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Erweiterte Integrationsperspektiven in der EG

  • Gerhard Fisch
Chapter
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Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Wir haben im Kapitel III gesehen, daß mit dem Binnenmarkt ein entscheidender Wachstumsimpuls über die Spezialisierungsgewinne und über den größeren Markt gegeben ist, bei dem die Wachstumsgewinne aus den günstigeren Bedingungen für die Nutzung von Skalenerträgen folgen und aus dynamischer und wettbewerbstheoretischer Sicht substantielle Wachstumseffekte mit dem intensivierten Wettbewerbs-prozeß innerhalb der Gemeinschaft verbunden sind.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. A. Smith, A. J. Venables, (1988); theoretische Grundlage der Überlegungen von Smith und Venables ist das Modell des “reciprocal dumping” von J. A. Brander, P. Krugman, (1983).Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. R. Baldwin, (1992), S. 3.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. A. Tovias, (1991), S. 15.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl R. Baldwin, (1992), S. 3.Google Scholar
  5. 5.
    Zur Diskussion um die strategischen Allianzen siehe u. a. L. K. Mytelka, (1991).Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. A. Jacquemin, A. Sapir, (1992), S. 166.Google Scholar
  7. 7.
    Was allerdings keineswegs so zu interpretieren ist, daß die Imitation den Wettbewerb durch andere Innovatoren vollständig ersetzen könnte.Google Scholar
  8. 8.
    H. Arndt, (1952), S. 40.Google Scholar
  9. 9.
    Zur wachstumstheoretischen Interpretation des zunehmenden Imitationsdrucks siehe die Studie von J. A. Schmitz, (1989).Google Scholar
  10. 10.
    H. — G. Preusse, (1991), S. 148.Google Scholar
  11. 11.
    Diese aus dem wettbewerblichen Zusammenspiel von Innovation und Imitation resultierende Erkenntniss ist auch mit der traditionellen ordnungspolitischen Diskussion kompatibel, bei der man längst von den Vorstellungen des vollkommenen Wettbewerbs abgerückt ist und bei der sich das Konzept des “workable competition” als generelle Leitlinie weitgehend durchgesetzt hat. Zu den Grundlagen dieses Konzeptes siehe E. Kantzenbach, (1967); eine Übertragung verschiedener ordnungspolitischer Überlegungen auf den EG-Binnenmarkt findet sich bei K. S. Hughes, (1990).Google Scholar
  12. 12.
    Vgl P. Krugman, (1979a), S. 254.Google Scholar
  13. 13.
    Vg H. — G. Preusse, (1991), S. 206.Google Scholar
  14. 14.
    Zu den bekanntesten Integrationsansätzen, die auf das Nivellierungsprinzip ausgerichtet sind, zählt der “Equality-Ansatz” von Myrdal, bei dem durch den Integrationsprozess eine größere Gleichberechtigung verwirklicht und sozio-ökonomische Ungleichheiten vermindert werden, sowie der Integrationsansatz von Jochimsen, bei dem die Angleichung der Lohnstrukturen der entscheidende Integrationsmaßstab wird. Vgl. G. Myrdal, (1974), R. Jochimsen, (1966).Google Scholar
  15. 15.
    Hierin liegt ein entscheidender Unterschied zwischen dem Regionalisierungsmuster der EG und denjenigen im asiatischen bzw. im nordamerikanischen Raum. Infolge der erheblich größeren Entwicklungsunterschiede im asiatischen Raum und unter Einbeziehung Mexikos flir den nordamerikanischen Wirtschaftsraum, ist die regionale Zusammenarbeit innerhalb der EG unter gänzlich anderen Gesichtspunkten zu beurteilen. Zu den Möglichkeiten einer verstärkten Nord-Süd-Kooperation in Pazifik-Asien siehe D. Siems, (1992), S. 231.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. H. Sautter, (1983), S. 17.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. zu den “neuen” Ost-West-Handelsbeziehungen die Untersuchung von O. Havrylyshyn, L. Pritchet, (1991).Google Scholar
  18. 18.
    Daß sich die EG darüber hinaus in ihrer Nord-Süd-Politik nicht nur auf den europäischen Wirtschaftsraum beschränkt, zeigen die zahlreichen Präferenzabkommen mit den Entwicklungsländern, wobei allerdings fraglich ist, ob diese tatsächlich ausreichen, um die Integration der Entwicklungsländer maßgeblich zu fördern. Vgl hierzu A. Tovias, (¡990); M. Dauderstädt, (1982).Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. D. J. Neven, (1989), S. 17; zur Kritik an Neven siehe die Anmerkungen Jacquemins, der insbesondere auf die Rigidität der hinter den Berechnungen Nevens stehenden Außenhandelstheorie verweist und außerdem hervorhebt, daß die Anpassungsprozesse innerhalb des Binnenmarktes weitaus komplexer sind, als von Neven angenommen. Vgl. A. Jacquemin, (1989a); auf die elementaren methodischen Unterschiede der Untersuchung Nevens im Vergleich zu der Studie von Smith und Venables weist A. Winters, (1992), S. 16 hin.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. G. Myrdal, (1957), S. 26; hierzu auch A. O. Hirschman, (1958), S. 188; bezogen auf den Binnenmarkt siehe u. a. EG-Kommission, (1990), S. 236; H. Zimmermann, (1991).Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. zu dieser eher generellen entwicklungstheoretischen Diskussion u. a. A. Cordova, (1973); bezogen auf die EG findet sich diese entwicklungstheoretische Fragestellung bei D. Nohlen, R. O. Schätze, (1985).Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. H. Zimmermann, (1991), S. 43.Google Scholar
  23. 23.
