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Einleitung: Das Phantom der Heide

  • Thomas Dupke

Zusammenfassung

Am 2. August 1985 stellte die Bundeswehr an einem riesigen Findling in der Nähe des Heide-Städtchens Walsrode eine Ehrenwache ab.2 Am selben Platz standen 50 Jahre zuvor Soldaten und Offiziere der Reichswehr, die einer weihevollen Feier beiwohnten. Damals lieβ man unter der Anteilnahme einiger hundert Zuschauer einen Sarkophag in die Erde gleiten, legte eine Kupferhülle mit einer von Adolf Hitler unterzeichneten Urkunde bei, und ein General erhob den Ort zu einem Heldengrab des Deutschen Reiches.

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Literatur

  1. 1.
    Diese Überschrift wählte Dietrich Strothmann für einen Artikel zum 100. Geburtstag Löns‘ (in: Die Zeit, 2.9.1966, S. 2).Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. den Artikel “Gedenkminute am Lönsgrab“, in: Hermann-Löns-Blätter (1985), H. 3, S.10 f.Google Scholar
  3. 3.
    So die Auskunft des “Verbandes der Hermann-Löns-Kreise“ in einem Brief an den Verfasser vom 23.3.1990.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Walter Deppisch: Ein Heimatschriftsteller von der feineren Sorte, in: Die Welt, 21.9. 1985, S. 14.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Rolf Lehnhardt: Hermann Löns - der Heidedichter (1866–1914). Das Anti-Kriegstagebuch eines Patrioten, in: der literat, 28. Jg. (1986), Nr. 12, S. 314.Google Scholar
  6. 7.
    Vgl. Mircea Eliade: Mythos und Wirklichkeit, Frankfurt a.M. 1988 (= M.E.: Gesammelte Werke in Einzelausgaben) (frz. Originalausgabe 1963), S. 15 ff: Eliade versteht den Mythos als eine “heilige Geschichte“.Google Scholar
  7. 8.
    Vgl. Brief des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge an Erich Griebel vom 13.12. 1933 (StA Ce, L 9 167 ).Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. den Artikel: Das Grab des Dichters Hermann Löns gefunden, in: Völkischer Beobachter (Norddeutsche Ausgabe), 9.5.1934, S. 2.Google Scholar
  9. 10.
    Zum Löns-Grab vgl. Wilhelm Deimann: Hermann Löns‘ Grab, in: Markwart, 2. Jg. (1926), H. 5, S. 80; Karl Heinz Janβen: Vortrag im Heimatmuseum Walsrode vom 29.9. 1986 (Manuskript; HLA); ders.: Das Grab im Heidesand, in: Zeitmagazin, Nr. 37 vom 5.9.1986, S. 22–32; Herbert Plate: Hermann Löns - seine Heide. Wie sie wurde, wie sie war und wie sie ist, Hannover 1987, S. 121–142; Heinz Sponholtz: Zur Überführung und Beisetzung von Hermann Löns, in: Natur, Kultur und Jagd, 17. Jg. (1964), H. 5/6, S. 140–147;Google Scholar
  10. 11.
    Brief von Lisa Löns an Traugott Pilf vom 6.6.1934 (HLA).Google Scholar
  11. 12.
    Eine Aktennotiz der Reichskanzlei gibt darüber Auskunft; Bundesarchiv Koblenz (R 43 I1/1246).Google Scholar
  12. 13.
    Vgl. Heino Petersen/Martin Anger: Die “Sieben Steinhäuser“ bei Ostenholz, in: Hermann Löns. Der Dichter der Lüneburger Heide, hrsg. v. Verband der Hermann-LönsKreise in Deutschland und Österreich e.V., Walsrode 1986, S. 31 f.Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 101. Jg. (1934), Nr. 206 (4.9. 1934 ), S. 3445–3454. Das Titelbild dieser Ausgabe bezieht sich auf den 20. Todestag von Löns.Google Scholar
  14. 16.
    Vgl. Bericht der Landesstelle Ost-Hannover (Propagandaministerium) vom 19.11.1934 (Bundesarchiv Koblenz R 43 Ií/1246).Google Scholar
  15. 17.
    Vgl. die Zeitungsausschnitte im Stadtarchiv Celle (L 9 242).Google Scholar
  16. 18.
    Vgl. Hans Heiling: Hermann Löns‘ Heimkehr in die Heide, in: Düsseldorfer Nachrichten, 2. 11. 1934.Google Scholar
