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Mythos Löns pp 252-311 | Cite as

Löns und die Moderne

  • Thomas Dupke

Zusammenfassung

Am Beispiel Löns‘ erweist sich, daβ die strikte Zweiteilung der kulturellen Szene um 1900 in „Moderne“ und „Antimoderne“ eine unzureichende Beschreibungsmethode ist. Löns‘ literarische Entwicklung ist die eines jungen rebellischen Mannes, dessen Wurzeln in der Aufbruchstimmung des Naturalismus lagen, der sich aber auf der Suche nach seinem Platz in der modernen Industriegesellschaft von seinen „modernen“ Anfängen entfernt hat. Er lieβ Groβstadt und Industriegesellschaft, die seine Frühgedichte beherrschen, hinter sich und konzentrierte seine vitalistische Sehnsucht auf den Bereich der Natur, die er zu einer gesellschaftsfreien Sphäre stilisierte.

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Literatur

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    Laut Aussage des “Löns-Freundes“ Wilhelm de Witt soll Löns auf eine Rundfrage über den Wert des Kinos geantwortet haben, “er halte unter allem Unfug, den die moderne Menschheit verzapft habe, den Kintopp für den gröbsten, und das könne er um so besser beurteilen, als er niemals drin gewesen sei.“ (Zitat aus: Wilhelm de Witt: Hermann Löns, der Dichter, der Mensch, der Freund, Warendorf 1922, S. 22.)Google Scholar
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  15. 38.
    Hermann Löns: Zck Zck tuff tuff…., in: Hannoverscher Anzeiger, Nr. 140, 18.6. 1901, 3. Beilage.Google Scholar
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  17. 40.
    Zu den Fahrern vgl. Wolfgang Gronen/Walter Lemke: Geschichte des Radsports und des Fahrrads, Eupen 1978, S. 136 f, 186 f.Google Scholar
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  20. 43.
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  22. 45.
    Naturalisten wie Emile Zola haben sich mit der Fotografie beschäftigt und selbst mit der Fotokamera gearbeitet. Vgl. Erwin Koppen: Literatur und Photographie. Über Geschichte und Thematik einer Medienentdeckung, Stuttgart 1987, S. 70 ff.Google Scholar
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    Vgl. Wolfgang Schivelbusch: Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert, 9.-11. Tsd., Frankfurt a.M./Berlin/Wien 1984 (= Ullstein Materialien Nr. 35015) (Erstausgabe 1977), vor allem S. 24 ff, 42 ff, 166 f.Google Scholar
  24. 48.
    Vgl. Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: den.: Schriften. Bd. I, Frankfurt a.M. 1955, S. 366–405.Google Scholar
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    Vgl. Wilhelm Deimann: Hermann Löns. Sein Leben und Wirken. 1. Teil, Dortmund 1922, 5.110.Google Scholar
  26. 50.
    Hermann Löns: Das Quintär und seine Fauna, in: Kosmos, 7. Jg. (1910), S. 447.Google Scholar
  27. 54.
    Zur Boheme vgl. Helmut Kreuzer: Die Boheme. Beiträge zu ihrer Beschreibung, Stuttgart 1968. Vgl. außerdem Geschichte der deutschen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, hrsg. v. Hans-Günther Thalheim u.a., Bd. 9: Vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis 1917, v. Hans Kaufmann u.a., Berlin (Ost) 1974, S. 75 ff; Gerd Stein: Vorwort, in: Bohemien-Tramp-Sponti. Boheme und Alternativkultur, hrsg. v. Gerd Stein, Frankfurt a.M. 1982 (= Kulturfiguren und Sozialcharaktere des 19. und 20. Jahrhunderts Bd. 1; Fischer-Taschenbuch 5035). S. 9–17.Google Scholar
  28. 55.
