Advertisement

Südafrika pp 75-127 | Cite as

Neo-Apartheid: Eine Bilanz der Ära Botha

  • Hanns W. Maull

Zusammenfassung

Die Ära Botha endete, wie sie begann: mit einem Machtkampf in der National Party. Am 15. August 1989 trat Pieter Willem („Pee Wee“) Botha als Staatspräsident zurück und räumte damit eine mit überwältigender Machtfülle ausgestattete Position. Der Rücktritt brachte zugleich einen Eklat: In einer Fernsehansprache an die Bevölkerung rechnete Botha verbittert ab mit seinen Parteifreunden und Kabinettskollegen, die ihm die Gefolgschaft aufgekündigt hatten. Das „große Krokodil“ (so P.W. Bothas politischer Spitzname) nahm dabei kaum noch Rücksicht auf seine eigene Partei. Vor allem jedoch versuchte er, seinen Nachfolger Frederik Willem de Klerk nach Kräften zu diskreditieren, indem er an die alte Furcht der Buren vor der „schwarzen Gefahr“ appellierte. Mit diesem Fernsehauftritt verabschiedete sich ein Mann, der die weiße Politik Südafrikas über vierzig Jahre lang mitgeprägt hatte: als Abgeordneter der National Party seit 1948; seit 1966 als Verteidigungsminister; und zuletzt, seit 1978, als Premierminister und dann später als Staatspräsident.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Hierzu etwa P.W.Botha, Südafrika — Perspektiven für die Zukunft, in: Internationales Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus (ed), Südafrika — Krise und. Entscheidung, Bd. II, München 1987. pp.11 — 26 (16):,.. das der Vergangenheit angehörende Konzept der Apartheid (ist) überholt“.Google Scholar
  2. 2.
    Leonard Binder, South Africa at War, White Power and the Crisis in Southern Africa, Westport 1985, pp.l2ff. Einzelheiten des Muldergate-Skandals um massive Veruntreuung von Staatsgeldern im Rahmen einer geheimen Desinformationskampagne finden sich ebda. in Kap. 6 und AnhangBGoogle Scholar
  3. 3.
    Anthony Sampson, Weißes Geld und schwarzer Widerstand, Reinbek 1987, S. 152 f. (’rororo Aktuell No. 12229); Graham Leach, South Africa, London 1987, S. 46f.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. hierzu insbesondere Weekly Mail, 29. Sept. - 5. Okt. 1989 sowie Front File, Vol. 3 No. 11, August Extra 1989.Google Scholar
  5. 5.
    Die Darstellung stützt sich hier vor allem auf Front File, Vol 3, Nos. 9ff.Google Scholar
  6. 6.
    Merle Lipton, Capitalism and Apartheid, Aldershot 1985, S. 140 ff. u. 235 ff. Vgl. hierzu auch den Beitrag Schmüdderich.Google Scholar
  7. 8.
    Hierzu insbesondere Lipton, op.cit., Teil BGoogle Scholar
  8. 9.
    Ebda., S. 231ff.; Sampson, op.cit., S. 143 ff.Google Scholar
  9. 10.
    Sampson, op.cit., S. 143ff.; Lipton, op.cit., S. 231 ff.Google Scholar
  10. 11.
    Leo Kuper, African Nationalism in South Africa, 1910 — 1964, in: M.Wilson, L.Thompson (eds), South Africa 1870 — 1966, Oxford 1971, S. 424476 (459), (The Oxford History of South Africa, Vol.2)Google Scholar
  11. 12.
    Dieses Dilemma war schon frühen Advokaten und Architekten des Apartheidsystems geläufig: Vgl.hierzu etwa die folgende Aussage von J.G. Strydom, der 1954 Premierminister wurde, aus dem Jahr 1942 — hier zustimmend zitiert von Henrik Verwoerd, einem weiteren Ministerpräsidenten der NP und Architekten der Apartheid — in einer Parlamentsrede aus dem Jahr 1948: (Eine völlige Trennung),,… wäre die Ideallösung, die jedoch in der Praxis nicht durchgeführt werden kann, weil — ganz abgesehen von allen anderen Unterschieden — unsere Farmer und tausende, ja zehntausende anderer, die die Dienste der Eingeborenen und Farbigen als Arbeitskräfte in Anspruch nehmen, damit nicht einverstanden wären“. (Zit.nach Anthony Lemon, Apartheid in Transition, Aldershot 1987, S. 48)Google Scholar
  12. 13.