  17. 19.
    Vgl. Schreiben der Gauleitung Ost-Hannover (Gaupropagandaleiter) an den Preuβischen Ministerpräsidenten vom 8.11.1934 (Hauptstaatsarchiv Hannover, Hann. 122 a, Nr. 3532).Google Scholar
  18. 20.
    Vgl. den Bericht Erich Griebels “Hermann Löns. Zur Überführungsfrage“, verfaβt am 26.9. 1934 ( Manuskript; Deimann-Nachlaβ).Google Scholar
  19. 21.
    Vgl. Friedrich Castelle: Lebensbild, in: Löns-Gedenkbuch. Neue Bearbeitung, Bad Pyrmont/Hannover 1940, S. 237.Google Scholar
  20. 22.
    Vgl. den Brief von Adrien Renaud an W. Westermann vom 1.12.1934 (Deimann-Nachlaβ), abgedruckt in: Hermann Löns. Lebensbilder, hrsg. v. Elbing-Kreis, Nienburg 1966, S. 47 f.Google Scholar
  21. 27.
    Vgl. das Telegramm des Gauleiters Telschow an die Reichskanzlei vom 2.12. 1934: “Auf Veranlassung Reichsminister Goebbels gestern Loens in Loensheide des Naturschutzgebietes beigesetzt. Damit skandaloese Behandlung der Beisetzung unmoeglich gemacht. Bitte Beschwerdeführer an Reichsminister Goebbels, der unterrichtet, zu verweisen.“ (Bundesarchiv Koblenz R 43 II/1246)Google Scholar
  22. 28.
    Vgl. Herybert Menzel: Hermann Löns in aller Stille im Wacholderpark bei Fallingbostel beigesetzt, in: Völkischer Beobachter, Nr. 339, 5.12. 1934, S. 5.Google Scholar
  23. 29.
    So berichtet der Diederichs Verlag in einem Brief an Lisa Löns vom 8.3.1935 (DeimannNachlaβ).Google Scholar
  24. 30.
    Vgl. Friedrich Castelle: Der Stammbaum von Hermann Löns, in: Der Tiirmer, 38. Jg. (1935/36), Bd. 1, H. 5, S. 459–461.Google Scholar
  25. 32.
    Heino Petersen/Martin Anger: Hermann Löns, der Dichter der Lüneburger Heide, in: Hermann Löns. Der Dichter der Lüneburger Heide, hrsg. vom Verband der HermannLöns-Kreise in Deutschland und Österreich e.V., Walsrode 1986, S. 15.Google Scholar
  26. 33.
    Mit diesen Worten charakterisiert Walther Kühlhorn (Tierdichtung. Hermann Löns zu Ehren, in: Zeitschrift für Deutschkunde, 38. Jg. [1924], S. 428) die zahlreichen Publikationen von Löns-Epigonen.Google Scholar
  27. 34.
    Vgl. Otto Steinbrinck: Zum “Löns-Kult“ unserer Tage, in: Westfälischer Merkur, Nr. 27, 17.12.1924, Wochenbeilage.Google Scholar
  28. 35.
    Erich Griebel.: Zum 60. Geburtstag von Hermann Löns, in: Die literarische Welt, 2. Jg. (1926), Nr. 35, S. 1.Google Scholar
  29. 36.
    Vgl. Wilhelm Deimann: Hermann Löns - wie man ihn nicht kennt, in: Heimat und Reich, 1. Jg. (1934), S. 23.Google Scholar
  30. 37.
    Erich Griebel: Die Wahrheit über Hermann Löns, in: Junge Menschen, Märzheft 1926, S. 1–4 (Sonderdruck im Deimann-Nachlaβ).Google Scholar
  31. 38.
    Wilhelm Deimann: Die Lönssammlung des Westfälischen Handschriftenarchivs der Stadtbibliothek Dortmund, in: Festgabe zum 25jährigen Bestehen der Landesbibliothek Dortmund, Dortmund 1932, S. 72.Google Scholar
  32. 39.
    Die Werbung ist abgedruckt im Anhang von Erich Griebel: Hermann Löns, der niederdeutsche Dichter und Wanderer, Berlin 1924, S. X XI.Google Scholar
  33. 40.
    Traugott Pilf: Heidewege, in: Friedrich Castelle (Hg.): Hermann Löns und seine Heide. Eine Wanderung in Bildern durch die Stätten seiner Werke, Berlin 1925, S. 64.Google Scholar
  34. 41.
    Griebel: Löns (1924), a.a.O., S. 147.Google Scholar
  35. 42.
    Vgl. Friedhelm Kaiser: Hermann Löns - Künstler und Kämpfer, in: Völkischer Beobachter, 27. 10. 1935.Google Scholar
  36. 43.
    Wilhelm Deimann: Der Künstler und Kämpfer. Eine Löns-Biographie und Briefausgabe, Hannover 1935, S. 158.Google Scholar
  37. 44.
