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Zum Stand der Entrepreneurship-Forschung — Ansatzpunkte einer Beschreibung und Erklärung der Entstehung und Entwicklung junger Unternehmungen

  • Michael J. Fallgatter
Chapter
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Part of the Neue Betriebswirtschaftliche Forschung book series (NBF, volume 299)

Zusammenfassung

Die Formulierung „Rekonstruktion wirtschaftswissenschaftlicher Zurückhaltung“ umfasst zwei zusammenhängende Aussagen: Zum einen deutet sie an, dass Belege für die relativ geringe Beschäftigung mit Entrepreneurship in der Ökonomik existieren. Zum anderen und dem vorgelagert weist die Formulierung darauf hin, dass es sich nicht um eine zufällige Nicht- oder Unterentwicklung handelt. Dies sind die beiden Voraussetzungen dafür, dass die beabsichtigte Rekonstruktion ein berechtigtes Anliegen dartellt. Für beide Teilaussagen werden eine Reihe von Belegen und Argumenten geliefert. Damit begegnet dieses Kapitel zugleich der oft vorzufindenden, aber zumindest in Teilen ungerechtfertigten Aussage, die wirtschaftswissenschaftliche Forschung habe Entrepreneurship-Fragen „leichtfertig“ vernachlässigt.

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Referenzen

  1. 39.
    So belegen Wirtschaftshistoriker eindrucksvoll die Wirkung historischer und geographischer Gegebenheiten auf Unternehmungsgründungen sowie die jeweils unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen und Verhaltenscharakteristika bedeutender Gründer in einzelnen Perioden, während soziologische Forschungen erhebliche Unterschiede in institutionellen Voraussetzungen für Unternehmungsgründungen in verschiedenen Regionen nachweisen (zu einem sehr fundierten Einstieg s. Martinelli 1994).Google Scholar
  2. 40.
    Im deutschsprachigen Raum findet sich dies bspw. bei Wippler (1998, S. 1–2), Brüderl/Preisendörfer/Ziegler (1998, S. 18) oder Zacharias (2001, S. 37–38). Im US-amerikanischen Raum ist diese Einschätzung trotz der wesentlich ausgeprägteren Forschungslandschaft nicht minder präsent, wie dies bspw. bereits bei Low/MacMillan (1988) sowie auch bei McDougall/Oviatt (1997, S. 301–303) oder Sexton (1997, S. 401–404) deutlich wird.Google Scholar
  3. 41.
    Redlich (1964, S. 21, i. Orig. teilw. kursiv) formulierte dazu: „Durch seine in den 1920er Jahren begangenen Sünden, von früheren nicht zu sprechen, hatte sich das amerikanische Unternehmertum um den Kredit gebracht. Eine unternehmerfeindliche literarische Richtung, die bis etwa 1900 zurückgeht und muckraking heißt, feierte Triumphe. Die Sozialwissenschaften, wie sie damals hier betrieben wurden, wollten vom persönlichen Element in der wirtschaftlichen Entwicklung nichts wissen.“Google Scholar
  4. 42.
    Dass diese Systematisierungsarbeiten teilweise schon über zehn Jahre zurückliegen, ist ein Problem, das sich allenfalls dann auswirkt, würde man deren Nennung von Studien übernehmen, ohne aktuelle Ergebnisse mit einzubringen. Zu weiteren Überblicksarbeiten s. v. a. Gartner (1985), Wortman (1987), Sexton/Smilor (1997). Einen Überblick über den Forschungsstand ihrer jeweiligen Zeit geben v. a. Kilby (1971), Stevenson/Sahlmann (1986, S. 15–17), Low/MacMillan (1988), d’ Amboise/Muldo ney (1988), Amit/Glosten/Muller (1993) oder Cooper/Gimeno-Gascon/Woo (1994).Google Scholar
  5. 43.
