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Entwicklung eines ökologisch orientierten Logistikmodells

  • Mario Fischer
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Wie aus den bisherigen Ausführungen deutlich wurde, läßt sich ökonomisches Handeln letztlich idealtypisch auf das Management energetischer Ketten zurückführen. Durch die hochgradige Arbeitsteilung und das Netzwerk komplex verwobener und intensivierter internationaler Wirtschaftsbeziehungen505 wird diese Abhängigkeit allerdings sehr intransparent. Im folgenden wird daher versucht, ökonomische Prozesse auf basale Flußsysteme zurückzuführen und darauf aufbauend den generellen Möglichkeitsraum der Logistik modelltypisch zu beschreiben. Mit Hilfe der Negationsprüfung wird anschließend eine Heuristik506 entwickelt, die das Auffinden von funktional nutzlosen bzw. niederwertigen Prozessen unterstützt.

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Literatur

  1. 505.
    Vgl. Kraljic 1989, S. 31; Fieten 1989, S. 40Google Scholar
  2. 506.
    Zur Rolle von Heuristiken im Ideenfindungsprozeß vgl. Geschka 1986, S. 148Google Scholar
  3. 507.
    Zu den „Brillen“ der Denk- und Anschauungsformen und den erkenntnistheoretischen Implikationen vgl. Lorenz 1973, S. 15–18Google Scholar
  4. 508.
    Wasserkraft stellt z.B. durch ihr kinetisches Potential auch eine zeitlich kurzfristig indirekte thermische Energiequelle dar. Die Nutzung dieser Energieart ist unter Rückstandsaspekten zwar unbedenklich, aber die Auswirkungen eines unnatürlichen Rückstaus sind oft schwerwiegend, wie die enorme Beeinträchtigung der biologischen Systeme im Umfeld des Assuan-Staudammes zeigten. Vgl. dazu Vester 1990, S. 105–107. Keinesfalls jedoch ist Wasserkraft wie oft vermutet wird „...immer wieder neu, kostenlos, emissionsfrei sowie generell umweltfreundlich nutz- und verfügbar.“ o.V. 1994f, S. 79. Dieses Zitat zeigt deutlich, wie willkürlich und völlig unzureichend mit Systemgrenzen umgegangen wird.Google Scholar
  5. 509.
    „Relativ“ deshalb, weil sich auch bei Transportvorgängen durch Reibung einerseits und molekularen Veränderungen andererseits die körperliche Form verändert. Diese Änderung ist aber zumeist vom Menschen nicht unmittelbar wahrnehmbar, weswegen eine Unterscheidung in mikroskopisch und makroskopisch gerechtfertigt erscheint.Google Scholar
  6. 510.
    Vgl. Fußnote 371 auf Seite 96 dieser ArbeitGoogle Scholar
  7. 511.
    So z.B: bei Türk 1990a, S. 81; Meinig 1986; Görg 1981, S. 155–160; Schultheiß 1978, S. 59–65Google Scholar
  8. 512.
    Vgl. die Ausführungen in Kapitel 3.4.2 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  9. 513.
    Holzhauer; Schnellbögl sprechen dabei von Transport-, Umschlags-, Lagerungs- und Handlingaktivitäten. Vgl. Holzhauer; Schnellbögl 1991, S. 257Google Scholar
  10. 514.
    Wo solche Fälle in natürlichen Systemen beobachtet werden können, spricht man bei unbelebten Objekten von Erosion, bei (nicht mehr) belebten von Degradation.Google Scholar
  11. 515.
    Als proportionale Veränderung sollen hier als gedankliche Referenzgeschwindigkeit die von natürlichen Systemen verstanden werden.Google Scholar
  12. 516.
    Zu denken ist hierbei z.B. an Zeitlöhne, Maschinenstundensätze, aber vor allem auch an Kapitaloder Mietzins.Google Scholar
  13. 517.