    schrieb Alfred Potthoff eine Dissertation zum “Kleinen Rosengarten“, in der er akribisch Blumenmotive und Farbsymbolik untersuchte (1928 gedruckt unter dem Titel “Hermann Löns und das Volkslied“). “Die Naturschilderungen bei Hermann Löns“ stehen im Mittelpunkt der Dissertation von Walther Machleidt, ebenfalls aus dem Jahr 1923. Löns‘ Tiererzählungen behandelt Julius Zeuch im Rahmen seiner Dissertation “Die moderne Tierdichtung“ (1924), wo Löns als ein Autor unter mehreren kurz zur Sprache kommt.Google Scholar
  38. 45.
    Heinz Eversberg untersuchte den “Rassegedanken bei Hermann Löns“ (1935), Erwin Breitwieser den “Volkskundlichen Ertrag der Schriften von Hermann Löns“ (1937) und Ulf Thorstein “Hermann Löns und seine völkische Sendung“ (1937). Ohne nationalsozialistische Phraseologie kommt noch Erich Seemann aus, dessen Arbeit “Das niedersächsische Bauerntum in Hermann Löns‘ Dichtung“ zwar 1938 erschien, aber bereits 1929 als Magisterarbeit geschrieben worden war.Google Scholar
  39. 46.
    Harry Heyworth erkundete 1950, wie Löns in seinen naturwissenschaftlichen Texten “die Seele der Natur mit eigener Seele nachempfunden (hat)“; vgl. Harry Heyworth: Natur und Wissenschaft bei Hermann Löns, Diss. phil. München 1950, S. 170. Einen vielversprechenden Ansatz verfolgte 1955 der Engländer Stanley Radcliffe, der sich mit “Hermann Limns als Gesellschaftskritiker“ auseinandersetzte. Allerdings wurden seine Ausführungen von der damaligen Löns-Forschung nicht aufgegriffen.Google Scholar
  40. 47.
    Die Hermann-Löns-Blätter führen noch eine französische Dissertation aus dem Jahre 1953 auf (Jean Poree: Hermann Löns ecrivain animalier), die ich bei meinen Recherchen nicht auffinden konnte; vgl. Hermann-Löns-Blätter (1968), H. 3, S. 6.Google Scholar
  41. 48.
    Karlheinz Rossbacher führt 1972 in seinem Werk “Heimatkunstbewegung und Heimatroman. Zu einer Literatursoziologie der Jahrhundertwende“ (Stuttgart 1975) exemplarisch vor, wie Heimatliteratur, darunter auch die von Löns, unter soziologischen und ideologiekritischen Aspekten untersucht werden konnte. Vor allem der “Wehrwolf‘-Roman wurde einer Analyse unter ideologiekritischen Gesichtspunkten unterzogen, so bei Klaus Eberhardt: Literatur-Sozialcharakter-Gesellschaft. Untersuchungen von präfaschistischen Erzählwelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M./Bern/New York 1986 (= Europäische Hochschulschriften: Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur; Bd. 913), bes. S. 70–86 und bei Marianne Weil: Der Wehrwolf von Hermann Löns, in: Wehrwolf und Biene Maja. Der deutsche Bücherschrank zwischen den Kriegen, hrsg. v. Marianne Weil, Berlin 1986 (= Edition Mythos Berlin), S. 203–226.Google Scholar
  42. 52.
    Vgl. Fritz Klein: Hermann Löns. 29.8.1866–26.9. 1914. Autographen und Briefwechsel, Hannover 1974.Google Scholar
  43. 53.
    Vgl. Hermann Löns: Briefausgabe, in: Wilhelm Deimann: Der Künstler und Kämpfer. Eine Lönsbiographie und Briefausgabe, Hannover 1935, S. 159–294.Google Scholar
  44. 54.
    Vgl. Hedwig Gunnemann: Handschriften von Hermann Löns, in: Mitteilungen. Stadt-und Landesbibliothek Dortmund, N.F. (1964), H. 6 (Hermann Löns. 29. August 1866–26. September 1914 ), S. 22–109.Google Scholar
  45. 57.
    Vgl. Peter Gay. Deutsche Fragen, in: ders.: Freud, Juden und andere Deutsche. Herren und Opfer in der modernen Kultur, München 1989 (amerikanische Originalausgabe 1978), S. 29 ff.Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Thomas Dupke

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