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Nachholende Entwicklung unter den Bedingungen der Integration mit fortgeschrittenen Industriestaaten

  • Gerhard Fisch
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Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Mit ihrem Beitritt zur EG haben Spanien, Portugal und Griechenland ein deutliches Signal zur Abkehr von der lange praktizierten restriktiven Außenhandelspolitik gesetzt. Nach Ablauf einer relativ kurzen Übergangsfrist, in der ein stufenweiser Abbau der nationalen tarifaren Handelsschranken vorgesehen war — der Zugang zu den EG-Märkten war schon vor dem Beitritt in weiten Teilen gesichert — wurden die Inlandsmärkte dem Wettbewerb aus den übrigen Mitgliedstaaten ausgesetzt. Die außenhandelspolitischen Liberalisierungen wirkten umso stärker auf die Importe, da in allen drei Ländern als Folge der Importsubstitutionspolitik eine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen EG-Staaten festzustellen war.1

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. hierzu die Angaben aus Tabelle 7 dieser Arbeit.Google Scholar
  2. 2.
    Georgakopoulos führt als Grund hierfür die lange Vorlaufzeit in Griechenland durch das Assoziierungsabkommen mit der EG im Jahr 1962 und die nur langsam stattfindenden Zollreduzierungen in Griechenland an, so daß die Verschlechterung der Handelsbilanzsalden nicht in großen Schüben auftrat. Hinzu kommt, daß die in Griechenland traditionell verankerten nichttarifären Handelshemmnisse nicht mit dem Beitritt abgebaut wurden. Vgl. T. A. Georgakopoulos, (1989).Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. EG-Kommission, (1988), S. 9.Google Scholar
  4. 4.
    Zum Zeitpunkt ihres Beitritts sahen sich die drei Länder einer unterschiedlichen konjunkturellen Situation gegenüber, woraus sich wiederum Konsequenzen für den Anpassungsprozeß ergaben. Während Griechenland 1981 in einer Zeit konjunktureller Schwäche sowohl innerhalb der EG als auch weltweit beitrat, profitierten Spanien und Portugal in den ersten Jahren von dem überaus positiven, allgemeinen wirtschaftlichen Klima. Vgl. H.-J. Axt, (1992), S. 2.Google Scholar
  5. 5.
    Auf die Konsequenzen der Reduzierung des nationalen wirtschaftspolitischen Instrumentariums durch die WWU werden wir später im Kap. VIII. 2 noch eingehender zu sprechen kommen.Google Scholar
  6. 6.
    Eine ausführliche Darstellung der gemeinschaftlichen Außenhandelspolitik der EG unter besonderer Berücksichtigung der Beitrittsländer Spanien und Portugal findet man bei A. Tovias, (1990).Google Scholar
  7. 7.
    Zur Importpolitik Koreas, die erst in den 80er Jahren liberalisiert wurde und nach wie vor bei Marktstörungen bzw. bei übermäßigen Anpassungsfriktionen zeitweise wieder eingeschränkt werden kann, um den Wettbewerbsdruck zu dosieren, siehe W. Hillebrand, (1991), S. 129 ff; siehe hierzu auchA. H. Amsden, (1989), S. 145.Google Scholar
  8. 8.
    Generelle Überlegungen zu Strategien der nachholenden Entwicklung findet man bei: A. H. Amsden, (1989), D. Ernst, D. O’Connor, (1989); W. Hillebrand, (1991); S. Lall, (1990).Google Scholar
  9. 9.
    siehe hierzu Tab. I und II im Anhang dieser Arbeit.Google Scholar
  10. 10.
    Zur Bedeutung der extra-regionalen Abhängigkeiten im Prozeß der nachholenden Entwicklung am Beispiel der ASEAN-Staaten siehe D. Siems, (1992), S. 212.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. G. N. Yannopoulos, (1989), S. 68ff.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. J. Henke, (1990), S. 291. Henke zeigt auf, welche Bedeutung eine aktive Politik der Technologie-Akquisition in Südkorea und in anderen Schwellenländern einnimmt.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. H.-J.Axt, (1992.)Google Scholar
  14. 14.
