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Textanalyse pp 33-56 | Cite as

Zur Reliabilität von Transkriptionsstandards

  • Erhard Mergenthaler
  • Charles H. Stinson
Part of the ZUMA-Publikationen book series (ZUMA)

Zusammenfassung

Empirische Forschung im Bereich der Sozialwissenschaften, Pädagogik, Psychologie und Psychotherapie stützt sich zusehends auch auf verbale Daten, wie sie durch Gespräche, z.B. in einem Interview oder einer Therapiestunde erhalten werden können. Dieser Beitrag befaßt sich mit der Zuverlässigkeit der Transkription solcher Gespräche, also dem kontrollierten Übergang von akustisch und visuell verfügbarer Information zur Schriftform. Insbesondere interessiert hierbei ein möglicher Einfluß der Güte eines Transkripts auf die Ergebnisse textanalytischer Untersuchungen. Dabei können unter den vielen unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten solche unterschieden werden, die entweder menschliche Beurteiler oder aber computergestützte Techniken in Anspruch nehmen. Zu den ersteren zählen Verfahren, die auf Beurteilungsskalen aufbauen, Inhaltsanalysen heranziehen, Textinterpretationen vornehmen oder sich auf hermeneutische Verfahren stützen. Formale und grammatische Eigenschaften von Gesprächen, computergestützte Textanalysen sowie wissensbasierte Ansätze zur Textinterpretation gehören zu den letzteren. Je nach Forschungsfragestellung und theoretischem Hintergrund hat jede dieser Gruppen einen unterschiedlichen Informationsbedarf, der sich in der Folge auch in unterschiedlich differenzierten Transkriptionsweisen niederschlägt. Was jedoch für die eine Richtung gut sein kann, ist oft für einen anderen Forschungsansatz von geringer Relevanz. Spätestens jedoch dann, wenn Forschungsergebnisse verglichen werden sollen mit Befunden aus anderen Studien, oder wenn Studien mit anderem Material repliziert werden sollen, wird die Frage der Vergleichbarkeit der Daten wieder aktuell.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Erhard Mergenthaler
  • Charles H. Stinson

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