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Dichtung und Wahrheit: Leben und Werk des Hermann Löns

  • Thomas Dupke

Zusammenfassung

Das Phantom Löns, wie es in der Löns-Rezeption auftaucht, setzt sich sowohl aus den Lebensdaten zusammen, die die Löns-Biographen recherchiert haben, als auch aus den Spekulationen, Gerüchten und Schwärmereien der Löns-Verehrer (seien sie nun ideell, ideologisch oder kommerziell inspiriert). Löns wird da ohne weiteres mit seinen Romanhelden wie Helmold Hagenrieder aus dem „Zweiten Gesicht“ gleichgesetzt, und seine Selbstzeugnisse werden ohne kritisches Hinterfragen übernommen. Löns‘ Briefe widersprechen sich aber oftmals und geben vor allem bei Streitfällen, über die Löns berichtet, ein positives Selbstbild wieder.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Johann Wolfgang Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 5. Aufl., Hamburg 1964 (= Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, Bd. IX ), S. 10.Google Scholar
  2. 2.
    Die Daten zur Biographie lassen sich einerseits aus den Briefen im Hermann-Löns-Archiv (Hannover), dem Stadtarchiv Celle und der Stadt-und Landesbibliothek Dortmund rekonstruieren, andererseits aus verschiedenen Registern im Stadtarchiv Münster, dem Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Münster, dem Universitätsarchiv der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Stadtarchiv Hannover. Vgl. auβerdem folgende biographische Arbeiten: Martin Anger: Hermann Löns. Schicksal und Werk aus heutiger Sicht, 2. Aufl., Braunschweig 1986; Wilhelm Deimann: Hermann Löns. Sein Leben und Wirken. 1. Teil, Dortmund 1922; ders.: Der Künstler und Kämpfer. Eine Lönsbiographie und Briefausgabe, Hannover 1935; dem.: Hermann Löns - Leben und Schaffen, in: Hermann Löns: Werke. Gesamtausgabe, hrsg. v. Wilhelm Dei-mann, Bd. 5, Hamburg 1960, S. 513–681; dem.: Der andere Löns, Münster/Hameln 1965; Erich Griebel: Hermann Löns, der Niederdeutsche. Eine Einfühlung in Leben und Werk, Berlin/Leipzig 1934.Google Scholar
  3. Einen kurzen, aber grundlegenden Einblick in Leben und Werk bieten zudem folgende Lexikonartikel: Jost Nickel: Löns, Hermann, in: Walther Killy (Hg.): Literatur Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache, Bd. 7, Gütersloh/München 1990, S. 323 f; Rudolf Radler: Löns, Hermann, in: Neue Deutsche Biographie, hrsg. v. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 15, Berlin 1987, S. 51–54.Google Scholar
  4. 3.
    Es gibt widersprüchliche Angaben zu der Kinderzahl. Ich stütze mich auf die Informationen von Ernst Löns, dem jüngsten Bruder Hermann Löns‘, die dieser Deimann überlassen hat (Deimann-Nachlaβ).Google Scholar
  5. 4.
    Zur Löns‘ Zeitungstätigkeit vgl. Uwe Kothenschulte: Hermann Löns als Journalist. Dargestellt am Beispiel seiner Tätigkeit bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ und bei der „Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung“, Dortmund 1968 (= Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung Bd. 13).Google Scholar
  6. 5.
    Bis zum September 1908 blieb Löns aber noch Mitarbeiter des „Hannoverschen Tageblatts“.Google Scholar
  7. 6.
    Vgl. Detlev J.K Peukert: Das Janusgesicht der Moderne, in: Funkkolleg Jahrhundertwende. Die Entstehung der modernen Gesellschaft, Studienbegleitbrief 0, Weinheim/Basel 1988, S. 60. Die Beiträge des Funkkollegs sind inzwischen als Taschenbuch veröffentlicht: August Nitschke/Gerhard A. Ritter/Detlev J. K. Peukert/Riidiger vom Bruch: Jahrhundertwende. Der Aufbruch in die Moderne 1880–1930, 2 Bde., Reinbek bei Hamburg 1990.Google Scholar
  8. 7.
    Vgl. die Synopsis zur Jahrhundertwende, in: ebd., S. 108–119, sowie Ulrich Troitzsch: Technik, Naturwissenschaft und Medizin, in: Ploetz. Das deutsche Kaiserreich. 1867/71 bis 1918. Bilanz einer Epoche, hrsg. v. Dieter Langewiesche, Freiburg/Würzburg 1984, S. 166180.Google Scholar
  9. 8.