    So bringt die Miniaturierung eines Produktes alleine noch keine automatische Verminderung des gesamten Materieanteils.Google Scholar
  14. 518.
    Der Gütertransport zwischen zwei Orten eines Staatsgebiets wird dann als Kabotage bezeichnet, wenn ausländische Transportunternehmer daran beteiligt sind. Werden sie davon ausgeschlossen, spricht man von Kabotageverbot. Vgl. Semmelroggen 1987, S. 6; Voigt 1973, S. 41f.Google Scholar
  15. 519.
    Vgl. hierzu auch die „Negationsheuristik“ bei Weiß 1989, S. 207–209Google Scholar
  16. 520.
    Vgl. Zwicky 1971, S. 134Google Scholar
  17. 521.
    Vgl. Weiß 1989, S. 207Google Scholar
  18. 522.
    Denkbar wäre z.B. auch eine Substitution durch Kameras mit wiederbeschreibbaren Informationsträgern wie Disketten. Da dann eine Rückgabe des Films zur Entwicklung durch eine vom Träger losgelöste reine Informationsübertragung oder sogar durch Selbstausdruck entfällt, macht der Erwerb von „Einweg-Apparaten“ aus Verbrauchersicht keinen Sinn mehr.Google Scholar
  19. 523.
    Man rufe sich beispielsweise nur die Ächtung von Pelzen, Schildkrötensuppen, Froschschenkeln oder den wegen der Walfänge aktuellen, bereits erfolgreichen Boykottaufruf gegen norwegische Produkte aller Art ins Gedächtnis. Die Motive hierfür sind zwar mit anderen Hintergründen belegt, aber man darf sich nicht der Illusion hingeben, ausschließlich Bestrebungen im Tierschutz können zukünftig praktisch über Nacht ganze Industriezweige bedrohen und obsolet werden lassen.Google Scholar
  20. 524.
    In der Tat ist heute oftmals genau das Gegenteil beobachtbar, denn deutsche Produkte sind teilweise im Ausland trotz des hohen logistischen Aufwandes kostengünstiger zu erwerben als im Inland. Dies beruht allerdings im wesentlichen auf strategischen Preisfestsetzungen.Google Scholar
  21. 525.
    Zur ziel- und beschaffungsorientierten Gestaltung der Beschaffer-Lieferanten-Beziehung vgl. umfassend Mai 1982Google Scholar
  22. 526.
    Vgl. hierzu argumentativ Pfeiffer et al. 1993 und methodisch bezüglich der Kostenrechnung Pfeiffer et al. 1989Google Scholar
  23. 527.
    Vgl. Tabelle 3 auf Seite 51 der vorliegenden ArbeitGoogle Scholar
  24. 528.
    Ähnlich wurde noch vor kurzem vor allem gegen Waschmittelkonzentrate argumentiert. Es hieß, die Verbraucher würden stets zu Verpackungen mit mehr Inhalt greifen, da sie hier vermeintlich „mehr Produkt“ für ihr Geld erhalten. Nachdem der erste Hersteller begonnen hatte, statt möglichst viel Wasser ein höher konzentriertes Produkt mit möglichst wenig Wasser aktiv und agressiv zu vermarkten, wurde dies sowohl sofort vom Markt willkommen angenommen, als auch von den Mitbewerbern nachgeahmt.Google Scholar
  25. 529.
    Hier wird deutlich, welches Bedrohungspotential die Ergebnisse der Anwendung von Negationsheuristiken in diesem Fall für Hersteller von Farben für Verpackungen darstellen kann.Google Scholar
  26. 530.
    Dies entspricht im Sinne des in Fußnote 471 auf Seite 128 der vorliegenden Arbeit gezeichneten Bildes dem Auflegen eines Holzscheites in einem kalten Raum, statt einer Manipulation am Thermometer. Exakt übertragen müßte man davon sprechen, in einem zu warmen Raum ein Holzscheit wegzunehmen ohne bereits zu frieren zu müssen, statt einem „Herunterrechnen“ der Temperatur.Google Scholar
  27. 531.