    Unter der Imitation im traditionellen Sinn wird hier die Imitation vorgegebener Technologien ohne maßgebliche Modifikationen und Weiterentwicklungen in den imitierenden Ländern gemäß dem traditionellen Produktlebenszyklus verstanden.Google Scholar
  15. 15.
    G. Bietschacher und H. Klodt zeigen in ihrer Untersuchung, daß auch in den asiatischen NICs und für Japan ein niedriges Lohnniveau in der Imitationsphase wichtig ist bzw. war, um den technologischen Rückstand zu kompensieren. G. Bietschacher, H. Klodt, (1991), S. 32.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl zur geographischen Ausrichtung der NICs-Exporte D. Lorenz, (1989).Google Scholar
  17. 17.
    So betonen auch G. Dosi, K. Pavitt, L. Soete, (1990), S. 132, daß mit dem Produktlebenszyklus nur eine Variante unter vielen für die Entwicklung eines Produktes bzw. einer Prozeßtechnologie gegeben ist.Google Scholar
  18. 18.
    Die folgende Auflistung orientiert sich an einer Studie von R. Jungnickel, (1991), S. 135.Google Scholar
  19. 19.
    Zu den Flexibilitätsgewinnen durch die sog. economies of scope siehe die Untersuchung von S. Cohen, J. Zysman, (1987), S. 156ffGoogle Scholar
  20. 20.
    Vgl. D. Ernst, (1990), S. 228 ff.Google Scholar
  21. 21.
    Zu den technologischen Netzwerken siehe ausführlich W. Hillebrand, (1991), S. 69 ff. Hillebrand folgert hieraus, daß die Globalisierung der Märkte primär auf die Absatzmärkte zu beziehen ist und weniger auf die Beschaffungsmärkte. Vgl. hierzu auch M. Porter, (1991), S. 181.Google Scholar
  22. 22.
    Aus unternehmensstrategischer Sicht zeigt Ohmae, daß sich durch die Substitution des Faktors Arbeit durch Kapital nicht nur die Anfälligkeiten gegenüber Arbeitsmarktproblemen reduziert, sondern auch, daß die Orientierung am Lohnniveau für die Unternehmen eine ausgesprochen riskante Strategie darstellt, da hierdurch der Anschluß im technologischen Lernprozess verpaßt werden kann. Vgl K. Ohmae, (1985), S. 18.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. G. Dosi, K. Pavitt, L. Soete, (1990), S. 246Google Scholar
  24. 24.
    Für den asiatischen Raum ist vielfach das Bild der flying geese gezeichnet worden, das die Vorstellung eines harmonisch verlaufenden und durch komplementäre Beziehungen gekennzeichneten regionalen Entwicklungsverbundes zwischen Ländern unterschiedlichen Entwicklungsstandes widerspiegelt. Vgl. hierzu I. Yamazawa, (1990), S. 27 ff.Google Scholar
  25. 25.
    Hesse, Keppler und Preusse weisen darauf hin, daß die terms of trade gerade dann besonders unter Druck geraten, wenn sich die imitierenden Länder auf gleiche Produktbereiche spezialisieren und sich die Exportstrukturen der nachholenden Ländern stark ähneln (fallacy of composition). Vgl H. Hesse, H. Keppler, H. G. Preusse, (1985), S. 78.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. W. Hillebrand, (1991), S. 53ff.Google Scholar
  27. 27.
    “Past experience of changes in techno-economic paradigm suggests that it is not necessary to have a technological capability in all major products associated with a new techno-economic paradigm in order to catch up or maintain competitiveness. What is necessary is to have the capability to use new technologies in some industries and to produce a part of wide range of new products and services appropriate to local conditions, resources and comparative advantages. “ C. Freeman, (1988), S. 78.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. A. H. Amsden, (1989), S. 153.Google Scholar
  29. 29.
    Zu dem Konzept des “betting on the differences” vgl. V. Corado Simoes, (1991), S. 75ff.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. U. Menzel, (1988), S. 545, J. Pelkmans, (1991), S. 82.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl EG-Kommission, (1990b), S. 246.Google Scholar
  32. 32.
