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Kulturen der Selbstschädigung und der Daseinsbewältigung

  • Gerhard Schmidtchen
Chapter

Zusammenfassung

Die Erziehung zu Ratlosigkeit und Mißerfolg, der Ausschluß von der Welt positiver Gefühle, die sich einstellen, wenn man etwas menschlich Anerkennenswertes tut und das auch gesehen wird, würden für sich allein wahrscheinlich nicht das epidemische Ausmaß von Selbstschädigungstendenzen erklären. Etwas anderes muß im Spiel sein, was aktiv in diese Richtung treibt. Es gibt so etwas wie eine Kultur der Selbstschädigung. Es gibt eine Kultur des Weintrinkens, groß ist die Zahl der positiv bewerteten psychoaktiven Substanzen wie Alkohol, Tabak und Tabletten. Selbstschädigung muß nicht im Spiel sein, ist es auch meistens nicht. Aber unsere Kultur hält diese Mittel für den kritischen psychologischen Fall stets bereit, unauffällig. Indessen macht das allein noch keine Kultur der Selbstschädigung aus. Sie besteht in negativen Modellen, in Leuten, die sich kaputt machen, die zum Selbstmord tendieren, darin noch heroisch wirken, anziehend. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. In einer Gesellschaft, in der Selbstbewußtsein zu erwerben schwierig und prekär ist, gehen manche Menschen den kurzen Weg. Sie schaffen sich vorteilhafte Situationen, Machtgefühle dadurch, daß sie andere unterdrücken.

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Copyright information

© Leske Verlag + Budrich, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Gerhard Schmidtchen
    • 1
  1. 1.Philosophischen FakultätUniversität ZürichSchweiz

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