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Irak 1997

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Zusammenfassung

Der Anschlag vom 12.12.1996 auf den ältesten Sohn des irakischen Staatschefs Saddam Husain, Udai, löste eine Vielzahl von Spekulationen über die Hintermänner, die Schwere der Verletzung Udais sowie die Folgen für das Regime und seine Stabilität aus und beherrschte die Schlagzeilen über den Irak (I.) in den ersten Monaten des Jahres. Erst allmählich wurden Einzelheiten bekannt und ermöglichten eine Beurteilung des Anschlags. Vermutungen, daß Udai halbseitig gelähmt sei oder daß ihm ein Bein amputiert werden müsse, bestätigten sich nicht. Als sehr schwierig erwies sich die Entfernung der letzten Kugel (von insgesamt 14 Kugeln), die ins Rückenmark eingedrungen war; zu der Operation wurden auch ausländische Ärzte (u.a. aus Deutschland) hinzugezogen. Am 9.6. meldeten irak. Zeitungen, daß Udai das Krankenhaus verlassen habe und völlig geheilt sei (IHT, 11.6.). Im August wurde berichtet, daß Udai eine Sitzung des “Olympischen Komitees” geleitet habe, ohne Krücken zu benutzen (H, 6.8.; SWB, 13.8.). Zu dem Anschlag bekannten sich mehrere Widerstandsgruppen, u.a. auch eine schiitische (IHT, 11.2.). Nach allgemeiner Einschätzung mußten die Attentäter Verbindung zum innersten Machtkreis um Saddam Husain gehabt haben, da sie über Informationen zur Fahrtroute Udais an dem betreffenden Tag verfugten und so das Attentat durchführen konnten. Angeblich gelang den vier Attentätern die Flucht ins Ausland, was als glaubhaft erschien, da von offizieller irakischer Seite nie über die Ergreifung bzw. Hinrichtung der Attentäter berichtet wurde (H, 24.1.). Rund 600 Personen, darunter 20 hohe Offiziere, sollen im Zusammenhang mit dem Anschlag verhaftet und viele hingerichtet worden sein (IHT, 25.1.).

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© Leske + Budrich, Opladen 1998

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