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Die Bedeutung des Politischen bei jungen Migranten und jungen Deutschen

  • Martina Gille
  • Winfried Krüger
Part of the DJI-Jugendsurvey book series (DJIJUG, volume 2)

Zusammenfassung

In Deutschland leben 1997 insgesamt 7,4 Millionen Ausländer. Damit ist etwa jeder neunte Bürger der Bundesrepublik nicht-deutscher Nationalität. Der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an der ausländischen Bevölkerung ist deutlich größer als der bei der deutschen. Er liegt für die 16- bis 29jährigen bei knapp 30%, während die entsprechende Altersgruppe in der deutschen Bevölkerung einen Anteil von nur 16% aufweist. Jeder Siebte aller 16- bis 29jährigen, die in der BRD wohnen, ist also nicht-deutscher Nationalität.1

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Anmerkungen

  1. 1.
    Die Zahlen geben den Stand zum 31.12.1997 wieder (vgl. Bevölkerungsfortschreibung 1997 aus der Regionaldatenbank des Deutschen Jugendinstituts, München).Google Scholar
  2. 2.
    Der hier notgedrungen knappe und nur zu Einzelaspekten mögliche Vergleich zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde auch deshalb gewählt, weil der DJI-Ausländersurvey seine Ergebnisse in ausreichender Breite getrennt publiziert (vgl. Weidacher 2000 ). Diese Untersuchung ist eine wesentliche Grundlage des Kapitels. Bezüge zu ihr bestehen generell und werden deshalb nicht in jedem Einzelaspekt ausdrücklich vermerkt.Google Scholar
  3. 3.
    Der DJI-Ausländersurvey wurde in Kooperation mit der Universität Chemnitz und der Kommission für den 6. Familienbericht durchgeführt. Die Feldarbeit im Winter 1996/1997 lag bei MARPLAN/Frankfurt a.M.Google Scholar
  4. 4.
    Die Stichprobe basiert auf Quoten anhand der Merkmale Nationalität, Geschlecht, Alter und Verstädterungsgrad. Die Auswahl der Nationalitäten richtete sich nach der Größe ihres Anteils an den Migranten in Deutschland insgesamt; nicht berücksichtigt wurde allerdings die zweitgrößte Migrantengruppe aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien, weil sie wegen der ethnisch-kulturellen Unterschiede nicht als einheitliche Gruppe angesehen werden kann. Interviews wurden mit 848 Italienern, 826 Griechen und 830 Türken geführt. Die aus dem Jugendsurvey für diesen Vergleich berücksichtigte Teilgruppe der 18- bis 25jährigen sind 2.243 Westdeutsche und 1.257 Ostdeutsche. In diesem Kapitel wurde der Datensatz des Jugendsurveys ungewichtet verwendet, so daß ein direkter Vergleich mit Zahlenangaben in den übrigen Kapiteln dieses Buches im Einzelfall nicht möglich ist.Google Scholar
  5. 5.
    Die Einschätzung der Interviewer wurde insgesamt weitgehend von der Selbsteinschätzung der Befragten bestätigt.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. hierzu ausführlich Pupeter 2000.Google Scholar
  7. 7.
    Die besondere Bedeutung dieser Schulabschlüsse in den neuen Bundesländern erklärt sich wohl aus den Strukturen des DDR-Bildungssystems, das insbesondere die mittleren Schulabschlüsse (die sog. Polytechnische Oberschule) förderte (vgl. hierzu Kapitel 2).Google Scholar
  8. 8.
    In den dargestellten Anteilswerten zu den Schulabschlüssen der Migrantenjugendlichen sind nicht die Schüler enthalten, da im Ausländersurvey nicht wie im Jugend-survey bei den Schülern nach dem angestrebten Schulabschluß gefragt worden ist. Bei den ausländischen Befragten sind noch 5% bis 7% Schüler, bei den westdeutschen 22%, bei den ostdeutschen 11%.Google Scholar
  9. 9.
    % der Italiener, 16% der Griechen und 27% der Türken sind bereits verheiratet (aber nur 6% der Westdeutschen und 4% der Ostdeutschen).Google Scholar
  10. 10.
    Hoecker (1998a, b) kann im europäischen Vergleich zeigen, daß nach wie vor die politische Macht bei den Männern liegt und geschlechterhierarchische Strukturen im politischen Bereich wirksam sind; für Italien und Griechenland vgl. Guadagnini (1998) und Pantelidou Maloutas (1998).Google Scholar
  11. 11.
    Zu entsprechenden Ergebnissen kommen auch Diehl/Urbahn (1998).Google Scholar
  12. 12.
    Reduziert wurde die Jugendsurvey-Liste im Ausländersurvey in drei Fällen: Die Presse, das Bundesumweltministerium und die Europäische Kommission in Brüssel wurden u.a. aus forschungspraktischen Gründen von der Liste gestrichen. Das Antwortmodell wurde beibehalten, gerade auch mit seiner Besonderheit, daß neben der siebenstufigen Vertrauensskala ausdrücklich noch die Antwortmöglichkeiten „kenne ich nicht“ und „kann ich nicht beurteilen” angeboten wurden. Der Aufnahme dieser beiden Antwortkategorien lag u.a. die Überlegung zugrunde, daß der Erfahrungshorizont von jungen Erwachsenen möglicherweise noch nicht alle institutionellen Bereiche der Gesellschaft gleichermaßen erfaßt und diese beiden Antwortvorgaben eine größere Interpretierbarkeit besitzen als andere Arten von fehlenden Werten.Google Scholar
  13. 13.
    Gestützt wird eine solche Annahme auch durch andere Erhebungen. Beispielsweise geben im ALLBUS, der 1994 die Vertrauensfrage u.a. auch für drei EU-Institutionen gestellt hat, gut ein Viertel der Befragten bei diesen kein Urteil ab.Vgl. ALLBUS 1994, Codebuch: 121 f.Google Scholar
  14. 14.
    Weggelassen wurden die Items: „Hausbesetzung, Besetzung von Fabriken, Ämtern“, „Teilnahme an Aktionen, bei denen es schon mal zu Sachbeschädigungen kommt” und „Teilnahme an wichtigen Aktionen, auch wenn nicht völlig auszuschließen ist, daß dabei Personen zu Schaden kommen können“.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Martina Gille
  • Winfried Krüger

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