    Chr. Sodemann, Die Gesetze der Apartheid, Bonn 1984, S. 25. 1986 wurden nach Angaben des South African Institute of Race Relations (Race Relations Survey 1986, Part 1, Johannesburg 1986, S. 3 f.) 1.102 Südafrikaner umklassifiziert, darunter 387 Afrikaner zu Farbigen und 314 Farbige zu Weißen.Google Scholar
  13. 14.
    Omond, op.cit., S. 23ff.; Sodemann, op.cit., S. 23ff.; Laws…, S. 1 ff. 15 Vgl. hierzu Harold D. Nelson (ed), South Africa, A Country Study, Washington 1981, S. 92 f (Area Handbook Series)Google Scholar
  14. 16.
    Zu den Folgen vor allem Omond, op.cit., S. 30 ff.Google Scholar
  15. 17.
    Etwa 11.500 Menschen wurden seit 1950 aufgrund dieser beiden Gesetze verurteilt; zu den Verurteilten zählten Angehörige aller Schichten, darunter die Sekretärin eines ehemaligen Ministerpräsidenten. Mindestens 16 Weiße begingen aufgrund dieser Gesetzgebung Selbstmord.Google Scholar
  16. 18.
    Berühmt wurde der Bericht der Kommission mit der Formulierung,,…die Eingeborenen sollten nur dann in die städtischen Gebiete, die im wesentlichen das Werk des Weißen Mannes sind, zugelassen werden, wenn sie willens sind, den Bedürfnissen des Weißen Mannes zu dienen; sie sollten diese Gebiete verlassen, sobald sie ihre Dienstreichungen beendet haben“. (zit. nach Report of the Transvaal Local Government Commission, TP1/1922 in Lemon, op.cit., S. 212)Google Scholar
  17. 19.
    Vgl. hierzu R.J. Davies, The Spatial Formation of the South African City, in: GeoJournal. Supplementary Issue No.2/1981, pp.59–72. zit. in. Lemon, S. 215 ff.Google Scholar
  18. 20.
    Hierzu insgesamt Lemon, op.cit., S. 211 ff.; Sodemann, op.cit.. S. 56ff.; Omond, op.cit., S. 36 ff.Google Scholar
  19. 21.
    Omond, op.cit., S. 39.Google Scholar
  20. 22.
    Sodemann, op.cit., S. 57; South African Institute of Race Relations, 1984 Survey, Johannesburg 1984, S. 468ff.; Lemon, op.cit., S. 217. Die umfangreichste Untersuchung der Umsiedelungsmaßnahmen bildet der Bericht des Surplus People Project, Forced Removals in South Africa, dessen Ergebnisse in South African Institute of Race Relations, 1983 Survey, Johannesburg 1983, S. 302ff., ausführlich zusammengefaßt sind.Google Scholar
  21. 23.
    Lemon. op.cit., S. 224.Google Scholar
  22. 24.
    Vgl. hierzu Sodemann, op.cit., S. 40ff.; Omond, op.cit., S. 126 ff.Google Scholar
  23. 25.
    Zitiert in Omond, op.cit., S. 116.Google Scholar
  24. 26.
    Die Zahl der neuerteilten Genehmigungen für Wanderarbeiter betrug 1984 24.330 und 1985 25.612 — gegenüber über 4,2 Mio. bereits bestehenden Genehmigungen. (Race Relations Survey, op.cit. (1985), S. 207).Google Scholar
  25. 27.
    Hierzu Lemon, op.cit., pp.232ff; Omond, op.cit., pp.127ff; Race Relations Survey, op.cit. (1983), S. 264ff., (1985), S. 208.Google Scholar
  26. 28.
    South African Institute of Race Relations, Race Relations Survey, 1983, op.cit., S. 303.Google Scholar
  27. 29.
    Omond, op.cit., S. 12ff.; Sodemann, op.cit., S. 30ff.; Nelson (ed), op.cit., S. 108. Die Verfahren dauern nach Angaben Omonds in der Regel nur Minuten.Google Scholar
  28. 30.
