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Der Forschungsprozess

  • Reiner Keller
Chapter
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Part of the Qualitative Sozialforschung book series (QUALSOZFO, volume 14)

Zusammenfassung

Jedes Projekt der Diskursforschung bedarf zunächst einer Klärung seiner diskurstheoretischen Grundlagen. Dafür machen die in Kapitel 2 vorgestellten Ansätze je unterschiedliche Vorschläge. An die theoretische Verortung schließen methodologische Reflexionen über die ‚Passungen‘ von Fragestellung, Datenmaterial und Methoden an. Erst danach bzw. in Auseinandersetzung damit erfolgt die konkrete empirisch-methodische Umsetzung eines Forschungsvorhabens. Diskursforschung ist durch ein unhintergehbares Reflexivitätsverhältnis gekennzeichnet, über das sie sich im klaren sein sollte: Sie produziert nicht Wahrheit, sondern Aussageereignisse, die selbst Teil eines (hier: sozialwissenschaftlichen) Diskurses sind. Als wissenschaftlicher Diskurs über Diskurse unterliegt sie ihrerseits sozialen Strukturierungsprozessen, d.h. spezifisch situierten Möglichkeiten und Zwängen der Aussageproduktion — etwa im Hinblick auf die Transparenz methodischer Schritte — die dann zum Gegenstand weiterer Beobachtung gemacht werden können. In der vorangehenden Erläuterung diskursanalytischer und diskurstheoretischer Programmatiken wurden bereits an mehreren Stellen Hinweise auf die Schritte und Methoden der empirischen Umsetzung gegeben. Das konkrete Vorgehen unterscheidet sich zwischen den skizzierten Ansätzen beträchtlich. Die nachfolgenden Vorschläge für die methodische Anlage und Umsetzung sozialwissenschaftlicher Diskursforschung sind im Rahmen der Wissenssoziologischen Diskursanalyse, d.h. in der wissenssoziologisch eingebetteten Verknüpfung von kulturalistischen und diskurstheoretischen Perspektiven verankert. Diese Perspektive betont die Unhintergehbarkeit einer hermeneutisch-interpretativen Haltung im Forschungsprozess, zielt aber durch den Anschluss an die Sozialwissenschaftliche Hermeneutik (Hitzler/Honer 1997) auf eine gewisse Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Arbeit am Text. Die nachfolgenden Vorschläge sind nicht als strenge Vorschriften, sondern als orientierende Hilfestellungen im Rahmen eines weitergehenden, offenen Projektes der Methodendiskussion gedacht. Sie können (müssen) im Forschungsprozess angepasst, weiterentwickelt und/oder ergänzt werden.53

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2004

Authors and Affiliations

  • Reiner Keller

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