    Vgl. RSU 1990, Tz 668Google Scholar
  28. 532.
    Vgl. Horneber 1992, S. 9Google Scholar
  29. 533.
    Eine extreme Verminderung kann natürlich auch zu Strukturersparnissen führen. Können beispielsweise durch Verminderungsmaßnahmen ca. 200 LKW-Tagesfahrten ohne Substitutionseffekte „vermieden“ werden, muß im Idealfall ein LKW (Struktur) nicht mehr hergestellt werden. Gelänge dies -in einer freilich gedanklich noch stärkeren Idealisierung- sehr vielen Unternehmen, so könnte weltweit vielleicht auf die „Produktion“ eines ganzen LKW-Werks verzichtet werden. Für Verfechter quantitativen Wirtschftswachstums ist dies allerdings sicherlich kein erstrebenswertes Ziel, die positiven Wirkungen auf die Umwelt dürften allerdings auch von diesen kaum bestritten werden.Google Scholar
  30. 534.
    Die folgende Ablaufbeschreibung wurde entnommen aus Rifkin 1982, S. 151f. und ergänzt.Google Scholar
  31. 535.
    In der Tat wurden in 1993 ca. 72.000 Tonnen deutschen Kunststoffmülls nach China verschifft. Vgl. Sauer 1994, S. 30; o.V. 1994b, S.1 und die kritischen Anmerkungen bei o.V. 1993g, S. 34–48Google Scholar
  32. 536.
    1 Kilokalorie entspricht 1,163 Wh. Vgl. Rudel 1992b, S. 3Google Scholar
  33. 537.
    Vgl. Knizia 1992, S. 205Google Scholar
  34. 538.
    Hier soll nur das generelle Problem der Grenzziehung diskutiert werden, die Tatsache, daß ein Arbeiter auch Energiebedarf hat, falls er nicht arbeitet, bleibt daher außen vor.Google Scholar
  35. 539.
    Vgl. z.B. Brüll o.J., S. 46f, der mit einer relativ einfachen und nicht wissenschaftlichen Input-analyse zeigt, daß für die Erzeugung energetischen Brennwerts von 1000 Kilokalorien immerhin mindestens 6000 Kilokalorien eingesetzt werden müssen. Vgl. auch die Ergebnisse einer Analyse der Transportstrecken eines „Erdbeerjoghurts“ von Böge in der in Fußnote 222 auf Seite 52 dieser Arbeit angegebenen Literatur. Den Berechnungen eines Forschungsinstituts über die Umweltauswirkungen eines durchschnittlichen Menschen zufolge, wird pro durchschnittlichem Tag pro Kopf direkt oder indirekt ca. 52 kg Müll (inclusive Sondermüll) produziert, 138.000 Liter CO2 frei und 330 kWh Energie (entspricht etwa dem direkten Energiebedarf eines 40-Tonners für die Strecke München-Ulm) umgesetzt. Vgl. Kneissler 1993, S. 54–58. Eine andere Studie kalkuliert inputseitig pro Bundesbürger und Jahr mit ca. 39 Tonnen Rohstoffverbrauch (vgl. Jänicke 1994, S. 16). Die bei der Gegenüberstellung von In- und Output differierenden 20 Tonnen pro Kopf deuten an, um welche Dimensionen man sich heute noch bei solchen „relativ“ einfachen und undifferenzierten Massengüterströmen verschätzen bzw. verrechnen kann.Google Scholar
  36. 540.
    Im „Jahrbuch Ökologie 1994“ findet sich beispielsweise nur ein eigenes Oberkapitel für „Stoffströme“, innerhalb dessen dann auch Müller vermutet: „Erst mit einer ökologischen Stoffwirtschaft können die Umweltprobleme wirklich entschärft werden“. Müller 1994, S. 93Google Scholar
  37. 541.
