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Bereichsspezifische Betrachtungen

  • Annette Zimmer
  • Eckhard Priller
Part of the Bürgergesellschaft und Demokratie book series (BÜD, volume 7)

Zusammenfassung

Als wichtiges Element moderner Gesellschaften sind Dritte-Sektor-Organisationen in vielen Politikfeldern und Arbeitsbereichen zu finden. Von Bereich zu Bereich unterscheiden sich Organisationslandschaft und Arbeitsweise, Problemwahrnehmung und Selbstverständnis zum Teil erheblich. Während die vorhergehenden Betrachtungen die ökonomische Situation und Dimension, die gesellschaftliche Bedeutung und die Binnenstrukturen des Dritten Sektors als Ganzes hervorhoben, macht eine bereichsspezifische Betrachtung vor allem die Heterogenität des Sektors und damit die sehr unterschiedlichen Einbettungsmuster der Organisationen deutlich. Die Bereiche Kultur, Sport, Umwelt und Naturschutz, Internationale Aktivitäten, Gesundheit und Soziale Dienste sollen im Folgenden näher betrachtet werden. Während Organisationen der Bereiche Sport und Kultur eine starke Einbindung in die alltäglichen Lebenszusammenhänge vor Ort und eine große Bedeutung für die Freizeitgestaltung vieler Menschen haben, unterscheiden sie sich jedoch zweifellos in zentralen Aspekten. Demgegenüber sind Dritte-Sektor-Organisationen, die in den Bereichen Gesundheit und Soziales tätig sind, fest in die sozialstaatlich geregelte Erbringung von Dienstleistungen einbezogen, weisen teilweise unternehmensförmige Strukturen auf, setzen Millionenbeträge um und sind aufgrund ihrer Professionalisierung ein beachtlicher Arbeitsmarktfaktor. Organisationen der Bereiche Ökologie und Internationale Aktivitäten zeichnen sich dagegen weder durch eine breite Mitgliederbasis noch durch ein besonderes ökonomisches Gewicht aus; vielmehr verfügen sie über eine deutliche Medienpräsenz, ein ausgereiftes politisches und ethisches Profil und können gerade in jüngster Zeit auf ein beachtliches Größenwachstum zurückblicken. Wie ein abschließender Vergleich zeigt, sind Selbstbild und Problembewusstsein von Organisationen in so unterschiedlichen Bereichen wie beispielsweise Umweltschutz und Soziale Dienste dennoch ähnlich. Negative Abgrenzungsfolie und gemeinsames Problem, bei dem sie sich treffen, ist der Staat, der sich zunehmend aus seiner sozialen Verantwortung zurückzieht, während vielen Organisationen eine Perspektive fehlt, sich aus der gewachsenen Abhängigkeit von ihm zu lösen, ohne soziale Errungenschaften und Einfluss aufzugeben.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Annette Zimmer
  • Eckhard Priller

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