Advertisement

Bestandsaufnahme: Strukturen, Budgets und Arbeitsplätze

  • Sigrid Betzelt
  • Rudolph Bauer
Chapter
  • 35 Downloads

Zusammenfassung

Das Gründungsdatum eines Großteils der Organisationen, die sich in der Bundesrepublik Deutschland an der NETS-Befragung beteiligt haben, reicht in die Zeit der Weimarer Republik zurück: 40% wurden in den Jahren von 1918 bis 1933 gegründet. Weitere 24% entstanden in der Periode der Neuen Sozialen Bewegungen zwischen 1970 und 1989, und 15% von 1990 bis 1995, d.h. in den ersten Jahren nach dem Beitritt der neuen Bundesländer zum Geltungsbereich des Grundgesetzes. Die Gründungszeit von 7% der Nonprofit-Organisationen (NPOs) liegt im 19. Jahrhundert oder früher. Im Einzelfall sind es vor allem Stiftungen, deren Ursprung bis in das 15. Jahrhundert zurück reicht. Während die älteren Organisationen (vor 1970) vornehmlich in den Feldern Sport, Freizeit, Bildung und Wohnungsbau tätig sind, arbeiten die jüngeren (nach 1970) hauptsächlich an Themenfeldern wie Umweltschutz, Kommunikation/Medien, Kultur oder Bürgerrechte.1 — Die beiden wichtigsten Entstehungszeiträume — während der Weimarer Republik sowie in den Jahren nach 1968/69 bzw. nach 1989 — verweisen darauf, dass die Gründung der meisten Organisationen des deutschen „Dritten Sektors“ in einem politischen und gesellschaftlichen Klima des demokratischen Aufbruchs erfolgte.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Die NPOs im Sozial- und Gesundheitsbereich verteilen sich etwas mehr als der Hälfte in „alte“ (vor 1970) und etwas weniger als die Hälfte in „neue“ Organisationen (nach 1970).Google Scholar
  2. 2.
    Absolute Anzahl: 10 Genossenschaften, 9 GmbHs. — Die geringe Anzahl befragter Genossenschaften und GmbHs erlaubt selbstverständlich nur in begrenztem Umfang gültige Aussagen hinsichtlich dieser Rechtsformen. Es wurden dennoch einige Kreuzvergleiche vorgenommen, die signifikante Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Organisationsformen (z.B. hinsichtlich der Anzahl der Beschäftigten) ergaben.Google Scholar
  3. 3.
    Aufgrund der in der Untersuchung zu Grunde gelegten Definition der Organisationen des „Dritten Sektors“ wurden nicht sämtliche Genossenschaften als zugehörig eingestuft, sondern in erster Linie sogenannte „Sozialgenossenschaften“ (vgl. Flieger 1998), die dem Kriterium „gesellschaftliche Nützlichkeit“ („social utility“) genügen.Google Scholar
  4. 5.
    Vgl. § 1 Genossenschaftsgesetz.Google Scholar
  5. 7.
    In unserem Sample überwiegen dabei kleinere Organisationen, die Gesundheitsberatungszentren u.ä. betreiben oder als (formelle) Selbsthilfegruppen fungieren. Dagegen wurden keine gemeinnützigen Krankenhäuser befragt, was die Erhebung von anderen „Dritter Sektor“-Studien in dieser Hinsicht unterscheidet (vgl. Zimmer / Priller 1999).Google Scholar
  6. 26.
    Z.B.: Ein Verein finanziert sich zu 80% aus öffentlichen und zu 20% aus privaten Mitteln.Google Scholar
  7. 33.
    Der Gesundheitsbereich ist übrigens auch der einzige, der einen relevanten Anteil an Leistungsentgelten verbuchen kann. Diese belaufen sich durchschnittlich auf 25% des Budgets. Im allgemeinen kann jedoch von einem höheren Anteil öffentlicher Finanzierung in diesem Teilsektor ausgegangen werden, wenn die großen gemeinnützigen stationären Einrichtungen einbezogen werden (vgl. Zimmer / Priller 1999).Google Scholar
  8. 38.
    Hierbei war die Anzahl fehlender Antworten verhältnismäßig hoch, insbesondere bezüglich des Jahres 1995 (22% fehlende Antworten; für 1997: 18%).Google Scholar
  9. 40.