    Siebert zeigt, daß auch eine konsequente Weiterführung des Modells von Grossman und Helpman Anlaß zu der Befürchtung gibt, daß der Freihandel zur Polarisieruung fuhrt, sobald nämlich der Technologietransfer behindert wird. Vgl. H. Siebert, (1991), S. 806.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. G. Dosi, K. Pavitt, L. Soete, (1990), S. 248; die Autoren argumentieren dabei analog zu dem bereits aus der Regionaltheorie bekannten Konzept des Wachstumspols von Perroux, der ebenfalls aus sektoraler Sicht die räumliche Konzentration des Entwicklungsprozesses untersucht “... there has never been a historical case of economic evolution where one does not observe clustering, cumulative, and propulsive effects that generate development. History has handed down its own verdict: there is no other way of development. “ F. Perroux, (1988); zum Konzept des Wachstumspols siehe auch: P. Klemmer, (1972); F. Buttler, (1973).Google Scholar
  25. 25.
    Unterschiedliches Potential im Lernprozeß einzelner Sektoren ergeben sich beispielsweise durch Unterschiede in den Vernetzungsmöglichkeiten auf horizontaler und vertikaler Ebene.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl G. Dosi, K. Pavitt, L. Soete, (1990), S. 254.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl J. Markusen, (1991); Markusen betont vor allem den Einsatz von Marktzutrittsbeschränkungen; auf die Skalenerträge zielt der Einwand von Pelkmans zu den Vorteilen des Erststarters ab, die bewirken, daß : “Once established, this advantage may be self-reinforcing. “J. Pelkmans, (1991), S. 82.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. A. O. Hirschman, (1958), S. 69.Google Scholar
  29. 29.
    Die Vorstellung eines gemeinschaftsinternen Entwicklungsverbundes int Nord-Süd-Kontext steht vor diesem Hintergrund im engen Zusammenhang mit dem Gravitationsansatz; hierzu siehe u. a. P. Klemmer, (1972).Google Scholar
  30. 30.
    Auf die währungspolitischen Ausgleichsmechanismen gehen wir in Kap. VIII. 2 dieser Arbeit ein.Google Scholar
  31. 31.
    Über die unterschiedliche Höhe des EG-internen Handels läßt sich hingegen keine eindeutige Aussage machen, da auch die Kerne ihren Handel in dem erweiterten Gravitationszentrum erhöht haben. s. hierzu auch Tab. I und II im Anhang, aus denen hervorgeht, daß der Anteil des EG-internen Handels der Peripherieländer nicht wesentlich von demjenigen der Kernländer abweicht.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. EG-Kommission, (¡990b), S. 238; die sich herausbildenden Gravitationszentren können sich durchaus auf unterschiedliche industrielle Grundlagen stützen und müssen sich keineswegs allesamt auf der gleichen Entwicklungsstufe befinden.Google Scholar
  33. 33.
    Vgl. H. Sautter, (1983), S. 284; nach Gray entstehen den einzelnen Staaten durch die Integration erhebliche Souveränitätsverluste, die als eigenständige Kosten den Gewinnen aus der Integration entgegenstehen. Vgl. P. Gray, (1990).Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. R. N. Cooper, (1985), S. 1199.Google Scholar
  35. 35.
    Nach Minx erfordert gerade der Tatbestand intensiver oligopolistischer Interdependenz, auf die das Konfliktpotential zwischen den Staaten in besonderer Form zurückzuführen ist, eine stärkere Berücksichtigung von weitergehenden wohlfahrtsstaatlichen Zielen und eine entsprechende Berücksichtigung im ordnungspolitischen System. Vgl. E. P. W. Minx, (1980), S. 251.Google Scholar
  36. 36.
    Guerrieri und Pachan gehen von einer oligopolistischen Interdependenz sowie asymmetrischer Machtverteilung innerhalb der EG aus. Desweiteren zeigen die beiden Autoren, daß gerade auf die hegemoniale Stellung einiger Länder erhebliche integrationspolitische Fortschritte zurückzuführen sind Vgl P. Guerrieri, P. C. Padoan, (1989), S. 12. Zur Diskussion um die ordnungspolitischen Konsequenzen asymmetrischer politischer und ökonomischer Machtverteilung siehe auch N. Berthold, (1990a).Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. EG-Kommission, (1985), S. 17.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl F. Franzmeyer, (1991), S. 335.Google Scholar
  39. 39.