    Vgl. Jürgen Reulecke: Geschichte der Urbanisierung in Deutschland, Frankfurt a.M. 1985 (= Neue Historische Bibliothek; edition suhrkamp 1249), S. 68 ff.Google Scholar
  10. 9.
    Vgl. Detlev J.K Peukert/Rüdiger vom Bruch/Gerhard A. Ritter/August Nitschke: Die Jahrhundertwende und unsere Gegenwart, in: Funkkolleg Jahrhundertwende. Die Entstehung der modernen Gesellschaft 1880–1930, Studienbegleitbrief 1, Weinheim/Basel 1988, S. 11–63.Google Scholar
  11. 10.
    Zum vieldiskutierten Begriff der „Moderne“ vgl. Jürgen Habermas: Das Zeitbewuβtsein der Moderne und ihr Bedürfnis nach Selbstvergewisserung, in: ders.: Der philosophische Diskurs der Moderne. Zwölf Vorlesungen, Frankfurt a.M. 1985, S. 9–33, bes. S. 13 ff; Gerd Hemmerich: Überlegungen zum Phänomen der Moderne und ihrer Geschichte, in: Zur Geschichtlichkeit der Moderne. Der Begriff der literarischen Moderne in Theorie und Dichtung, hrsg. v. Theo Elm/Gerd Hemmerich, München 1982, S. 23–41; Reinhart Koselleck: Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt a.M. 1979 (_ Theorie), S. 300–348; Hans-Ulrich Wehler: Modernisierungstheorie und Geschichte, Göttingen 1975 (= Kleine Vandenhoeck-Reihe 1407); Wolfgang Welsch: Unsere postmoderne Moderne, Weinheim 1987, S. 65–85.Google Scholar
  12. 11.
    Vgl. Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich 1971–1918, 5. durchgesehene u. bibliogr. erg. Aufl., Göttingen 1983 (= Deutsche Geschichte Bd. 9; Kleine VandenhoeckReihe 1380 ).Google Scholar
  13. 12.
    Zu den Werken vgl. Anger: Löns, a.a.O., S. 117–177; Deimann: Löns (1960), a.a.O., S. 555, 568 ff, 593 ff, 624 ff; ders.: Die posthumen Löns-Ausgaben. Eine kritische Ubersicht, in: Mitteilungen. Stadt-und Landesbibliothek Dortmund, N.F. (1964), H. 6 (Hermann Löns. 29. August 1866–26. September 1914), S. 7–21; Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch, begründet v. Wilhelm Kosch, 3. neu bearb. Aufl., hrsg. v. Heinz Rupp/Carl Ludwig Lang, Bd. 9, Bern/München 1984, Spalte 1587–1589; Gero von Wilpert/Adolf Gühring: Erstausgaben deutscher Dichtung. Eine Bibliographie zur deutschen Literatur 1600–1960, Stuttgart 1967, S. 806 f.Google Scholar
  14. 13.
    Es handelt sich dabei um die Gedichte „Den Alltagsmenschen“, „Der Schwan“, „Der Theologe“, „Das Sonntagskind“, „Das Feuerschiff“, „Urgroβvater“, „Zigeunertod“, „Der Trunkenbold“, „Opium“, „Eulenspiegel“, und „Lebensflucht“. Vgl. Arnold Garde (Hg.): Menschliche Tragödie. Gedichtbuch der Gegenwart, Dresden/Leipzig 1893, S. 7 f, 9 f, 10 f, 11 f, 13 f, 19 f, 23 f, 24 f, 29 f, 40 f, 43f, 87 f.Google Scholar
  15. 16.
    W. Kropp: Hermann Löns, in: Niedersachsen, 15. Jg. (1909), Nr. 4, S. 73.Google Scholar
  16. 19.
    Zu Eugen Diederichs und seinem Verlag vgl. die Selbstzeugnisse in Eugen Diederichs: Leben und Werk. Ausgewählte Briefe und Aufzeichnungen, hrsg. von Lulu von Strauβ und Torney-Diederichs, Jena 1936 und Oliver Riedel: Artikel „Diederichs, Eugen“, in: Walther Killy (Hg.): Literatur Lexikon, Bd. 3, Gütersloh/München 1989, S. 38; Joachim Schondorff: Die blaue Blume von Jena. Eugen Diederichs oder der Verleger zwischen Geist und Ungeist der Zeit, in: ders.: Ein Bündel Modellfälle. Streifzüge durch Literatur und Geschichte, Wien 1981, S. 107–122.Google Scholar
  17. 20.