    McMillan (1993) stellt eine Liste von „High-Quality Journals“ auf, die ein Forum für Forschungen zum ThemEntrepreneurship bieten. Auf einer Stufe mit ASQ, AMJ, AMR, SMJ, und MS steht dabei das JoBV gefolgt von dem ET&P; ähnlich argumentiert Shane (1997).Google Scholar
  6. 44.
    Ebenfalls prägende Arbeiten bspw. von Schultz (1971; 1986) oder auch Shackle (1966) befassen sich demgegenüber nur in nachgeordneterem Maße mit Unternehmern an sich.Google Scholar
  7. 45.
    Ausgehend von der Überlegung, dass Unternehmer durch Einsatz ihres Wissens, ihrer Arbeitskraft und ihres sonstigen Vermögens Unsicherheiten beim Erwerb und der Verwendung von Einkommen verringern wollten, seien für die Betriebswirtschaftslehre als Lehre von den Institutionen zur Verringerung von Einkommensunsicherheiten drei Unternehmerfunktionen hervorzuheben: Erstens die Institutionen-begründende Unternehmerfunktion, die eben gegenüber Alternativen ein höheres Maß an Sicherheit im Einkommenserwerb durch Unternehmungsgründung verspreche. Aus dieser Kernfunktion folgten genau zwei weitere Funktionen. Bei diesen müsse es darum gehen, die Verringerung von Einkommensunsicherheiten — also das Einkommen — aufrecht zu erhalten. Somit resultiert als zweite Unternehmerfunktion, die Unternehmung gegenüber anderen Organisationen oder Einzelpersonen zu behaupten. Dies könne durch Arbitrage im Sinne von Kirzner (1978) (s. auch Teil 4, C.) und damit als Institutionen-erhaltende Unternehmerfunktion nach außen erreicht werden. Mit dem Durchsetzen von Änderungen in wirtschaftlicher Führerschaft wird die Institutionen-erhaltende Unternehmerfunktion nach innen angesprochen und knüpfe an den Ausführungen von J. Schumpeter an (s. Schneider 1987, S. 6–12).Google Scholar
  8. 46.
    Historisch gesehen lässt sich schöpferisches Unternehmertum im 17. Jahrhundert als Massenphänomen aufzeigen, wobei es jedoch bereits auch im vorhergehenden Jahrhundert mit den damals typischen Projektemachern aufkam. Vor allem J. Becher ist ein Beispiel für die Beschreibung des „projectors“, worunter soziale und politische Reformer, Erfinder und schöpferische Unternehmer sowie ein ganzes Heer von Schwindlern und Phantasten zu finden waren. Erst im Laufe der daran anknüpfenden Zeitspanne wurde der Begriff des Projektemachers weiter verengt bis er schließlich im Anschluss an Schumpeter zur zentralen Größe wirtschaftlicher Entwicklung wurde (s. Redlich 1959a, S. 537–538).Google Scholar
  9. 47.
    Picot/Laub/Schneider (1989, S. 30) beschreiben zudem noch den politischen Koordinator. Da dieser die ordnungspolitische Infrastruktur für wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivitäten gestalte, nehme er eine übergreifende Funktion ein. Dies lässt sich allerdings nur schwer als Funktion von Unternehmern im hier verstandenen Sinne fassen und geht teilweise auch in Fragestellungen über, die im nachfolgenden Kapitel angesprochen werden. Weiterführende Überlegungen zur schwierigen Verknüpfbarkeit von Transaktionskosten bzw. der Institutionenökonomik und der Theorie der Unternehmerfunktionen im Sinne von D.Schneider und damit auch zur Kritik an der Letzteren stellt Ehrmann (1990) vor.Google Scholar
  10. 48.
    Beispielsweise formulierte Sombart (1916, Bd I, 1 S. 327–328): „Die ,Unternehmenden’ sind es, die sich die Welt erobern; die Schaffenden, die Lebendigen: die Nicht-Beschaulichen, NichtGenießenden, Nicht-Weltflüchtigen, Nicht-Weltverneinenden“.Google Scholar
  11. 49.
