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Kommunales Wahlverhalten zwischen Partei-, Themen- und Kandidatenorientierung

  • Rainer Bovermann

Zusammenfassung

„Macht die Einführung der Direktwahl der hauptamtlichen Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen einen Unterschied?“ önnte eine klassische politikwissenschaftliche Frage1 bezogen auf das Thema lauten. Dahinter steht die Annahme, dass Wahlsysteme mit ihren unterschiedlichen institutionellen Ausgestaltungen das Verhalten der Wähler beeinflussen. Beispielsweise kann das nordrhein-westfälische Ratswahlsystem, bei der die Wählerschaft eine Stimme an einen Direktkandidaten im Wahlkreis und gleichzeitig zugunsten einer starren Parteiliste vergeben kann, die Wähler zu einer Entscheidung zwischen Person und Partei zwingen.2 Davon unterscheidet sich das Wahlsystem in Baden-Württemberg, bei dem die Wählerschaft über mehrere Stimmen verfügt und diese auf einzelne Kandidaten anhäufen (kumulieren) und zwischen Parteilisten mischen (panaschieren) kann.3 Die Direktwahl hauptamtlicher Bürgermeister, wie sie in Baden-Württemberg geregelt ist (unverbundene Wahl, nur Einzel-, keine Parteibewerber) gilt als klassischer Fall einer Personenwahl. In Nordrhein-Westfalen können demgegenüber die Parteien Kandidaten nominieren und findet die Bürgermeisterwahl zeitgleich mit der Ratswahl statt. Mit der folgenden empirischen Analyse soll untersucht werden, wie sich die institutionellen Rahmenbedingungen in NRW auf das Wahlverhalten bei der Rats- und Bürgermeisterwahl 1999 in vier Fallstädten auswirken. Selbstverständlich bildet das Wahlsystem dabei nur eine Rahmenbedingung neben anderen unmittelbar wahlbeeinflussenden Faktoren. Zudem haben die Antworten einen vorläufigen Charakter, da es sich bei der Direktwahl der Bürgermeister 1999 um eine Uraufführung handelte und sich das Verhalten der Wähler nur langsam verändert.

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

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  • Rainer Bovermann

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