    Vgl. hierzu Anm. 12.Google Scholar
  29. 31.
    The Report of the Commission for the Socio-Economic Development of the Bantu Areas within the Union of South Africa, UG 61/1955, Pretoria 1955Google Scholar
  30. 32.
    Vgl. Lemon, op.cit., S. 179.Google Scholar
  31. 33.
    Lipton, op.cit., S. 77f.Google Scholar
  32. 34.
    Diese Angaben stützen sich auf das Surplus People Project (Anm. 20).Google Scholar
  33. 35.
    Lemon, op.cit., Kap. 9; Axel J. Halbach, Folgen der südafrikanischen Homeland-Politik: Durch getrennte Entwicklung gemeinsam in die Krise, in: IFO Schnelldienst, No.34/ 1987, S. 17–29 (23). Die „Pendler“ fahren täglich mit Bussen zu ihren Arbeitsplätzen im „weiBen” Südafrika. Die Bedingungen, unter denen dies geschieht, schildert anschaulich Joseph Lelyveld, Move Your Shadow, London 1986, S. 125 ff. Sein Pendler-Bus begann seine Fahrt um 2.40 Uhr morgens. Die meisten Pendler verbringen um die acht Stunden täglich im Bus.Google Scholar
  34. 36.
    Vgl. hierzu Halbach, op.cit., S. 24; South African Institute of Race Relations, Survey of Race Relations 1983, op.cit., S. 363 ff.; Lemon, op.cit., S. 123ff., 169ff.; Africa Confidential, 22. 1. 1988.Google Scholar
  35. 37.
    S.P. Huntington, Reform and Stability in a Modernizing, Multi-ethnic Society, in: Politikon, No.2/1981, S. 8–26. Dieser Aufsatz spielte nach verbreiteter Auffassung in der Tat eine erhebliche Rolle in den Überlegungen der südafrikanischen Regierung. Huntington selbst hat die „Umsetzung“ seiner Vorstellungen durch die südafrikanische Regierung scharf kritisiert.Google Scholar
  36. 38.
    Pieter W. Botha, Südafrika — Perspektiven für die Zukunft, in: Internationales Institute für Nationalitätenrecht und Regionalismus (ed), Südafrika — Krise und Entscheidung, Bd. II, München 1987, S. 11–25 (11).Google Scholar
  37. 39.
    Eine systematische Analyse der Apartheid-Mythologie findet sich in Leonard Thompson, The Political Mythology of Apartheid, New Haven 1985. Thompson zitiert dort (S. 232 f.) die Ergebnisse einer Untersuchung südafrikanischer Schulbücher nach Stereotypen der burischen Ideologie, die vor allem die oben skizzierten ideologischen Symbole feststellen (J.M. du Prez, Africana Afrikaner: Master Symbols in South African School Textbooks, Alberton 1983).Google Scholar
  38. 40.
    Vgl.hierzu Hermann Giliomee, The Parting of the Ways, South African Politics, 1976 — 1982, Kapstadt 1982, S. 18.Google Scholar
  39. 41.
    Hierzu Richard Leonard, South Africa at War, White Power and the Crisis in Southern Africa, Westport 1983, S. 199ff.; Kenneth W. Grundy, The Militarization of South African Politics, London 1986, S. 10ff.; Deon Geldenhuys, The Diplomacy of Isolation, Johannesburg 1984, S. 140 f.Google Scholar
  40. 42.
    Bezeichnend etwa folgende Aussage des Verteidigungsministers und engen Mitarbeiters von Botha, General Magnus Malan, vor einer Jahresversammlung der Volkskas, einer burischen Bank:,Wenn es einen zentralen Faktor gibt, der das zukünftige Wirtschaftswachstum Südafrikas verlangsamen wird, so ist das der Mangel an Facharbeitern. Dieser Mangel an Facharbeitern führt seinerseits zu Arbeitslosigkeit unter den ungeschulten Arbeitern… Die Art und Weise, wie eine Gemeinschaft mit ihren Wirtschaftsproblemen umgeht, läßt sich von anderen Bereichen nicht trennen, and ein hohes Entwicklungsniveau, hohe Beschäftigung und Ausbildung spielen eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Sicherheitssituation“. (Zit.nach Leonard, op.cit., S. 205; übersetzt vom Verf.).Google Scholar
  41. 43.