    So wurden die angeführten psychologischen Ergebnisse als relevante Gründungsbedingungen erst vor kurzem von Kemter/Klose/McKenzie (1999) analysiert und werden schon seit längerem bspw. von Mugler (1998, S. 141–142), Klandt (1999a, S. 12–15) oder Helbig (1999, S. 40) rezipiert.Google Scholar
  12. 50.
    Demgegenüber ist bei psychologischen Studien statt „Handlungsdisposition“ die Bezeichnung „Verhaltensdisposition“ verbreitet. Dieser Begriff lässt sich allerdings nur schlecht mit nicht primär reaktivem unternehmerischen Handeln vereinbaren.Google Scholar
  13. 51.
    Eine jüngere Strömung personenbezogener Forschung stellt auf Informationsverarbeitungsprozesse von Unternehmern ab und wird später unter der Bezeichnung „kognitive Unternehmertheorie“ vorgestellt (s. Teil 4, C.IV).Google Scholar
  14. 52.
    Einen umfassenden Überblick geben bspw. auch Brockhaus 1982; Chell 1985; Low/MacMillan 1988; Gartner 1989; Chell/Haworth/Brearley 1991; Hatten 1997; Rauch/Frese 1998.Google Scholar
  15. 53.
    Frank/Korunka (1996, S. 957–958) kommen zu den folgenden Empfehlungen: Das Konstrukt Handlungskontrolle verweise auf die Nützlichkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem „Entscheidungsstil“. Da die kognitive Komplexität in Informations- und Entscheidungsprozessen von erfolgreichen und nicht erfolgreichen Gründern unterschiedlich handhabbar sei, könne Orientierungslosigkeit nur vermieden werden, wenn eine bewusste Orientierung an Subzielen erfolge. Aus Sicht der Gründungsplanung impliziere dies nicht nur die Notwendigkeit, die strategische Positionierung des Gründungsunternehmens zu überprüfen, sondern vor allem auch der Konkretisierung auf der operativen Ebene ein verstärktes Augenmerk zu widmen. Denn im Wechselspiel von Konzentration auf Wesentliches und deren Operationalisierung im täglichen Handeln würde ein wesentlicher Einflussbereich auf unternehmerischen Gründungserfolg liegen.Google Scholar
  16. 54.
    Zu einem genau entgegengesetzten Ergebnis kommt bspw. Plaschka (1986, S. 178) auf Basis einer Stichprobe von 63 Unternehmern aus Wien.Google Scholar
  17. 55.
    Miner (1990, S. 227) formuliert die folgenden beiden Hypothesen and stellt dabei besonders auf schnell wachsende Unternehmungen ab: „(a) The difference between entrepreneurs and managers (in favor of the former) on a measure of task motivation should be particularly pronounced when the group of entrepreneurs considered is limited to this operating in chief executive officer positions and those heading firms that have grown significantly under the entrepreneurs (to at least 10 employees). (b) High growth founder-CEOs should obtain scores considerably higher than those obtained when a full range of entrepreneurs is studied. Within a diversified group containing substantial numbers of both entrepreneurs and managers, there should be no statistically significant relationship between measures of task motivation and managerial motivation. The two patterns are conceived as distinct entities.“Google Scholar
  18. 56.
    S. dazu auch Wilken (1979 17–18); Sexton/Bowman (1985, S. 131) oder Welzel (1995, S. 33).Google Scholar
  19. 57.
    S. Jenks (1967); Kilby (1971); McCain/Smith (1981); Glueck/Mescon (1980); Van de Ven (1980).Google Scholar
  20. 58.
    S. dazu v. a. bereits Naffziger/Hornsby/Kuratko (1994) und Kuratko/Hornsby/Naffziger (1997), die dieser Frage nachgehen und dabei zumindest einige der auch nachfolgend angesprochenen Punkte bearbeiten. Diese Erweiterung entspricht weitgehend den sog. Prozesstheorien der Motivationsforschung; s. zu einem Überblick Berthel 2000, S. 25–30.Google Scholar
  21. 59.