    Zit. nach Karlheinz Rossbacher: Heimatkunstbewegung und Heimatroman. Zu einer Literatursoziologie der Jahrhundertwende, Stuttgart 1975 (= Literaturwissenschaft-Gesellschaft 13 ), S. 102.Google Scholar
  18. 21.
    Löns in einem Brief vom 14.9.1910 an Diederichs: „Ein im Wesen jüdisch-demokratisches Blatt passt schlecht zu einem urdeutsch-aristokratischen Roman; aristokratisch im Rassensinne genommen.“ (Abschrift im Deimann-Nachlaβ)Google Scholar
  19. 22.
    Wilhelm Kiesewetter: Aus dem „Wehrwolf“ von Hermann Löns, in: Kunstwart, 24. Jg. (1911), H. 10 ( Februar ), S. 242.Google Scholar
  20. 23.
    Der Diederichs Verlag wertete das als sehr positiv, da zu dieser Zeit nur wenige Bücher mehr als die 10.000- oder gar 20.000-Auflage erreichten. Vgl. den Brief des Diederichs Verlages an Erich Griebel vom 22. Juli 1933 (StA Ce, L 9 167 ).Google Scholar
  21. 24.
    Carl Busse: Neues vom Büchertisch, in: Velhagen und Klasings Monatshefte, 26. Jg. (1911/12), Bd. 2, H. 10 ( Juni 1912 ), S. 313.Google Scholar
  22. 25.
    Vgl. Wilhelm Deimann: Posthume Ausgaben Lönsscher Werke, in: Ostdeutsche Monatshefte, 6. Jg. (1925), H. 8, S. 841–845; ders.: Die posthumen Löns-Ausgaben (1964), a.a.O., S. 7–21; Fritz Wippermann: Löns-Bücher. Ein Ueberblick über die Schriften von und über Hermann Löns, in: Die Bücherwelt, 19. Jg. (1922), S. 73–78, 105–107.Google Scholar
  23. 26.
    Wilhelm Deimann: Löns‘ Kampf um die deutsche Seele, in: Hermann Löns: Das deutsche Buch. Eine Auswahl aus seinen Werken. Eingeleitet von Wilhelm Deimann, Hannover 1933, S. B.Google Scholar
  24. 27.
    Vgl. Hermann Löns: Sämtliche Werke in acht Bänden, hrsg. v. Friedrich Castelle, Leipzig 1923.Google Scholar
  25. 28.
    Deimann: Die posthumen Löns-Ausgaben (1964), a.a.O., S. 10.Google Scholar
  26. 29.
    Das Gedicht „Uber das schwarze Torfmeer“ z.B. heiβt bei Castelle “Ein weiβer Vogel“, “Die roten Blätter“ wurden zu “Der späte Mai“ (C I,185).Google Scholar
  27. 30.
    Doppelungen liegen vor bei “Die Heide“ (C II,199–203) und “In der Frühlingsheide“ (C II,356–361) und den Erzählungen “Der Fichtenwald“ (C II,272–276) und “Kreuzschnäbel“ (C II,353–356).Google Scholar
  28. 31.
    Vgl. Hermann Löns: Nachgelassene Schriften, hrsg. v. Wilhelm Deimann, 2 Bde., Leipzig/Hannover 1928.Google Scholar
  29. 32.
    Vgl. Hermann-Löns-Kassette. 8 Werke in 4 Bände gebunden, Bad Pyrmont/Hannover 1940.Google Scholar
  30. 33.
    Vgl. Hermann Löns: Werke. Gesamtausgabe, hrsg. v. Wilhelm Deimann, 5 Bde., Hamburg 1960.Google Scholar
  31. 34.
    Es handelt sich dabei um “Der Standhauer“, “Wahr too!“ und “Jagd und Politik“ (C V, 126–133, 198–106, 206–217).Google Scholar
  32. 35.
    Vgl. Hermann Löns: Ausgewählte Werke, hrsg. v. Hans A. Neunzig, S Bde., Miinchen 1986.Google Scholar
  33. 36.
    Vgl. Hermann Löns: Leben ist Sterben, Werden, Verderben. Das verschollene Kriegstagebuch, hrsg. v. Karl-Heinz Janβen/Georg Stein, Kiel 1986.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Thomas Dupke

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