    Vgl. Gunter Martens: Vitalismus und Expressionismus. Ein Beitrag zur Genese und Deutung expressionistischer Stilstrukturen und Motive, Stuttgart 1971 (= Studien zur Poetik und Geschichte der Literatur Bd. 22), S. 73–108.Google Scholar
  29. 56.
    Vgl. die Tabelle zur Bevölkerungsentwicklung in: Jürgen Reulecke: Geschichte der Urbanisierung in Deutschland, Frankfurt a.M. 1985 (= Neue Historische Bibliothek; edition suhrkamp 1249), S. 203 f. Vgl. außerdem Jochen Mangelsen: “Hannoversche Allgemeine Zeitung“ - Hannoverscher Anzeiger. Untersuchung zur Entwicklung einer Tageszeitung seit ihrer Gründung im Jahre 1893. Ein Beitrag zur Zeitungsgeschichte der letzten fünfundsiebenzig Jahre, Diss. phil. Berlin 1968, S. 61 f.Google Scholar
  30. 57.
    Konrad Eilen: Hermann Löns als Charakter, Hannover 1926 (= Beiträge zur niedersächsischen Literaturgeschichte), S. 80.Google Scholar
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    Zum Dandy vgl. Hans Hinterhäuser: Der Dandy in der europäischen Literatur des 19. Jahrhunderts, in: Weltliteratur und Volksliteratur. Probleme und Gestalten, hrsg. v. Albert Schaefer, München 1972 (= Beck‘sche Schwarze Reihe Bd. 93), S. 168–193; Gerd Stein: Vorwort, in: Dandy-Snob-Flaneur. Dekadenz und Exzentrik, hrsg. v. Gerd Stein, Frankfurt a.M. 1986 (= Kulturfiguren und Sozialcharaktere des 19. und 20. Jahrhunderts Bd. 2; Fischer Taschenbuch 5036), S. 9–16.Google Scholar
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    Zur Einstellung Oscar Wildes zum Typus des Verbrecher vgl. Karl Heinz Bohrer: Die Ästhetik des Schrecken. Die pessimistische Romantik und Ernst Jüngers Frühwerk, München/Wien 1978, S. 32 ff.Google Scholar
  33. 61.
    Rainer Gruenter: Versuch über Oscar Wilde, in: Oscar Wilde: Werke in zwei Minden, hrsg. v. Rainer Gruenter, Bd. 2: Theaterstücke, Briefe, Gedichte, Nachwort, 4. Aufl., München 1982, S. 588, vgl. außerdem S. 606–610.Google Scholar
  34. 63.
    Rainer Gruenter: Formen des Dandysmus. Eine problemgeschichtliche Studie über Ernst Jünger, in: Euphorion, 46 (1952), S. 187. Zu Jüngers Dandysmus vgl. außerdem Bohrer: Ästhetik des Schreckens, a.a.O., S. 31–41; Wolfgang Kaempfer: Ernst Jünger, Stuttgart 1981(= Sammlung Metzler; M 201; Abt. D: Literaturgeschichte), S. 157–164.Google Scholar
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    Heimo Schwilk: Ein Dandy in Stahlgewittern, in: Rheinischer Merkur/Christ und Welt, 12.9.1986, S. 19.Google Scholar
  36. 65.
    Johannes Volmert: Ernst Jünger. “In Stahlgewittern“, München 1985 (= Text und Geschichte, Modellanalysen zur deutschen Literatur Bd. 15; UTB 1263), S. 61.Google Scholar
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    Vgl. Jost Hermand: Grüne Utopien in Deutschland. Zur Geschichte des ökologischen Bewußtseins, Frankfurt a.M. 1991 (= Fischer Tb 10395), S. 71 f.Google Scholar
  38. 67.