    Omond, op.cit., S. 30 ff. Daß damit Probleme der sozialen Diskriminierung noch keineswegs überwunden waren, zeigte eine Mischehe zwischen einem weißen Elektriker und seiner farbigen Frau: Sie spielte eine zentrale Rolle im Wahlkampf zu Nachwahlen im Wahlkreis Sasolburg 1984. Die rechte Oppositionspartei HNP gewann diese Wahlen mit einer Kampagne gegen das Paar, das danach in ein Wohngebiet für Farbige übersiedelte. Ohne eine Aufhebung des Group Areas Act bleibt die Aufhebung des Verbots von Mischehen ohnehin eher theoretisch. Bekanntestes Indiz für das Fortbestehen der Rassentrennung an den Stränden war ein Versuch der Farbigen-Politikers Allan Hendrikse, die Grenzen der Apartheid an den Stränden auszuloten — er endete mit einem erniedrigenden öffentlichen Rüffel des Staatspräsidenten. Vgl. auch South African Institute of Race Relations, Race Relations Survey, 1986, Part 1, op.cit., S. 218 ff. und dies., Quarterly Countdown, 11.Januar 1988Google Scholar
  42. 44.
    Omond, op.cit., S. 53 ff. Er zitiert dort Staatspräsident Botha mit der Aussage, er sei zwar für den Abbau von Diskriminierung, aber gegen ein System der Zwangsintegration und gegen eine Beschneidung des Selbstbestimmungsrechtes der Weißen. Zur Entwicklung der Einstellungen unter der weißen Bevölkerung vgl. die Umfrage-Ergebnisse bei Heribert Adam/Kogila Moodley, Südafrika ohne Apartheid? Frankfurt 1987, S. 287Google Scholar
  43. 45.
    Beispielsweise stiegen die Haushaltsmittel Südafrikas für das afrikanische Schulsystem 1987/8 um 25%, die für das weiße Erziehungssystem nur um knapp 9% (was angesichts der hohen Inflationsrate einer realen Senkung gleichkam); die Ausgaben für das Gesundheitssystem stiegen im selben Haushaltsjahr um fast 30% (die Ausgaben für das weißen Gesundheitssystem jedoch nur um 11%). Die massiven Probleme, die die Strukturen der Apartheid inzwischen angehäuft haben, zeigen sich an Schätzungen der Urban Foundation, wonach Südafrika jährlich 200.000 neue Wohneinheiten bereitstellen müßte, während es 1986 tatsächlich nur 25.000 waren und die Kapazität der Bauindustrie mit etwa 70.000 Einheiten angesetzt wurde. Vgl. hierzu South African Institute of Race Relations, Race Relations Survey, 1986, Vol.I, op.cit., S. 358ff., Vol.I1, op.cit., S. 409ff., 767 ff. sowie South African Institute of Race Relations, Social and Economic Update, 27. 10. 1987, 10. 3. 1988.Google Scholar
  44. 46.
    Vgl. hierzu Lemon, op.cit., S. 227 ff.; Omond, op,cit., S. 127 ff.Google Scholar
  45. 47.
    Vgl. Graham Leach, South Africa, London 21987, S. 94.Google Scholar
  46. 48.
    Hierzu South African Institute of Race Relations, 1986 Survey, Vol.I, op.cit., S. 331 ff.; South African Institute of Race Relations, Quarterly Countdown, No.IV/1987, 11. 1. 1988Google Scholar
  47. 49.
    Lemon, op.cit., S. 182ff.; South African Institute of Race RelationsGoogle Scholar
  48. Race Relations Survey, 1983, op.cit., S. 367 ff., 1985, op.cit., S. 257 ff.Google Scholar
  49. 50.
    Zitiert in South African Institute of Race Relations, Race Relations Survey, 1986, Vol.2, op.cit., S. 598.Google Scholar
  50. 51.
    Zur Wirtschaftsentwicklung der Homelands vgl. vor allem Axel J. Halbach, Südafrika und seine Homelands, München 1988 (IFO Afrika Studien No. 113); zur politischen Entwicklungen vgl. South African Institute of Race Relations, Rice Relations Survey, op.cit. sowie idem, Quarterly Countdown, No. III/1987, 21. 10. 1987Google Scholar
  51. 52.
