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Therapeutische Inszenierungen im Vergleich

  • Frank Rotter

Zusammenfassung

Wenn hier von “Inszenierungen” die Rede ist, soll Therapie nicht etwa in die Sphäre der Leichtfüßigkeit oder gar Oberflächlichkeit ent- bzw. verrückt werden. Die Formulierung will zum einen das Wesensmerkmal des Künstlichen hervorheben, das sich durchaus mit intensiver Arbeit verträgt, ja sie in bestimmten Bereichen wie den Aufführungskünsten sogar voraussetzt. Das Merkmal der Künstlichkeit setzt Therapien von dem Alltag in Primärgruppen (Familie), in Arbeitswelt und Freizeit ab, ohne aber deshalb weniger real zu sein. Bei den bisher behandelten Varianten der Psychotherapie ist es in gewisser Hinsicht sogar umgekehrt. Denn zum anderen zeichnen sich diese Kommunikationsprozesse durch eine größere affektive Erlebens- und Ausdrucksintensität aus als jene Alltagskommunikation — künstlerischer Verdichtung durchaus vergleichbar (Brücher 1988, 237). Bisweilen ist es die bewegende Erfahrung der erstmaligen ernsthaften Selbstthematisierung, womit zugleich ein wichtiger Unterschied zur nur fiktionalen Seite von Kunst benannt sei. Eine mögliche Vergleichsperspektive für die nachfolgend thematisierten Therapieformen könnte die des Inszenierungsgrades sein, wobei das Interesse an Normalisierung durch einen gegen Null strebenden Inszenierungsgrad getragen würde.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Frank Rotter

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