    Vgl. z.B. Fritz von der Leine: Einen kleinen Vogel hatte früher…, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 1.11.1903, Nr. 258, 2. Blatt, S. 3.Google Scholar
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    Vgl. Die Wandervogelzeit. Quellenschriften zur deutschen Jugendbewegung 1896–1919, hrsg. v. Werner Kindt, Düsseldorf/Köln 1968 (= Dokumentation der Jugendbewegung Bd. II), S. 657. Vgl auch den Aufsatz von W. Lampe: Hermann Löns und der Heimatschutz, in: Niedersachsen, 36. Jg. (1931), S. 434–436.Google Scholar
  40. Zum “Bund Heimatschutz“ vgl. außerdem Arne Andersen: Heimatschutz: Die bürgerliche Naturschutzbewegung, in: Franz-Josef Brüggemeier/Thomas Rommelspacher (Hg.): Besiegte Natur. Geschichte der Umwelt im 19. und 20. Jahrhundert, München 1987 (= Beck‘sche Reihe 345), S. 143–157; Walther Schoenichen: Naturschutz, Heimatschutz. Ihre Begründung durch Ernst Rudorff, Hugo Conwentz und ihre Vorläufer, Stuttgart 1954 (_ Große Naturforscher Bd. 16), S. 138–157; Sieferle: Fortschrittsfeinde?, a.a.O., S. 167–173.Google Scholar
  41. Vgl. außerdem allgemein zur Geschichte des Naturschutzes Gerhard Olschowy Zur Entwicklung des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Deutschland, in: Naturschutz-und Naturparke. Mitteilungen des Vereins Naturschutzpark e.V. Stuttgart-Hamburg (1977), H. 86, S. 25–30 und Wolfram Pflug: 200 Jahre Landespflege in Deutschland - Eine Ubersicht, in: Stadt und Landschaft, Raum und Zeit. Festschrift für Erich Kühn zur Vollendung seines 65. Lebensjahres, hrsg. v. Alfred C. Boettger/Wolfram Pflug, Köln 1969, S. 237–280.Google Scholar
  42. 70.
    Hermann Löns: Heimatliches Erleben, in: Heimat und Volksbildung, Berlin 1907, S. 68.Google Scholar
  43. 71.
    Es gibt Unstimmigkeiten bei der Datierung dieses Vortrags. Fritz Klein weist darauf hin, daß auch das Jahr 1912 in Betracht käme, da Löns Conwentz mit einer Rede zitiert, gehalten auf dem Internationalen Kongreß für Heimatschutz in Paris, der im Jahr 1912 stattgefunden haben soll. Dieser Kongreß fand aber bereits 1909 statt. Vgl. Fritz Klein: Wann hielt Hermann Löns seinen “bitterbösen Vortrag“?, in: Hermann-Löns-Blätter (1982), H. 2, S. 3 f; Sieferle: Fortschrittsfeinde?, a.a.O., S. 168.Google Scholar
  44. 72.
    Vgl. Fritz Klein: Das neue Hermann-Löns-Brevier, Hannover 1986, S. 10; Heinz Sach: Wird es eine Löns-Renaissance geben?, in: Hermann-Löns-Blätter (1988), H. 4, S. 16 f.Google Scholar
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    Zu Conwentz vgl. Andersen: Heimatschutz, a.a.O., S. 146 ff; Hans Klose: Fünfzig Jahre staatlicher Naturschutz. Ein Rückblick auf den Weg der deutschen Naturschutzbewegung, Gießen 1957, S. 13–32; Schoenichen: Naturschutz, Heimatschutz, a.a.O., 5.158–296.Google Scholar
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    Kurt Floericke: Der gegenwärtige Stand der Naturschutzpark-Bewegung, in: Kosmos, 6.4. (1909), H. 12, S. 371; vgl. auch ders.: Umschau über die Naturschutzbewegung, in: Kosmos, 6. Jg. (1909), H. 4, S. 97–103.Google Scholar
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    Vgl. Enno Meyer: Pastor Bode kauft den Wilseder Berg. Der erste deutsche Naturpark entsteht, in: ders.: Zwölf Ereignisse deutscher Geschichte zwischen Harz und Nordsee 1900–1931, Hannover 1979 (= Schriftenreihe der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Zeitgeschichte 16), S. 27–32; Alfred Toepfer: Ein Rückblick auf 20 Jahre Arbeit des VNP, in: Naturschutz-und Naturparke. Mitteilungen des Vereins Naturschutzpark e.V. Stuttgart-Hamburg (1974), H. 74, S. 1–12; Walter Widmann: Naturschutzpark Lüneburger Heide, 2. erw. Aufl., Stuttgart 1963.Google Scholar
  48. 79.