    Bei der intersektoralen Arbeitsteilung findet der Nord-Süd-Handel ganz im Sinne des neoklassischen Reallokationsmodells je nach komparativen Kosten statt. Aus entwicklungstheoretischer Perspektive korrespondiert diese Sichtweise von der interindustriellen Arbeitsteilung mit der Vorstellung des Entwicklungskontinuums, nach der jedes Land je nach Entwicklungsstufe in bestimmten Sektoren komparative Vorteile hat und die ökonomische Entwicklung als ein Prozeß des “marching through the sectors” charkterisiert ist. Zum Entwicklungskontinuum siehe H. Hesse, H. Keppler, H. G. Preuße, (1985), S. 74 ff; die hiermit eng verbundene Vorstellung der Entwicklungsstadien ist ausführlich bei B. Balassa, (1977), nachzulesen.Google Scholar
  33. 33.
    Vgl. EG-Kommission, (1990b), S. 246; siehe hierzu auch D. Neven, (1989).Google Scholar
  34. 34.
    Ein gutes Beispiel für ein erfolgreiches upgrading in traditionellen Sektoren bietet Italien im Schuhsektor.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. EG-Kommission, (1991b), S. 70.Google Scholar
  36. 36.
    Siehe zu dieser Diskussion J. Kol, P. Rayment, (1989), S. 66.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. D. Greenaway, (1988), S. 54. Auch hierin unterscheiden sich die Rahmenbedingungen der EG-Peripherieländer von denen der NICs aus Drittstaaten. Empirische Untersuchungen zum Intra-Firmen-Handel innerhalb der EG sind jedoch aufgrund der dünnen Informationsbasis kaum zu finden. Vgl. ders. S. 59.Google Scholar
  38. 38.
    Zum Zweiweghandel vgl. P. Gray, (1973).Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. Vgl. R. C. Hine, (1989), S. 25; Hine vermutet, daß sich die EG mittlerweile auf eine fortgeschritteneren Integrationsstufe befindet, auf der die regionalen Unterschiede in der industriellen Struktur zunehmend größer werden und als Folge positiver Agglomerationseffekte die regionale Inter-Spezialisierung reaktiviert. Zu den sektoralen Zentren siehe M. Porter, (1991), S. 178.Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. hierzu u.a. K. Seitz, (1992); G. Bledtschacher, H. Klodt, (1991); E. Paulsen, (1989). In diesen Fällen wird davon ausgegangen, daß die kurzfristige Allokationsefßzienz und die längerfristige Wachstumsdynamik nicht automatisch zusammenfallen. Vgl. auch J. Wiemann, (1983), S. 43.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. D. Greenaway, R. C. Hine, (1991); eine ähnliche Argumentation findet man bei H. Schmieding, (1988), Vol. 11, S. 518; hierzu ausführlicher in Kapitel VII. 1.2 dieser Arbeit.Google Scholar
  42. 42.
    Hinzu kommt bei der sektoralen Perspektive, daß sie sich einseitig auf die Kombination von Branchencharakteristika und unternehmensstrategischen Variablen beschränkt und die wirtschaftspolitische Seite vernachlässigt wird.Google Scholar
  43. 43.
    Weder bei den Neo-Technologie-Ansätzen noch beim Modell des monopolistischen Wettbewerbs wird die Bedeutung unterschiedlicher Merkmale von Handelsströmen problematisiert. Hinzu kommt, daß die Frage nach einer kohäsionsorientierten Arbeitsteilung mehr ist als nur die Frage nach den Gewinnern und nach den Verlierern aus dem Binnenmarkt.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl A. E. Lenel, E. P. W. Mim, (1982), S. 302.Google Scholar
  45. 45.
    Ähnliche Taxonomien findet man bei S. Hirsch, (1977) S. 3–16 und bei P. Gray, (1976), S. 45 – 48; vgl D. Lorenz, (1979), Tabelle 1.Google Scholar
  46. 46.
    Die “speziell abgeleiteten” Verfügbarkeiten sind nicht nur eine Folge von unterschiedlichen Unternehmensstrategien. Sie sind ebenfalls auf strategisches Vorgehen bzw. auf gezielte Maßnahmen der Wirtschaftspolitik bspw. in Form von staatlicher Infrastruktur und Humankapitalbildung zurückzuführen.Google Scholar
  47. 47.
    Auf zwei weitere Güterkategorien, die Primärgüter und die Supplementärgüter, wird hier nicht näher eingegangen, da sie für unsere Zwecke nur von untergeordneter Bedeutung sind.Google Scholar
  48. 48.
