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Wirtschafts- und Währungspolitik

  • Wichard Woyke
Chapter
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Part of the Reihe Grundlagen für Europa book series (GRUNDE, volume 5)

Zusammenfassung

Die wichtigste Neuerung des Maastrichter Vertrags war die Verankerung der Wirtschafts- und Währungsunion bis spätestens 1999. In diesem Politikfeld hatte es schon zahlreiche Vorarbeiten gegeben, so daß die Vertiefung der Kooperation in diesem Politikbereich keine Überraschung mehr darstellte. Bereits 1970 wurde mit dem Werner-Plan ein Versuch der damals sechs EG-Staaten unternommen, die Wirtschafts- und Währungsunion in einem Drei-Stufenplan innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren zu verwirklichen. Unglückliche außen- und innenpolitische Umstände, u.a. die 1973 ausbrechende Ölpreiskrise sowie nationale Strategien zur Lösung wirtschaftspolitischer Krisen, führten zum Scheitern dieses Projekts. 1979 wurde unter nachdrücklichem Engagement von Präsident Valéry Giscard d’Estaing und Bundeskanzler Helmut Schmidt das Europäische Währungssystem (EWS) ins Leben gerufen, das bis Anfang der 90er Jahre durchaus erfolgreich war. Das EWS, bestehend vor allem aus einer Europäischen Währungseinheit (European Currency Unit/ECU), einem Wechselkursverbund mit entsprechenden Interventionsregeln, flankiert u.a. durch erweiterte Kreditregeln, war konzeptionell wesentlich bescheidener als eine Wirtschafts- und Währungsunion. Sein Hauptzweck war, die für Handel, Investitionen und Wirtschaftswachstum als schädlich perzipierte Instabilität der Währungen zu verringern. Das EWS war zwar keine Währungsunion — im übrigen stand es rechtlich außerhalb der europäischen Verträge —, aber es war der Versuch engerer währungspolitischer Zusammenarbeit. 1992/93 geriet das EWS in eine Krise, aus der es aber recht schnell wieder herauskam und seine alte Funktion, nämlich für stabile Wechselkurse in den Mitgliedstaaten zu sorgen, erneut wahrnahm. Aber die angestrebte wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Konvergenz in den EG-Staaten blieb trotz EWS unzureichend.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Wichard Woyke
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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