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Soziologische Theoreme über die Sozialstruktur der „Moderne“ und die „Modernisierung“

  • M. Rainer Lepsius

Zusammenfassung

Der seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts beschleunigte Prozeß wirtschaftlichen Wachstums, sozialen und kulturellen Wandels und der Ausbildung neuer Institutionen der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Selbststeuerung der Gesellschaft hat die Entstehung und Entwicklung der Sozialwissenschaften wesentlich bestimmt. Dieser Prozeß ist das zentrale Thema der sich schrittweise ausdifferenzierenden Soziologie. Die Erfahrung und das Bewußtsein eines epochalen Wandels in einem Prozeß kontinuierlicher und irreversibler Entwicklungen spiegelt sich in den makrosoziologischen Begriffen und Theoriekonstruktionen wider: im Anbruch der positiven Ära im Drei-StadienGesetz von August Comte, in der Entstehung und Selbstzerstörung der kapitalistischen Produktionsweise bei Karl Marx, im Evolutionismus von Herbert Spencer, im Übergang von Gemeinschaft zu Gesellschaft bei Ferdinand Tönnies, in der Ablösung der mechanischen Solidarität durch die organische Solidarität bei Emile Durkheim. Die heutigen Theoreme über die Modernisierung stellen das jüngste Glied dieser wissenschaftsgeschichtlichen Entwicklung dar. Aus der Erklärung der Prozesse des sozialen Wandels soll sich heute wie ehedem eine Einsicht in den Sinnzusammenhang der komplexen geschichtlichen Veränderungen und eine Erhöhung der Fähigkeiten zur Selbststeuerung der Entwicklung ergeben. Der folgende Essay soll einen Überblick über die Themen der Modernisierungstheorien geben1.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1990

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  • M. Rainer Lepsius

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