    Eine repräsentative Auswahl von Untersuchungen zur politischen Integrationstheorie findet man bei B. Burrows, G. Denton, G. Edwards, (1978); J. Harrop, (1989) sowie bei H. Schmitt von Sydow, (1988).Google Scholar
  40. 40.
    Bei Franzmeyer wird dies auch als besondere Schwierigkeit für den Fall der Aufnahme der Länder Osteuropas diskutiert. Vgl. F. Franzmeyer, (1991), S. 336.Google Scholar
  41. 41.
    Das Prinzip des Wettbewerbs der Systeme wird im besonderen Maße von der Kieler Schule vertreten. Vgl. H. Giersch, (1989), H. Siebert, (1990). Während wir uns hier allein mit diesem Ansatz im Zusammenhang mit dem Ursprungsland beschäftigen und seine ordnungspolitischen Implikationen untersuchen wollen, werden wir im Kap. VI 1.3 den Blickpunkt eher auf standorttheoretische Aspekte verlagern.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. H. Siebert, (1990), S. 73.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. H. — W. Sinn, (1990), S. 7.Google Scholar
  44. 44.
    Hey und Jahns-Böhm betonen, daß neben der akuten Gefährdung nationaler Standards in einigen Mitgliedstaaten ebenfalls nationale Alleingänge bei deren Erhöhungen erheblich erschwert werden. Vgl. C. Hey, J. Jahns-Böhm, (1989), S. 34. Daß die fortgeschrittenen Industrieländer diesen Deregulierungswettlauf jedoch nicht unbegrenzt mitmachen müssen, zeigt sich daran, daß bestimmte Ansprüche bei industriellen Normen die Wettbewerbsfähigkeit längerfristig stärken. Über höhere Auflagen werden die Unternehmen zu Anpassungsprozessen und zu höheren Qualitätsstandards gezwungen, ein Tatbestand, der sich im immer wichtiger werdenden Qualitätswettbewerb offenbart, in dem die preislichen Wettbewerbsfaktoren eine eher untergeordnete Rolle spielen. Gerade die EG hat angesichts der zunehmenden Marktpenetration durch die Schwellen- und Entwicklungsländer darauf acht zu geben, daß ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten langfristig von ihren Qualitätsstandards abhängt. So wäre beispielsweise ein gut dosierter staatlicher Druck zu technologischen Innovationen im Umweltschutzbereich durchaus auch im Sinne einer steigenden Wettbewerbsfähigkeit in der Umweltschutztechnologie.Google Scholar
  45. 45.
    Zur Diskussion, ob sich infolge der Konsumentensouveränität letztlich doch wieder ein höheres Schutzniveau einpendelt siehe E. Scharrer, (1985), S. 591 bzw. H. — W. Sinn, (1990), S. 8.Google Scholar
  46. 46.
    So zeigt beispielsweise Barro, daß ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Ausgestaltung des Steuersystems und den Investitionsaktivitäten in einem Land existieren. Vgl. R. Barro, (1988).Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. H. Siebert, (1990), S. 8.Google Scholar
  48. 48.
    Dies zeigt auch die häufig negative Erfahrung mit der Regionalpolitik auf nationaler Ebene, in denen zwar die Kapitalmobilität gefördert wurde, wo jedoch angesichts der Lohngleichheit das Auslagern von Investitionen nicht vonstatten ging.Google Scholar
  49. 49.
    Unter dem Begriff der Wachstumskonkurrenz verstehen wir in Anlehnung an Stegemann eine Konkurrenz um Absatzmärkte und Proauktionsfaktoren, die die Länder mit wirtschaftspolitischen Mitteln austragen und mit deren Hilfe die Staaten letztlich das wirtschaftliche Wachstum vorantreiben. Vgl. K. Stegemann, (1966), S. 100.Google Scholar
  50. 50.
    Einen umfassenden Überblick über zwischenstaatliche Machtstrukturen liefern R. O. Keohane und J. S. Nye, (1977) in ihrer allgemeinen Studie und P. Guerrierri, P. C. Padoan, (1989) in anschaulicher Form bezogen auf das EG-interne staatliche Beziehungsgeflecht.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. K. Stegemann, (1966), S. 82.Google Scholar
  52. 52.
    Folgt man dieser Argumentationslinie, so beinhaltet sie nach Minx eine völlig veränderte Sichtweise der traditionellen wohlfahrtsstaatlichen Prinzipien. “ Die Aufrechterhaltimg dynamischer Wettbewerbsprozesse auf oligopolistisch strukturierten Märkten durch staatliche Initiativen rückt vor die wohlfahrtstheoretischen Überlegungen. “ E. P. W. Minx, (1980), S. 266.Google Scholar
  53. 53.
    Siehe hierzu die Untersuchung von H. — W- Sinn, der sich allerdings in seiner Kritik auf die Effizienzeigenschaften des Systemwettbewerbs beschränkt und den Stabilitätsaspekt ebenso ausklammert wie den Verteilungsaspekt. Vgl. H. — W. Sinn, (1990)Google Scholar
  54. 54.
    J. Tinbergen, (1954), S. 95.Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. H. Siebert, (1990), S. 69.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Gerhard Fisch

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