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Einkommen und Vermögen

  • Andreas Motel
Chapter
Part of the Lebenslauf — Alter — Generation book series (LAG, volume 1)

Zusammenfassung

Einkommen und Vermögen im Alter stellen in der Perspektive des Lebenslaufs ein Ergebnis von vergangenem Handeln auf Arbeits- oder Heiratsmärkten, von Einbindung in wohlfahrtsstaatliche Sicherungsnetze und in familiale Transfersysteme dar (Kohli 1985; Mayer & Blossfeld 1990; Allmendinger 1994; Mayer 1995). Sie bestimmen wesentlich die Lebenssituation und die Möglichkeiten einer aktiven Lebensführung. Es gehört zu den zentralen Aufgaben wohlfahrtsstaatlicher Politik in der Bundesrepublik Deutschland, die Ressourcen zur Bewältigung der negativen Auswirkungen des Alterns und zu einer aktiven Gestaltung der Lebensphase des Ruhestands auch nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben aufgrund von Alter und nachlassender Erwerbsfähigkeit bereitzustellen und zu sichern (Zacher 1992; Motel & Wagner 1993; Motel & Künemund 1996). Diese Absicherung ist bedeutsam für die Integrationsleistung der Gesellschaft (vgl. Bäcker et al. 1989; Kohli 1989) und eine wesentliche Grundlage der familiären Unterstützungsleistungen Älterer (Attias-Donfut 1995; Motel & Spieß 1995; Motel 1997; Kohli 1999; Künemund & Rein 1999; Motel & Szydlik 1999; Künemund & Motel 2000). Einer der Hauptstreitpunkte in den laufenden Diskussionen kreist um die Fragen, inwieweit die Alterssicherung nach wie vor auf dem bisherigen Niveau wohlfahrtsstaatlich gewährleistet werden muß oder ob ein Rückzug des Staates aus dieser Verantwortung sinnvoll und möglich ist. Dabei wird zum einen auf die Bedrohung des Generationenvertrages durch den demographischen Wandel und die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verwiesen. Zum anderen wird die Zunahme privater Vermögen betont und dabei ein mögliches Potential privater Sicherung vermutet. Inwieweit hier Spielräume fir Kürzungen und Reformen bestehen, ist empirisch noch immer offen. Es sind daher die aktuelle wirtschaftliche Lage der Älteren und deren Entwicklungstendenzen zu untersuchen. Der Alters-Survey bietet hierzu die derzeit beste verfügbare empirische Basis. Aus gerontologischer Sicht ist mit Blick auf die materielle Lage ein zweiter Punkt von Bedeutung: Die verfügbaren wirtschaftlichen Mittel determinieren nicht lediglich die Chancen einer aktiven Lebensführung im Alter; vielmehr wirken sie auch auf die Entstehung von Lebensentwürfen ein, da in diesem Prozeß bereits ein subjektiver Abgleich mit den Chancen ihrer Einlösung stattfindet. Es ist davon auszugehen, daß der objektive Lebensstandard und seine Entwicklung über die Zeit die aktuelle Bewertung des Lebensstandards und den subjektiven Blick auf dessen künftige Entwicklung prägen. Die objektive materielle Lage älterer Menschen, ihre absehbaren Entwicklungstendenzen, ihre subjektive Bewertung durch die Betroffenen und die Zusammenhänge dieser Dimensionen sind Gegenstand der folgenden Analysen.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

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  • Andreas Motel

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