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Wider den Strom — Kircheneintritte in Ostdeutschland

Über den Zusammenhang von Religion, Lebensgeschichte und Zeitgeschichte vor der Wende und danach
  • Klaus Hartmann
Part of the Veröffentlichungen der Sektion „Religionssoziologie“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie book series (DGSRELIGION, volume 3)

Zusammenfassung

Mit dem Jahr 1989 begann zwar eine „neue Zeit“, aber keine „Stunde Null“. Die Analyse des religiösen und kirchlichen Wandels in Ostdeutschland kann sich deshalb nicht darauf beschränken, daß man nur danach fragt, wie Religion und Kirche sich nach dem Zusammenbruch des Sozialismus entwickeln und neu ausrichten. Will man die unter den veränderten historischen Bedingungen sich zeigenden Tendenzen des Religiösen in der ostdeutschen Gesellschaft zureichend erfassen, ist es vielmehr notwendig, das spezifische Verhältnis zu Religion und Kirche, wie es vor der Wende bestanden hat, zu analysieren und damit zu konfrontieren, wie dieses sich nach der Wende entwickelt hat. Den Wechsel der Beziehungen des einzelnen zu Religion und Kirche möchte ich im folgenden an dem Phänomen des nach der Wende erfolgten Kircheneintrittes beschreiben. Von hier aus lassen sich Zusammenhänge zwischen dem abrupten Systemwechsel einerseits und einem veränderten Zugang zu Religion und Kirche andererseits darstellen wie auch einige Thesen zum Wandel der kirchlich-religiösen Lage in Ostdeutschland entwickeln.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Klaus Hartmann

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