    Die folgenden Daten beziehen sich auf die Angaben für das Jahr 1997.Google Scholar
  10. 48.
    Wie schon einleitend bemerkt, bezieht sich die zentrale Fragestellung unserer Untersuchung ausschließlich auf das Thema Erwerbsarbeit. Um Missverständnisse auszuschließen und falschen Interpretationen — etwa dem Gedanken, bezahlte Arbeit durch „Bürgerarbeit“ ersetzen zu wollen — vorzubeugen, wurde generell nicht nach der Anzahl der im „Dritten Sektor“ freiwillig und unbezahlt Engagierten (der „Ehrenamtlichen“) gefragt. Aktuelle Daten hierzu finden sich z.B. in Zimmer / Priller 1999.Google Scholar
  11. 50.
    In absoluten Ziffern: 171 Organisationen hatten bezahltes Personal, 60 beschäftigten niemand. Die Untersuchung über den deutschen „Dritten Sektor“ von Zimmer / Priller (1999: 60) weist einen Anteil von 67% der befragten Organisationen mit hauptamtlichem Personal nach.Google Scholar
  12. 54.
    Enthalten ist ein besonders hoher Extremwert mit über 1000 Beschäftigten (Arbeitsförderbetrieb in Ostdeutschland), der zwischen 1995 und 1997 zudem extreme Schwankungen aufweist. In den weiteren Analysen wird dieser Fall teilweise ausgeschlossen, worauf gesondert hingewiesen wird.Google Scholar
  13. 55.
    Die Ergebnisse von Zimmer / Priller weisen die gleiche Tendenz auf (vgl. Zimmer / Priller 1999: 66).Google Scholar
  14. 56.
    Siehe Fußnote 53.Google Scholar
  15. 57.
    Bei 19% der Arbeitgeber-NPOs nahm die Zahl Teilzeitbeschäftigten zu, und bei 23% der Organisationen gab es Zuwächse durch neue Nebenamtler/innen und vorübergehend Beschäftigte.Google Scholar
  16. 58.
    Die Befragung von NPOs kommt zu dem Ergebnis, dass 40% der Untersuchten künftig eine veränderte Personalstruktur mit mehr Teilzeit- und irregulär Beschäftigten und weniger Vollzeitkräften erwarten. Vgl. Zimmer / Priller 1999: 69–70.Google Scholar
  17. 62.
    Die Prozentwerte im einzelnen: Kultur/Freizeit: Zuwachs 15%, Rückgang 10%, Stagnation 74%. Interessenvertretung: Zuwachs 33%, Rückgang 11%, Stagnation 56%. Gesundheit: Zuwachs 42%, Rückgang 13%, Stagnation 46%. Bildung: Zuwachs 49%, Rückgang 24%, Stagnation 27%. Soziale Dienstleistungen: Zuwachs 44%, Rückgang 25%, Stagnation 31%.Google Scholar
  18. 63.
    Vgl. dazu auch die Schlussfolgerungen unter # 38.Google Scholar
  19. 66.
    Die konkreten Werte (1997): Teilzeitanteil der Männer 27% in Ost gegenüber 13% in West. Nebenamtlichen-Anteil der Männer in Ost 28%, in West 37%.Google Scholar
  20. 67.
    Die im Fragebogen enthaltenen 10 Größenklassen der Budgets (von unter DM 12.500 bis über DM 10 Mio) wurden zur Vereinfachung in 4 Klassen zusammengefasst. Die Trennlinien wurden durch statistische Werte ermittelt (Median) und werden im folgenden jeweils genannt. — Alle Werte beziehen sich auf die Angaben für das Jahr 1997.Google Scholar
  21. 79.
    Vgl. zu diesem Rotationsmuster besonders in ostdeutschen ABM-Projekten Kramer et al. 1998, sowie exemplarisch für Frauenprojekte Betzelt / Coors 1994.Google Scholar
  22. 84.
    Die Prozentwerte beziehen sich auf die gültigen Antworten (ohne fehlende Antworten, die 8% der Stichprobe ausmachten). 85 Dass die seit etlichen Jahren im Sozialbereich anzutreffenden Modelle der Qualitätssicherung meist wenig mit Nutzerorientierung und Partizipation zu tun haben, ist in der sozialwissenschaftlichen Diskussion bekannt (vgl. Hansen 1998 sowie weitere Beiträge in „Sozial Extra“ Nr. 3/1998, Bauer 1996, Institut für Lokale Sozialpolitik und Nonprofit-Organi-sationen 1998).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Sigrid Betzelt
  • Rudolph Bauer

There are no affiliations available

Personalised recommendations