    In diesem Sinne umfassender argumentieren bspw. Birley/Westhead (1994) und gehen explizit auf die Frage ein, inwiefern sich von der jeweiligen Motivlage Unterschiede im Erfolg und der Art der Unternehmungsentwicklung herleiten lassen (s. dazu auch Teil 4, C.III.).Google Scholar
  22. 60.
    Dieses Argument wird später im Zusammenhang mit der zu entwickelnden, sog. typenbildenden Forschung detailliert herausgearbeitet (s. Teil 4, D.I.).Google Scholar
  23. 61.
    S. auch Kotter 1982 und speziell für den deutschsprachigen Raum v. a. Schirmer 1992.Google Scholar
  24. 62.
    Demgegenüber kommen bspw. Thierauf/Voigt (2000, S. 222, i. Orig. teilw. kursiv) zu einer entgegengesetzten Einschätzung und formulieren: „Die Tatsache, dass das Konzept des BPW (Business Plan-Wettbewerb, M. F.) einen Nutzenzuwachs für alle Beteiligten — bis hin zu einer Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Eckdaten einer Region — verspricht, mag dafür verantwortlich sein, dass neben dem BPW Nordbayern derzeit 13 weitere Existenzgründerwettbewerbe im deutschsprachigen Raum bekannt sind. Schon jetzt ist absehbar, dass sich die Zahl dieser Wettbewerbe in Deutschland in naher Zukunft noch weiter erhöhen wird.“Google Scholar
  25. 63.
    Ein interessantes Beispiel schildern Miles/Snow (1995); dieses zeigt auf, wie ein Verbund junger Unternehmungen existieren kann und welche ungeschriebenen Regeln erforderlich sind, um das Netzwerk funktionsfähig, im Sinne einer verbesserten ökonomischen Situation jeder teilnehmenden Unternehmung, zu halten.Google Scholar
  26. 64.
    Anhand der folgenden Kennziffern lasse sich dieser Fehlschlagsprozess modellieren: 1. Verschuldung als Fremdkapitalquote; 2. Umschlaggeschwindigkeit des eingesetzten Kapitals, Umsatzwachstum, geringe Rentabilität verstanden als im Vergleich zur Planung geringe Gesamtkapitalrentabilität; 3. geringer Kapitalrückfluss verstanden als Cash flow/Umsatz; 4. schlechte Liquidität 1. Grades sowie schlechte Schuldenrückzahlungsmöglichkeiten verstanden als Cash flow/FK. Hinsichtlich der Prognose eines drohenden Misserfolges eigneten sich v. a. die Eigenkapitalquote, das Verhältnis von Cash flow zu Umsatz sowie das Verhältnis von Cash flow zu Schulden. Die beste prognostische Wirkung ging bei der allerdings recht kleinen Grundgesamtheit von der Kennziffer Cash flow zu Schulden aus.Google Scholar
  27. 65.
    Herron/Robinson (1993) und auch Cooper (1993) argumentieren ähnlich gegen eine allzu leichtfertige Verwendung von Erfolgsfaktoren. Nach Cooper (1993, S. 245–247) ließen sich Unternehmungsgründungen nur als stochastische Prozesse umschreiben und seien deshalb auch nur bedingt durch bestimmte Erfolgsfaktoren determiniert. Aus den vielfältigen Umweltwirkungen, die nicht nur in vergleichsweise extremen gesamtwirtschaftlichen Veränderungen, sondern auch in genauso wenig kalkulierbarer neuer Konkurrenz bestünde, resultiere automatisch eine instabile ökonomische Leistungsfähigkeit der betreffenden Unternehmungsgründungen. Dies könne die Aufhebung jeglicher Wirkungen akzeptierter Erfolgsfaktoren zur Folge haben. Dies verstärke noch die Abhängigkeit der Erfolgsfaktoren von der Art der Unternehmungsgründung sowie von dem Niveau der erwünschten Leistungsfähigkeit. Je nach avisierter Branche, eingesetzter Technologie, vorhandener Perspektive und anderem mehr würden sich damit Erfolgsfaktoren unterscheiden. Dies setze sich fort, beziehe man das jeweils angestrebte Niveau der ökonomischen Leistungsfähigkeit mit ein.Google Scholar
  28. 66.