    Zu den Problemen und Grenzen des Konzeptes der Güterkategorisierung siehe E. P. W. Minx, (1980), S. 107.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. D. Lorenz, (1986), S. 47.Google Scholar
  50. 50.
    Nach Wie mann entsteht auf diesem Weg nicht nur ein geringerer Anpassungsdruck, sondern im positiven Sinn ein doppelt günstiger Beschäftigungseffekt. Vgl. J. Wiemann, (1983), S. 40.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. E. P. W. Minx, (1980), S. 117; Minx geht davon aus, daß sich für die Peripherieländer eine Option zum Komplementärgüterhandel dadurch eröffnet, daß mit steigendem Entwicklungsniveau und entspechender Nachfragevariation neue Einstiegsmöglichkeiten zum komplementären Präferenzgüterhandel geschaffen werden. Daß der intra-industrielle Handel durch komplementäre Strukturen gekennzeichnet ist, wird auch von Yamazawa behauptet. Vgl. I. Yamazawa, (1988), S. 17.Google Scholar
  52. 52.
    Mit dem Begriff der Adaptionsgüter wird der immer bedeutender werdenden Aufspaltung der Innovationen und des technologischen Fortschritts in der Produktion entsprochen. Adaptionsgüter reflektieren die Erkenntnis, daß die Nutzung der Innovation räumlich nicht an deren Entstehung gebunden ist, wobei allerdings für die Adaption spezifische und im technologischen Lernprozeß entstandene Produktionsbedingungen erforderlich sind. Vgl. hierzu H. Klodt, (1989). Die Wettbewerbsfähigkeit bei den Adaptionsgütern ist nicht an eigenständige technologische Neuerungen gekoppelt, sondern ist das Resultat der Kombination von differenzierter und gezielter Technologieimitation und effizienten Lernprozessen.Google Scholar
  53. 53.
    Benutzen wir das Konzept der Güterkategorisierung als Hilfsmittel für die Beurteilung der EG-internen Handelsströme und berücksichtigen deren Dynamik innerhalb des Wettbewerbs, so ist eine ständige Neubestimmung erforderlich.Google Scholar
  54. 54.
    Dieses Bild der EG-internen Arbeitsteilung entspricht in vielfacher Hinsicht dem Bild der flying-geese für den asiatischen Raum. Vgl I. Yamazawa, (1990).Google Scholar
  55. 55.
    Minx geht davon aus, daß sich für die Peripherieländer eine Option zum Komplementärgüterhandel dadurch eröffnet, daß mit steigendem Entwicklungsniveau und entsprechender Nachfragevariation für die Peripherieländer neue Einstiegsmöglichkeiten zum komplementären Präferenzgüterhanddel geschaffen werden.Google Scholar
  56. 56.
    Daß die innergemeinschaftlichen Beziehungen eine außenwirtschaftliche Dimension haben, zeigt sich insofern, als der intraregionale Handel mit geringerem Verdrängungswettbewerb die Wahrscheinlichkeit reduziert, daß gemeinschaftsinterne Konflikte an die Außengrenze verlagert werden. In dieser Hinsicht ist der komplementäre, kohäsionsorientierte Gütertausch eine wichtige Bedingung dafür, daß die europäische Integration, wie von Predöhl vorgesehen, eine regionale Vorstufe zur weltwirtschaftlichen Integration ist. Der Unterschied zur globalen Lösung besteht darin, daß es sich bei der regionalen Lösung um eine Integration von unten handelt. In diesem Sinne ist mit dem Kohäsionsziel die Komplementarität von regionaler und globaler Integration verbunden. Die Kohäsion kann als Voraussetzung dafür angesehen werden, daß die europäische Integration ihrem Anspruch auf eine offene Regionalisierung ein Stück näher rückt. Eine funktionierende, kohärente Integrationsgemeinschaft kann weltweit eher zu einem Gravitationszentrum aufsteigen und damit der Gefahr entgegenwirken, daß die regionale Integration zu einem Stolperstein der globalen Integration wird.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. A. Predöhl, (1971), S. 164; A. Lemper, (1974), S. 152.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Gerhard Fisch

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