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Versorgungsmentalität und Risikoerfahrung in der Wohlfahrtsgesellschaft

  • Manfred Prisching

Zusammenfassung

Von der „Wohlfahrtsgesellschaft“, nicht nur vom „Wohlfahrtsstaat“ ist hier die Rede. Der Letztere ist ein praktikables und ehrenwertes System, das die dynamischen Qualitäten einer Marktwirtschaft mit den Prinzipien eines Lebens in Würde vereint, und er kann als eine bewundernswerte Innovation abendländischen Sozialdenkens aufgefasst werden. Mit dem Begriff der „Wohlfahrtsgesellschaft“ wollen wir mehr andeuten als bloß die Einrichtung einer angemessenen Sozialversicherung: Wir fassen eine Gesellschaft ins Auge, in der eine ausgeprägte Wohlfahrtsstaatlichkeit die Persönlichkeiten und sozialen Beziehungen prägt. Insofern wollen wir die enormen Leistungen, den abendländischen Wohlfahrtsstaat erdacht und umgesetzt zu haben, würdigen, bei der Analyse seiner langfristigen Entwicklung aber die eher krisenhaften und problematischen Folgen herausarbeiten. Dies soll das Modell nicht als ganzes diskreditieren; wohl aber wird daraus ein Reformbedarf ersichtlich, der in dem weltanschaulichen Streit um die Konfiguration des Wohlfahrtsstaates oft abgetan und verdrängt, oft überzogen und vereinseitigt dargestellt wird.

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  • Manfred Prisching

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