    S. zu den Daten der Gewerbeabmeldungen Clemens/Kayser 2001, S. 16. Darüber hinaus ist die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nicht für alle Unternehmungs- bzw. eher Existenzgründungen aufgrund ihres nur sehr geringen Kapitaleinsatzes und persönlicher Haftungen erforderlich.Google Scholar
  29. 67.
    S. zu prägenden Überblicksarbeiten z. B. Burrell/Morgan 1979; Astley/Van de Ven 1983; Tüirk 1989; Frese 1992; Pfeffer 1997; Kieser 1999b.Google Scholar
  30. 68.
    S. Pfeffer 1985; Astley/Van de Ven 1983; Frese 1992. Eine besonders weitreichende Klassifikation stellen Burrell/Morgan (1979, S. 21–23) vor, die explizit auf erkenntnistheoretische Überlegungen zurückgreifen. Sie unterscheiden zunächst objektive (ontologischer Realismus, epistemologischer Positivismus) und subjektive Forschungsprogramme (ontologischer Nominalismus, epistemologischer Anti-Positivismus). Ein zweites Kriterium betrifft Annahmen über die Natur der Gesellschaft, wobei sie zu einem Kontinuum gelangen, das von einer „regulativen Soziologie“ bis hin zu radikalem Wandel reicht. Die Verbindung dieser beiden Kriterien führt schließlich zur Unterscheidung von vier Paradigmen der Organisationsforschung: einem funktionalistischen, einem interpretativen, einem radikal-humanistischen und einem radikal-strukturalistischen Paradigma. Dieser Kategorisierungsversuch wird beispielhaft erwähnt, weil er deutlich macht, wie differenziert sich organisationstheoretische Ansätze ihrer erkenntnistheoretischen Herkunft nach trennen lassen.Google Scholar
  31. 69.
    Siehe etwa den Überblick bei Kasper 1991, S 3–4; Türk 1989; Hickson 1996, S. 218–220 oder die einflussreichen Arbeiten von Weick 1977; 1979; Morgan 1997.Google Scholar
  32. 70.
    Zur Industrieökonomik s. v. a. Hunsdiek 1987, S. 189–201; Audretsch 1995; z. KnyphausenAufseß 1996, S. 50–69; Nerlinger 1998, S. 183–185; Woywode 1998, S. 61–77. Zur mikroökonomischen Wachstumstheorie s. Schoppe u. a. 1995, S. 21–49; Locher/Roider 2000.Google Scholar
  33. 71.
    Kuhn (1976, S. 25) beschreibt die Paradigmenentstehung mit dem Auftreten wissenschaftlicher Einzelleistungen, die Anomalien gegenüber der bisherigen Herangehensweise darstellen. Solche Einzelleistungen entwickeln sich zu einem Paradigma, wenn sie neuartig genug waren, um beständig eine Gruppe von Anhängern anzuziehen, die ihre Wissenschaft bisher auf andere Art betrieben hatten, und wenn sie gleichzeitig offen genug waren, um der neuen Gruppe von Fachleuten alle möglichen ungelösten Probleme zu stellen.Google Scholar
  34. 72.
    Diese hier zugrunde gelegte Perspektive ist freilich nicht die einzige und es finden sich einige Versuche, „konstruktiv“ mit dem Inkommensurabilitätsproblem umzugehen (s. z. B. Lueken 1992, S. 345–347). Überzeugen können jedoch weder Sichtweisen des „anything goes“ (s. Feyerabend 1975) oder auch ein so genannter „Multiparadigmatismus“ (s. zu einem Überblick Scherer 1999, S. 21–22 mit weiteren Ausführungen).Google Scholar
  35. 73.
