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Politische Orientierungen

  • Martina Gille
  • Winfried Krüger
  • Johann de Rijke
Part of the DJI-Jugendsurvey book series (DJIJUG, volume 2)

Zusammenfassung

Einstellungen zur Politik äußern sich, insbesondere in den Medien, häufig in Formen, die eine negative Bewertung beinhalten, eine Ablehnung von Politik als „schmutziges Geschäft“, eine generelle „Politikverdrossenheit“. Gegenstand solcher Einstellungen können dabei recht unterschiedliche Phänomene sein, von der Bewertung einzelner Regierungs- oder Parlamentsbeschlüsse (z.B. eines neuen Steuergesetzes), Vorschläge zur Lösung eines gesellschaftlich umstrittenen Problems seitens bestimmter Parteien oder Funktionsträger (z.B. zur Ausländerpolitik), Eindrücke zu einer Partei insgesamt oder allen Parteien (z.B. hinsichtlich ihres Umgangs mit Finanzmitteln) bis hin zu Einstellungen gegenüber der Art und Weise, wie Entscheidungen im politischen Raum getroffen werden (z.B. als unzureichende Berücksichtigung von Wählervorstellungen durch das repräsentative politische System). In der wissenschaftlichen Literatur wurde häufig versucht, den ganzen Bereich dieser Einstellungen gegenüber der Politik zu klassifizieren. Als Insgesamt dieser Einstellungen, als besondere Verteilung von Orientierungsmustern auf politische Objekte unter den Mitgliedern einer Nation wurde dann von der „politischen Kultur“ in einer Nation gesprochen (Almond/Verba 1963). Das folgende Kapitel will nun Aspekte solcher Orientierungen in umfassenderer Weise darstellen, als es in Jugendstudien üblicherweise geschieht. Es thematisiert dabei Haltungen zum politischen System und der politischen Ordnung insgesamt, zu dessen Resultaten und Leistungen — dem Output — sowie die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zum Engagement, ihre Motivationen zur Teilnahme, in diesem Sinne also die Unterstützungen — der Input — dieses Systems.1

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Anmerkungen

  1. 1.
    Die folgende Unterteilung orientiert sich an den Übersichten von Gabriel 1994a und Gabriel 1994b, die sich auf die Forschungstradition der politischen Kultur seit Almond/ Verba 1963 und Easton 1975 stützen.Google Scholar
  2. 2.
    Zur Diskussion um die Einheit bzw. Differenz der beiden Komponenten und ihre Verwendung im Jugendsurvey 1992 vgl. Hoffmann-Lange u.a. 1995.Google Scholar
  3. 3.
    Für die betrachteten Altersgruppen muß insbesondere die Allerbeck/Hoag’sche Warnung gelten: „Denn Antworten in Umfragen beweisen nicht, daß es wirklich auch Meinungen gibt. Da die Interviewer wissen, daß sie alle Fragen stellen müssen, und da die Befragten dem Interviewer gern entgegenkommen (und sei es, um ihn bald wieder verabschieden zu können), geben sie auch eine,Antwort`.“ (Allerbeck/ Hoag 1985: 149)Google Scholar
  4. 4.
    Diese Jugendstudien können ebenso wie der Jugendsurvey nur Veränderungsaussagen anhand eines Vergleichs zwischen zwei Erhebungszeitpunkten machen. Aussagen über Entwicklungstrends setzen aber eine Beobachtung über drei und mehr Zeitpunkte voraus.Google Scholar
  5. 5.
    Pearsons r zwischen Politikinteresse und der Wichtigkeit des Lebensbereichs Politik beträgt.51 in Ost und West.Google Scholar
  6. 6.
    Der Index subjektive politische Kompetenz basiert auf der Summenvariable zu den beiden Items (zur Konstruktion siehe Tabelle 6.1).Google Scholar
  7. 7.
    Die Fähigkeit, politische Prozesse zu verstehen, wird in gleichgerichteter Weise wie das politische Interesse von soziodemographischen Faktoren wie Lebensalter, Bildung und Geschlecht beeinflußt.Google Scholar
  8. 8.
    Pearsons r beträgt.55 im Westen und.50 im Osten.Google Scholar
  9. 9.