    Zitiert nach Zängl 1992, S. 64Google Scholar
  38. 542.
    Vgl. Seite 7 der vorliegenden Arbeit. Während man in Haiti mit durchschnittlich 31 kg Kohle pro Kopf auskommt, benötigt man in den USA bereits 10.433 kg. Vgl. Rifkin 1982, S. 144. Die USA benötigt derzeit mit 6% der Weltbevölkerung etwa ein Drittel des gesamten Weltenergieumsatzes. Vgl. ebd. S. 113Google Scholar
  39. 543.
    Vgl. Conrady 1994, S. 8. Zenke kommt in einer Replik mit alternativen Berechungen für Deutschland sogar auf rund 400 „Energiesklaven“ pro Kopf. Vgl. Rozsa; Zenke 1994, S. 2Google Scholar
  40. 544.
    Zur besseren Veranschaulichung kann man sich unter der Leistung 1.500 Watt eine eineinhalb Kilometer lange Autofahrt oder das Tragen von etwa 1.100 Mehlsäcken auf einen Dachboden vorstellen. Vgl. Rozsa; Zenke 1994, S. 2Google Scholar
  41. 545.
    Vgl. Abbildung 6 auf Seite 58 der vorliegenden ArbeitGoogle Scholar
  42. 546.
    In Japan gibt es bereits erste erfolgversprechende Versuche, in Büroinnenräumen mittels Glasfaserbündeln vom Gebäudedach Tageslicht an einzelne Arbeitsplätze zu leiten. Natürlich muß auch hier eine Gegenrechnung zur herkömmlichen Beleuchtung durchgeführt werden, da aber auch Neonröhren industriell aufwendig hergestellt werden müssen und im Hinblick auf die lange Lebensdauer eines solchen Gebäudes die kumulierte Energieersparnis extrem hoch ist, erscheinen solche Maßnahmen durchaus aus sinnvoller Weg gegenüber der traditionellen Beleuchtungspraxis.Google Scholar
  43. 547.
    Zu vierphasigen Konzepten vgl. Picot 1981; Pfeiffer et al. 1985, S. 22–33; Steinmann; Schreyögg 1986, S. 182. Zu Konzepten mit fünf Phasen vgl. Schuhmann 1981, S. 19f; Kreikebaum 1987, S. 73f; Wöhe 1981, S. 626f.Google Scholar
  44. 548.
    Vgl. Krubasik 1982; Schneider 1984, S. 20–24; Servatius 1985, S. 116f.; Zörgiebel 1983, S. 31–36. Zu einer Synopse verschiedener „Grundmodelle“ vgl. Weiß 1989, S. 55Google Scholar
  45. 549.
    Vgl. Dietz 1990 sowie die dort zitierte LiteraturGoogle Scholar
  46. 550.
    Vgl. Heuss 1965; Servatius 1985, S. 110–113; Zorgiebel 1983, S. 36–42Google Scholar
  47. 551.
    Vgl. hierzu insbesondere Bischof 1976, S. 17; Pfeiffer et al. 1985, S. 27; Pfeiffer; Bischof 1975; Pfeiffer; Bischof 1981, S. 137Google Scholar
  48. 552.
    Vgl. Pfeiffer et al. 1986, S. 114Google Scholar
  49. 553.
    Zur ausführlichen Erklärung dieses Modells vgl. Pfeiffer; Horneber 1994, S. 215; Vgl. auch Pfeiffer et al. 1987, S. 27; Pfeiffer; Dögl 1986, S. 153; Pfeiffer; Bischof 1981, S. 133–166 und Pfeiffer; Bischof 1975, S. 343–348Google Scholar
  50. 554.