    So ist ein Artikel von Löns im Hannoverschen Tageblatt vom 14.9.1910 betitelt; vgl. Erich Griebel: Hermann Löns, der Niederdeutsche. Eine Einfühlung in Leben und Werk, Berlin/Leipzig 1934, S. 223.Google Scholar
  49. 80.
    Löns glaubte, von Conwentz übergangen worden zu sein. Er hatte Conwentz zu einem Kalmiafund im Warmbüchener Moor herbeigerufen, doch Conwentz verschwieg bei der Erwähnung dieses Fundes Löns‘ Anteil daran; vgl. Deimann: Löns (1960), a.a.O., S. 585.Google Scholar
  50. Rudorffs Aufsätze “Heimatschutz“ und “Abermals Heimatschutz“ wurden die Programmschriften des Heimatschutzbundes (zuerst veröffentlicht in: Die Grenzboten, 56. Jg. [1897], 2. Vierteljahr, S. 401–414, 455–468 und 4. Vierteljahr, S. 111–117). Löns erwähnt Rudorff in “Der Schutz der Heimat“ (NS I,382) und “Der Harzer Heimatpark“ (NS I,431).Google Scholar
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    Vgl. Simone Jürgens: Das Heimatverständnis in den Romanen von Hermann Löns. Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der fachwissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an Gymnasien, Universität Göttingen 1982, S. 35 ff; Stanley Radcliffe: Hermann Löns als Gesellschaftskritiker, Magister-Arbeit, Liverpool 1955, S. 215 ff.Google Scholar
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  55. Weitere regimetreue Äußerungen zum Thema Löns und Umweltschutz stammen von Walther Schoenichen, dem Nachfolger von Conwentz auf dem Posten des Direktors der “Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen“, vgl. Walther Schoenichen: Naturschutz als völkische und internationale Kulturaufgabe. Eine Übersicht über die allgemeinen, die geologischen, botanischen, zoologischen und anthropologischen Probleme des heimatlichen wie des Weltnaturschutzes, Jena 1942, S. 39.Google Scholar
  56. Vgl. Gert Gröning/Joachim Wolschke: Naturschutz und Ökologie im Nationalsozialismus, in: Die alte Stadt. Zeitschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie und Denkmalpflege, 10. Jg. (1983), S. 1–17; Annette Nietfeld: Reichsautobahn und Landschaftspflege. Landschaftspflege im Nationalsozialismus am Beispiel der Reichsautobahnen, Diplomarbeit Berlin 1985 (= Werkstattberichte des Instituts für Landschaftsökonomie H. 13); Walter Mrass: Die Organisation des staatlichen Naturschutzes und der Landschaftspflege im Deutschen Reich und in der Bundesrepublik Deutschland seit 1935, gemessen an der Aufgabenstellung in einer modernen Industriegesellschaft, Stuttgart 1970 (= Beiheft 1 zu Landschaft + Stadt).Google Scholar
  57. 95.
    Vgl. Elisabet Löns-Erbeck: Meine Erinnerungen an Hermann Löns, 11.-15. Tsd., Dortmund 1922, S. 23.Google Scholar
  58. 96.
    Vgl. Paul Schnabel: Wahrheit und Dichtung in Hermann Löns‘ “Zweitem Gesicht“. Ein Beitrag zur Psychologie der Dichtung, Leipzig 1928, S. 118–123.Google Scholar
  59. 99.