    Im Jugendsurvey war sowohl 1992 als auch 1997 folgende Frage enthalten: „Bitte denken Sie einmal daran, mit wem Sie über politische Fragen sprechen. Wie oft sprechen Sie mit den Personen, die ich Ihnen jetzt vorlese, über Politik?“ Die Personengruppen waren: Eltern/Ehepartner(in), Partner(in)/Freunde, Bekannte/Schulkameraden, Kommilitonen/Arbeitskollegen, Arbeitskolleginnen. Die Antwortvorgaben waren: „sehr oft”, „oft“, „selten”, „nie“ und „trifft nicht zu, da es diese Person(en) nicht gibt”. Pearsons r zwischen politischem Interesse bzw. subjektiver politischer Kompetenz und der Häufigkeit politischer Gespräche mit den verschiedenen Personengruppen liegt zwischen.2 und.3.Google Scholar
  10. 10.
    Im Jugendsurvey 1997 wurde folgende Frage gestellt: „Wie oft informieren Sie sich über politische Themen aus folgenden Quellen?“ Das Antwortmodell war: sehr oft, oft, selten, nie. Den Befraten wurde eine Liste mit folgenden Quellen vorgelegt: Sachbücher/Zeitungen, Zeitschriften/Fernsehen/Radio/Internet, Mailboxen/Gespräche, Diskussionen/Besuch politischer Veranstaltungen.Google Scholar
  11. 11.
    Pearsons r zwischen politischem Interesse bzw. subjektiver politischer Kompetenz und den verschiedenen Informationsformen liegt zwischen.2 und.4.Google Scholar
  12. 12.
    Die Veränderungen sind eher in den unterschiedlichen Graden der Zustimmung zur Idee der Demokratie zu finden: 1997 antworteten weniger Befragte mit „sehr für die Idee“ als 1992, mehr hingegen mit „ziemlich für” bzw. „etwas für“. Diese Reduktion der Intensität der Zustimmung ist zwar beachtenswert, sollte jedoch nicht für sich als verstärkte Ablehnung interpretiert werden.Google Scholar
  13. 13.
    Im Jugendsurvey 1992 waren noch alle acht Items, 1997 hingegen sind drei Konsens-items, ergänzt um eine weiteres, und ein Konfliktitem enthalten. Das ergänzende Item zur Kompromißbereitschaft kann als zwischen den Konsensgedanken und den Konfliktelementen liegend angesehen werden. Die Aussagen lauten wie folgt: „Jeder Bürger hat das Recht, für seine Überzeugung auf die Straße zu gehen“ (Demonstrationsfreiheit; im ursprünglichen Item heißt es: „notfalls für seine Überzeugung…”); „Jeder sollte das Recht haben, für seine Meinung einzutreten, auch wenn die Mehrheit anderer Meinung ist“ (Meinungsfreiheit); „Eine lebensfähige Demokratie ist ohne politische Opposition nicht denkbar” (Oppositionsrolle); „Auch wer in einer politischen Auseinandersetzung Recht hat, sollte einen Kompromiß suchen“ (Kompromiß, zusätzliches Item); „Der Bürger verliert das Recht zu Streiks und Demonstrationen, wenn er damit die öffentliche Ordnung gefährdet” (Verlust Demonstrationsrecht, Konfliktdimension: Ablehnung gilt als demokratische Haltung). Die Reduzierung der Items wurde vorgenommen, da sich die Gesamtstruktur der beiden Dimensionen 1992 nicht klar darstellen ließ und es im Jugendsurvey 1997 vornehmlich um Einstellungen zu demokratischen Grundrechten gehen sollte.Google Scholar
  14. 14.
    Die erklärte Varianz der ersten Hauptkomponente ist 50% im Westen, 43% im Osten, die Ladungen liegen stets über.60. Cronbachs alpha als Reliabilitätsmaß beträgt für den Summenindex.65 im Westen,.56 im Osten (zur Hauptkomponentenanalyse und Cronbachs alpha vgl. Anhang A.2). Der Index wurde als Summenindex der Werte, dividiert durch die Anzahl der Items, gebildet.Google Scholar
  15. 15.
    Die Form der Antwortvorgabe wurde 1997 im Fragebogen angepaßt: Die Antwortskala reichte von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 6 (stimme voll und ganz zu) —1992 war sie in der traditionellen Form von +3 (volle Übereinstimmung) bis zu -3 (volle Ablehnung) mit jeweils 3 positiven und 3 negativen Wertvorgaben formuliert.Google Scholar
  16. 16.