    Zu den wichtigsten theoretischen Vertretern der Konkordânz-oder Konsozialdemokratie zählen Hans Daalder, Gerhard Lehmbruch, Jürg Steiner und Arend Lijphart, der konkordanzdemokratische Überlegungen auch explizit auf Südafrika angewandt hat (vgl. seine Schrift Power-Sharing in South Africa, Berkeley 1986). Lijphart wirkte auch an der Buthelezi-Kommission mit, die ein konkordanzdemokratisches Modell für die Region Natal und KwaZulu erarbeiten sollte (siehe hierzu den Beitrag von Suitbert Schmüdderich).Google Scholar
  52. 53.
    Die beste Darstellung der Rezeption dieses Modells in Südafrika findet sich bei J. Laurence Boulle, South Africa and the Consociational Option, Kapstadt 1984.Google Scholar
  53. 54.
    Eine ausführliche Darstellung der Verfassungsvorgeschichte findet sich bei Boulle, op.cit. Vgl. auch Constitution and System of Government, Reprint from the Official Yearbook of the Republic of South Africa, South Africa 1986, o.O.o.J. (1986).Google Scholar
  54. 55.
    Theodor Hanf/ Heribert Weiland, Konkordanzdemokratie für Südafrika? in: Europa Archiv, No. 23/1978, S. 755–70.Google Scholar
  55. 56.
    Hierzu insbesondere Arend Lijphart, Power-Sharing in South Africa, Berkeley 1986.Google Scholar
  56. 57.
    Zur Darstellung und Analyse der Verfassung insbes. Boulle, op.cit. sowie South African Institute of Race Relations, Survey of Race Relations, 1983, op.cit., S. 71–98. Vgl.auch Nicolaas J.J. Olivier, Das parlamentarische Dreikammersystem in Südafrika, in: Südafrika — Krise und Entscheidung, Bd. 2, op.cit., S. 95–120; Hanf, op.cit.; Lijphart, op.cit, passim; Lemon, op.cit., S. 265 ff. Unabhängig von der Bewertung der südafrikanischen Verfassung als Schein-Konkordanzdemokratie ist auch die Frage umstritten, ob eine wirkliche Konkordanz-Demokratie einen vielversprechenden Ausweg aus dem südafrikanischen Dilemma bieten könnte. Vgl.hierzu etwa Adam/Moodley, op.cit., S. 244 ff.Google Scholar
  57. 58.
    Zu diesem Ergebnis kommt Lijphart selbst in seiner Untersuchung der Situation in Südafrika (op.cit.).Google Scholar
  58. 59.
    Vgl. hierzu etwa Boulle, op.cit. sowie Olivier, op.cit. Grundy, op.cit., S. 40, zitiert den Militärkorrepsondenten der Cape Times mit der Behauptung, die Verfassungsreform sei 1977 von den Militärs initiiert worden, um so längerfristig die Einberufung indischer und farbiger Wehrpflichtiger zu ermöglichen und damit die personellen Engpässe der SADF zu überwinden.Google Scholar
  59. 60.
    Hierzu South African Institute of Race Relations, Survey of Race Relations, op.cit., 1983, S. 246 ff., 252 ff.; 1984, S. 148 ff.; 1985, S. 72 ff., 128 ff.; Nico Dekker/ Conrad Steenkamp, „Totale Strategie“ bleibt der Dynamo der Regierung in Südafrika, in: Frankfurter Rundschau, 15.März 1988.Google Scholar
  60. 61.
    Zu den Wahlen für die neuen Parlamentskammern: South African Institute of Race Relations, Race Relations Survey, 1984, op.cit., S. 122ff.; für die Stadträte: ibid., 1983, S. 257ff.; 1985, S. 72ff.; 1986, Part 1, S. 105 ff. Vgl. auch Lemon, op.cit., S. 289 ff.Google Scholar
  61. 62.
    Hierzu Archiv der Gegenwart, 12. Juni 1986, S. 29989ff.; Leach, op.cit.. S. 186ff.; Lemon, op.cit., S. 338ff.; Omond, op.cit., S. 178ff.; South African Institute of Race Relations, Race Relations Survey, 1986, Part 2, op.cit., S. 830.Google Scholar
  62. 63.
