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Über die Machtverschiebung von Parteien zu Medien und damit verbundene demokratierelevante Veränderungen

  • Albrecht Müller
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Part of the Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen book series (LAMNRW, volume 30)

Zusammenfassung

Eine Art zusammenfassender These vorweg: Die Grundlagen der Meinungsbildung haben sich in den letzten 20 – 30 Jahren verändert. Das Wort von der Mediendemokratie ist durchaus gerechtfertigt. Denn die öffentliche Meinung — und damit auch politische Entscheidungen — werden heute sehr viel mehr von den Medien beeinflußt als durch die Gliederungen und Mitglieder der verschiedenen Parteien. Medien prägen auch den Rest an innerer Willensbildung der Parteien einschließlich der Personalentscheidungen zunehmend mit. So gesehen kann man von einem Übergang von der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie sprechen, salopp gesagt, die Talk-Show ersetzt den Ortsverein und den Ortsverband.48

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Literatur

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    Zur These siehe auch den einschlägigen Beitrag von Ulrich Sarcinelli, Von der Parteien- zur Mediendemokratie? Das Beispiel Deutschland. In: Heribert Schatz/Otfried Janen/Bettina Knaup (Hrsg.), Machtkonzentration in der Multimediagesellschaft? Opladen 1997.Google Scholar
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    Die Angaben zur Sehdauer gelten für Erwachsene ab 14 Jahren. Die Zahlen für 1980 stammen aus den MEDIA PERSPEKTIVEN 4/1981, für 1998 aus GfK-Fernsehforschung/ARD-Werbung Forschung & Service. Die Meßmethoden sind heute anders als 1980. Diese Unsicherheit tangiert aber nicht die Grundbeobachtung eines drastischen Anstiegs der Fernsehnutzung.Google Scholar
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    Als Anregung für die wissenschaftliche Forschung einige Fragen: - Wie steht es heute generell um die personale Kommunikation über politische Fragen? - Wird über Fernsehsendungen aus dem Segment der Politik kommuniziert, in welchen Kreisen, am Arbeitsplatz, wie intensiv? - Wie sehen Ältere die Entwicklung der Kommunikation an ihrem Arbeitsplatz und im Freundeskreis? Hat sich da etwas verändert?Google Scholar
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    Es würde Sinn machen, an einem solchen Beispiel zu untersuchen, wie Meinungsbildungsprozesse zustande kommen: ob zum Beispiel ein Kommentator des Femsehens die Richtung angibt, ob — wie im konkreten Fall — vermutlich ganz nebensächliche Dinge wie die Verärgerung der Journalisten wegen langer Wartezeiten eine Rolle gespielt haben, wie es dazu kommt, daß man Helmut Kohl zum Hauptverantwortlichen erklärt hat, obwohl Deutschland die EU-Präsidentschaft nicht innehatte, usw.Google Scholar
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    Siehe die Wahlberichterstattung und -kommentierung vom Wahlabend des 26.4.1998 und danach.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1999

Authors and Affiliations

  • Albrecht Müller

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