    Darauf deutet auch der prozentual dreimal höhere Anteil fehlender Werte bei Befragten mit höchstens Hauptschulabschluß gegenüber denen mit Abitur hin, bei der Idee der Demokratie ist dieser etwa ein Siebtel aller Befragten, bei der des Sozialismus etwa ein Sechstel.Google Scholar
  17. 17.
    Das Item stammt aus einer ZEIT-Umfrage unter Studenten von 1995 (DIE ZEIT Nr. 43 vom 20.10.95).Google Scholar
  18. 18.
    Bei den Zusammenhangsmaßen drückt sich dies darin aus, daß ein Maß, das einer solchen nicht-linearen Form Rechnung trägt, wie z.B. der Eta-Koeffizient, in West wie auch in Ost einen deutlich höheren Wert erhält als der übliche Pearson’sche Korrelationskoeffizient (West:.25, Ost.26).Google Scholar
  19. 19.
    Die Antworten auf diese Frage wurden auf einer sechsstufigen Skala gegeben, die von „sehr zufrieden“ bis „sehr unzufrieden” reichte, die Stufen dazwischen lauteten „ziemlich zufrieden“, „etwas zufrieden”, „etwas unzufrieden“ und „ziemlich unzufrieden”. Für die Ergebnisdarstellung wurden jeweils die ersten und die letzten beiden Skalenpunkte zusammengefaßt. Der Text der Frage lautet: „Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie — alles in allem — mit der Demokratie, so wie sie in der Bundesrepublik besteht?“.Google Scholar
  20. 20.
    Der Anteil der demokratiezufriedenen Westdeutschen bei den 18- bis 29jährigen beträgt im ALLBUS ‘88 46%, bei den ab 30jährigen 50%, im Osten sind die entsprechenden Anteile 23% und 21%.Google Scholar
  21. 21.
    Auch diese Frage, die wörtlich lautet „Und wie denken Sie heute über den Sozialismus, so wie er in der DDR bestand?“, wurde anhand einer sechsstufigen Skala beantwortet. Die Skalenpunkte laufen von „sehr gut” über „ziemlich gut“, „etwas gut”, „etwas schlecht“ und „ziemlich schlecht” bis hin zu „sehr schlecht“. Auch hier werden in der Ergebnisdarstellung die jeweils ersten und letzten beiden Antwortstufen zusammengefaßt.Google Scholar
  22. 22.
    Das Zusammenhangsmaß Pearsons r zwischen Demokratiezufriedenheit und der positiven Bewertung des DDR-Sozialismus beträgt -.15. In allen übrigen Fällen liegt der Wert von r unter.1.Google Scholar
  23. 23.
    Die Befragten, die eher Vorteile in der Vereinigung für sich sehen, sind zu 38% mit der Demokratie zufrieden und nur zu 16% unzufrieden; die, bei denen die Nachteile überwiegen, sind dagegen zu 12% zufrieden, aber zu 36% unzufrieden mit der Demokratie. Entsprechend finden die, die für sich Vorteile sehen, den DDR-Sozialismus zu 8% gut, aber zu 49% schlecht; demgegenüber sind die Werte derjenigen, bei denen die Nachteile überwiegen, 26% und 23% (vgl. hierzu auch Kapitel 4).Google Scholar
  24. 24.
    Die theoretischen Unsicherheiten, die diesem Indikator innewohnen (vgl. Krüger 1995: 284 ff.), bestehen nach wie vor und sind auch durch neuere Publikationen, die sich auf ihn beziehen, nicht behoben (vgl. Walz 1997, Gabriel 1996, Listhaug/ Wiberg 1995).Google Scholar
  25. 25.
    Die Frage nach dem Vertrauen in Institutionen stellt eine Replikation aus der ersten Survey-Welle dar. Die Liste der zur Beurteilung vorgelegten Institutionen wurde dabei in der zweiten Welle um zwei europäische Institutionen erweitert, nämlich um das „Europaparlament in Straßburg“ und die „Europäische Kommission in Brüssel”. Dem lag im wesentlichen die Überlegung zugrunde, das Institutionenspektrum um einen Bereich zu erweitern, dessen Bedeutung im Zuge der Internationalisierung von sozialen, ökonomischen und politischen Prozessen zunimmt. In spezifischer Weise gilt dies für die EU-Institutionen, die mittlerweile eine — nicht immer ohne weiteres durchschaubare — faktische Erweiterung des institutionellen nationalstaatlichen Systems darstellen und somit auch von den Bürgern in besonderer Weise wahrgenommen und beurteilt werden.Google Scholar
  26. 26.
