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Demokratie und Entwicklung: Die Beobachtung der Parlamentswahl in Sri Lanka 1994

  • Christian Wagner
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Zusammenfassung

Der mit dem Ende des Ost-West-Konflikts eingeleitete Prozeß der politischen Transformation bzw. des Systemwechsels1 von autoritären Regimen hin zu demokratischen Regierungen ist in vielen Ländern durch nationale und internationale Wahlbeobachtergruppen kontrolliert und begleitet worden. Vor allem in afrikanischen Staaten haben internationale Wahlbeobachtergruppen die ersten freien und allgemeinen Wahlen — als Symbol und Herzstück des neuen demokratischen Systems — beobachtet.2

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Literatur

  1. 1.
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  15. 8.
    Der Bevölkerungsanteil der einzelnen ethnischen Gruppen stellte sich laut dem letzten Zensus wie folgt dar: Singhalesen (74,0%), Sri-Lanka-Tamilen (12,6%), Moors (Muslime) (7,1%), Indische Tamilen (5,5%), Andere (0,8%), vgl. Central Bank of Sri Lanka, Economic and Social Statistics of Sri Lanka 1991, Colombo 1992, S. 9.Google Scholar
  16. 9.
    Der Begriff der Tamilen wird im folgenden nur für die Sri-Lanka-Tamilen verwendet, die von dem Konflikt betroffen waren. Hiervon zu unterscheiden sind die Indischen Tamilen, die vor allem im Plantagensektor im Hochland beschäftigt sind und nach der Unabhängigkeit — mit den Stimmen der Sri-Lanka-Tamilen — ausgebürgert wurden.Google Scholar
  17. 10.
    Diese Sichtweise veranlasste Singer zu der ironischen Bemerkung: „First of all, the Sinhalese have simply never understood the concept of »federalism’“, M.R. Singer, Sri Lanka’s Tamil-Sinhalese Ethnic Conflict. Alternative Solutions, in: Asian Survey, 32 (1992) 8, S. 713.Google Scholar
  18. 11.
    Zum tamilischen Nationalismus und zur Rolle der tamilischen Guerillagruppen vgl. D. Hellmann-Rajanayagam, The Tamil Militants — Before the Accord and After, in: Pacific Affairs, 61 (1988/89) 4, S. 603–619.Google Scholar
  19. 12.
    Vgl. C. Wagner, Zurück in die Zukunft: Sri Lanka nach dem indo-srilankischen Beistandsvertrag von 1987, in: Asien, (1990) 34, S. 22–36.Google Scholar
  20. 13.
    Vgl. A.C. Alles, Insurgency 1971. An Account of the April Insurrection in Sri Lanka, Colombo 1979.Google Scholar
  21. 14.
    Vgl. J. Rösel, Geheimnis, Terror und der Zerfall staatlicher Macht auf Sri Lanka, in: T. Scheffler (Hrsg.), Ethnizität und Gewalt, Hamburg 1991, S. 204–220.Google Scholar
  22. 15.
    Der Verfasser war Mitglied der internationalen Wahlbeobachtergruppe, die sich vom 10. bis 21. August 1994 auf Einladung des Commissioner of Elections zur Beobachtung der Parlamentswahlen auf Sri Lanka aufhielt. Die Gruppe bestand aus 44 Personen aus zwölf Staaten. Die größte Delegation kam aus Großbritannien mit acht Teilnehmern, gefolgt Pakistan und Bangladesh (jeweils sieben Teilnehmer), Indien (fünf Teilnehmer), USA (vier Teilnehmer), Kanada (drei Teilnehmer), Australien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Malaysia (je zwei Teilnehmer) sowie jeweils ein Teilnehmer aus Guyana und von der internationalen Juristenkommission.Google Scholar
  23. 16.
    Ein Panaschieren oder Kumulieren der Stimmen ist nicht möglich.Google Scholar
  24. 17.
    Der Distrikt Digamadulla liegt im südlichen Teil der Ostprovinz und gilt als unterentwik-kelte Region. Er hat den landesweit höchsten Anteil an Muslimen, ca. 40% der Bevölkerung, und wurde von den Tamilen stets als Teil eines eigenen tamilischen Staates — gegen den Willen der Muslime — reklamiert.Google Scholar
  25. 18.
    Interviews des Verfassers in Ampara, 14./15. August 1994.Google Scholar
  26. 19.
    Es sei angemerkt, daß die Beamten die Nacht in den z.T. in entlegenen Dschungelgebieten liegenden Wahllokalen verbrachten.Google Scholar
  27. 20.
    Vgl. The International Observer Group, Report of the Parliamentary General Election of Sri Lanka, 16th August 1994, Colombo 1994, S. 23.Google Scholar
  28. 21.
    Zur Analyse des Wahlergebnisses und seiner politischen Konsequenzen vgl. C. Wagner, Demokratischer Wandel und politische Stabilität? Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Sri Lanka 1994, in: Asien, (Januar 1995) 54, S. 41–43.Google Scholar
  29. 22.
    Interviews in Colombo, 13. August 1994.Google Scholar
  30. 23.
    Aufgrund der geringen Stimmenzahl war es möglich, daß ein Kandidat der EPDP mit nur 351 Stimmen ins Parlament gewählt wurde.Google Scholar
  31. 24.
    Die Stimmen für den SLMC wurden nicht in Jaffna (Stadt) selbst abgegeben, sondern in den Flüchtlingslagern im Distrikt Puttalam, in denen viele der von der LTTE aus Jaffna vertriebenen Muslime zur Zeit der Wahl lebten. Der SLMC hat es dort verstanden, die Flüchtlinge zu registrieren und zur Stimmabgabe zu bewegen. Bei der Auszählung wurden die Stimmen dann dem Heimatdistrikt der Flüchdinge zugerechnet.Google Scholar
  32. 25.
    Vgl. The International Observer Group (Anm. 22), S. 24–28.Google Scholar
  33. 26.
    Interviews in Colombo, 19. August 1994.Google Scholar
  34. 27.
    R.K. Chandrananda de Silva, Report of the Commissioner of Elections on the Ninth Parliamentary General Election of Sri Lanka held on 15.02.1989, Colombo 1993, S. 186.Google Scholar
  35. 28.
    April 1993: Oppositionsführer Lalith Athulathmudali, Mai 1993: Staatspräsident Rana-singhe Premadasa, Oktober 1994: Oppositionsführer Gamini Dissanayake.Google Scholar
  36. 29.
    Die sozio-ökonomische Stellung der Muslime ist z.B. — in Relation zu ihrer Bevölkerungsgröße — noch schlechter, d.h. der Anteil der Muslime in bestimmten Bereichen des öffentlichen Sektors liegt deutlich niedriger als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Es verwundert nicht, daß sich in der Zwischenzeit mit dem SLMC eine muslimische Partei gebildet hat, die immer wieder genau auf diese Argumentationslogik zurückgreift und auf der Grundlage ihres 7%-igen Bevölkerungsanteils entsprechende Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Muslime fordert, vgl. C. Wagner, Die Muslime Sri Lankas, Freiburg 1990, S. 211–226.Google Scholar
  37. 30.
    D.L. Horowitz, Democracy in Divided Societies, in: Journal of Democracy, 4 (1993) 4, S. 18.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Christian Wagner

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