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Einführung

  • Ulrich Otto
Part of the Perspektiven der Sozialpolitik book series (PSOZPOL)

Zusammenfassung

Das Thema Alter und Altern beschäftigt die Öffentlichkeit, die Politik und die Wissenschaft in ungebrochener, wenn nicht steigender Intensität. Dafür gibt es einen strukturellen und zeitüberdauernden Grund: “Wir sind alle an Gerontologie und ihren Erkenntnissen interessiert. Denn anders als mit anderen Fragen des menschlichen Lebens (etwa der Geschlechts- oder Bildungsunterschiede oder des Problems der Arbeitslosigkeit), wo man über ‘andere’ forschen und urteilen kann, nehmen wir am Altern alle teil, antizipatorisch und/oder tatsächlich” (Mittelstraß 1992: 720).1

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Literatur

  1. 1.
    Die Unterscheidung von Alter und Altern hebt darauf ab, daß im einen Falle die älteren Menschen und das Resultat des Altwerdens im Vordergrund stehen, im anderen Falle die Untersuchung von Prozessen und Mechanismen, die zum Alter führen und die dem Altwerden zugrundeliegen.Google Scholar
  2. 2.
    Zur demographischen Alterung vgl. als Überblick Dinkel (1992), zu einer soziologischen Analyse der demographischen Risiken des Sozialstaats vgl. Leisering (1992).Google Scholar
  3. 3.
    Zur Analyse des entsprechenden sozialpolitischen Diskurses und resultierender Regelungen seit den späten sechziger Jahren vgl. Dieck (1992a).Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. insbesondere die neueren Armutsberichte: Hauser/Hübinger (1993); Hanesch u.a. (1994) sowie Gutberlet/Hauser (1991); bezüglich der Armut bei alten Frauen Naegele (1992).Google Scholar
  5. 5.
    Die entsprechenden Fragestellungen werden in dieser Arbeit nicht genauer berücksichtigt; vgl. zu einem Überblick Dieck (1992). Ebensowenig wird auf die Lebenssituation älterer Menschen in den neuen Bundesländern (vgl. dazu Schwitzer 1992) und die daraus resultierenden speziellen Herausforderungen genauer eingegangen.Google Scholar
  6. 6.
    Auf eine Gesamtdarstellung dessen, was als Sozialpolitik für Ältere bezeichnet werden kann, wird in der vorliegenden Arbeit mit Verweis auf geeignete Übersichtsdarstellungen verzichtet. Vgl. Bäcker u.a. (1989a); Dieck/Steinack (1987); Alber (1991); Dieck (1993). Zum herausragenden Aspekt der Alterssozialpolitik auf kommunaler Ebene vgl. Gitschmann (1987).Google Scholar
  7. 7.
    Daß sie dafür nur eine schmale Basis hat, zeigt sich daran, daß der 1971 von Tews in seiner Soziologie des Alters geäußerte Befund im Grundsatz und im internationalen Vergleich unverändert gilt: Trotz der Klagen über die ‘Überalterung’ unserer Bevölkerungsstruktur, trotz des immer wieder zitierten hohen und sich weiter erhöhenden Altenanteils in unserer Bevölkerung und dem daraus sich verstärkenden Altenproblem (...) hat sich gerontologische Forschung im deutschen Bereich noch keineswegs angemessen institutionalisiert” (Tews 1971: 1).Google Scholar
  8. 8.
    Zum Begriff der Innovation im Kontext des Konzepts sozialen Wandels vgl. Baldock/Evers (1991b: 87ff.).Google Scholar
  9. Zur Erörterung von Gemeinschaft und darauf bezogenen Interventionsformen vgl. Puch (1988), zur Thematisierung der Tradition von Voluntary Action von Tocqveville über Lerner bis zu Bellah vgl. van Til (1988: 13ff.), zu einer Thematisierung im Kontext von Sozialpädagogik vgl. Opielka (1992).Google Scholar
  10. 10.
    Ohne hier eine systematische Debatte über den Politikbegriff und die allgemeine Funktionsbestimmung von Sozialpolitik beginnen zu wollen, ist daran zu erinnen, daß sich in der Altenpolitik letztlich jene Diskussion wiederholt, “die es immer wieder auch bezogen auf das generelle Verständnis von Sozialpolitik zu führen gilt. Folgt man einem Definitionsvorschlag von N ahn sen, so ist Sozialpolitik als Zweig der praktischen Politik enger ausgerichtet als andere Zweige insoweit, als sie sich konzentriert auf Stellen möglicher oder tatsächlicher Konflikte im Geseüschaftsgefüge. Sozialpolitik ist inhaltlich umfassender als andere Politiken, indem sie die Existenz ihrer Adressaten zu berücksichtigen und gegebenenfalls umzugestalten hat. Sowenig Sozialpolitik sich auf eine Politik der sozialen Sicherung reduzieren läßt, sowenig ist Altenpolitik auf eine Auswahl von Lebenslagemerkmalen alter Menschen einzuengen — oder gar auf Aspekte dieser Lebenslagemerkmale. Vielmehr ist die Gesamtheit jener Maßnahmen altenpolitisch relevant, die Einfluß nehmen auf Lebenssituationen im höheren Alter. Altenpolitik kann die Rahmenbedingungen nicht ausklammern, innerhalb derer sich Alternsprozesse in unserer Gesellschaft gestalten und die — weitergehend — das individuelle Altersschicksal bestimmen” (Dieck 1993:187f.). Etwas konkreter formuliert ist dann Ziel von Alterssozialpolitik “vor allem die Bekämpfung und Überwindung von sozialen Ungleichheiten im Alter, in einer weitergehenden Perspektive die soziale Gestaltung von Lebensverhältnissen älterer Menschen insgesamt, d.h. die Sicherstellung und Schaffung von gleichberechtigten Lebenschancen und gleicher Lebensqualität — gemessen an denen der übrigen Bevölkerung” (Naegele/Tews 1993a: 347).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Ulrich Otto

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