    Belege für diese Vermutung liefern zwar nicht unsere Daten, finden sich aber in anderen Umfragen, die den zeitlichen Zusammenhang zwischen Katastropheneinsatz und Akzeptanzzunahme der Bundeswehr zeigen (vgl. Emnid 1997).Google Scholar
  27. 27.
    Dies bestätigt auch eine Wiederholungsbefragung unter der Bevölkerung ab 14 Jahren im Auftrag des BKA aus den Jahren 1990, 1994 und 1998 (vgl. Bundeskriminalamt 1999).Google Scholar
  28. 28.
    Diese beiden Antwortmöglichkeiten wurden den Befragten neben der Antwortskala ausdrücklich angeboten.Google Scholar
  29. 29.
    Eine explorative Faktorenanalyse über alle 17 im Jugendsurvey zur Beurteilung vorgelegten Institutionen bestätigt im Prinzip diese aus inhaltlichen Überlegungungen vorgenommene Gruppierung. Aus inhaltlichen Gründen wurden allerdings nicht in jedem Fall alle eine Dimension konstituierenden Institutionen in die jeweilige Gruppierung aufgenommen.Google Scholar
  30. 30.
    Hierauf deuten auch die im Osten nach wie vor bei fast allen Institutionen höheren Antwortanteile bei den Vorgaben „Kann ich nicht beurteilen“ und „Kenne ich nicht” hin.Google Scholar
  31. 31.
    Das Konzept des „Vertrauens in die Reaktionsbereitschaft des politischen Systems und seiner Akteure“ wird im übrigen in der einschlägigen Literatur auch unter den Begriffen „externe politische Effektivität” oder „Vertrauen in die Responsivität des politischen Systems und seiner Akteure“ verwendet (vgl. u.a. Hoffmann-Lange 1997, Gabriel 1996, Converse 1972).Google Scholar
  32. 32.
    Die Statements im ALLBUS sind nicht identisch, aber ähnlich formuliert, so daß ein Vergleich durchaus möglich ist. Beispielsweise liegt bei der Aussage „Die Politiker kümmern sich nicht viel darum, was Leute wie ich denken“ die Zustimmung bei den unter 30jährigen wie bei den älteren im Westen bei ca. 70%, im Osten bei über 80%.Google Scholar
  33. 33.
    Für die weiteren Überlegungen wurden die vier Statements zu einem einfachen additiven Index „Vertrauen in die Reaktionsbereitschaft des politischen Systems“ zusammengefaßt, der wie die Ursprungsitems in einem Wertebereich von 1 bis 6 liegt.Google Scholar
  34. 34.
    Ein beliebiges Beispiel: „Unzufriedene Grüne gründen in Kiel,Pragmatische Linke“ (SZ vom 13.1.99.). Diese kritisieren den Weg der Grünen in die „politische Mitte” und verweisen darauf, daß die Grünen links von der SPD aufgewachsen seien.Google Scholar
  35. 35.
    Inwieweit die Links-Rechts-Vorstellung überhaupt auf ein Verständnis der Befragten stößt, kann ansatzweise durch den Anteil fehlender Antworten geprüft werden. Im Jugendsurvey 1992 betrug der Anteil der Nichtbeantwortung bei der Selbsteinstufung auf der zehnstufigen Links-Rechts-Skala nur 1% (in den alten wie den neuen Bundesländern). Beim Jugendsurvey 1997 waren es etwa 2% im Westen und 3% im Osten. Friedrich/Förster 1997 berichten zwar von Anteilen um 10% (bei Jugendlichen bzw. Schülern in den neuen Bundesländern), allerdings ist hierbei nicht klar, ob auch die gleiche Frageformulierung gewählt wurde, denn die Möglichkeit einer „legitimen` Nichtbeantwortung beim Interview, sei es durch entsprechende Frageformulierung oder eine diesbezügliche Antwortkategorie, dürfte hier eine große Rolle spielen. Die übliche Frageformulierung, wie sie im Jugendsurvey 1992 und 1997 verwendet wurde, sieht so etwas jedenfalls nicht vor. Aus diesen Angaben wird man also kaum Schlüsse auf eine mögliche Unangemessenheit der Frage ziehen können.Google Scholar
  36. 36.
