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Askese bei Aldi? Zur Logik von Distinktion und Askese in der Gegenwartsgesellschaft

  • Joachim Winkler

Zusammenfassung

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit machte die Zeitschrift „Der Spiegel“ einen Titel zum Luxus auf. Diese lange gepflegte Tradition der 80er Jahre, der eigenen Klientel die geschmackvollen und legitimen Symbole des weihnachtlichen Konsums zu annoncieren, endet in den 90er Jahren abrupt. Im Jahre 1997 warteten die Spiegelleser vergebens. Stattdessen erfuhren sie, dass „Die Reichen reicher, die Armen ärmer...“ werden und uns „Die gespaltene Gesellschaft“ bevorstehe (Der Spiegel Nr. 40 v. 29. September 1997). Bei steigender Arbeitslosenquote (von 6,7% in 1991 auf 11,4% in 1997, gleichbedeutend mit zwei Millionen Arbeitslosen mehr), steigender Sozialleistungsquote (von 29,0% in 1990 auf 34,4% in 1997), d. h. beim Steigen des Sozialbudgets (von 883 Milliarden in 1991 auf 1.256 Milliarden in 1997, d. h. um 373 Milliarden höher) ist schlecht schreiben vom Luxus. Die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates ist auf Crash-Kurs. In dieser Zeit werden alte, fast vergessene Slogans wieder benutzt — Gürtel enger schnallen, Maß halten etc. — und es wächst die Not: „Zum Jahresende 1997 waren 2,89 Mill. Personen auf Sozialhilfe im engeren Sinne angewiesen, das sind 3,5% der Bevölkerung“, so der Bericht des Statistischen Bundesamtes: „Sozialhilfe in Deutschland. Entwicklung und Strukturen“ (http://www.bma.de/de/sozialhilfe/stabu.htm).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Joachim Winkler

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