    Vgl. Wilhelm Deimann: Der andere Löns, Münster/Hameln 1965, S. 96 ff. Deimann ist bei der Darstellung des Prozesses sehr bemüht, Lisa Löns‘ Argumentation von der Geisteskrankheit ihres Mannes als abwegig erscheinen zu lassen.Google Scholar
  60. 100.
    Vgl. ebd., S. 109. Sohn Dettmer wurden vier Sechstel der Einkünfte aus den Werken Löns‘ zugesprochen, der ersten Ehefrau Elisabet Löns-Erbeck ein Sechstel, der zweiten Ehefrau ebenso. Ernestine Sassenberg erhielt die äußere Habe, das Tagebuch, einige Manuskripte und persönliche Gebrauchsgegenstände.Google Scholar
  61. 103.
    Laut Knottnerus-Meyer soll Löns über seine Mutter gesagt haben: “Meine Mutter, die versteht mich, hat alles für mich getan, deshalb war er [der Vater] natürlich eifersüchtig auf mich. Ich durfte nicht mit zu ihrer Beerdigung. Und dabei war er eine Leuchte in der Kirche…“ (Zitat aus: Hermann Knottnerus-Meyer: Der unbekannte Löns. Gespräche und Erinnerungen, Jena 1928, S. 75.)Google Scholar
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    Gerhard Haas: Das Tierbuch, in: Kinder-und Jugendliteratur. Zur Typologie und Funktion einer literarischen Gattung, hrsg. v. Gerhard Haas, 2. Aufl., Stuttgart 1976, S. 359.Google Scholar
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    Sigmund Freud: Die infantile Wiederkehr des Totemismus, in: ders.: Gesammelte Werke. Chronologisch geordnet, Bd. 9: Totem und Tabu, 6. Aufl., London 1978, S. 154.Google Scholar
  64. 108.
    Vgl. den Artikel “Realitätsprüfung“ in: Jean Laplanche/Jean-Bertrand Pontalis: Das Vokabular der Psychoanalyse, Frankfurt a.M. 1972, S. 431–436.Google Scholar
  65. 110.
    Zu narzißtischen Störungen vgl. Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst, 26.-35. Tsd., Frankfurt a.M. 1979, S. 63–82.Google Scholar
  66. 113.
    Vgl. Thomas Ziehe: Pubertät und Narzißmus. Sind Jugendliche entpolitisiert?, Frankfurt a.M./Köln 1975 (= Veröffentlichungen des Psychologischen Seminars der TU Hannover), S. 182.Google Scholar
  67. 116.
    Vgl. Dieter Düding: Die Kriegervereine im wilhelminischen Reich und ihr Beitrag zur Militarisierung der deutschen Gesellschaft, in: Jost Dülffer/Karl Holl (Hg.): Bereit zum Krieg. Kriegsmentalität im wilhelminischen Deutschland 1890–1914. Beiträge zur historischen Friedensforschung, Göttingen 1986, S. 99–121.Google Scholar
  68. 117.