    S. dazu Cable/Shane 1992; Zacharakis 1998; Giudici/Paleari 2000.Google Scholar
  36. 74.
    Entsprechend bemerkt Schreyögg (1997, S. 486): „Eine Weiterentwicklung des zentralen Aussagenbereichs des ressourcenbasierten Ansatzes führt unweigerlich noch tiefer in die bezeichneten Gebiete der Organisationstheorie hinein. Insoweit ist der Ansatz mehr eine Bestärkung der Bedeutung und der vielfältigen Verwendbarkeit organisationstheoretischer Erkenntnisse, als daß er selbst ein großes Potential als Organisationstheorie hätte.“Google Scholar
  37. 75.
    Schreyögg (1997, S. 484) formuliert recht apodiktisch: „Die (potentielle) Differenz zwischen gg () P (P) Betrieben ist bereits konstitutives Paradigma der Betriebswirtschaftslehre und somit bietet die gleichgerichtete Argumentation des Resource-based View keine allzu aufregende Botschaft.“Google Scholar
  38. 76.
    S. James 1973; Kimberly/Miles 1980; Quinn/Cameron 1983; Miller/Friesen 1983; Mintzberg 1984; Gray/Ariss 1985.Google Scholar
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    Zu einem Überblick s. Van de Ven 1992, S. 177–178; Van de Ven/Poole 1995, S. 513–517.Google Scholar
  40. 78.
    Differenzierte Ausführungen finden sich bspw. bei Kimberly/Miles 1980; Miller/Friesen 1980; Quinn/Cameron 1983.Google Scholar
  41. 79.
    S. auch Aldrich 1990; Aldrich/Fiol 1994; Brüderl/Preisendörfer/Ziegler 1998, S. 59–65; Woywode 1998, S. 38–50; Kieser/Woywode 1999, S. 255–275; Weibler/Deeg 1999.Google Scholar
  42. 80.
    S. Fichman/Levinthal 1991, S. 462–465; Brüderl/Preisendorf/Ziegler 1998, S. 61; Woywode 1998, S. 41.Google Scholar
  43. 81.
    Zur empirischen Bestätigung s. bspw. Brüderl/Schüßler 1990; Fichman/Levinthal 1991; Wagner 1994. Fasst man die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns als (unternehmungs-)altersabhängigen Prozess auf, so führt dies automatisch zur Hypothese, dass Unternehmungsübernahmen — auch durch „neue“ Unternehmer — sowie die Anbindung neuer Unternehmungen an bestehende, wie dies bspw. beim Franchising der Fall ist, bessere Aussichten haben müssten (s. Brüderl/Preisendörfer/Ziegler 1998, S. 62 mit Hinweisen auf empirische Studien).Google Scholar
  44. 82.
    S. Z. B. Young 1988; Kieser/Woywode 1999, S. 271–275 und demgegenüber deutlich relativierend Weibler/Deeg 1999.Google Scholar
  45. 83.
    Ahnlichen argumentieren Mugler/Plaschka (1987, S. 174): „Hinsichtlich der Konzeption der Arbeiten ist überwiegend eine ad hoc geleitete Vorgangsweise feststellbar. Darunter sind Forschungsdesigns zu verstehen, die eine Anhäufung vielzähliger, meist in einem kausalen Zusammenhang stehender Beobachtungen vornehmen.“ Muller-Baling (1984, S. 20–21, im Orig. teilw. unterstrichen) formuliert: „So ist zu konstatieren, daß der Stand der empirischen Gründungsforschung im Hinblick auf den Informationsgehalt und die Glaubwürdigkeit derzeit noch nicht sehr hoch eingeschätzt werden kann. ... Dementsprechend ist die Verwertbarkeit der bisherigen wissenschaftlichen Bemühungen begrenzt.“Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Michael J. Fallgatter

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