    Die starke Tendenz, die Mitte zu wählen, wird durch die fehlende Mittelkategorie in der zehnstufigen Skala vereitelt, so daß das Ergebnis, daß die 16- bis 29jährigen im Durchschnitt sich eher als links einordnen, auch durch den am häufigsten gewählten „linken` Wert der beiden Mittelkategorien bestimmt wird.Google Scholar
  37. 37.
    Ein nichtlineares Beziehungsmaß zeigt demnach diesen Zusammenhang auf (der Wert für ein solches Maß, Eta, beträgt im Westen.18, im Osten.25). Ein anderes Beispiel für einen solchen nichtlinearen Zusammenhang ist die Links-Rechts-Orientierung mit der Akzeptanz von politischen Aktivitätsformen, bei denen Gewalt nicht ausgeschlossen werden kann (vgl. für den Jugendsurvey 1992 Schneider 1995, sowie für 1997 Kapitel 7).Google Scholar
  38. 38.
    Die Abbildung stellt Boxplots mit Kennzeichnung extremer Werte dar. Sie bilden die Verteilung der Werte nach Häufigkeitsgrenzen ab. Jedes Rechteck (Box) umfaßt jeweils alle Werte, die zwischen dem unteren und oberen Quartil der Verteilung liegen — darüber und darunter liegen also jeweils 25% aller Angaben. Der die Box teilende Strich bildet den Median ab, über dem und unter dem jeweils die Hälfte aller Angaben liegen. Die über bzw. unter der Box sich anschließenden senkrechten Linien mit abschließender Querlinie (die sogenannten „Whiskers“) umfassen die Fälle, die vom oberen bzw. unteren Rand der Box nicht weiter als eineinhalb Längen dieser Box entfernt sind. Alle anderen Werte, die davon weiter entfernt sind, sind gesondert (als Kreise oder Sterne) gekennzeichnet. Je gestreckter die Boxes und die Whiskers sind, umso größer ist die Streuung der Verteilung, je gestauchter diese sind, desto geringer ist die Varianz — und desto eher sind auch bei dem vorliegenden begrenzten Wertebereich extreme Werte überhaupt zu beobachten. Ausgewiesen sind weiter noch die Mittelwerte der Sympathiebewertungen.Google Scholar
  39. 39.
    Gabriel weist auch darauf hin, daß die Verbreitung negativer Einstellungen zu den Parteien kein unumkehrbarer Prozeß sei (Gabriel 1999).Google Scholar
  40. 40.
    Bei den Befragten mit einer eindeutigen Parteipräferenz vergaben 5% im Westen und 8% im Osten ausschließlich negative Sympathiewerte oder den unbestimmten mittleren Wert. Verwendet man für das Vorliegen einer Parteipräferenz ein stärkeres Kriterium als nur die Existenz eines höchsten Wertes für eine Partei, etwa jenes, daß dieser Wert mindestens +3 betragen soll (so Hoffmann-Lange 1995b: 185, wobei sie dann von „Parteibindung… als Äquivalent zur Parteiidentifikation“ spricht), so bleiben die skizzierten Proportionen etwa gleich, nur die Gruppe derjenigen ohne Bindung an eine Partei wird natürlich größer und umfaßt mehr als die Hälfte der Befragten.Google Scholar
  41. 41.
    Neuere Jugendstudien weisen genau auf solche Veränderungen hin, die insbesondere einen starken Rückgang der Sympathien mit den Grünen beinhalten, vgl. z.B. IPOS 1999.Google Scholar
  42. 42.
    „Der politische Wettbewerb ist aus dem zweidimensionalen in den eindimensionalen Raum zurückgekehrt, der einstige Vorsprung der Grünen geschwunden.“ (Wiesenthai 2000: 26)Google Scholar
  43. 43.
    Inwieweit sich seit 1994 allerdings diese Präferenzen der jüngeren Wähler verändert haben, muß hier offen bleiben. In der Bundestagswahl 1998 wurde jedenfalls eine Verringerung der relativen Bevorzugung der Grünen bei den 18- bis 34jährigen Wählern und Wählerinnen konstatiert: Die männlichen Angehörigen dieser Altersgruppen lagen nur mehr ein bis zwei Prozentpunkte über dem Gesamtergebnis von 6,7%, die weiblichen etwa fünf Prozentpunkte (Der Spiegel, Wahlsonderheft ‘88 vom 29.9.98).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Martina Gille
  • Winfried Krüger
  • Johann de Rijke

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