    Zu diesem Zusammenhang vgl. Hans-Joachim Mauch: Nationalistische Wehrorganisationen in der Weimarer Republik. Zur Entstehung und Ideologie des “Paramilitarismus“, Frankfurt a.M./Bern 1982 (= Europäische Hochschulschriften: Reihe 31, Politikwissenschaft Bd. 32), S. 82.Google Scholar
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    Vgl. Hans Nicklas/Änne Ostermann: Vorurteil, in: Handwörterbuch der Psychologie, hrsg. v. Roland Asanger/Gerd Wenninger, Weinheim/Basel 1982, S. 535–540.Google Scholar
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    Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, in: ders.: Gesamtausgabe, hrsg. v. Rainer Funk, Bd. IV: Aggressionstheorie, Stuttgart 1980, S. 118.Google Scholar
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    Vgl. Sigmund Freud: Zeitgemäßes über Krieg und Tod, in: ders.: Gesammelte Werke. Chronologisch geordnet, Bd. 10: Werke aus den Jahren 1913–1917, 7. Aufl., London 1981, S. 324–355. Freud deutet den Krieg als eine Regression auf eine psychisch primitivere Stufe, auf der ähnlich wie im Traum das Verdrängte wiederkehrt: “Er [der Krieg] streift uns die späteren Kulturauflagerungen ab und läßt den Urmenschen in uns wieder zum Vorschein kommen.“ (S. 354)Google Scholar
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    Vgl. Erik H. Erikson: Kindheit und Gesellschaft, 4. Aufl., Stuttgart 1971, S. 56.Google Scholar
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    Zur Biophilie vgl. Erich Fromm: Die Seele des Menschen. Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen, in: ders.: Gesamtausgabe, hrsg. v. Rainer Funk, Bd. II: Analytisch Charaktertheorie, Stuttgart 1980, S. 185 ff.Google Scholar
  74. 125.
    Vgl. John C.G. Röhl: Graf Philipp zu Eulenburg - des Kaisers bester Freund, in: den.: Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik, München 1987, S. 35–77.Google Scholar
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    Gent Ueding: Die entgleiste Idylle, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11. 1980, S. 26.Google Scholar
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    Vgl. Karlheinz Rossbacher: Heimatkunstbewegung und Heimatroman. Zu einer Literatursoziologie der Jahrhundertwende, Stuttgart 1975 (= Literaturwissenschaft-Gesellschaftswissenschaft 13), S. 206 f.Google Scholar
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    Knottnerus-Meyer. Der unbekannte Löns, a.a.O., S. V (Vorwort). Von der “Faustnatur“ und dem “faustischen Trieb“ bei Löns reden auch Heinrich Schauerte: Hermann Löns. Sein Leben, sein Schaffen und seine Werke, 2. Aufl., Dortmund 1920, S. 45 und Wilhelm Schenkel: Hermann Löns‘ “Zweites Gesicht“. Eine Studie, Berlin 1921, S. 46, 56 f, 62 f. 1937 wurde sogar Löns‘ Handschrift graphologisch untersucht, denn “der geniale Mensch offenbart in seiner Handschrift wie jeder andere Schreiber sein persönliches Wesen“; vgl. Paul Caspar/Gertrud von Kügelen: Dichter in der Handschrift. Graphologische Deutungen zeitgenössischer Dichtwerke, Hannover 1937, S. 6,118.Google Scholar
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  80. 134.
    Karl May: Frau Pollmer. Eine psychologische Studie. Faksimilewiedergabe der Handschrift und der dazugehörigen Anlagen, Bamberg 1982 (= Karl May - Prozeß-Schriften Bd. 1), S. 2 (nach Faksimile S. 805).Google Scholar
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    Vgl. Roy C. Calogeras: Die Krupp-Dynastie und die Wurzeln des deutschen Nationalcharakters. Eine psychoanalytische Kulturstudie, München/Wien 1989 (amerik. Originalausgabe 1987), S. 89–116,199–230.Google Scholar
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    Vgl. Jacques Le Rider. Das Ende der Illusion. Die Wiener Moderne und die Krisen der Identität, Wien 1990, S. 7 f.Google Scholar
  83. 140.
    Die wilhelminische Mentalität darf auch nicht ohne weiteres mit dem “autoritären Charakter“ gleichgesetzt werden, obwohl sie dessen Bildung unterstützen kann. Zum “autoritären Charakter“ vgl. Vgl. Theodor W. Adorno: Studien zum autoritären Charakter, Frankfurt a.M. 1973 (= suhrkamp taschenbuch 107); Erich Fromm: Studien über Autorität und Familie. Sozialpsychologischer Teil, in: den.: Gesamtausgabe, Bd. 1: Analytische Sozialpsychologie, Stuttgart 1980, S. 139–187.Google Scholar

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