer Prozesse; Altem als différentielles Phänomen, das beträchliche Streuungen in mehreren Dimensionen aufweist; Altern kann nicht mit Abbau gleichgesetzt werden; Alter als eine Phase, die im Vergleich mit anderen Lebensstufen (wie Kindheit oder Jugend) eine noch relativ wenig ausdifferenzierte Lebensphase darstellt. Vgl. Mittelstraß u.a. (1992: 698f.). Einen überblicksartigen Eindruck wichtiger Fragestellungen und Brennpunkte der Gerontologie vermitteln Binstock/George (1990); Oswald u.a. (1991); Baltes/Mittel-straß (1992).Google Scholar
  5. 15.
    Die Einlösung der Forderung einer erst so möglich werdenden Alternsforschung als interventiver Wissenschaft steht sowohl vor komplexen inhaltlichen als auch methodologischen Herausforderungen. Die besonderen Problemlagen, mit denen sie es zu tun hat, seien nur an drei wichtigen Bereichen verdeutlicht: Bedürfnis-, Bedarfs- und Akzeptanzforschung; Implementations- und Wirksamkeitsanalysen in der Versorgungsforschung; politische Steuerung und Analyse der Umsetzung politischer Maßnahmen.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Ulrich Otto

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