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Einführung: Die Uraufführung der Bürgermeisterdirektwahl in NRW

  • Uwe Andersen
  • Rainer Bovermann

Zusammenfassung

„Im Westen was Neues“ — dieses auch als Titel des vorliegenden Sammelbandes gewählte Schlaglicht beschreibt zutreffend, wenn auch zugespitzt, die Kommunalwahl 1999 in Nordrhein-Westfalen unter zwei zentralen Aspekten. Zum einen handelt es sich bei der Kommunalwahl 1999 um eine,,Uraufführung“, insofern sie unter tiefgreifend veränderten institutionellen Rahmenbedingungen stattfand. Die kommunale Verfassungs„revolution“ von 1994 in Nordrhein-Westfalen war nach der grundlegenden kommunalen Gebietsreform der 70er Jahre und der anschließenden begrenzten kommunalen Funktionalreform zweifellos der weitreichendste Eingriff in die Rahmenbedingungen der kommunalen Selbstverwaltung bzw. Kommunalpolitik. Zu den wichtigsten Veränderungen 1994 zählt die Abschaffung der norddeutschen Ratsverfassung, insbesondere die Einführung des hauptamtlichen Bürgermeisters1 als Einheitsspitze — Vorsitzender des Rates und Verwaltungschef — an Stelle der Doppelspitze sowie seine Direktwahl durch die Bürgerschaft. Zum anderen führte die Kommunalwahl 1999 zu einer erheblichen Veränderung der parteipolitischen Landschaft. Mitbedingt durch eine ausgeprägte Schwächephase der SPD-geführten rot-grünen Bundesregierung gelang der CDU ein beeindruckender kommunalpolitischer Wahlsieg. So eroberten CDU-(Ober-)Bürgermeister selbst eine Reihe von Rathäusern des bisher sozialdemokratisch dominierten Ruhrgebiets, und die SPD verlor in einer Vielzahl von Räten dieser bisher tiefroten Region ihre zur Tradition gewordenen Mehrheiten.

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Uwe Andersen
  • Rainer Bovermann

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