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Ansätze europäischer Identität im Global Age Eine Skizze

  • Hermann Schwengel

Zusammenfassung

Martin Albrow hat in seinem Buch: The Global Age. State and Society beyond Modernity (1996)2, und vor allem in einem Aufsatz: Europa im globalen Zeitalter (Albrow 1998b) die Konsequenzen der Globalisierung für Europa diskutiert, die unsere von der Epoche der europäischen Nationalstaaten geprägten Vorstellungen von Demokratie in Frage stellen, sowie — und das ist das Thema, um das es hier gehen soll — unseren Begriff der Identität. Theoriegeschichtlich mache ich dabei die vielleicht etwas überraschende Beobachtung, dass die außerordentliche Diffusion der Globalisierungdebatte und die Diffusion der Identitäts- und Lebensstildebatte miteinander vermittelt zu keiner gesteigerten Diffusion führen, sondern Ansätze wechselseitiger Klärung bereitstellen. Ausgehend von Albrows Skizze will ich deshalb zunächst die verschiedenen Motive der Globalisierung in eine Form bringen, die für die Frage nach der europäischen Identität tatsächlich vorbereitet ist, das heilst die die kollektive und politisch-geographische von der individuellen und sozialisationstheoretischen Dimension unterscheiden kann, um sie danach wieder zusammenzusetzen. Albrow hat vier eher deprimierende Szenarien zukünftiger europäischer Entwicklung seinem Aufsatz vorangestellt, die alle gemeinsam haben, die Vermittlung europäischer Identität und der Identität der vielen Europäer und Europäerinnen allzu kompakt und nahezu undurchdringlich zu porträtieren. Eine durch die europäischen administrativen und politischen Institutionen geprägte Identität finde, so ein erstes Szenario, ihr Vorbild eher in alten Kulturen wie der Ägyptens oder Chinas — für Nietzsche war China ein Synonym für bürokratische und kulturelle Versteinerung; so Albrow — als in der Dynamik von Märkten und Nationen.

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Authors and Affiliations

  • Hermann Schwengel

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