    Die folgende Analyse stützt sich im wesentlichen auf Kenneth W. Grundy, The Militarization of South African Politics, London 1986; Deon Geldenhuys/John Seiler, South Africa’s Evolving State Security System. o.O. 1984 (mimeo); Leonard, op.cit., insbes. Kap. 4 und 7: und Philip H. Fraenkel, Pretoria’s Pretorians, Cambridge 1984 sowie Africa Confidential, 8.Juli 1987 und Dekker/Steenkamp, op.cit.Google Scholar
  63. 64.
    So Africa Confidental, 8. Juli 1987. Botha selbst nannte im Parlament andere Zahlen über die Zusammensetzung des SSC-Stabes: Danach kamen 1984 56% der Mitglieder des Sekretariats aus dem Geheimdienst National Intelligence Service (dem Nachfolger des BOSS) und nur 16% aus den Streitkräften (Kenneth W.Grundy, The Militarization of South African Politics, London 1986, S. 53).Google Scholar
  64. 65.
    Vgl. hierzu etwa Grundy, op.cit.; Fraenkel, op.cit und Gerald Braun, Pretorias Prätorianer, Militär und Militarisierung in Südafrika, in: Der Überblick, No.4/1987, S. 41 ff.Google Scholar
  65. 66.
    Braun, op.cit., S. 42, nach Angaben der IISS Military Balance.Google Scholar
  66. 67.
    Grundy, op.cit., S. 45; Leonard, op.cit., S. 19.Google Scholar
  67. 68.
    Grundy, op.cit., S. 45ff.; Christopher Coker, South Africa’s Security Dilemmas, New York 1987, S. 48 ff. (The Washington Papers No. 126).Google Scholar
  68. 69.
    Hierzu insbesondere Kenneth Grundy, South Africa: The Combatants Regroup, in: Current History, Mai 1988, S. 205 ff. und Britta Döpp, Der kalte Staatsstreich des Militärs, Informationsdienst Südliches Afrika No.3/1988.Google Scholar
  69. 70.
    Vgl. South Africa: Security vs. Reform, Bonn, Jan. 1988 (Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung).Google Scholar
  70. 71.
    Adam/Moodley, op.cit., S. 70.Google Scholar
  71. 72.
    Der Broederbund („Bruderbund“) wurde 1918 als Geheimbund der Buren zur Durchsetzung ihrer kulturellen und politischen Identität begründet und entwickelte sich rasch zur wohl mächtigsten und einflußreichsten inoffiziellen Organisation des Burentums. Mit der zunehmenden Durchsetzung des burischen Machtanspruchs verlor der Bund jedoch in den 70er Jahren an Bedeutung.Google Scholar
  72. 73.
    Zur Abspaltung der HNP und zur Partei vgl. Leach, op.cit., S. 104; Lipton, op.cit., S. 308ff.; Adam/Moodley, op.cit., S. 70ff.; Rob Davies/Dan O`Meara/Sipho Dlamini, The Struggle for South Africa, A Reference Guide to Movements, Organizations and Institutions, London 1984, S. 153 ff.; John de St.Jorre, White South Africa Circles the Wagons, in: M.A.Uhlig (ed), Apartheid in Crisis, Harmondsworth 1986, S. 61–84 (65ff.).Google Scholar
  73. 74.
    So Adam/Moodley, op.cit., S. 77.Google Scholar
  74. 75.
    Die AWB wurde 1972 von dem Ex-Polizisten Eugene Terre’Blanche gegründet. Sie bildete 1980 auch eine eigene Partei, die jedoch 1982 zugunsten der KP aufgelöst wurde. Die paramilitärischen Verbände der AWB („Stormvalke”) sprengten vor allem im Transvaal Parteikundgebungen der NP gewaltsam. Zwei Mitglieder der AWB wurden wegen Plänen zur Ermordung Bothas, Tutus, Boesaks und zu Anschlägen auf gemischtrassige Einrichtungen zu fünfzehn Jahren Gefägnis verurteilt. Vgl.Adam/Moodley, op.cit., S. 73; Omond, op.cit., pp.213f; Davies et al., op.cit., S. 156; Leach, op.cit., S. 99f.; Front File, Vol.2 No.6, Mai 1988Google Scholar
  75. 76.