    Dies mag das folgende Beispiel verdeutlichen: Ein erheblicher Anteil solcher „Vorleistungen“ steckt auch in den Strukturen des als „umweltfreundlich“ bezeichneten Erdgas-Versorgungssystems. Bis zum Jahr 1993 wurden in den alten Bundesländern Stahl für 237.000 km Rohre erschmolzen, die Rohre gefertigt, transportiert, verschweißt und mit aufwendigen Gerätschaften in den Boden eingegraben. Ohne Berücksichtigung noch weiterer Nebenwirkungen und Vorleistungen wie die der Stahlerzeugung oder der Herstellung benötigter Fahrzeuge mußten über die Jahre kumuliert nur beim Transport der Rohre ein Gewicht von fast einer Viertel Milliarde kg bewegt werden (errechnet aus Angaben von Seitz 1994, S. 8). Dies entspricht in etwa dem hundertfachen Gewicht, das 1988 in der Bundesrepublik im gesamten Güternah- und -fernverkehr transportiert wurde (vgl. Institut der Deutschen Wirtschaft 1990, Tab. 104). Berücksichtigt man zusätzlich die ungünstigen Volumenverhältnisse beim Transport von Rohren, fallt dieser ungewöhnliche Vergleich sicherlich noch beeindruckender zu „ökologischen“ Lasten der Erdgasversorgung aus.Google Scholar
  51. 555.
    Vgl. hierzu die Ausführungen auf Seite 134 der vorliegenden ArbeitGoogle Scholar
  52. 556.
    Vgl. hierzu das Zitat auf Seite 6 der vorliegenden ArbeitGoogle Scholar
  53. 557.
    Zu einer Bedeutungsanalyse des Begriffs „Prinzip“ vgl. ausführlich Strubl 1993, S. 40–48, sowie die dort verwendete umfangreiche Literatur.Google Scholar
  54. 558.
    Vgl. Strubl 1993, S. 41. Zum Praxisbezug von Prinzipien vgl. Picot 1979, S. 480Google Scholar
  55. 559.
    Zur Ersatzteillogistik vgl. Pfohl 1991, S. 1027–1044; Ihde et al. 1988; Ihde; Schuppert 1993, S. 11–17Google Scholar
  56. 560.
    So erzeugt z.B. das gleichzeitige morgentliche Einschalten von Maschinen innerhalb eines Fertigungsunternehmen zusammen mit ähnlich verfahrenden anderen Betrieben enorme Spannungsspitzen im Leitungsnetz. Die energetischen Versorgungssysteme müssen diese einmaligen Spitzen auffangen können und sind somit fur die normale durchschnittliche Energieversorgung weit überdimensioniert.Google Scholar
  57. 561.
    Vgl. hierzu Wildemann 1991; 1990; 1986. Der Frage nach einer Verkehrsintensivierung durch Just-in-Time geht Ihde 1991, S. 192–198 nach.Google Scholar
  58. 562.
    Eine direkte Zurechnung findet auch hier nur zu Bruchteilen statt, wie bereits weiter oben ausführlich diskutiert wurde.Google Scholar
  59. 563.
    Als Beispiel ist hier an die Möglichkeit zu denken, bei Kraftfahrzeugen nur den Motor gegen einen im Vergleich mit drastisch weniger Spritverbrauch zu tauschen oder auch nur bestimmte Motorteile, anstatt mit der Begründung auf einen Verbrauchs- oder Emissionsvorteil das ganze Fahrzeug.Google Scholar
  60. 564.
    Auch hier wird im ökonomischen System noch gegenteilig verfahren. Bei vielen industriellen Gütern geht in einem gewissen Rahmen Transportzeit über Transportkosten.Google Scholar
  61. 565.
    Genau dies ist jedoch das erklärte Ziel der ständigen Verkürzung von Produktlebenszyklen, vor allem beim Automobilbau.Google Scholar
  62. 566.
    Ellinger unterscheidet bei seinem Gesetz der industriellen Wechselproduktion zwischen Basis- und speziellem Vorbereitungsgrad. Je höher der Basisvorbereitungsgrad ist, desto leichter bzw. kostengünstiger und zeitsparender läßt sich ein Wechsel in der Produktion vollziehen. Vgl. hierzu ausführlich Ellinger 1985; ders. 1971, S. 197–205; ders. 1963, S. 481–498Google Scholar
  63. 567.
