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Die Diskurstheorie des Rechts

  • Raphael Beer
Chapter
Part of the Zugänge zur Moderne book series (ZUMO)

Zusammenfassung

Mit seinem Buch „Faktizität und Geltung“ hat Habermas eine Rechtstheorie268 vorgestellt, für die das Projekt der Diskursethik fruchtbar gemacht werden soll. Seinem Arbeitsstil ist er dabei treu geblieben: Wie bereits in der „Theorie des kommunikativen Handelns“ entfaltet Habermas seine Thesen anhand vielfältiger Theoriedebatten, die er dann zu einem breit gefächerten Verweisungszusammenhang zusammenschließt. Innerhalb seiner gesamten Theoriearchitektonik nimmt der Rechtsbegriff eine ähnliche Stellung ein. In ihm fließen gesellschaftstheoretische und moralphilosophische Überlegungen, die sich laut Habermas in verschiedene wissenschaftliche Diskurse aufgeteilt haben, zusammen. Sein Rechtsbegriff soll den Anschluß wahren „an die klassische Auffassung eines, wie immer vermittelten, internen Zusammenhangs zwischen Gesellschaft und Vernunft, also zwischen Beschränkungen und Zwängen, unter denen sich die Reproduktion des gesellschaftlichen Lebens vollzieht, einerseits und der Idee einer bewußten Lebensführung andererseits.“269

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Literatur

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Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Raphael Beer

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