    Diese Gegenorganisation zum NP-beherrschten Broederbond wurde 1984 vom ehemaligen Vorsitzenden des Bundes, dem Theologieprofessor Carel Boshoff gegründet; zu den zum Zeitpunkt der Gründungskonferenz angeblich 18.000 Mitgliedern zählt u.a. die Witwe Verwoerds, die — ebenso wie die Vorsitzenden von KP, HNP und AWB — auf der Gründungsversammlung sprach. Ziel der Organisation ist die kulturelle Mobiliserung des Burentums gegen die ideologische Krise der alten Apartheid und ihrer christlichen Verankerung. Vgl.Leach, op.cit., S. 110; South African Institute of Race Relations, Survey of Race Relations, op.cit., 1984, S. 41 f.Google Scholar
  76. 77.
    Vg1.Adam/Moodley, op.cit., S. 70 ff. sowie Andries Treurnicht in Uhlig, op.cit., S. 100 ff.Google Scholar
  77. 78.
    Adam/Moodley, op.cit., S. 70.Google Scholar
  78. 79.
    Adam /Moodley, op.cit., S. 86ff.; Leach, op.cit., S. 106. Van Zyl Slabbert, eine der herausragenden politischen Gestalten des Burentums, trat 1986 vom Vorsitz der PFP mit der Begründung zurück, parlamentarische Oppositionsarbeit sei nicht länger sinnvoll.Google Scholar
  79. 80.
    Worralls Independent Party ist als eine pragmatisch-konservative, primär englischsprachige Anti-Apartheid-Splitterbewegung einzuschätzen, während Malans Partei als genuin burische Dissidentenpartei zu operieren versucht. Vgl.hierzu Neue Zürcher Zeitung, 5./6. Juni 1988.Google Scholar
  80. 81.
    Die Nachwahlen 1983 waren das Ergebnis einer dramatischen politischen Herausforderung der KP durch den Arbeitsminister Fanie Botha, der Treurnicht zu einem politischen Duell bewegte: Beide traten zurück, um Neuwahlen zu ermöglichen. Ein Jahr später mußte Botha seinen Wahlkreis räumen; in den neuen Nachwahlen siegte der KP-Kandidat. Vgl. South African Institute of Race Relations, Survey of Race Relations, op.cit., 1983, S. 7ff., 1984, S. 40; Leach, op.cit., S. 111; Lemon, op.cit., S. 111.Google Scholar
  81. 82.
    South African Institute of Race Relations, Survey of Race Relations, op.cit., 1983, S. 78–88 (Kampagne mit Positionen der politischen Gruppierungen), S. 788ff. (Ergebnisse, Analysen, Reaktionen); Lemon, op.cit., S. 271 ff.Google Scholar
  82. 83.
    Adam/Moodley, op.cit., S. 89; FAZ, 29. Mai 1987; Financial Times, 29. April 1987; Pressemitteilung der Südafrikanischen Botschaft, 22. Mai 1987; Front File, Vol. 2 No. 4, März 1988 und Vol. 2 No. 6, Mai 1988Google Scholar
  83. 84.
    Front File. Vol. 2 No. 4, März 1988, Vol. 2 No. 6, Mai 1988. Vgl. auch Adam/Moodley, op.cit., S. 88 und Lemon, op.cit., S. 111f.Google Scholar
  84. 85.
    Die Analyse des Wahlergebnisses von 1989 stützt sich vor allem auf Front File, Vol. 3, No. 12, Sept. 1989 sowie auf Günther L. Karcher, Die Wahlen in Südafrika vom September 1989, in: Europa-Archiv, No. 19/1989, S. 587–596.Google Scholar
  85. 86.
    Vgl. Front File, Vol. 3. No. 12, Sept. 1989.Google Scholar
  86. 87.
    Meinungsumfragen hatten vor den Wahlen z.T. ein parlamentarisches Patt vorausgesagt. Vgl. Front File, Vol. 3 No. 10, August 1989.Google Scholar
  87. 88.
    Vgl. hierzu insgesamt Karcher, op. cit.Google Scholar
  88. 89.
    Vgl. Weekly Mail, 29. Sept. -5. Oktober 1989.Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Hanns W. Maull

There are no affiliations available

Personalised recommendations