    Hier würde es sich im Sinne von Georgescu-Roegen um die dritte prometheische „Erfindung“ handeln. Vgl. Fußnote 346 auf Seite 85 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  64. 568.
    In diesem Zusammenhang ist die Kenntnis über die Funktionsweise von Viren interessant. Sie besitzen selbst keinen Stoffwechsel, schleusen aber einen manipulierten Informationscode in die befallene Zelle und zwingen sie damit, nach eigenen „Vorgaben“ zu produzieren. In der Natur dürfte diese Vorgehensweise, bezogen auf die Produktivität, also das Verhältnis von Input zu Output, die mit weitem Abstand ökologisch effizienteste sein. Für einen kurzen Überblick über die biologischen Eigenschaften von Viren vgl. Lense 1982, S. 152–156.Google Scholar
  65. 569.
    Hier ist beispielsweise an hochpreisige Kosmetika zu denken. Durch die Gewöhung der Verbraucher an teilweise exzessiv gestaltete Hochglanzverpackungen und aufwendige Produktbehältnisse lassen sich qualitativ hochwertige Kosmetika in „normaler“ Verpackung und schlichterem Aussehen praktisch nicht mehr absetzen. Dies nötigt mittlerweile zu Problemlösungen, die mit dem Problem einer echten, mit gesundem Menschenverstand gesehenen Bedürfnisbefriedigung nur noch wenig gemein haben.Google Scholar
  66. 570.
    Zwar kann argumentiert werden, daß die Haltbarkeit von Zigaretten dadurch gesteigert werden kann, aber angesichts der kurzen „Durchlaufzeiten“ muß dies zumindest ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Es wird sich zeigen, ob durch die weiter steigenden Kostenbeiträge des Dualen Systems diese Art der Zusatzverpackung nicht bald doch aus ökonomischen Gründen wegrationalisiert wird. Cellophan fällt zwar strenggenommen als Naturprodukt nicht unter die Entsorgungspflicht des Dualen Systems, aber da es vom Normalverbraucher nicht von Kunststoffolie zu unterscheiden ist und es damit zu Fehlsortierungen kommen kann, wird es zukünftig trotzdem mit einer „Grünen-Punkt“-Gebühr belegt.Google Scholar
  67. 571.
    Ähnlich Stahlmann: „Entscheidend für die langfristige Existenzsicherung eines Unternehmens werden deshalb nicht die Suche nach ausgefallensten Konsumentenbedürfnissen und die Orientierung am ‘technisch Machbaren’ sein — eventuell mit einer ‘Prise Öko-Zusatznutzen’-, sondern Innovationen, die der absoluten Knappheit von Ressourcen und der Überlastung von Umweltmedien Rechnung tragen.“ Stahlmann 1992b, S. 7Google Scholar
  68. 572.
    So mag man sich zum Beispiel zu Recht fragen, ob das Unterhalten von mehreren hundert Nachrichtenstudios bei Radio und Fernsehen tatsächlich zur Aufrechterhaltung des Innen- bzw. Außenpluralismus notwendig ist oder ob es sich vielmehr um die Meinung handelt, daß durch ein (intelligentes) „Nachrichten-Sharing“ das Image des einzelnen Senders Schaden nehmen könnte. Auch die Erhebung von Steuern und Gebühren zur Individualmobilität durch die Kfz-Steuer, Mineralöl-Steuer, Kfz-Versicherungssteuer und die geplante Autobahnbenutzungsgebühr benötigt aus funktionaler Sicht für ein und denselben Zweck die unterschiedlichsten Strukturen, die alle einzeln negentropisch „unterhalten“ werden müssen.Google Scholar

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Mario Fischer

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